Thema: Zukunft der Zeitung

 

Alle 40 Artikel zum Thema Zukunft der Zeitung auf netzwertig.com:

Google-Maps-Mashup:
Visualisierter Kahlschlag

Wo leidet die (amerikanische) Medienbranche? Welche Redaktion künftig auf Mitarbeiter verzichten muss, zeigt eine interaktive Karte.

Web 2.0 = Medienkrise = Entlassungen, auf diese Idee könnte man kommen, glaubte man den Äußerungen besorgter Verlagsmenschen. Dabei kann man doch Web 2.0 und Entlassungen so viel schöner in einen Zusammenhang bringen:

Sogar nach Anzahl der Entlassenen kategorisiert: Erica Smith\'s Papercuts-Mashup.
Anklicken für größere Darstellung, Screenshot von graphicdesignr.net/paper-cuts

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Wie interaktiv sind Schweizer Medien?

Welche Möglichkeiten die Webseiten europäischer Medien im Internet nutzen untersucht ein Team rund um das britische Online Jornalism Blog. Aufgelistet werden interaktive Funktionen und moderne Webtechnologien.

Der “European News Interactivity Index” vergleicht die technischen Funktionen europäischer Nachrichten-Portale. Für jede Funktion (Kommentare, E-Mail, Bookmarking, Video, RSS und so weiter) gibt es einen Punkt. Untersucht wurden bisher Angebote aus elf Ländern. In der Schweiz führt der Tages-Anzeiger das Feld mit 13 interaktiven Funktionen an, gefolgt von 20 Minuten (12), Blick (9) und NZZ (8).

Die Ergebnisse können über eine Flash-Applikation angezeigt und verglichen werden:

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Madonna braucht keine Zeitung

Natürlich nicht, ein Blick in den Spiegel genügt ihr: Sie ist die Queen of Pop, es gibt keine andere neben ihr. Im Interview mit dem Kultur-Spiegel wettert Madonna nicht nur gegen die “Zeitverschwendung” Fernsehen:

Ich lese auch keine Zeitungen. Wenn ich mich informieren will, nutze ich das Internet.

Keine gute Nachricht für die “Nationale Initiative Printmedien”.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Zeitungen in den USA:
2400 Stellen weniger

Keine guten Nachrichten aus den USA: Im vergangenen Jahr gab es 4,4 Prozent weniger Jobs für Journalisten. Selbst im Krisenjahr 2001 fielen nach einer Studie nicht so viele feste Stellen in Zeitungsredaktionen weg.

Redesign des Virginia Pilot im Juni 2007 (Bild Newsdesigner)
Buntes Business: Redesign des Virginia Pilot (Bild Newsdesigner.com)

Die American Society of Newspaper Editors hat 1411 Tageszeitungen in den USA nach der Stellensituation befragt – 924 antworteten, für den Rest wurden Schätzung anhand der Auflagenzahlen berechnet. Demnach gab es im vergangenen Jahr in den Zeitungsredaktionen 2400 weniger feste Stellen. Dabei bemühen sich in den USA viele Redaktionen um eine moderne, zeitgemäße Leseransprache. Die Tageszeitungen werden “magaziniger”, große Fotos unterstützen die Geschichten, der Wirtschaftsteil lockt mit bunten Grafiken und Illustrationen. Noch dazu sind die Zeitungen viel kleiner als die großen, deutschen Papiersegel im nordischen Format. Newsdesigner.com sammelt mal mehr, mal weniger regelmäßig diese Beispiele. In Amerika wird also alles schon längst so gemacht, womit hier erst Frankfurter Rundschau und Welt Kompakt (junge) Leser locken.

Allein zu helfen scheint es nicht. Weniger Anzeigen, weniger Leser, weniger Stellen in den USA. Rick Edmonds schreibt auf Poynter Online:

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Nationale Initiative Printmedien:
Schlechte Medizin

Schuld ist nur die doofe Jugend: Den Leitmedien laufen die Leser weg. Jetzt sollen die Nichtleser mit einer Kampagne zum richtigen Medium geführt werden. Nur wer zeigt den Printmedien den Weg zu potentiellen Lesern?

Zeitungsleser der Zukunft? (Bild KEYSTONE/Photolibrary.com/LISA BATTAGLENE)
Bitte immer schön Zeitung lesen (Bild Keystone)

Miese Argumente treiben mich die Wände hoch. Vor allem dann, wenn sie aus jenem Bereich kommen, wo Tausende von intelligenten Menschen eine ‘Medienlandschaft’ formen. So fiel am 17. April der Startschuss für die ‘Nationale Initiative Printmedien’, von der hier die Rede sein soll. Den Hintergrund bilden die sattsam bekannten Veränderungen dieser Medienlandschaft: vor allem das unübersehbare Baumsterben dort und die Ausbreitung gelber Steppe, wo einst grüne Weiden lagen.

