Alle 10 Artikel zum Thema WAZ auf netzwertig.com:
Parteien sollen auf derWesten.de für 25.000 Euro plus Mehrwertsteuer prominente Werbeplätze kaufen – das Wörtchen “Anzeige” kommt in der Präsentation gar nicht erst vor.
Es geht schon los mit der ersten Folie der Präsentation: Die WAZ NewMedia GmbH will Parteien Werbung für die Kommunalwahl verkaufen, passend dazu sitzt eine Frau mit heruntergelassener Unterwäsche auf dem Klo. Kommunalwahlen für den Arsch? Wählen mal so schnell nebenbei, auf dem WC? Was für eine Steilvorlage, “platte sexistische Attitüde”, freut sich Linkspartei in der
taz, “sexistisch und geschmacklos” finden es die Grünen. Mittlerweile lenkt auch derWesten.de-Chefin Katharina Borchert ein und nannte das Bild gegenüber
news.de “total daneben”.
Also alles wieder in Ordnung? Nein. Es kommt noch schlimmer.
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Das geht doch gar nicht – vor allem nicht gut: Die Lokalteile von Westfalenpost und Westfälischen Rundschau für die Region Hagen sollen zusammengelegt werden.
Jedem Menschen gestehen wir einen Set an politischen und sozialen Grundüberzeugungen zu – natürlich auch Journalisten. Diese Überzeugungen wiederum formen das, was wir Persönlichkeit oder Charakter nennen.
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Anonym wurde uns ein offener Brief geschickt. Darin beschreibt offenbar ein freier Journalist seine berufliche und finanzielle Situation. Er gibt zu: Auf die angestellten Kollegen ist er neidisch.
Über unser Kontaktformular erreichte uns am Sonntag folgender offener Brief, der offenbar an Redaktion und Verlag von derWesten.de, dem Internet-Portal der WAZ-Gruppe, gerichtet ist. Das beschriebene Schicksal eines freien Journalisten erscheint uns schlüssig, die beispielhaften Rechnungen nicht besonders unter- oder übertrieben. Ob die Angaben stimmen, ob dahinter tatsächlich eine Person steht – oder ob es sich um eine zugespitzte Verdichtung handelt – können wir nicht nachprüfen. Das Kontaktformular erlaubt uns keinerlei Rückschlüsse auf die Identität des Absenders. Da wir den Brief noch nicht andernorts im Internet gefunden haben, dokumentieren wir ihn hier in voller Länge.
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Soll der Staat den Medien helfen? Eine Stiftung für unabhängigen Journalismus gründen, die aufwendige und kostenintensive Arbeit der dpa unterstützen?
Ein Marktversagen auf dem Zeitungsmarkt könne sich keine Demokratie leisten, schrieb Jürgen Habermas anlässlich des Verkaufs der Süddeutschen Zeitung. Das war vor zwei Jahren, man fürchtete den Einstieg Rendite-hungriger Investoren, der seriöse Journalismus stand auf dem Spiel – und damit die Grundfesten der Demokratie. Dass der Staat die Qualitätspresse schützen und stützen müsse, diese Arena der Öffentlichkeit, das Leitmedium der politischen Kommunikation, stand außer Frage. Übrig blieb für Habermas allein die pragmatische Frage, wie das denn am besten erreicht werden könne.
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Der Berliner Verlag steht offenbar zum Verkauf, Interessenten gibt es auch schon – und was wird aus der Netzeitung? Drei mögliche Szenarien.
Montgomery (M, Keystone)
Geldsorgen bei David Montgomerys Mecom-Gruppe: Um finanzielle Engpässe zu überstehen, soll offenbar der Berliner Verlag verkauft werden. Zwei Interessenten haben sich nach einem Bericht des Branchendienstes
Kress auch schon gefunden. Doch bei den Spekulationen rund um
Berliner Zeitung,
Kurier und
Morgenpost sowie Josef Depenbrock kommt eine Marke bisher entschieden zu kurz: Die von Einsparungen stark angeschlagene
Netzeitung. Deshalb denken wir ein wenig in die Zukunft und präsentieren drei – rein hypothetische – Szenarien:
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Immer mehr Zeitungen und Zeitschriften kämpfen um immer weniger Leser und Anzeigen, das ist längst keine Nachricht mehr. Doch in Indien ist das Gegenteil der Fall – Print-Produkte boomen.
Die Auflage sinkt! Es gibt weniger Anzeigen! Es ist ein Graus! Vielen Zeitungen in Deutschland (und natürlich auch der Schweiz) geht es nicht mehr so phantastisch wie vor einigen Jahren noch. Dieses Internet verdirbt die Jugend, die sich News kostenlos aus dem Netz ziehen. Statt einer großangelegten Qualitätsoffensive ist in den Print-Häusern derzeit auch noch Sparen angesagt, die Wirtschaftskrise macht das Geschäft mit den Anzeigen nicht eben einfach. Bei der WAZ sollen etliche Millionen gespart werden, in dieser Woche wurde weitgehend auf Material der Nachrichtenagentur dpa verzichtet. Zum Ende des Jahres läuft der Vertrag aus, vielleicht geht es ja auch ohne.
