Alle 8 Artikel zum Thema Zensur auf netzwertig.com:
Überwachen, Kontrollieren, Regulieren: Reputation Management verspricht Maßnahmen gegen unliebsame Inhalte im Web 2.0 – wenn das nur so einfach wäre.
“Revolvermänner” nennt sich unmissverständlich eine Essener Agentur für ‘Reputation Management’, die im Auftrag von Privatpersonen und bedrohten Firmen ein schnelles und “
permanentes Controlling im Internet” durchsetzen will. Manches klingt in meinen Ohren allerdings wie ein Werbetext von ‘Moskau Inkasso’, verfasst also von jenen unmissverständlich freundlichen, wohlgebauten Herren mit den Blumenkohlohren und der gewissen Beule unter der Achsel: “
Im Fall einer Schädigung Ihrer Online Reputation haben wir für jede erdenkliche Situationen einen praxiserprobten Maßnahmenkatalog, der schnell und effektiv greift“. So werben
Revolvermänner des Netzverkehrs heutzutage für sich.
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Ein britischer Journalist wurde heute in Peking kurzzeitig verhaftet. Der Guardian sieht das Versprechen auf freie Berichterstattung gebrochen und veröffentlicht Video- und Audioaufzeichnungen.
Der Chinakorrespondent des englischen Fernsehnetworks ITV, John Ray, ist heute Vormittag von chinesischen Polizisten festgenommen worden, als er mit seinem Team eine Demonstation von “Students for a Free Tibet” filmen wollte. Gemäss Augenzeugen, zu denen auch ein Reporter der britischen Tageszeitung Guardian gehörte, sei er von Polizisten brutal zu Boden gerissen und über den Boden bis zu einem Fahrzeug geschleift worden.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Während der Olympischen Spiele in China sammeln wir Meldungen rund um Einschränkungen der freien Berichterstattung und Maßnahmen gegen freie Meinungsäußerungen.
“Noch immer herrschen Nachrichten- und Internetzensur, rund 80 Journalisten und Internetdissidenten sind hinter Gittern, ausländische Reporter müssen weiterhin mit Einschränkungen rechnen”, erklärte die Organisation Reporter ohne Grenzen zur Eröffnung der Olympischen Spiele. In China werden, entgegen der offiziellen Zusicherung, nach wie vor ausländische Journalisten bei ihrer Arbeit behindert. “Redet nicht mit ausländischen Journalisten”, so werden nach einem Bericht der FAZ Oppositionelle und Kritiker eingeschüchtert – wenn sie nicht gleich verhaftet und verurteilt wurden.
» zu unserer Seite “Beijing 2008: Medien unter Kontrolle”
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Gebäude besetzt, Nachrichten zensiert: Zwei private TV-Sender in Ecuador wurden wegen Millionenschulden der Besitzer unter staatliche Verwaltung gestellt.
In Ecuador haben Polizisten am Morgen zwei private Fernsehstationen besetzt und zur Sicherung von Bankeinlagen vorläufig unter staatliche Kontrolle gestellt, berichten BBC News und der Standard. Die Sender TC Televisión und Gamavisión gehören zur Familienholding Isaias, zwei Mitglieder der Familie werde in Ecuador wegen unsauberer Geschäfte während der Bankenkrise gesucht und halten sich in den USA auf. Ecuador fordert ihre Auslieferung, um an über 400 Millionen Euro zurückzugelangen. Der Schlag galt insgesamt 195 Unternehmen der Familienholding, darunter die beiden kritischen TV-Sender. Die Besitzer der Sender bestreiten eine Verbindung zu den beiden Gesuchten und werfen der Regierung einen Angriff auf die Pressefreiheit vor. Als eine Nachrichtensprecherin über die Beschlagnahmung berichtete, wurde die Sendung unterbrochen und durch eine Comedy-Konserve ausgetauscht.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Nur ausgewählte Bilder bekommen Zuschauer von der Euro 2008 zu sehen. Journalisten meiden das Thema, fürchten um ihre VIP-Karten. In Sachen Zensur kritisiert man lieber China.
