Thema: Werbung

 

Alle 74 Artikel zum Thema Werbung auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Doppelt Antiquiert:
Warum der klassische Werbeblock keine Zukunft hat

Noch immer steigt die Nutzung des linearen Fernsehens in Deutschland, gleiches gilt für die Ausgaben für TV-Spots. Doch es ist Zeit, vom klassischen Werbeblock Abschied zu nehmen.

Das lineare Fernsehen hat mich schon vor vielen Jahren als treuen Zuschauer verloren. Jetzt schalte ich nur noch bei Live-Übertragungen ein sowie, wenn viele meiner Kontakte bei Twitter & Co parallel über eine gerade ausgestrahlte Sendung debattieren und ich Zeit habe. Einmal davon abgesehen, dass ich Chris Anderson in seiner Aussage zustimme, dass die Verringerung von Fernsehstunden den besten Produktivitätstipp überhaupt darstellt, führt meine Abstinenz vom klassischen Fernsehprogramm auch dazu, dass ich in den seltenen Momenten, in denen ich mich diesem doch hingebe, das mir Dargebotene mit ganz anderen Augen sehe als der durchschnittliche Zuschauer, der lineares TV in Deutschland 225 Minuten täglich konsumiert.

Als ich vor einigen Tagen doch mal wieder vor der Mattscheibe saß und meine volle Aufmerksamkeit einem sechs Minuten andauernden Werbeblock widmete, fiel mir wie Schuppen von den Augen, wie absurd diese Art von auf den Konsumenten ausgerichteter Kommunikation nach dem Gießkannenprinzip im digitalen Zeitalter eigentlich ist. Der Effekt von Verwunderung und Fassungslosigkeit, der sich in mir ausbreitete, war in etwa mit dem vergleichbar, den verspürt, wer vor Jahren zum ausschließlichen Konsum von US-Filmen im Originalton übergegangen ist und zufällig auf einen Streifen in synchronisierter deutscher Fassung stößt. Hatte man sich einst kein bisschen daran gestört, dass die Lippenbewegungen nicht zu den ausgesprochenen Worten passten, und dass drei Hollywood-Schauspieler mit der gleichen Stimme sprechen, erscheint dies nach erfolgreicher Umgewöhnung plötzlich vollkommen abwegig. Genau dieses Gefühl empfand ich, nachdem ich zehn 30-Sekünder über mich ergehen ließ. Von denen maximal einer überhaupt für mich interessant war.

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Hervorhebung gegen Bezahlung:
Facebooks Drahtseilakt
mit gekauften Einträgen

Sowohl Seitenbetreiber als auch Privatpersonen können seit einiger Zeit einzelne Einträge bei Facebook gegen Bezahlung hervorheben. Dadurch gerät der bisher auf Basis von Relevanzkriterien generierte Newsfeed aus dem Gleichgewicht. Ein riskantes Unterfangen.

Seit einigen Monaten häufen sich im Netz die Klagen von Facebook-Seiten-Betreibern, dass trotz Zunahme der Zahl der “Fans” immer weniger Nutzer einzelne Einträge der Fanpage in ihren Newsfeeds zu Gesicht bekommen. Entsprechende Anmerkungen finden sich hier, hier, oder hier. Seitdem der US-Millionär und Investor Mark Cuban vor einigen Tagen androhte, deshalb mit seinen Beteiligungen einen Umzug weg von Facebook anzustreben, erhält das Thema neuerliche Aufmerksamkeit. Zu Recht, zeichnet sich anhand der nicht nachlassenden Kritik an dem Problem doch ein ungelöster Konflikt ab, der Facebook in naher Zukunft noch kräftig Kopfschmerzen bereiten dürfte.

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Facebooks webweites Werbenetzwerk:
Potenzial zur Cashcow

Facebook macht einen weiteren Schritt hin zur Etablierung eines webweiten Werbenetzwerks: Künftig erscheinen personalisierte Anzeigen auf Basis von Daten des sozialen Netzwerks in Apps und mobilen Websites von Drittanbietern . Es könnte die Cashcow entstehen, auf die viele seit Jahren warten.

Facebook sitzt auf einem enormen Datenschatz. 950 Millionen aktive Nutzer geben dem sozialen Netzwerk jeden Monat Einblick in ihre Interessensgebiete und Präferenzen. Dieses Wissen ist prädestiniert dafür, zur Steuerung von Anzeigen eingesetzt zu werden. Männern lassen sich auf diese Weise von Werbung für Binden oder Nagellack verschonen, Sportlern bleibt das Betrachten von Anzeigen für Abnehmkuren erspart, und Vegetarier werden nicht mit den neuesten Sonderangeboten großer Hamburgerketten konfrontiert. Während derartiges Targeting manchen Kritikern der Kommerzialisierung des Netzes aus Prinzip missfällt, profitieren die meisten Anwender aufgrund besser zu ihren Bedürfnissen und Vorlieben passender Anzeigen davon.

