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Skype hat seine Wurzeln im Desktop-Zeitalter. Mit Viber erwächst dem VoIP-Platzhirschen nun ein gefährlicher Konkurrent mit mobiler DNA.
Lange habe ich mich dagegen gewehrt, die VoIP- und Messaging-App Viber auf meinem iPhone zu installieren – trotz mehrmaliger Nachfragen von Freunden, ob ich den über die vom israelisch-amerikanischen Unternehmer Talmon Marco und einem Team von rund 120 Angestellten in Israel, Zypern und Weißrussland entwickelte Anwendung erreichbar sei. Zum einen mangelt es mir in meinem digitalen Alltag wahrlich nicht an mobilen Apps, um mit Kontakten Textnachrichten austauschen und VoIP-Gespräche zu führen (außer WhatsApp kann dies mittlerweile fast jeder Messenger, inklusive Facebook). Zum anderen missfällt mir der von Viber erzwungene Upload und Abgleich des Smartphone-Adressbuchs.
Doch wie schon bei WhatsApp ist es genau diese Praxis, die den kostenfreien, für verschiedene Plattformen angebotenen Dienst innerhalb von zweieinhalb Jahren in die Gruppe der nutzerstärksten mobilen Kommunikationswerkzeuge katapultiert hat. Denn so sehr die Freigabe ihrer lokalen Kontakte manche (wahrscheinlich aber wenige) User auch stört, so komfortabel ist die aus dem von Viber durchgeführten Abgleich der Adressbücher mit den registrierten Mobilfunknummern folgende, sofortige Auflistung sämtlicher Viber-Freunde. Neuen Nutzern wird nach der Registrierung also direkt ein Viber-Adressbuch mit den Freunden angezeigt, die sich über die App per Textnachricht oder Datengespräch erreichen lassen. Ich hatte die Konsequenz einst so formuliert: “Die Welt sozialer Netzwerke ist ungerecht: Anbieter, die sich an die Konventionen halten, werden zu Geisterstädten, während Regelbrecher sich vor Nutzern kaum retten können.” » weiterlesen
Sowohl Facebook als auch Google wird nachgesagt, WhatsApp kaufen zu wollen. Wahrscheinlich ist, dass der Smartphone-Messenger keinem der beiden Webriesen in die Hände fallen wird.
WhatsApp hat Meldungen über Kaufverhandlungen mit Google dementiert. Verwunderlich ist das nicht, betonte der kalifornische Smartphone-Chatdienst in der Vergangenheit doch immer wieder, nicht an Akquisitionen interessiert zu sein. Das allein muss zwar nicht heißen, dass es dazu niemals kommen wird. Das generell vom im Silicon Valley üblichen lautstarken Getöse abweichende, zurückhaltende Verhalten der WhatsApp-Macher sowie sich in der Vergangenheit nicht bewahrheitende Gerüchte einer sich anbahnenden Übernahme durch Facebook legen nahe, dass man derartige Meldungen grundsätzlich nicht überbewerten sollte.
Dass Google ein Auge auf das junge Unternehmen werfen würde, war spätestens seit den Facebook-Avancen im Dezember vorhersagbar. Auch andere Schwergewichte der Internetbranche dürften sich für das erfolgreiche Startup und seine mehreren hundert Millionen Anwender interessieren (offizielle Nutzungszahlen liegen nicht vor). Anders als die typischen Geldverbrenner der Websphäre ist WhatsApp als profitables Unternehmen jedoch deutlich weniger in Eile, unter das Dach eines Netzgiganten zu schlüpfen. » weiterlesen
Smartphone-Messenger wie WhatsApp und Line sind die sozialen Netzwerke des mobilen Zeitalters. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern des stationären Internets erreichen sie schon im frühen Stadium die Profitabilität.
Mittlerweile dürfte es bei jedem angekommen sein: Chat-Applikationen für Smartphones sind die Fortführung traditioneller, desktopbasierter sozialer Netzwerke. Als Facebook diesen Trend erkannte, fackelte es nicht lange und schickte mit dem Messenger eine eigene App ins Rennen, die auf sämtlichen Schnickschnack verzichtete und die Nachrichtenfunktionalität in den Mittelpunkt stellte. Charakteristisch für diesen boomenden Markt ist die fehlende Dominanz durch einen einzigen Anbieter, wie sie im stationären Web in Form von Facebook zu beobachten ist. Stattdessen buhlen eine ganze Reihe sich grundsätzlich sehr ähnlicher, erfolgreicher Applikationen um die Gunst der Anwender, zumeist mit gewissen regionalen Schwerpunkten. Doch noch ein zweiter Punkt hebt die neue Generation mobiler Social Networks von ihren Vorgängern für den Desktop ab: Sie erreichen in einer sehr frühen Phase die Profitabilität. » weiterlesen
WhatsApp kündigt an, irgendwann 2013 für Neunutzer auf dem iPhone ein Abomodell einführen zu wollen, und versetzt damit die Presse in Aufregung. Es dürfte sich um gezielte Instrumentalisierung der Medien gehandelt haben.
