Alle 389 Artikel zum Thema Zeitungen auf netzwertig.com:
Das neue Führungsduo der Regierungspartei SPÖ erklärt eine 180-Grad-Drehung ihrer EU-Politik – ausgerechnet exklusiv vorab in der Kronen-Zeitung, die genau das seit Monaten fordert.
Beim Blick in die gestrige Kronen-Zeitung blieb wohl nicht nur einigen Journalisten und Bloggern das Frühstückskipferl im Hals stecken. Praktisch ganz Österreich ist vom abrupten Positionswechsel der stimmenstärksten österreichischen Regierungspartei überrascht. Entsetzt waren viele darüber, wie diese plötzliche Meinungsänderung an die Öffentlichkeit getragen wurde: nämlich in einem Brief an Hans Dichand, den Herausgeber der reichweitenstärksten Tageszeitung Österreichs, der Krone:
Auf der Basis einer kontinuierlichen Information und einer offenen Diskussion sind wir der Meinung, dass zukünftige Vertragsänderungen, die die österreichischen Interessen berühren, durch eine Volksabstimmung in Österreich entschieden werden sollen.
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Der Kurier hat ein Medienblog – nur wird es nicht wahrgenommen. Keine Links nach aussen, keine Diskussion mit dem Publikum, nicht per RSS zu abonnieren, kein vernünftiges Archiv.

Das Kurier-Weblog «Webweiser» – ganz schön ist es ja …
Manchmal reicht es, eine Website eine Minute anzusehen. Und schon weiss man, warum man bisher nie auf sie gestossen ist, warum sie kaum Erfolg hat und warum sie, Änderungen vorbehalten, niemals Erfolg haben wird. Das Medienblog Webweiser Weblog der österreichischen Tageszeitung Kurier ist so ein Fall.
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Die Brombeere am Abend ist der Nachfolger der Abendzeitung heute und wird wohl den Schweizer Blick ins Gratiszeitalter überleiten. Wir testen Blick am Abend.

Im Test: Ausgabe 3 vom Mittwoch, 04.06.2008 (aufgelesen am Bahnhof in Basel).
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Krude Zeitung mit klarem Ziel: Bei dem österreichischen Boulevardblatt Kronenzeitung wird Meinung gemacht, erst dann kommt die Rendite.
Gibt es auf dem Boulevard überhaupt Unterschiede? Oder ist es überall der gleiche Zucker, der dem großen Affen ‘Publikum’ zu schmecken hat? Ich denke, diese Unterschiede gibt es – ein Gedanke, der mir vor allem immer dann kommt, wenn ich – allerdings nur sporadisch mal – Dichands Kronenzeitung neben die Bild-Zeitung halte.
Die Bild ist ein typisches ‘Push-Medium’, um es marketingtechnisch auszudrücken: Die hochweise Redaktion beschließt, was der mindere Pöbel morgen denken soll, und dann wird mit allen Tricks der Rhetorik, der Headline-Gestaltung und der Propaganda die ideologische Leimrute mit der patentierten Mixtur aus dem entsprechenden Honigtopf bestrichen. Ein Verfahren, das sich seinen Markt erst schaffen will, das regelmäßig auch mal schief geht, siehe zuletzt die Bundestags- oder Hessenwahlen, das aber unverdrossen als der Weisheit letzter Schluss den Mantraschrein der Redaktion schmücken darf. Dort halten sich alle unverdrossen für große ‘Meinungsmacher’, egal, was die depperten Gehirnforscher ihnen zum Thema der Unvorhersagbarkeit jeder Manipulation erzählen.
Dichand verfährt anders – seine Kronenzeitung ist ein typisches Pull-Medium:
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Der neue Blick wird besser – zu einem echten Wechsel braucht es aber eine geistige Verjüngung. Das Fazit nach unserem Test von Blick, Blick Sport und Blick Online.
Anders als alle klassischen Boulevardzeitungen fährt der Schweizer Blick seit Jahren einen linkskonservativen, also rotgrünfreundlichen und SVP-feindlichen Kurs. Nicht wenige, unter anderem auch ich, behaupten, dass so ein Kurs komplett an den Bedürfnissen des Lesers einer Boulevardzeitung vorbeigeht. Als Untermauerung dieser These möchte ich einen sehr aufschlussreichen Screenshot von blick.ch zeigen, den ich kürzlich gemacht habe. Gut möglich, dass die Umfrage gerade erst anlief, dass sie manipuliert wurde oder dass das Ergebnis sonst reiner, unrepräsentativer Zufall ist, aber meines Erachtens zeigt es die politische Ausrichtung des klassischen Lesers dieser Boulevardzeitung, bzw. seines Onlineangebotes, sehr deutlich auf:
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Wie das Internet Leben, Gesellschaft und Kultur verändert, zeigt Die Zeit in einer ausführlichen und differenzierten Serie. Die Erklärung ist umfassend – Links auf Hardcore-Pornoseiten inklusive.