Doch obwohl das Social Network aus Kalifornien seine Nutzer so gut kennt, kann es dieses Know-how bisher nur bedingt monetarisieren: Denn Besucher von facebook.com sowie Anwender der mobilen Facebook-Apps reagieren sensibel auf eine Zupflasterung des Bildschirms mit Werbung. Zudem ist ein Angebot, das auf die Kommunikation zwischen Menschen abzielt, nicht automatisch für alle Produkte die ideale Präsentationsplattform, und die Empfänglichkeit der permanent abgelenkten Anwender für Botschaften von Unternehmen variiert. Schon länger lag in der Luft, was der börsennotierte Internetkonzern unternehmen würde, um seinen in Qualität und Quantität im Netz wohl einzigartigen Pool an Nutzerinformationen zu monetarisieren, ohne dabei die Besucher seines eigenen Angebots zu intensiv mit Werbung zu belästigen:

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Vermarktung von Websites:
Facebooks Werbenetzwerk
wird Wirklichkeit

Mit Zynga.com vermarktet Facebook erstmals eine externe Website. Es ist der Beginn eines webweiten Facebook-Werbenetzwerks nach dem Vorbild von Google AdSense.

Facebook muss sich wenig Sorgen darüber machen, dass einige seiner Nutzer seltener auf Facebook.com oder den mobilen Apps vorbeischauen. Als Plattform mit neun Millionen mit ihr verknüpften Apps und Websites rund um den Globus kommen User mittlerweile stetig mit dem Dienst in Berührung, selbst wenn sie ihn schon seit längerer Zeit nicht mehr direkt angesteuert haben. Ein Viertel der meistbesuchten 10.000 Websites weltweit verfügt über eine Facebook-Integration, und bei der Hälfte findet man mindestens ein Link zu dem Social Network. Diese tiefe Verwurzelung mit dem Netz sorgt einerseits für Besorgnis bei Open-Web-Befürwortern und führt zu einem “Single Point of Failure”, macht Facebook aber deutlich weniger anfällig für einen schlagartigen Niedergang, wie ihn MySpace erleben durfte. Solange sich Nutzer über ihre Facebook-Benutzerdaten bei externen Websites einloggen, kann das Unternehmen weiterhin fleißig seine Daten sammeln und diese für eine zielgerichtete Vermarktung einsetzen.

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Werbekunden sollen zur Rechenschaft gezogen werden:
Datenschutz mit Kollateralschaden

Das Verbraucherschutzministerium prüft laut Spiegel Online, inwieweit Werbekunden von Websites, die gegen deutsche Datenschutzgesetze verstoßen, zur Rechenschaft gezogen werden können. Ohne Kollateralschaden ließe sich dies nicht umsetzen.

Nach Verpixelung, digitalem Radiergummi sowie der EU-Cookie-Richtlinie könnte man meinen, noch destruktivere und bürokratischere Eingriffe zur scheinbaren Wahrung eines veralteten und populistischen Datenschutzverständnisses in der digitalen Welt könnten der Politik kaum einfallen. So kann man sich irren!

Nach einem Bericht von Spiegel Online prüft das Verbraucherschutzministerium die Möglichkeit, deutsche Anzeigenkunden für Datenschutzverstöße von ausländischen Internetdiensten (wie z.B. Facebook oder Google) zur Rechenschaft zu ziehen.

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“Promoted Tweets”:
Wie Unternehmen mit
Twitter-Promis werben

Twitter bietet Unternehmen die Möglichkeit, Tweets als Werbung zu schalten und prominent in den Suchergebnissen für einzelne Schlüsselwörter zu platzieren. Clevere Firmen machen sich so die Popularität von bei Twitter vertretenen Prominenten zunutze.

Seit einiger Zeit bietet Twitter Unternehmen die Möglichkeit, ausgewählte Tweets gegen Bezahlung zu so genannten “Promoted Tweets” zu machen. Diese Werbetweets unterliegen den gleichen Bedingungen wie herkömmliche Twitter-Nachrichten, besitzen jedoch den Vorteil, bei der Suche nach für den Tweet gebuchten Stichwörtern oder Hashtags an oberster Position in den Twitter-Suchergebnissen zu erscheinen.

Im Rahmen eines Testlaufs mit dem Twitter-Client Hootsuite können Promoted Tweets auch im Stream einzelner User auftauchen, selbst wenn man dem Absender des Tweets (in der Regel ein Unternehmens-Account) nicht folgt.

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Linkwertig:
HTC, Facebook,
Recht auf Vergessen, Werbung

HTC
Laut der Financial Times plant nun auch HTC einen App Store, auf dem neben Anwendungen auch E-Books und Zeitschriften vertrieben werden sollen.

