Alle 67 Artikel zum Thema Werbung auf netzwertig.com:
Das Konzept der “attention economy” ist inzwischen einige Dekaden alt. In der Internet-Ökonomie geht es aber mehr um Überzeugungsarbeit als um reine Aufmerksamkeit.
Das Konzept der “attention economy” geht, einfach zusammengefasst, davon aus, dass in unserer modernen Welt mit ihrem konstanten Informationsüberfluss die
Aufmerksamkeit der Menschen selber rar geworden ist.
Den wirtschaftlichen Gesetzen der Verknappung folgend wird sie damit zu einem wertvollen Gut. Das führt zum gängigen Denken, dass Aufmerksamkeit sogar verkauft werden kann.
Die übliche Art Aufmerksamkeit zu monetarisieren besteht im Verkauf von Werbefläche. Verlage publizieren Inhalte, welche die Aufmerksamkeit der Menschen wecken, und verkaufen einen Teil dieser Aufmerksamkeit an Werbekunden (Hierzu gibt es einen spannenden Text von Darmesh Shah, welcher den Unterschied zur “Geldbörsen-Ökonomie” erklärt, in der die Leute direkt für ein Produkt bezahlen).
Die Theorie klingt einfach. Nur erklärt sie eben die kommerziell interessanten Formen der Aufmerksamkeit nicht wirklich.
» weiterlesen
Werbebudgets verlagern sich Richtung Internet. Damit bricht die Haupt-Einnahmequelle für den Print-Sektor weg. Print wird dadurch mittel- bis langfristig defizitär und ökonomisch nicht mehr tragfähig.
Zugegeben, die Zeitangabe der 10 Jahre in der Überschrift ist eine grobe Schätzung. In den USA könnte es schon zwei, drei Jahre vorher so weit sein. Die ersten regionalen Zeitungen in den USA geben die Papier-Ausgaben bereits auf.
Im deutschsprachigen Raum dürfte es wohl erst in ungefähr 10 bis 15 Jahren so weit sein. So oder so: Nachrichten auf Papier ist ein Auslaufmodell.
Das hat relativ simple, ökonomische Gründe:
» weiterlesen
Wenn überall Werbung blinkt und unzählige Links Aufmerksamkeit fordern, wird das Lesen von Texten im Internet zur Qual – das kleine Tool Readability hilft weiter.
Vollkommen willkürliches Beispiel von einer großen deutschen Nachrichtenseite: Ein Interview mit Andy Müller-Maghun vom
Chaos Computer Club auf Zeit Online. Der Artikel ist auf drei Seiten aufgeteilt, man braucht die Klicks, will den Leser nicht mit einer ellenlangen Seite verschrecken. Geschenkt. Aber selbst wenn man die Werbung über dem Seitenlogo und neben dem Inhaltsblock wegschneidet, ist die Seite immer noch fast doppelt so hoch wie der eigentliche Artikel. Der im Bild abgedunkelte Bereich verhält sich zum farblich hervorgehobenen Artikel etwa im Verhältnis eins zu zwei.

Das nützliche Beiwerk, Links auf weitere Artikel, Nachrichten seriöser Werbepartner, lenkt aber mitunter vom Lesen des eigentlichen Textes ab. Webdesigner sprechen vom sogenannten “clutter”, vom störenden Wirrwarr. Dagegen hat die Agentur arc90 ein kleines Programm entwickelt. Readabilty entfernt den “clutter” mit einem einfachen Klick. So funktioniert’s: Man speichert das Readability-Lesezeichen, das aus ein wenig JavaScript besteht, besucht eine verkleisterte Website, klickt auf das Lesezeichen – im Hintergrund wird nun die Adresse der Website an den Readability-Server übertragen, der daraufhin dem Browser mitteilt, welche Element der Seite überhaupt angezeigt werden sollen. Das sogenannte “Bookmarklet” funktioniert erstaunlich gut und ist vor allem sehr einfach.
» weiterlesen: Moralische Gewissensbisse
Parteien sollen auf derWesten.de für 25.000 Euro plus Mehrwertsteuer prominente Werbeplätze kaufen – das Wörtchen “Anzeige” kommt in der Präsentation gar nicht erst vor.
Es geht schon los mit der ersten Folie der Präsentation: Die WAZ NewMedia GmbH will Parteien Werbung für die Kommunalwahl verkaufen, passend dazu sitzt eine Frau mit heruntergelassener Unterwäsche auf dem Klo. Kommunalwahlen für den Arsch? Wählen mal so schnell nebenbei, auf dem WC? Was für eine Steilvorlage, “platte sexistische Attitüde”, freut sich Linkspartei in der
taz, “sexistisch und geschmacklos” finden es die Grünen. Mittlerweile lenkt auch derWesten.de-Chefin Katharina Borchert ein und nannte das Bild gegenüber
news.de “total daneben”.
Also alles wieder in Ordnung? Nein. Es kommt noch schlimmer.
» weiterlesen
Das Geschäftsmodell für Journalismus ist leckgeschlagen: Die Leser wandern ins Netz ab, dort fehlen die Einnahmen. Mit den üblichen Lösungsvorschlägen kann Jeff Jarvis wenig anfangen.
