Thema: YiGG

 

Alle 6 Artikel zum Thema YiGG auf netzwertig.com:

Yigg mit neuer Version:
Nutzer sauer, Seite bitter

Ole Reißmann, 2. Juli 2008 um 10.32 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

“Beste Nachrichten” für die Link-Community: 9 von 10 Links auf der Startseite von Yigg beschäftigen sich mit dem eigenen Relaunch. Nur ist niemand zufrieden mit der neuen Version.

Bei Yigg bewerten die Nutzer im Internet gefundene Links, die dann nach Beliebtheit angezeigt werden – und zurzeit sind vernichtende Urteile über den gerade erfolgten Relaunch der Seite für die User am interessantesten. Sie klicken sich ihren Frust mit der neuen, orangenen Seite von der Seele und zetern über das unmögliche neue Layout, die schrecklicken Farben, fehlende Funktionen und verlorene Daten. Auch wir trauern mit, schließlich finden wir News-Communities höchst interessant (mit der ausdrücklichen Ausnahme von tausendreporter). Hass und Verzweiflung der Yigg-User kennen keine Grenzen:
» weiterlesen

YiGG-Relaunch:
Neunziger haben angerufen, wollen ihr Webdesign zurück

Marcel Weiss, 1. Juli 2008 um 18.50 Uhr , 20 Kommentare Kommentare

yigg-logoDie Social-News-Seite Yigg hat sich einem Relaunch unterzogen und bekommt für das Resultat viel Kritik ab. Zu Recht.

Yigg startete ursprünglich nicht nur als Klon des erfolgreichen us-amerikanischen Social-News-Dienstes Digg, sondern auch noch unter der Domain digg.de. Man musste diese dann aber aus den offensichtlichen, juristischen Gründen ablegen. Das nur als Anekdote am Rande.

Yigg war seinerzeit einer der ersten Dienste seiner Art in Deutschland, und hätte als First Mover den Markt nicht nur anführen sondern auch in den Mainstream führen können. Letzteres geschah allerdings nicht ansatzweise. Selbst eine für hiesige Verhältnisse vergleichbare Größe -also in der Größenordnung des heise-Newstickers- konnte man über all die Jahre nicht erreichen.

» weiterlesen

Warum Digg in Deutschland derzeit keine Chance hätte

Martin Weigert, 13. März 2008 um 13.50 Uhr , 20 Kommentare Kommentare

Die führende Social-News-Plattform Digg möchte innerhalb der nächsten 12 bis 24 Monate mit einer deutschen Version starten. Das berichtete das Handelsblatt gestern unter Berufung auf Äußerungen des Digg-Gründers und -CEO Kevin Rose. Bei Digg tragen User Links und kurze Beschreibungen zu Nachrichtenartikeln von Onlinezeitungen und Blogs sowie Videos, Bilder und Podcasts ein, die von anderen bewertet werden. Populäre Meldungen landen auf der Digg-Startseite und liefern den jeweiligen Quellen eine ordentliche Besuchermenge. Digg gilt als Pionier im Bereich der Social News, hat rund drei Millionen registrierte Mitglieder und fand international und in Deutschland unzählige Nachahmer. » weiterlesen

Das Konzept von Yigg.de:
Kleine Bettelbuttons

Wolf-Dieter Roth, 6. März 2008 um 10.54 Uhr , 15 Kommentare Kommentare

Web 2.0 mit Geschäftsmodell: Die News-Community Yigg lesen täglich 50.000 Leute. Mittlerweile reichen die Werbeeinnahmen für fünf Mitarbeiter und die laufenden Kosten der Technik. Doch auch Spammer und Abmahn-Anwälte nutzen die Seite.

Yigg liest Medienlese.com
Michael Reuter, Geschäftsführer von Yigg, zeigt im Münchner Presseclub eine Website, die uns irgendwie bekannt vorkommt… (Bild: W.D.Roth)

Yigg ist ein typisches Web 2.0 Social Network, in dem nicht geflickert oder gegruschelt, sondern geyiggt wird. Und das bedeutet zweierlei: Nachrichten aus dem Web bei Yigg zu “melden” – und anschließend dann diese zu bewerten. Zum Beispiel über die kleinen Bettelbuttons, die Onlinemedien am Ende ihrer Artikel anbieten. Nachrichten, die von vielen Yigg-Besuchern bewertet werden, landen dann auf der Startseite – andernfalls sind sie nur in der Warteschlange zu sehen, von der sie nach 24 Stunden im Archiv landen, wenn sich nicht genügend Leser für sie erwärmen konnten.