» HTC to target online app store

 

Facebook
Facebook ermöglicht es jetzt Unternehmen, wild gewachsene Community Pages für sich zu beanspruchen. Laut All Facebook können bis zu fünf Community Pages inkorporiert werden.

» Facebook Now Letting Brands Claim Community Pages

 

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Attention Economy:
Überzeugung zählt,
nicht blosse Aufmerksamkeit

Das Konzept der “attention economy” ist inzwischen einige Dekaden alt. In der Internet-Ökonomie geht es aber mehr um Überzeugungsarbeit als um reine Aufmerksamkeit.

Einkaufszentrum-Aufmerksamkeit ist nicht gleich FB-Aufmerksamkeit (key)

Einkaufszentrum-Aufmerksamkeit ist nicht gleich FB-Aufmerksamkeit (key)

Das Konzept der “attention economy” geht, einfach zusammengefasst, davon aus, dass in unserer modernen Welt mit ihrem konstanten Informationsüberfluss die Aufmerksamkeit der Menschen selber rar geworden ist.

Den wirtschaftlichen Gesetzen der Verknappung folgend wird sie damit zu einem wertvollen Gut. Das führt zum gängigen Denken, dass Aufmerksamkeit sogar verkauft werden kann.

Die übliche Art Aufmerksamkeit zu monetarisieren besteht im Verkauf von Werbefläche. Verlage publizieren Inhalte, welche die Aufmerksamkeit der Menschen wecken, und verkaufen einen Teil dieser Aufmerksamkeit an Werbekunden (Hierzu gibt es einen spannenden Text von Darmesh Shah, welcher den Unterschied zur “Geldbörsen-Ökonomie” erklärt, in der die Leute direkt für ein Produkt bezahlen).

Die Theorie klingt einfach. Nur erklärt sie eben die kommerziell interessanten Formen der Aufmerksamkeit nicht wirklich.

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Nachrichten auf Papier:
In 10 Jahren gibt es keine Tageszeitungen mehr

Werbebudgets verlagern sich Richtung Internet. Damit bricht die Haupt-Einnahmequelle für den Print-Sektor weg. Print wird dadurch mittel- bis langfristig defizitär und ökonomisch nicht mehr tragfähig.

Tageszeitungen

Tageszeitungen

Zugegeben, die Zeitangabe der 10 Jahre in der Überschrift ist eine grobe Schätzung. In den USA könnte es schon zwei, drei Jahre vorher so weit sein. Die ersten regionalen Zeitungen in den USA geben die Papier-Ausgaben bereits auf.

Im deutschsprachigen Raum dürfte es wohl erst in ungefähr 10 bis 15 Jahren so weit sein. So oder so: Nachrichten auf Papier ist ein Auslaufmodell.

Das hat relativ simple, ökonomische Gründe:

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Quatsch ausblenden:
Einfach Artikel lesen

Wenn überall Werbung blinkt und unzählige Links Aufmerksamkeit fordern, wird das Lesen von Texten im Internet zur Qual – das kleine Tool Readability hilft weiter.


Vollkommen willkürliches Beispiel von einer großen deutschen Nachrichtenseite: Ein Interview mit Andy Müller-Maghun vom Chaos Computer Club auf Zeit Online. Der Artikel ist auf drei Seiten aufgeteilt, man braucht die Klicks, will den Leser nicht mit einer ellenlangen Seite verschrecken. Geschenkt. Aber selbst wenn man die Werbung über dem Seitenlogo und neben dem Inhaltsblock wegschneidet, ist die Seite immer noch fast doppelt so hoch wie der eigentliche Artikel. Der im Bild abgedunkelte Bereich verhält sich zum farblich hervorgehobenen Artikel etwa im Verhältnis eins zu zwei.

Das nützliche Beiwerk, Links auf weitere Artikel, Nachrichten seriöser Werbepartner, lenkt aber mitunter vom Lesen des eigentlichen Textes ab. Webdesigner sprechen vom sogenannten “clutter”, vom störenden Wirrwarr. Dagegen hat die Agentur arc90 ein kleines Programm entwickelt. Readabilty entfernt den “clutter” mit einem einfachen Klick. So funktioniert’s: Man speichert das Readability-Lesezeichen, das aus ein wenig JavaScript besteht, besucht eine verkleisterte Website, klickt auf das Lesezeichen – im Hintergrund wird nun die Adresse der Website an den Readability-Server übertragen, der daraufhin dem Browser mitteilt, welche Element der Seite überhaupt angezeigt werden sollen. Das sogenannte “Bookmarklet” funktioniert erstaunlich gut und ist vor allem sehr einfach.

» weiterlesen: Moralische Gewissensbisse