Es fühlt sich an, als hätte ich den folgenden Beitrag schon einmal geschrieben. Habe ich aber nicht. Hayo Lücke bei Basic Thinking wars, als er im November 2012 die einem Tusnami gleichende Medienberichterstattung zu der Meldung kritiserte, WhatsApp würde sein schon lange “angedrohtes” Abomodell für die Android-App endlich durchsetzen und eine Jahresgebühr von etwa einem Dollar einfordern wollen. 99 US-Cent pro Jahr genügten, um das Who-is-Who der Presselandschaft in Aufregung zu versetzen.
Doch Lückes berechtigte Medienschelte haben damals die meisten Redakteure dem Anschein nach nicht gelesen – oder sie sich nicht zu Herzen genommen. Denn gestern wiederholte sich das Theater. TechCrunch hatte erfahren, dass WhatsApp-CEO Jan Koum noch 2013 das für Android gültige Abomodell auf die iPhone-App übertragen möchte. Derzeit ist diese einmalig für 0,89 Euro im App Store erhältlich, künftig würde sie demnach im ersten Jahr gratis angeboten werden und anschließend eine jährliche Zahlung von einem Dollar voraussetzen. » weiterlesen
Der Vorsprung der iPhone-App von Facebook vor der des Kontrahenten WhatsApp schrumpft in Deutschland weiter. Noch kann das soziale Netzwerk seinen Spitzenplatz aber verteidigen. Unterdessen erfreut sich Dropbox bei iPad-Besitzern zunehmender Beliebtheit.
Als das Statistikportal Statista die Dezemberausgabe seiner repräsentativen zweimonatigen Topliste der am meisten genutzten iPhone- und iPad-Applikationen in Deutschland veröffentlichte, deutete sich eine kleine Sensation an: Die Smartphone-Chat-App WhatsApp stand kurz davor, Facebook als populärste iPhone-Anwendung in Deutschland zu überholen. 60,6 Prozent aller iPhone-Besitzer gaben an, im Weihnachtsmonat die App des blau-weißen sozialen Netzwerks verwendet zu haben – 59,5 Prozent sagten dies über WhatsApp. Lag Facebook im September noch 6,1 Prozentpunkte vor WhatsApp, schmolz der Vorsprung im Dezember auf 1,1 Prozentpunkte zusammen. Angesichts dieses Trends erschien eine unmittelbare Ablösung Facebooks als Primus unter den iPhone-Apps in Deutschland nicht unwahrscheinlich. Heute publizierte Statista seine Februar-Topliste für iPhone und iPad. Die wichtigste Erkenntnis: Der Abstand zwischen Facebook und WhatsApp hat sich abermals auf nur noch 0,7 Prozentpunkte verringert, das Social Network kann seine Spitzenposition aber vorerst verteidigen: » weiterlesen
Facebooks führende Position bei den beliebtesten iPhone-Apps in Deutschland ist bedroht: WhatsApp steht kurz davor, diesen Status an sich zu reißen. Es wäre eine kleine Sensation.
Seit September 2012 veröffentlicht das aus Hamburg stammende Startup Statista zusammen mit dem Focus repräsentative Statistiken zur Nutzung mobiler Apps in Deutschland. Im Gegensatz zu vielen anderen Untersuchungen mit geringer Aussagekraft gibt der sogenannte App Monitor ganz konkrete und hochinteressante Einblicke in das Trendthema des mobilen Internets. Das Statista-Team alterniert bei den monatlich veröffentlichten Top-20-Hitlisten der beliebtesten Apps, was die Plattformen angeht. Am gestrigen Montag publizierten die Nordlichter das neueste Ranking der populärsten iPhone-Apps bei deutschen Nutzern. Die Statistik belegt, wie viele Besitzer des iPhones in Deutschland im Dezember die jeweilige Applikation genutzt haben. Sie zeigt, dass WhatsApp den Platzhirschen Facebook fast überholt hat und somit kurz davor steht, zu Deutschlands meistgenutzter iPhone-App aufzusteigen. In Anbetracht der enormen Verbreitung von Facebook und der über 25 Millionen aktiven Mitglieder in Deutschland wäre das schon eine kleine Sensation. » weiterlesen
Nach der Erdbebenkatastrophe im Jahr 2011 entwickelte der Webkonzern Naver Japan die mobile Messenger-App Line. 100 Millionen Nutzer und einige funktionelle Alleinstellungsmerkmale machen die Anwendung zu einer ernsthaften mobilen Konkurrenz für WhatsApp und Facebook.
