Thema: User Generated Content

 

Alle 30 Artikel zum Thema User Generated Content auf netzwertig.com:

Bugmenot.com:
praktisch aber vielleicht nicht für jeden

Auf manch einer populären Website wird man als User zur kostenlosen Registrierung aufgefordert, um Zugang zu allen Bereichen und Funktionen zu erhalten. Einige Onlineausgaben von Tageszeitungen und Magazinen machen das so, aber auch Videoportale und andere Plattformen, die auf User Generated Content setzen. Die Unternehmen versprechen sich davon zusätzliche Nutzerinformationen für Marketingzwecke. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein User eigene Inhalte beisteuert, größer, wenn er sowieso schon registriert ist. » weiterlesen

Das Web 2.0 wird an der Faulheit der Menschen zugrunde gehen

Das ist zumindest die These von Seth Porges in seiner Kolumne für CrunchGear. Porges meint, dass der aktuelle Hype um User Generated Content vorübergehen wird, weil die Menschen eigentlich faul sind. In seinen Augen funktioniert das Prinzip der intensiven Nutzerbeteiligung lediglich in einer Phase, in der es neuartig ist. Noch erscheint es für viele User spannend, alte Bekannte in Social Networks zu finden und als Kontakte hinzuzufügen, Nachrichten bei Social-News-Portalen einzutragen, Wikipedia-Artikel zu bearbeiten oder Blogkommentare zu hinterlassen. Nach Ansicht von Porges wird der Reiz des Neuen aber nachlassen und die Nutzer werden erkennen, dass ihre Zeit eigentlich zu wertvoll ist, um sie mit dem (nicht entlohnten) Erstellen von User Generated Content zu verschwenden. Ohne Millionen von aktiven Nutzern sind die meisten Web-2.0-Dienste nach Porges’ stark geschwächt, wenn nicht komplett nutzlos. » weiterlesen

“Web 2.0 existiert nur im Kopf, dafür aber in vielen”

usergeneratedcontent.gifDas ist mein Lieblingszitat, welches Daniel Verst in seiner Diplomarbeit zum Thema User Generated Content wiedergibt (Es stammt übrigens von Sascha Lobo aus dem Jahr 2006, Verfasser des Buches “Wir nennen es Arbeit”). Gestern erhielten wir eine Mail von Daniel, in der er uns auf seine im August abgelieferte Abschlussarbeit unter dem Titel “Auswirkungen von nutzergenerierten Inhalten – Wie neue Interaktivitätsmöglichkeiten Marktransaktionen ändern” aufmerksam machte. Daniel hat an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Witten/Herdecke studiert und gibt in seiner Arbeit einen sehr umfassenden Einblick in das, was in den letzten Jahren im Netz passiert ist. » weiterlesen

T-Online integriert fünf Web-2.0-Dienste

t-online.gif
Das meistbesuchte deutsche Webportal T-Online erkennt den Nutzen von User Generated Content und integriert mit der Frage-Antwort-Plattform Lycos IQ, dem Social-Bookmarking-Portal Mister Wong, dem Filmempfehlungs-Dienst moviepilot, dem Social-News-Portal Webnews und dem Online-Lexikon Wikipedia fünf Web-2.0-Dienste in das eigene Angebot. Mehr Details haben deutsche-startups.de und blognation Germany. Die Vereinbarung klingt nach einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die T-Online-Nutzer bekommen zusätzliche Leistungen, ohne ihr bevorzugtes Portal verlassen zu müssen. Die fünf Kooperationspartner erhalten einen signifikanten Zuwachs an Reichweite. Mehr davon!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Onlinewerbung:
Nutzerinhalte vs. redaktionelle Umfelder

Das viele Unternehmen nach wie vor skeptisch sind, wenn es um Werbung im Umfeld von User Generated Content (UGC) geht, ist bekannt. Für zu groß halten Werbungtreibende das Risiko, dass Anzeigen neben User-Inhalten erscheinen, die nicht zum Image des Unternehmens bzw. Produkts passen. Eine Studie des Onlinemarketing-Spezialisten Blue Lithium stellt nun fest, dass Banner und andere Werbeformen auf UGC-Seiten schlechtere Klickraten erzielen als auf Nicht-UGC-Seiten. Die Konversionsrate (positive Nutzerreaktion auf die Anzeige im Verhältnis zur Zahl ihrer Einblendungen) von Kampagnen auf redaktionellen Webangeboten ist um 32 Prozent höher als auf Seiten, deren Inhalt von den Anwendern geschaffen wurde. Gleichzeitig gibt Blue Lithium aber zu bedenken, dass Werbung auf Nicht-UGC-Sites erheblich teurer ist. Die Kosten pro Konversion liegen um 58 Prozent über der bei den Webseiten mit nutzergenerierten Inhalten. Auch die Kosten pro Klick sind 30 Prozent höher. » weiterlesen