Das ist Service: Die Zeit erklärt in ihrem Internet-Spezial nicht nur, wie das Internet so funktioniert und was das mit den Menschen macht, nicht nur soziale Netzwerke, Onlineshoppen und die ganze Bloggerei. Es wird nicht nur über islamfeindliche Seiten des blanken, menschenverachtenden Hasses und über kostenlose Hardcore-Pornoseiten geschrieben. Für den aufgeklärten Leser (und eben auch alle anderen) gibt es gleich noch die Links dazu. Denn hey, es ist das Internet, und Die Zeit hat verstanden, was da abgeht. Einen Link weglassen – das wäre ohnehin ein sinnloses Unterfangen. Google findet alles und die Jugend kennt sich eh aus.
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In Wien hat der amerikanische Fotograf Spencer Tunick die Nackte Masse im Fussballstadion inszeniert. Seine Shootings dienen der Kunst – und den Medien für lange Bildstrecken mit viel nackter Haut.

Spencer Tunick (Mitte, ganz in schwarz) an der Arbeit mit einem kleinen Teil seiner Modelle (ganz in fleisch), scharf beobachtet von den Pressefotografen (Bild Keystone / Herbert Pfarrhofer).
Kaum ein Print-Medium, das sich nicht auf die Bilder aus dem Wiener Ernst-Happel-Stadion stürzen würde, keine TV-Station, die nicht über das Spektakel berichtete: Massenhaft nackte Menschen im Fussballstadion, die sich von einem Kunstfotografen in allerlei Posen werfen lassen: Spencer Tunicks Nackt-Massenbilder haben den reinen Foto-Aspekt vor langem verloren und sind auch nicht mehr nur künstlerische Performances, sondern Medienspektakel erster Güte. Pressefotografen werden eingeladen und dürfen ihre ganz eigenen Ansichten des Events ablichten – und am Tag danach sind die Zeitungen voller nackter Haut, die man ganz unverfänglich drucken darf, weil es sich ja um Kunst handelt – und Online-Medien schwelgen im Bildstrecken-Wahn.
Unsere findet sich im Fotoblog fokussiert.com…
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Kleine Änderungen: Die Gratiszeitung .ch führt eine Rätsel- und eine Comicseite ein, renoviert die Wetterkarten und will mehr über “People” berichten.
An die Leser denken – dieses Credo aus dem denkwürdigen Werbespot für das Nachrichtenmagazin Focus haben die .ch-Macher beherzigt und nehmen nach dem Start im September vergangenen Jahres kleine Justierungen an dem Schweizer Gratisblatt vor. Endlich gibt es eine Rätselseite mit Sudoku und einen täglichen Comic. Außerdem ist die Europakarte von der Wetterseite verschwunden. Für die glückselige Zeit der Fußball-Europameisterschaft müssen die langweiligen Randthemen Politik und Wirtschaft von den ersten Seiten weichen, dafür dann acht Seiten Balla-Balla. Hätte .ch einen Leserbeirat, wie ihn die Bild-Zeitung zur Belustigung der Medienjournalisten eingeführt hat, er hätte es nicht besser empfehlen können.
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Der Inzest-Fall im niederösterreichischen Amstetten ist ein gefundenes Fressen für Medien aus der ganzen Welt. Gewissenlose Journalisten und eine sensationsgeile Öffentlichkeit stehen kurz davor, das zweite Leben der Opfer zu vernichten.

Bildstrecke: Presserummel in Amstetten (Bild Keystone)
Was für eine Story! Ein gefundenes Fressen für die Medien. Journalisten und Fernsehteams aus Australien, Japan und Amerika reisen nach Niederösterreich und machen das bis dato unbekannte Amstetten zum Nabel der Welt.
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Natürlich nicht, ein Blick in den Spiegel genügt ihr: Sie ist die Queen of Pop, es gibt keine andere neben ihr. Im Interview mit dem Kultur-Spiegel wettert Madonna nicht nur gegen die “Zeitverschwendung” Fernsehen:
Ich lese auch keine Zeitungen. Wenn ich mich informieren will, nutze ich das Internet.
Keine gute Nachricht für die “Nationale Initiative Printmedien”.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.