Luxus als Beilage

Ronnie Grob, 17. November 2006 15:36 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

IMG 1677Wer kennt das nicht? Kauft man eine Zeitung, verwendet man die ersten paar Sekunden vor dem Lesen mit dem Herausschütteln von Werbebeilagen. Ein Vorgang, der immer länger dauert und den Altpapierstapel wachsen lässt. Da ist der Stellenanzeiger, da ist der Kader-Stellenanzeiger und da sind die Beilagen der Weihnachtsindustrie.

Das NZZ Folio zum Thema Shopping legte vor, die NZZ, die Weltwoche und die Sonntagszeitung folgten (die Titelbilder oben rechts). In einer Woche erschienen also drei zum Verwechseln ähnliche Werbebeilagen mit etwas redaktionellem Teil, die kaum auf den inständigen Wunsch der Leser, sondern eher zur weiterhin guten Zusammenarbeit mit den Anzeigekunden entstanden sind.

Warum verwechselbar? Weil es in allen drei Beilagen nur um eines geht: Luxus. Und das wiederum ist Thema, weil es einer IMG 1689der wenigen Bereiche ist, in dem die Werber noch Zuwachsmöglichkeiten sehen in der gesättigten Schweiz. Dass damit auch noch Geld zu verdienen sein könnte, hat die Weltwoche begriffen. Sie legt das “Extraheft” den Abonnenten zwar freundlicherweise kostenlos bei, der Käufer am Kiosk aber muss dafür stolze 3 Franken und 70 Rappen hinlegen. Damit er es nicht verpasst, liegt es gut erkennbar in einer Showbox.

Geht also hin und kauft alle die Uhren und all den Schmuck, die euch beim Blättern der Seiten entgegenspringen. Dass man nicht nur eine Uhr tragen kann, beweist Xenia Tchoumitcheva in der Sonntagszeitung . Sie trägt deren sechs an den Armen und dazu eine an einer Halskette.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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3 Kommentare

  1. Ano
    schrieb am 18. November 2006 um 09:55 Uhr (#)

    Die alte Tante meldete dazu gestern:
    “Mitte Februar 2007 wird das neue Lifestyle-Magazin ?Z? lanciert werden, das sich in einem grosszügigen Format den genussvollen und schönen Seiten des Lebens widmet und exklusiv einmal pro Monat mit der Samstagsausgabe der ?Neuen Zürcher Zeitung? und der ?NZZ am Sonntag? ausgeliefert werden wird. Neben wiederkehrenden Rubriken im Mantelteil wird ?Z? jeweils ein Schwerpunktthema vertieft behandeln. Das neue Magazin ersetzt die bisher im Leser- und Werbemarkt bereits sehr erfolgreichen Spezialbeilagen der NZZ und der ?NZZ am Sonntag? zu den Themen Mode, Uhren und Schmuck.”

    Dazu der O-Ton des CR Markus Spillmann: “Dieses Heft richtet sich an unsere Inserenten.” Ein Leserinteresse setzt er gar nicht erst voraus.

  2. Shark
    schrieb am 18. November 2006 um 14:12 Uhr (#)

    Das aktuelle “Folio” ist IMHO lesenswert. All die anderen rein kommerziell orientierten Beilagen hingegen wandern bei mir jeweils direkts ins Altpapier… :->

  3. Jean-Claude
    schrieb am 19. August 2007 um 19:32 Uhr (#)

    Heute fielen bei mir aus den Sonntagszeitungen etwa zehn Beihefter, Prospekte etc. Ich könnte von keinem einzigen sagen, wofür da geworben wurde. Ich schau nicht mal das Deckblatt an, sondern schüttle sie direkt aus der geschlossenen Zeitung in den Papierkorb. Die Entsorgung geht so am effizientesten Woher nehmen die Werber den Nerv zu glauben, dass das andere Leute anders machen?

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