Das doch eher als provinziell angesehene St. Galler Tagblatt spricht aus, wie viele Journalisten die nicht gezeigten Bildern von der Fussball-EM 2008 wahrnehmen. Das lesenswerte Werk heisst Sport und Medien: Ein Anpfiff:
Eigentlich müsste ein Aufschrei durch die Medienlandschaft gehen, ja, durch ganz Europa. Denn die journalistische Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Doch es sind nur einige wenige Stimmen, die auf Anfrage Stellung nehmen (…). Wieso aber sollte man reagieren? Nun, ersetzen Sie doch mal die Euro durch Olympia und «Uefa» durch «chinesische Regierung»: «Wer die Olympia-Wettkämpfe am Fernsehen verfolgt, sieht nicht alles: Die Bilderauswahl trifft die chinesische Regierung als Veranstalter gleich selber – und achtet darauf, dass keine ihr unliebsamen Szenen in die guten Stuben flimmern.»
Doch es geht kaum ein Aufschrei durch die Medienlandschaft. Und Marlis Prinzing, Verfasserin des Anpfiffs, weiss auch wieso:
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Die Stadtverwaltung in San Francisco hat den Olympischen Fackellauf “ohne Zwischenfälle” über die Bühne gebracht. Oder vielmehr an der Bühne vorbei: In einer Grotesken sondergleichen mied die Karawane, Haken schlagend, jegliches Publikum.

Irgendwas ist ganz gewaltig schiefgelaufen, wenn eine PR-Aktion vom pompösen Ausmass des olympischen Fackellaufs das stundenlang wartende, mehrtausendköpfige Publikum meidet wie der Teufel das Weihwasser. Genau das ist gestern in San Francisco passiert. Die längst zum politischen Spiessrutenlauf für die chinesische Regierung verkommene und von offiziöser Seite der Handelspartner nur noch mit zusammengebissenen Zähnen geförderte Werbeaktion strebte nach möglichst wenig “Relations” zu jenem Teil der Öffentlichkeit, der in den Strassen seine Meinung kundtut – statt nur brav vor dem Fernseher zu hocken.
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20min.ch sammelt Videos der Schweizer Armee im Internet und bindet sie so geschickt ein, dass die Herkunft der Filmchen nicht mehr zu erkennen ist.

Manchmal entsteht Journalismus dort, wo man ihn gar nicht vermutet. Auf dem Online-Portal einer Gratiszeitung zum Beispiel. Die nichts mehr macht als YouTube-Videos zu versammeln und einen kurzen Text dazu zu schreiben. Denn manchmal wirken Bilder einfach viel besser als Worte – selbst, wenn die Bilder unscharf sind und von Amateuren mit Handykameras gedreht wurden. Eine Reportage über den Zustand der Schweizer Armee wäre vielleicht eleganter – aber auch aussagekräftiger?
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Der Texaner Ron Paul ist der republikanische Aussenseiter im US-Wahlkampf. Der Kriegsgegner wird von den Medien systematisch totgeschwiegen – und vom Publikum favorisiert.
Er ist gegen eine Rolle der USA als Weltpolizei, er hat gegen den Krieg gestimmt, er sieht die Gründe für 9/11 nicht im Kampf der Kulturen, sondern in der amerikanischen Aussenpolitik, und ob Schwule in der Armee akzeptiert werden müssten, diese Frage stelle sich für ihn gar nicht: Laut Verfassung müssten alle Menschen die gleichen Rechte haben – Punkt. Der Texaner Ron Paul ist der Querschläger unter den republikanischen Präsidentschaftsanwärtern. Die Partei und Fox News bezeichnen ihn als verkappten Demokraten, das Publikum sieht in ihm den Gewinner der 1. und der 2. Debatte der konservativen Anwärter auf die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2008.
Vor allem aber wird Paul von einigen Massenmedien anscheinend systematisch totgeschwiegen. Nach ABC und Murdochs MySpace hat jetzt auch die TV-Kette CNN Hunderte von Kommentaren für den unbequemen Kongressabgeordneten einfach gelöscht – weil offenbar der Redaktion die Publikums-Abstimmung nicht in den Kram passte.
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