Alle 4 Artikel zum Thema Verleger auf netzwertig.com:
Der jüngste Apple-Hype hat eine neue Komponente: Eine ganze Branche erhofft sich von einem Gerät die Rettung.
Ich bin seit 20 Jahren Journalist. Ich lebe seit fünf Jahren in San Francisco, und ich habe an fast allen Keynotes und Pressekonferenzen teilgenommen, die Apple in dieser Zeit abgehalten hat.
Ich war jedesmal ein wenig entsetzt.
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Das ständige Geschreibe vom Ende der Zeitung verschreckt doch die Leser, findet Ringier-Chefpublizist Frank A. Meyer. Der Umkehrschluss funktioniert nur leider überhaupt nicht.
Am Vorabend der französischen Revolution führten die Aufklärer einen langen Disput über Freiheit und Notwendigkeit.
Melchior Grimm, der Pariser Korrespondent und große Multiplikator aufgeklärten Denkens, plädierte für die Notwendigkeit: Die Freiheit sei eine zugebenermaßen manchmal recht nützliche Illusion, die sich die Menschen machten. In Wahrheit aber regiere die Notwendigkeit selbst dort, wo sie sich das Gewand der Freiheit hülle, um rascher fortschreiten zu können. Bei allem Anschein von Freiheit seien die Dinge durch die geheimen Strukturen und Gesetze im Innern des Gesellschaftskörpers vorherbestimmt.
An den Streit zwischen Voluntaristen (“Es geschieht, was ich will“) und Deterministen (“Mir geschieht, was ‘es’ will“) fühlte ich mich erinnert, als ich diese Einlassung von Frank A. Meyer im Sonntag las, die Ronnie hier bereits aufgespießt hat:
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Das Geschäftsmodell für Journalismus ist leckgeschlagen: Die Leser wandern ins Netz ab, dort fehlen die Einnahmen. Mit den üblichen Lösungsvorschlägen kann Jeff Jarvis wenig anfangen.
Die unzähligen verzweifelten Vorschläge, wie man Zeitungen oder den Journalismus generell retten könne, wirken auf mich wie angestrengte Versuche, gegen den Strom der Zeit zu schwimmen – sie wollen etwas erzwingen, was im Internet-Zeitalter ganz einfach nicht geschehen wird. Ich ziehe es vor, nach Modellen für einen Journalismus zu suchen, der
mit dem Strom schwimmt. Das heißt, Wege zu finden, wie man Vorteil aus den Gesetzmäßigkeiten der Online-Wirtschaft zieht, statt diese zu bekämpfen. Schauen wir uns doch mal die üblichen Rettungspläne an:
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Egon Erwin Kisch ist die Reporter-Legende schlechthin, lange trug der wichtigste deutsche Journalistenpreis seinen Namen. Er konnte nicht nur schreiben – er konnte auch Geschichten erfinden.

Egon Erwin Kisch und Henri Nannen (Public Domain und Keystone)
Henri Nannen rief den
Egon-Erwin-Kisch-Preis im Jahr 1977 ins Leben, mitten im ‘deutschen Herbst’. Einige Jahre nach Nannens Tod, im Jahr 2005, konnte die deutsche Publizistik dann endlich den Skandal beenden, dass nämlich der wichtigste deutsche Journalistik-Preis von einem allzu sprachversessenen und unverantwortlichen Stern-Verleger auf den Namen eines waschechten Kommunisten und DDR-Apologeten getauft worden war. Der Hofsänger des Neopatriotismus
Matthias Matussek als Träger des Egon-Erwin-Kisch-Preises – das klang für viele Ohren wirklich putzig.
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