Ganz anders sieht es in Indien aus – dort hat die Zeitung noch Zukunft. » weiterlesen
Grausamer November: Immer neue Schreckensmeldungen für die von Anzeigenkrise und Wirtschaftsflaute gebeutelte Journalisten – überall wird eingespart und abgebaut.
Es ist ohnehin keine einfache Zeit für Verlagshäuser: Leser schauen immer öfter online vorbei und zahlen nichts mehr für Nachrichten, Print-Produkte büßen Auflage ein – gleichzeitig lassen sich die großen Redaktionen aus dem Online-Geschäft nicht finanzieren. Auftritt Wirtschaftskrise: Die Folgen der weltweiten Finanz-Turbulenzen treffen die Verlage, es gibt weniger Anzeigen und weniger Geld, für das nächste Jahr wird keine Besserung erwartet, im Gegenteil. Wie ein Katalysator wirkt in dieser Übergangszeit die Finanzkrise.
Deutliche Worte zur Situation der Medienhäuser in Deutschland findet Götz Hamann in der Zeit: “Die alte Welt ist aus den Fugen. Süddeutsche Zeitung und Financial Times Deutschland , Zeitschriften wie stern und Capital – überall wird gespart, gekürzt, gekündigt.” Unsere Übersicht für den November:
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Gruner und Jahr, WAZ-Gruppe, NZZ, Burda: Die Branche spart sich krisenfest, auf der Strecke bleiben Mitarbeiter – und schließlich auch die Leser …
Im Jahr 2008 blieben die Anzeigenerlöse bei allen Zeitungen weit hinter den Erwartungen zurück – und das nicht nur wegen der kommenden Rezession, die erst 2009 voll durchschlagen dürfte. Bei Gruner und Jahr gilt längst ein rigoroser Einstellungstopp, demnächst müssen wohl ganze Titel daran glauben: “Es ist daher notwendig, dass wir in den nächsten Wochen in all unseren Ländern unser Portfolio um jene Titel bereinigen, die keine Aussicht haben, die Krise zu überstehen”,
schreibt Verlagschef Bernd Kundrun. Um sprachlich zwischen den getrennten Welten der Ökonomen und der Geistigen übersetzend auszuhelfen – der Reporter, der ‘bereinigt’ dann auf der Straße stehen wird, der nannte Kundruns ‘Portfolio’ bisher schlicht ’seine Redaktion’.
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Wir machen es uns selbst: Die WAZ-Gruppe plant, künftig ohne den Basisdienst der Nachrichtenagentur dpa auszukommen, berichtet Welt Online.
Tageszeitungen im Umbruch: Der
Christian Science Monitor stellt die tägliche Zeitung ein, setzt auf das Internet und erscheint nur noch einmal wöchentlich als Magazin. Bei der
Basler Zeitung wird
künftig verstärkt auf Qualität gesetzt gespart. Jetzt wurde bekannt, dass die WAZ-Gruppe erwägt, der Nachrichtenagentur dpa zu kündigen.
Harte Einschnitte im Kerngeschäft: Insgesamt 30 Millionen Euro sollen bei Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Westfälische Rundschau Neue Ruhr-/Neue Rhein-Zeitung und Westfalenpost gespart werden. Bis zu 300 der 900 Mitarbeiter könnten vom Stellenabbau betroffen sein, schreibt turi2. Von 48 Seiten schrumpft der tägliche Umfang der Titel auf 32 Seiten – die womöglich künftig ohne den Basisdienst der Deutschen Presse-Agentur gefüllt werden.
» weiterlesen: Regionalzeitung ohne Basisdienst
Der Westen, das Internetportal der WAZ, will künftig Inhalte des WDR anbieten. Private Rundfunk- und Fernsehbetreiber laufen Sturm: RTL will sich sogar an Brüssel wenden.

Regionalriese WAZ (Bild Keystone)
Der WDR, größte ARD-Anstalt und die WAZ-Mediengruppe werden zusammenarbeiten. Dabei geht es um das Internet-Portal Der Westen. Das regional aufgestellte Nachrichtenportal soll nun auch regionale Radio- und Fernsehbeiträge des WDR übernehmen. Die beide Medienhäuser gaben ihre Zusammenarbeit, die vorerst für ein Jahr gilt, am Dienstag in Düsseldorf bekannt. Bisher haben noch nie ein öffentlich-rechtlicher Sender und ein Verlagshauses in Deutschland in dieser Form kooperiert.
Der WDR wolle mit dem Angebot ein neues Publikum erreichen, das bisher noch nicht die Regionalprogramme schaue, sagte WDR-Intendantin Monika Piel. Auch die WAZ will aus der Zusammenarbeit einen Nutzen ziehen: Mit der WDR-Kooperation wolle die WAZ die Qualität ihres Online-Angebotes steigern, sagte Geschäftsführer Bodo Hombach.
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