Seit knapp zwei Wochen befinde ich mich in Tokio. Mittlerweile habe ich mich einigermaßen aklimatisiert und an die neue Umgebung gewöhnt. Für eine der ersten Erkenntnisse, die für mich im Webkontext deutlich wurden, hätte ich zwar nicht nach Japan fahren müssen, aber nun bekomme ich wenigstens schwarz auf weiß die Bestätigung: Neben Facebook, das lange Zeit von japanischen Nutzern links liegen gelassen wurde, im vergangenen Jahr aber doch seinen Durchbruch in Fernost erlebte und im Sommer 2012 schießlich den Lokalmatador Mixi hinsichtlich aktiver Anwender überholte, steht die Messenger-App Line zumindest bei allen jungen, Smartphones besitzenden Japanern ganz hoch im Kurs. Eine Art WhatsApp Japans also. Auf fast der Hälfte aller iPhones in dem Land ist die Anwendung installiert.
Der Zufall will es, dass ausgerechnet während meines Japanaufenthalts Line ernstzunehmende Anstalten macht, internationale Marktanteile zu beanspruchen. Zum aktuellen Zeitpunkt befindet sich die Anwendung in 18 Ländern in den Top 25 der kostenfreien iPhone-Apps, und zwar nicht nur in Asien, sondern auch in Zentral- und Südamerika sowie – als einziges europäisches Land – in Spanien. Vor wenigen Tagen durchbrach der Dienst die Marke von 100 Millionen Nutzern. Eine Zusammenarbeit mit Rapper Snoop Dogg, der den Service per Twitter bewirbt, soll Line nun auch US-amerikanischen Anwendern schmackhaft machen – die bisher nur eine bedingte Begeisterung für mobile Chat-Apps an den Tag legten und aufgrund verbreiteter SMS-Flatrates noch immer die klassische Textnachricht bevorzugen – was insbesondere für die Jüngeren gilt. » weiterlesen
Nordamerikanische Nutzer können über Facebooks Messenger-App für das iPhone kostenfreie VoIP-Telefonate führen, User in anderen Ländern dürften bald folgen. Der Vorstoß ist von großer Bedeutung.
Die Techbranche diskutiert dieser Tage intensiv über Facebooks neue Suchefunktion und die mit ihr verbundenen Implikationen. Parallel betritt das soziale Netzwerk auch an anderer Stelle neues, potenziell sehr fruchtbares Terrain: VoIP. Während die Verfügbarmachung der “Graph Search” in kleinen Schritten vollzogen wird und für Facebook-Nutzer anderer Sprachen als Englisch wohl noch mindestens Monate entfernt sein dürfte, erhalten dieser Tage zumindest sämtliche nordamerikanischen User die Möglichkeit, über ihr iPhone und die darauf installierte Facebook-Nachrichtenapp “Messenger” kostenfreie Telefonate zu führen, die über ihre mobile Datenverbindung oder WLAN abgewickelt werden. Auch wenn ein Teil der flüchtigen Alltagskommunikation zwischen Personen mittlerweile vorrangig über Textnachrichten und Chats läuft, so gibt es freilich noch genug begeisterte Vieltelefonierer, und selbst Gesprächsmuffel kommen manchmal um ein Telefonat nicht herum. Genau deshalb glaube ich, dass die Ergänzung des Messengers um eine VoIP-Funktion einen sehr bedeutsamen Vorstoß des Social Networks darstellt, der – sofern Gesprächsqualität und Bedienungskomfort stimmen – weitreichende Auswirkungen auf Mobilfunkanbieter und andere Kommunikationsdienste haben wird.
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15 Jahre beeinflussten Personen, die im Zuge des Dotcom-Booms online gingen, die Evolution des Internets. Während die Pioniere immer nostalgischer werden, machen ihnen die Jüngeren ihre tonangebende Rolle streitig.
