Das Debüt von Google Drive war lange Zeit absehbar. Trotzdem gelingt es dem Internetkonzern, innerhalb weniger Tage eine ganze Branche in Bewegung zu versetzen.
Man muss es Google lassen: Für einen Onlinespeicher- und Kollaborationsdienst, über dessen Entwicklungspläne bereits seit etwa sechs Jahren gemunkelt wird, dessen endgültiger Launch sich in den vergangenen Monaten mit allerlei Leaks und Informationshäppchen bereits ankündigte und der eigentlich nicht viel mehr darstellt als eine aufgebohrte Variante von Google Docs, hat Google Drive in dieser Woche Konkurrenten und Partner in beachtlichen Aktionismus versetzt und alle Blicke auf sich gezogen.
Schon zu Wochenbeginn meldete sich Dropbox, der Marktführer im Onlinespeicher- und Synchronisationssegment für Endanwender, mit einem Update zu Wort, das zwar vielerorts als signifikant bezeichnet wurde, aber letztlich nur wenig Neues brachte: Zu jeder in einem beliebigen Dropbox-Ordner abgelegten Datei lässt sich nun ein öffentlicher http-Link generieren, über den andere Nutzer auf die jeweilige Datei zugreifen können. Bisher funktionierte dies lediglich mit Dateien im “Public”-Verzeichnis, außerdem bot Dropbox bisher keine komfortable Option, um eine öffentliche Datei bequem im Browser zu betrachten. Stattdessen musste sie zumeist manuell heruntergeladen werden. Eine nette Ergänzung, aber nicht viel mehr.
Google Drive
Yes we can: Nachdem uns Google jahrelang auf die Folter gespannt hat, wurde gestern Google Drive lanciert. Dokumente und vieles andere mehr können in der Cloud gespeichert und kollaborativ geteilt werden.
Egal, ob ihr zusammen mit einem Freund an einem gemeinsamen Forschungsprojekt arbeitet, eure Hochzeit plant, oder die Haushaltskasse mit euren Mitbewohnern notiert – all das könnt ihr auf Drive erledigen.
Mit dem Versprechen von ungrenztem Cloudspeicher bei gleichzeitig besonders starker Verschlüsselung sorgte Bitcasa im Herbst für Aufsehen. Nach und nach weitet der US-Dienst seine geschlossene Beta-Phase aus.
Auch im vergangenen Jahr erhielt Dropbox von den zahlreichen Diensten zum Speichern von Dateien in der Cloud den Löwenanteil der Aufmerksamkeit. Bei den Leserinnen und Lesern von netzwertig.com war das kalifornische Startup zum zweiten Mal der beliebteste Onlineservice des Jahres. Doch rund 60 Kilometer vom Dropbox-Firmensitz in San Francisco entfernt, in der Google-Stadt Mountain View, arbeitet mit Bitcasa derzeit ein anderes junges Webunternehmen daran, im Markt für Onlinespeicher und Datensynchronisierung über die Cloud für Wirbel zu sorgen:
Das US-Startup machte erstmals auf der TechCrunch Disrupt-Konferenz von sich reden und regte die Fantasie der Branchenkenner und Netzfreunde mit dem Versprechen an, gegen eine monatliche Gebühr von zehn Dollar unbegrenzten, streng verschlüsselten Cloudspeicherplatz bereitzustellen.
Bisher befindet sich Bitcasa in einer sehr limitierten geschlossenen Beta-Phase, weshalb sich die meisten Medienberichte auf die von dem Unternehmen selbst veröffentlichten, spärlichen Details beschränkten. Wir hatten vor einigen Monaten das grundsätzliche Konzept von Bitcasa erklärt und auf die Parallelen zum Schweizer Speicherdienst Wuala hingewiesen.
Wuala beerdigt sein einstiges Alleinstellungsmerkmal: Nutzer können zukünftig nicht mehr Platz auf der Festplatte gegen Onlinespeicher eintauschen.
Der aus Zürich stammende Onlinespeicher- und Backupdienst Wuala konnte sich bisher auf ein Alleinstellungsmerkmal berufen, das ihn ohne jeden Zweifel von allen anderen Konkurrenten im dicht besiedelten Markt der Cloud Storage und Synchronisationsservices abhob: die Möglichkeit, mit eigenem Festplattenspeicher zur Wuala-Cloud beizutragen und im Gegenzug ohne zusätzliche Kosten mehr Platz in selbiger zu erhalten.
Nutzer, die gewisse Voraussetzungen wie eine bestimmte Verfügbarkeit erfüllten, konnten so deutlich mehr als die im kostenfreien Basisangebot enthaltenen zwei Gigabyte Onlinespeicher in Anspruch nehmen. Alternativ blieb sonst eines der kostenpflichtigen Pakete. Zum Wuala-Launch Ende 2007 war der Speichertausch das wichtigste Marketingargument des damaligen Startups (siehe “Datei-Hosting auf den Festplatten anderer User“).
Mit seinem Versprechen von unbegrenztem Cloudspeicher sowie einem intelligenten Verschlüsselungssystem sorgt das US-Startup Bitcasa für Aufsehen. Was der noch nicht öffentlich zugängliche Dienst anbieten will, erinnert in Teilen an Wuala.