» weiterlesen

Digg dick in der Krise

Martin Weigert, 4. Juli 2007 um 14.41 Uhr , 13 Kommentare Kommentare

digg2.gifDigg, die weltweit größte Social-News-Community, steckt in der Krise. Bei Digg können Nutzer Links zu Nachrichten und Blogmeldungen einstellen und diese bewerten. Die populärsten Artikel landen auf der Startseite. Digg gilt als Vorbild für eine Reihe von ähnlichen Diensten in Deutschland, z.B. YiGG, Webnews und Readster.

Die Probleme bei Digg begangen Anfang Mai diesen Jahres, als ein Zensurversuch der Digg-Betreiber bei den Usern zu einem Sturm der Entrüstung führte. Ein Nutzer hatte einen Artikel veröffentlicht, dessen Überschrift einen geheimen Code zur Entschlüsselung von HD-DVDs enthielt. Digg löschte den Beitrag. Davon bekamen andere Wind, die dann eigene Meldungen einstellten, die den HD-DVD-Key sowie Zensurvorwürfe beinhalteten. Mehrere Tage lang war die Startseite von Digg gefüllt mit Artikeln zu diesem Thema. Der Imageschaden und Vertrauensverlust für Digg war enorm. » weiterlesen

Nach der Digg-Revolte – YiGG-Gründer im Interview

Martin Weigert, 4. Mai 2007 um 14.47 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Die User-Revolte bei Digg hat deutlich gemacht, wie leicht ein Web-2.0-Angebot mit Fokus auf User Generated Content außer Kontrolle geraten kann. Enrico Kern, Mitbegründer der deutschen Social-News-Plattform YiGG, im Interview mit zweinull.cc:

Hallo Enrico. Digg-Chef Kevin Rose hat sich dem Druck der Community gebeugt und den gelöschten Artikel mit dem HD-DVD Key wieder veröffentlicht. Hast Du Verständnis für seine Entscheidung?
Verständnis ist vielleicht das falsche Wort. Sagen wir mal, ich kann das nachvollziehen :)

Wie beurteilst Du den Vorfall? Wird hier eine dauerhafte Gefahr für Social-News-Plattformen deutlich oder ist das eher etwas, aus dem man lernen kann?
Ob es sich hier nun um eine Social-News oder eine “alte” Nachrichten-Plattform handelt, spielt glaube ich keine Rolle. Auch im Web 2.0 muss man sich an Gesetze halten. Wir stellen doch auch keine Raubkopien zum Download bereiten oder dulden das auf unseren Seiten, es ist schließlich illegal.

Das Problem mit dem HD-DVD Key ist simpel… es ist ein Netzphänomen. Die kleinen Leute gegen die riesige Unterhaltungsindustrie, welche uns mit DRM (Digital Rights Management) und anderen Beschränkungen zusetzt, weil sie Jahre lang jeden Trend verschlafen hat. Jeder freut sich da ein bisschen, dass die es wieder versemmelt haben. Nichtsdestotrotz hat die Industrie das Recht auf ihrer Seite und auch das Kapital…

Noch schreit die Digg-Community, doch was macht sie, wenn ihr Lieblingsportal mit Klagen überschwemmt wird? Soviel wird Digg nicht auf der hohen Kante haben. Im besten (oder schlimmsten?) Fall wird Digg dadurch ein günstiger Übernahmefall für den lieben Murdoch.

Welche Konsequenzen zieht YiGG aus dem Vorfall?
Auch bei uns werden erste Stimmen laut von wegen “ah seht Euch Digg an, fangt ja nicht auch damit an”. Hier muss man aber sagen, dass Digg wohl überreagiert hat. Z.B. wurden Benutzer ohne eine Verwarnung direkt entfernt, ohne darauf hingewiesen worden zu sein, warum eigentlich.