Der Schirmherr der Veranstaltung, der Kulturstaatsminister Bernd Neumann erläuterte uns Sinn und Zweck der Veranstaltung folgendermaßen:

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Sieben Thesen zum Journalismus

Ein Patt bei dieser Diskussion zwischen Bloggern und Journalisten – das war zu erwarten. Dass allerdings nicht einmal über die Ausgangssituation Einigkeit erzielt werden konnte, dass Weghören zur Königsdisziplin wurde, das war weniger zu erwarten. Ein offensichtlich notwendiger Nachtrag zur Mediensituation von Klaus Jarchow.

Sieben Thesen zum Journalismus

Herrgott, sie stehen mitten in einer Medienrevolution – und sie merken es nicht! Die Diskussion zum Journalismus im Web 2.0, veranstaltet vom DJV am Donnerstag, dem 11. Januar, ließ mich einigermaßen ratlos zurück (Aufzeichnung hier). Ratlos deshalb, weil ich mir das Unwissen gewisser Mitglieder der journalistischen Zunft nicht so groß vorgestellt hätte. Vielleicht aber waren es auch nur besonders vorsintflutliche Exemplare, die jetzt den guten, alten Presserat, der schon bei den Holzmedien nicht funktionierte, als Qualitätsinstrument ins Netz transferieren möchten.

Eine Kurzkritik des Abends, bevor es an die Thesen geht: Generell redeten die Blogger links vom Moderator und die Steinzeit-Fraktion rechts vom Moderator aneinander vorbei (erste Ablaufschilderungen gibt es hier und hier und hier). Da hatten wir links Don Alphonso, Thomas Knüwer und Michaela May, die ebenso freundlich wie vergeblich versuchten, den Herren vom Druckgewerbe klar zu machen, dass die fehlende Recherchetiefe und mangelnde Qualität doch in den Printmedien zum Dauerzustand würde, wofür es handfeste ökonomische Gründe gäbe, die auch bei einer immer renditegeileren Verlagsseite zu suchen seien, und dass die Blogs also – im Gegenzug – eher als eine Art qualitatives Korrektiv wirken würden. Blogs seien unter anderem eben auch eine Folge defizitärer Altmedien.

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Haptische Erotik auf der Titanic

Es ist schon etwas her, aber ich möchte nochmal auf diesen Bericht von den Münchner Medientagen zurückkommen. Als ich sie genau durchlas, kam mir der Begriff “Titanic” in den Sinn. Eine Parabel.

Schiff Printprodukt Internet

Das alte Holzschiff heisst Printprodukt und die lachenden und tanzenden Gäste drauf heissen Zeitungsverleger. Die Printprodukt ist ein grosses, ein schwerfälliges Schiff mit einem streng reglementierten Zugang, den man in der Regel nur durch jahrelanges Studium oder durch sehr gute Beziehungen erhält. Es fährt eher langsam, hat gigantische Druckerpressen an Bord und ist, jedenfalls in Teilen, die ab und zu geputzt und als neu verkauft werden, über 200 Jahre alt. In den letzten Jahren wurde das Schiff von vielen Leuten verlassen. Weil sie es nicht mehr schick genug fanden. Weil sie sich von Offizieren schikaniert fühlten. Weil sie meinten, nicht mehr genug zu verdienen. Oder weil sie schlicht nicht mehr gebraucht wurden. Die Printprodukt ändert seit Jahren kaum seinen Kurs. Sie fährt geradeaus.

Nebenan wird ein neues, ein flottes Schiff gebaut. Es heisst Internet, ist für fast alle frei zugänglich und sieht jeden Tag neu aus. Es tummeln sich viele junge Leute drauf, von denen zwar keiner den Anschein macht, etwas vernünftiges zu tun, die sich aber gegenseitig helfen und inspirieren. Obwohl jeder was Eigenes im Sinn hat, wächst die Internet , denn alle auf dem Schiff sind miteinander vernetzt und bauen ständig daran rum. Wohin das Schiff fährt, kann man gar nicht so genau sagen, denn immer wenn man meint, man wüsste es, dann merkt man, dass man sich getäuscht hat. Allerdings kümmert sich auf dem Schiff gar niemand darum, wohin es fährt. Es fährt einfach irgendwohin und alle drauf finden das gut.