Ende der 90er Jahre erlebte das Internet mit dem Dotcom-Boom seinen kommerziellen Durchbruch. In den seitdem vergangenen rund 15 Jahren stellten maßgeblich die Personen die Speerspitze der Netzwirtschaft und -kultur dar, die entweder kurz vor, während oder in den Jahren unmittelbar nach der ersten Dotcom-Welle die Faszination der Onlinewelt für sich erkannten. Aus ihnen wurden Gründer und Startup-Geschäftsführer, Website-Betreiber, Investoren, Entwickler und Designer, Blogger, Journalisten, Netzaktivsten oder ganz einfach leidenschaftliche Geeks, die jeden potenziell wegweisenden Service und jede App mindestens einmal kurz ausprobieren mussten, um inneren Frieden zu finden. Anderthalb Jahrzehnte kontrollierte diese “Dotcom-Generation” weitgehend das Netz.
Der Begriff “Dotcom-Generation” ist dabei natürlich nicht mehr als ein abstrahierendes Hilfsmittel. In Wahrheit handelt es sich um mindestens zwei Generationen, die eint, ungefähr zeitgleich ihre ersten Gehversuche im Internet gemacht zu haben, und die zu diesem Zeitpunkt das Kindesalter und die Pubertät bereits hinter sich gelassen hatten. Anders als heute stellte das “World Wide Web” damals noch kein Spielzeug für die ganz Jungen dar. Laut ARD/ZDF-Onlinestudie waren im Jahr 1997 13 Prozent der 20- bis 29-Jährigen und 12,4 Prozent der 30-bis 39-Jährigen in Deutschland gelegentlich im Netz, aber nur 6,3 Prozent der 14- bis 19-Jährigen – und entsprechend noch weniger der unter 14-Jährigen. Dreiviertel der deutschen Webnutzer waren zwischen 14 und 39 Jahre alt. Sie sind das, was ich als Dotcom-Generation bezeichne, wobei man sie freilich auch “Desktop-Generation”, “Tastatur-Generation” oder “ISDN-Generation” nennen könnte. » weiterlesen
Facebook befindet sich laut TechCrunch in Übernahmegesprächen mit WhatsApp. Dies würde automatisch Googles Interesse an dem populären Smartphone-Messenger wecken. Wahrscheinlich ist, dass Kaufinteressenten bei WhatsApp bereits Schlange stehen.
Verfolgt man die einzigartige, eigenwillige Erfolgsgeschichte von WhatsApp, konnte man damit rechnen, dass der kalifornische Smartphone-Messenger früher oder später als Übernahmeziel für die Großen der Branche attraktiv wird. Ein in der Nacht publizierter TechCrunch-Bericht darf sich nun rühmen, erstmals ein konkretes Gerücht dazu in Umlauf zu bringen: Angeblich führt das öffentlichkeitsscheue Startup aus Mountain View Gespräche mit Facebook. Details zum Stand der Verhandlungen gibt es aber noch keine.
Die TechCrunch-Autorinnen Ingrid Lunden und Alexia Tsotsis zeigen sich in ihrem Beitrag überrascht über die Möglichkeit einer Akquisition von WhatsApp durch Facebook. Das wiederum muss Europäer nicht verwundern: Lange Zeit blieb Nordamerika von der in vielen anderen Regionen dieser Welt um sich greifenden WhatsApp-Euphorie unberührt. Erst seit dem Sommer erlebt der Chatdienst auch auf der anderen Seite des Atlantiks ein exponentielles Wachstum. In 114 Ländern belegt die Anwendung momentan den ersten Platz in Apples App Store, in den USA rangiert sie auf dem zweiten Platz. Die Verwunderung von Lunden und Tsotis rührt auch daher, dass sie von veralteten Meilensteinen ausgehen: Nicht eine Milliarde Nachrichten werden täglich ausgeliefert, sondern über zehn Milliarden. Nicht sieben Millionen Mal wurde die Android-App bisher heruntergeladen, sondern über 100 Millionen Mal. Der Bericht erklärt, WhatsApp habe über 100 Millionen aktive Nutzer täglich. Zieht man sämtliche verfügbaren Statistiken in Betracht und bedenkt, dass die App bei iPhone-Nutzern beliebter ist als bei Besitzern von Android-Geräten und dass sie etwa in Deutschland in puncto Aktivität fast mit Facebook gleichzieht, erscheint diese Angabe noch konservativ. Wenn Facebook 600 Millionen aktive mobile User hat, könnte WhatsApp durchaus bei 200 bis 300 Millionen liegen.
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