Illegaler Inhalt ist auch auf YiGG unerwünscht. Wir stehen natürlich in der Pflicht, das Angebot danach abzusuchen. Aber auch uns entgeht mal etwas, oder es ist einfach nicht ersichtlich, wo z.B. Rechte Dritter verletzt werden. YiGG ist jedenfalls Kooperationsbereit, wenn sich jemand in seinen Rechten verletzt fühlt, nur muss die Beanstandung auch ersichtlich sein. Oft kommen aber auch immer direkt die Schreiben von Anwälten, da bleibt uns meistens nichts anderes übrig, als zu reagieren. Das ist eben unser lustig kaputtes Abmahnungs- und Mediengesetz in Deutschland. Die Kleinen gelten als Futter für die großen Fische.

Generell haben die User im Web 2.0 mehr Macht als je zuvor. Doch Macht heißt auch Verantwortung. Wie siehst Du das?
Auf jeden Fall stehen auch die Nutzer in der Verantwortung. Damit die Plattform nutzbar bleibt, müssen die User auch mithelfen. Große Plattformen entwickeln sich schnell zu einer Spielwiese für «Trolle«. Man braucht sich nur mal die Kommentare auf YouTube anschauen.

Es gilt auch, einen neuen Benutzer in die Community richtig einzuführen und ihn nicht als Teil seiner Kapitalmaschine zu sehen, wie das bei einigen üblich ist.

Aber das Zusammenspiel der Benutzer alleine ist schon eine Hürde. Es gibt so viele verschiedene Leute, dass es praktisch unmöglich ist, alle unter einem Dach zusammenzubringen und dazu zu bewegen, sich zu lieben. Hier muss man dann sehen, das sachlich diskutiert wird und sich nicht alle gegenseitig die Köpfe einschlagen. Ich selbst komme auch nicht mit jedem Benutzer klar, und sobald man mal seine Meinung sagt, ist man gleich für immer abgrundtief böse ;)

In Deutschland gibt es immer mehr Social-News-Plattformen. Derzeit spekuliert man auch über eine Öffnung von Shortnews für Blogs. Wie möchte sich YiGG hier weiter profilieren?
YiGG wird viele neue Funktionen erhalten. Allerdings werden wir uns für deren Einführung sowohl optisch als auch von der Usability her neu positionieren. Bei uns ist erst mal aufräumen angesagt. Auch die Verbesserung der Stabilität und Geschwindigkeit des Dienstes steht auf dem Programm. Zeitnah werden wir einige verbesserte Web- und Blog-Tools vorstellen, u.a. ein dem Wordpress ähnliches Plugin für den Firefox, gemixt mit StumbleUpon-Funktionalität. Auch an unserer API wird noch fleißig geschraubt. Dort ist noch genug Platz für neue Funktionen. Außerdem möchten wir die Klickraten unserer Top-Beiträge verbessern. Dazu lassen wir uns etwas einfallen, um mehr Besucher auf diese Artikel aufmerksam zu machen.

Bei YiGG wird die Community stark in den Entwicklungsprozess mit eingebunden. Wir hören uns nicht nur “ja und nein” an sondern setzen von der Mehrzahl für gut befundene Vorschläge der Benutzer auch zeitnah um. Kommt es nicht an, wird es eben wieder entfernt. Bei uns ging es nie ums simple Klonen, sondern ums Verbessern. Lieber Feature-Overkill als plumpe Copy-Cat.

Hast Du abschließend einige Zahlen für uns?
Na klar. Im Schnitt werden auf Yigg pro Tag ca. 1.200 neue Nachrichten eingestellt, vielen davon automatisiert (Gruppen-RSS-Feeds, die Gruppeneigentümer abonnieren können etc.). Der aktive Anteil (also mit Benutzeraktivität) liegt bei rund 290 bis 360 täglich, davon 100 aktiv aus Blogs durch unser Plugin und noch mal 20 bis 40 durch manuelles Einstellen.

Täglich besuchen 45.000 bis 55. 000 Besucher YiGG, die Mehrzahl davon über Google. Und bevor jetzt einige Blogger anfangen, sich Gedanken zu machen: Ja, es gibt dennoch im Schnitt nur wenig Klicks, weil sich diese hohe Anzahl an Benutzern auf momentan über 100.000 Nachrichten im System verteilt. Hinzu kommt auch, dass viele angemeldete Benutzer auf YiGG nur lesen und selten bewerten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.