Die unzähligen verzweifelten Vorschläge, wie man Zeitungen oder den Journalismus generell retten könne, wirken auf mich wie angestrengte Versuche, gegen den Strom der Zeit zu schwimmen – sie wollen etwas erzwingen, was im Internet-Zeitalter ganz einfach nicht geschehen wird. Ich ziehe es vor, nach Modellen für einen Journalismus zu suchen, der
mit dem Strom schwimmt. Das heißt, Wege zu finden, wie man Vorteil aus den Gesetzmäßigkeiten der Online-Wirtschaft zieht, statt diese zu bekämpfen. Schauen wir uns doch mal die üblichen Rettungspläne an:
» weiterlesen
Deutschlands geilstes Portal, der Heisetreff? Nicht ganz – aber das kostenlose Anzeigenportal aus dem Haus der c’t wirbt für eine “kostenlose Sex-Community”.
An einem Sonntagnachmittag sieht die Website des
Heisetreffs schon aus wie
Bild.de spät nachts: Erotik-Werbung in Text und Bild prangt am rechten Seitenrand, das Angebot ist eindeutig – so eindeutig wie viele der
Kontaktanzeigen auf der Plattform.
» weiterlesen
Flatternden Banner und sichtverstellende Werbetafeln nerven – trotzdem muss natürlich auch online Geld verdient werden. Ein Vorschlag zur Werbung im Internet.
Vor einiger Zeit zeterte ich
hier an dieser Stelle über die Auswüchse der Klickwährung mit ihren flatternden Bannern und sichtverstellenden Werbetafeln – und ich räsonnierte, weil ich gerade in Schwung kam, weiter unten in den Kommentaren unter anderem auch darüber, ob nicht eine zeitgemäße reflektierte Werbung im Netz MIT individuellen Netzbürgern werben müsse, statt ohne Ansehen der Person bloß IN ausgewählten klickstarken Blogs. Genau das ist jetzt passiert, wie ich
einem Beitrag bei F!XMBR entnehmen konnte. Was aber ist passiert?
» weiterlesen
Mehr Aufmerksamkeit für Bücher – dank YouTube: Mit kurzen Clips werben Verlage im Internet um Leser. Wir zeigen drei Beispiele von Rowohlt und Kiepenheuer & Witsch.
Wort-Werbung für Rowohlt-Buch
Immer mehr Bücher werden auf YouTube beworben! Vorsicht, ein Trend geht um! Wir müssen darüber schreiben und die Videos verlinken! Jaaa! Pünktlich zur Herbstsaison und zur Frankfurter Buchmesse versuchen sich deutsche Verlage wieder an multimedialer Werbung. Die Zielgruppe wird dort abgeholt, wo sie den ganzen Tag abhängt: Im Internet, mit extra produzierten Videos. Der heiße Shit kommt natürlich aus den USA – Wired hat schon vor drei Jahren über die neue Form des Buchmarketings geschrieben. Gleich zu drei Büchern, die ich gerade gekauft habe, gibt es offizielle Buchtrailer auf YouTube – hätte ich es nur vorher gewusst!
» weiterlesen: Videos ansehen
Wehe dem, der noch ohne Popup-Blocker durch das Internet surft: Er wird mit Werbung zugeblinkt und vollgemüllt. Wer hingegen ohne Reklame surft, wird trotzdem als “Klick” gezählt. Damit gerät die Währung ins Wanken.
Wie ist das eigentlich? Wie Hunderttausende anderer Internetnutzer auch, verwende ich längst einen
AdBlocker, scharf gemacht dank einer wohlsortierten und stets aktualisierten Liste mit besonders nervtötenden Anbietern, die dann – von mir unbemerkt – beim Laden schon einen Tritt in den Mors erhalten. So kann ich halbwegs sicher sein, bei meinen Ausflügen ins Netz nicht auf das zu stoßen, was mir grundlegend die Laune verdirbt, was immer nur penetrant nach Aufmerksamkeit geiert und zu diesem Zweck dämlich herumblinkt und wie ein Flummiball über den Monitor springt – und mir dabei doch stets nur die freie Aussicht aufs Internet verstellt.
So dysfunktional nämlich ist unverlangte Werbung – und zwar in jeder Form: Sie vergrault diejenigen, die sie vorgibt, ‘gewinnen’ zu wollen. Aus meiner Perspektive habe ich mich mit meinem Adblocker nur aus berechtigtem Eigeninteresse gegen Unmassen von Info-Müll gewehrt.
» weiterlesen
Angelina Jolie und Brad Pitt zeigen ihre Zwillinge Knox Léon und Vivienne Marcheline – für über 14 Millionen Dollar. Doppelt so viel, wie je für Babyfotos gezahlt wurde.
Den Zuschlag für Amerika bekam People, das mit den exklusiven Fotos ganze 19 Seiten bestreitet: Voller intimier Familienbilder und inklusive Interview. “Die Zwillinge!” wird das ganz in weiß gekleidete Familienglück betitelt. Der sorgfältig ausgeleuchtete Moment voller Nähe – keiner hat Augen für die Kamera, nur für die süßen Kleinen – ist seit heute im Handel, wie Gawker berichtet. Die internationalen Rechte gingen an die britische Hello!. Das Heft mit 17 Seiten “Brangelina Twins” gibt’s seit heute für 2.50 Pfund am Kiosk, schreibt der Guardian. Normalerweise kostet das Heft nur 50 Pence.
Dabei ist das Coverfoto alles andere als aufregend:
» weiterlesen