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Vorteil von Printmedien:
Man kann sie wegwerfen

Für die Zeitungen stellen die neuen Medien keine tödliche Gefahr dar, zwingen aber zur Neupositionierung, zur Besinnung auf die eigenen, printspezifischen Stärken. Printprodukte haben unersetzbare Materialqualitäten, die man optimieren kann: bequem zu handhaben, gut zu lesen, rascher Überblick, Tastbarkeit – und nicht zu vergessen: Man kann sie wegwerfen. Das werden die Zeitung und Zeitschrift der Online-Welt immer voraushaben – und das lässt sie überleben.

Das schreibt Norbert Bolz, Professor für Medienwissenschaften an der Technischen Universität Berlin, im heutigen Tages-Anzeiger im Kulturteil auf Seite 45.

Ich habe zwar noch nie länger darüber nachgedacht, aber ist es nicht so, dass man Printmedien entsorgen muss? Mit Schnur bündeln und an einem bestimmten Samstag, den man regelmässig vergisst, auf die Strasse stellen muss? Während man bei Online-Medien nichts wegwerfen muss, die gleiche Information hingegen so speichern kann, dass man sie später mit der Technik des Kopierens und Einfügens weiter zu verwerten ist?

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Sehen so die Nachrichten der Zukunft aus? Daylife.com ist online

Uber-Blogger und Journalismus-Professor Jeff Jarvis & Co entwickeln den News-Aggregator der Zukunft: “Daylife.com”

blog

Die Schlagzeilen der letzten Tage als verlinkter-Bilder-Katalog, Zusammenstellungen der Berichterstattung zu einem Thema aus verschiedenen Quellen (unter Ausschluss redundanter Artikel) mit interaktiver Statistik über seine Medien- und Blogpräsenz im Verlauf der letzten 30 Tage, prominent plazierte Zitate und eine Galerie der verknüpften Themen geordnet nach Personen, Orten, Firmen und dergleichen: So müssen News im Jahr 2007 präsentiert werden.

Das ist jedenfalls die Ansicht von Journalismus-Koryphäe Jeff Jarvis, Geek-Provokateur Michael Arrington und Uber-Blogger Dave Winer, deren gemeinsam mit der “New York Times” aufgezogenes Newsportal “Daylife.com” seit gestern nachmittag offiziell online ist. (Ein Impressum habe ich auf der Site zwar nicht gefunden, aber in allen bisherigen Abhandlungen über das Projekt wurden sie als Urheber genannt.)

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Schweizer Printmedien – Ausblick 2007

Roger Köppel, gemeinhin als einer der unbequemsten Journalisten angesehen und von vielen eher kritsch beobachtet als geliebt, wurde 2006 von der Zeitschrift Schweizer Journalist zum Journalist des Jahres gewählt. Irritierend dabei nur, dass ihm dieser Preis für das Jahr 2006 verliehen wurde, ein Jahr, in dem er im Gegensatz zu den Vorjahren nicht durch journalistische Leistungen aufgefallen ist. In jedem der Jahre davor hätte er den Preis eher verdient als im Vergehenden, doch der Preis ist neu und vermutlich wurden Leistungen kumuliert.

Was ist aus dieser Wahl zu schliessen? Unbequeme und aneckende Schreibe wird wieder gerne gelesen, offenbar gerade von Journalisten. Wir zitieren aus den Jurystimmen für den “Kolumnist des Jahres”, Kurt W. Zimmermann:

Zehn, hundert, tausend Punkte, weil er seine potenziellen Kunden anpöbelt.

Keiner schreibt böser über Journalisten.

Ein Saulus, der zum Paulus wurde.

Wöchentliche Medienschelte mit überdurchschnittlichen Niveau.

Auf Platz 4 der Kolumnisten übrigens “Jeder liest Mr. Haudrauf” Christoph Mörgeli, dem viele, wenn sie könnten, das Recht zum Schreiben verwehren würden. Auf Platz 1 der Kategorie Politik noch einer der Weltwoche, Urs Paul Engeler, “umstritten, aber immer wieder interessant zu lesen”. Für 2007 können wir also direkte, mitunter polarisierende Worte erwarten, die sich der Sache verpflichtet haben und sich nicht scheuen, wenn davon Personen betroffen sind. Es könnte ein interessantes Jahr werden. Das Internet wird dabei wohl eine Hilfestellung bieten.

Schreiben, was ist” ist Roger Köppels aktueller journalistischer Leitspruch, der seiner Weltwoche ein Watchblog gleichen Namens eingebracht hat. Nun, wer möchte das nicht, so gross das Wort “ist” auch ist? Ich schreibe, was 2007 für die Schweizer Printmedien für ein Jahr wird. Meine Meinung deckt sich dabei weder zwingend mit der Meinung von anderen Redaktionsmitgliedern noch mit der noch einzutreffenden Wahrheit. Die Auswahl der Prophezeiungen ist willkürlich.

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