Als vor zwei Wochen in San Francisco die TechCrunch Disrupt-Konferenz stattfand, fuhr der neue US-Dienst Bitcasa zwar ohne einen Preis vom Startup-Wettbewerb nach Hause. Was über die Dauer der Veranstaltung hinaus gehende Aufmerksamkeit betrifft, könnte jedoch keiner der am den Event partizipierenden Onlinedienste Bitcasa das Wasser reichen.
Angesichts des vollmundigen Versprechens, Nutzern für 10 Dollar monatlich unendlichen Speicherplatz in der Cloud zu bieten und den Kauf weiterer Festplatten überflüssig zu machen, ist dies auch gar nicht verwunderlich. Zumal der in einem stark eingeschränkten Beta-Stadium befindliche Service nicht nur einfach Daten in der Cloud ablegt und synchronisiert, sondern diese je nach Zugriffshäufigkeit streamt, wodurch lokale Versionen von Dateien überflüssig werden.
Das Freisinger Startup rootloft hat mit SharedSafe eine Windows-Anwendung entwickelt, die über IMAP ein verschlüsseltes Dateisystem auf dem eigenen E-Mail-Speicher anlegt. Dateien können dann über mehrere Rechner synchronisiert und mit anderen Usern geteilt werden.
Im Bereich der Onlinespeicher- und Sync-Lösungen existiert ein ungeschriebenes Gesetz: Je bequemer und einfacher ein Konzept für den Endanwender erscheint, desto mehr potenzielle Schwachstellen und Kritikpunkte lassen sich in Bezug auf den Schutz und die sicherere Verwahrung der Dateien identifizieren.
— Reputationobserver - online reputation management — Reputationobserver beobachtet und analysiert Ihre Marke, Namen oder Firma in Socialmedia Plattformen und Internet. Beobachtung, Reparatur und Aufbau Ihres Rufes im Netz. Jetzt gratis testen — Textanzeige —
Netzneutralität
Das niederländische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das es Mobilfunkanbietern untersagt, VoIP- und Messaging-Dienste in ihren Netzen zu blockieren oder mit zusätzlichen Gebühren zu belegen. Jetzt muss noch der Senat zustimmen.
Instapaper
Das FBI hat in einem US-Rechenzentrum Server des Schweizer Webhosters DigitalOne beschlagnahmt. Darunter befand sich auch einer, der von Instapaper genutzt wurde und eine vollständige Kopie der Nutzerdatenbank enthält.
Wuala hat einen überarbeiteten Desktop-Client veröffentlicht und bietet Sync- und Backup-Funktionen ab sofort auch Nutzern der Gratis-Version. Der führende Speicherdienst Dropbox hat damit einen echten, ernstzunehmenden Konkurrenten.
Bei jeder schlechten Nachricht gibt es jemanden, der von ihr profitiert. Das gilt auch im Bezug auf die Negativschlagzeilen, die der Sync- und Onlinespeicherdienst Dropbox in den vergangenen zwei Monaten produzierte.
Zuerst führte eine Ergänzung der Geschäftsbedingungen des kaSchlüssel der Dateien für alle sichtbar auf dem Server hinterlegtlifornischen Startups zu einem Aufschrei bei Usern und Medien, weil ein (bei vielen Services üblicher) Passus aufgenommen wurde, der die Weitergabe von Nutzer-Daten auf Nachfrage der US-Regierung nicht ausschließt. Dies wiederum sorgte für die allgemeine Einsicht, dass Dropbox die von Usern hochgeladenen Daten weniger umfangreich verschlüsselt als bisher angenommen (und von dem Unternehmen kommuniziert). Und nebenbei machte sich der bisher sehr populäre Dienst auch noch durch ein juristisches Vorgehen gegen ein Open-Source-Filesharing-Tool für Dropbox Feinde.
Vente-Privée
Nach langem Zögern wagt sich das europäische Vorzeigeunternehmen Vente-Privée doch noch in die USA.
Französischen Agenturberichten zufolge will Vente-Privée in der kommenden Woche “eine Partnerschaft mit einem global agierenden Unternehmen” bekanntgeben.
Zukunft
Ausgerechnet die EU-Kommission will das Internet der Zukunft vorantreiben.
Insgesamt sollen in dem Projekt innerhalb von fünf Jahren 600 Millionen Euro für die Erforschung von Bereichen wie Mobilfunkindustrie, Software und Dienstleistungen ausgegeben werden.
Wuala betritt mit einer iPhone-Applikation erstmalig den mobilen Sektor. Die Adaption der Wuala-spezifischen Dateiverschlüsselung für iOS habe viel Zeit in Anspruch genommen, so der Anbieter von Onlinespeicher aus Zürich.
Onlinedienste, die weder eine für Smartphones angepasste Website noch eine spezifische App anbieten, besitzen mittlerweile Exotenstatus. Der Schweizer Speicherdienst Wuala gehörte bisher zu dieser kontinuierlich schrumpfenden Gruppe. Dank einer gestern veröffentlichten Anwendung für iPhone und iPod touch können die Züricher nun aber auch endlich von sich behaupten, den Ansprüchen der immer mobiler werdenden Nutzer gerecht zu werden – zumindest von denen, die Apple-Geräte besitzen.
Diverse Webdienste preisen Videochats mit mehreren Teilnehmern an. Glaubt man den Machern des US-Angebots OoVoo, entwickeln speziell junge Menschen völlig neue Nutzungsmuster rund um Gruppenvideogespräche. » weiterlesen