Zehn Anwendungsmöglichkeiten für Scribd

Scribd

Vor drei Wochen hatte ich Scribd vorgestellt, eine Plattform für das Hochladen, Suchen und Finden von Textdokumenten aller Art. Das Ziel der Scribd-Gründer ist der Aufbau der weltweit größten Dokumentensammlung. Ich hatte angemerkt, dass eine Bibliothek für Texte und Unterlagen aller Art auf die meisten User weniger attraktiv wirkt als beispielsweise ein Videoportal. Doch das heißt nicht, dass der Dienst nur für einen kleinen Nutzerkreis interessant ist, was die folgende Liste über zehn Anwendungsmöglichkeiten für Scribd verdeutlicht.
» weiterlesen

Scribd:
pädagogisch wertvoll und bald in aller Munde

Scribd

Das Web 2.0 muss nicht nur der Unterhaltung und dem Kennen lernen interessanter Menschen dienen. Es eignet sich auch sehr gut zur Sammlung des weltweiten Wissens, wie Wikipedia und Freebase zeigen. Mit Scribd steht nun ein weiterer Dienst mit dem Prädikat “pädagogisch wertvoll” vor dem internationalen Durchbruch. Das bescheidene Ziel der kleinen Firma aus San Francisco: der Aufbau der weltweit größten Sammlung an Dokumenten.

Die Funktionsweise von Scribd ist der populärer Video-Portale sehr ähnlich: Benutzer können beliebige Dokumente wie PDF-, Word-, Excel- oder Powerpoint-Dateien hochladen und mit Tags versehen. Die beliebtesten Dokumente werden auf der Startseite vorgestellt. Das Gesamtarchiv wird kategorisiert und kann durchsucht werden. Jedes Dokument wird mittels Flash direkt im Browser angezeigt und steht außerdem in unterschiedlichen Formaten zum Download bereit. Auch eine automatisch generierte MP3-Version kann heruntergeladen bzw. gestreamt werden. Jedes bei Scribd hochgeladene Dokument wird von allen Suchmaschinen indiziert.

Das klingt praktisch, aber nicht revolutionär? Stimmt. Dokumente sind für die Mehrheit der Internetnutzer weit weniger spannend als Videoclips. Daher hat man sich bei Scribd überlegt, wie man dennoch eine große Nutzerzahl begeistern und zum Mitmachen bewegen kann. Im Gegensatz zu YouTube & Co muss man sich für den Dokument-Upload nicht anmelden. Jeder User kann anonym Dateien hochladen. Und es geht sogar noch einfacher: Scribd bietet eine Funktion namens “Slurping“, mit der ein beliebiges, im Netz befindliches Dokument automatisch importiert wird. Das einzige, was man dafür tun muss, ist in der Adresszeile des Browsers http://www.scribd.com/slurp?url= gefolgt von der kompletten URL des Dokuments einzugeben. In meinen Augen ist DAS der wahre Clou von Scribd, der zu einer rasch wachsende Zahl von verfügbaren Dokumenten führen wird. Wer dabei helfen möchte, muss sich lediglich angewöhnen, beim Surfen gefundene Dokumente nebenbei zu “slurpen”. Kleiner Aufwand und großer Nutzen!

Scribd verließ die Beta-Phase Anfang März. Derzeit sind knapp 30.000 Dokumente online, allerdings erst rund 500 auf Deutsch. Ich bin mir aber sicher, dass diese Zahl in Kürze explodieren wird. Die Idee hinter Scribd ist gut, die Umsetzung in meinen Augen noch besser und die Hürden für nicht angemeldete Nutzer, sich zu beteiligen, extrem niedrig. Wie und ob die drei Scripd-Gründer in Zukunft Geld mit der Seite verdienen möchten, ist bisher nicht ersichtlich. Werbung gibt es momentan keine. Die FAQ beantwortet die Frage, wovon das Team lebt, mit der kurzen Erklärung, einer der Gründer würde manchmal auf öffentlichen Plätzen Saxophon spielen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Der Fall Digg und die Diktatur der Nutzer

Mitmachen ist im Internet zwar schon seit der Entstehung von Mailinglisten, Newsgroups und Foren möglich, doch ein richtiger Massentrend wurde es erst mit dem Web 2.0. Dementsprechend ist das Feld des vom Nutzer generierten Inhalts noch ein relativ unerforschtes. Welche Geschäftsmodelle sich durchsetzen werden, wie die Qualität der durch User erstellten Inhalte zu bewerten ist und welche Nachteile das Mitmach-Web hat, darüber wird derzeit noch viel spekuliert. Seit gestern ist man um eine weitere Erkenntnis reicher: Internetangebote, die stark auf User Generated Content setzen, können sehr leicht außer Kontrolle geraten.

Ein User der weltweit bekanntesten Social-News-Plattform Digg hatte einen Artikel veröffentlicht, dessen Überschrift einen eigentlich geheimen Key zur Entschlüsselung von HD-DVDs enthielt. Digg entschied sich, den Beitrag zu löschen, um rechtlichen Reibereien aus dem Weg zu gehen. Eine Entscheidung mit fatalen Folgen: Andere Digg-Nutzer wurden auf die Löschung aufmerksam und posteten den Bericht erneut oder veröffentlichten Links zu Artikeln, die sich mit der Löschung des Originalbeitrags befassten. Da es in der Natur von Social-News-Plattformen liegt, dass die populärsten Artikel prominent auf der Startseite gefeatured werden, war diese schnell voll mit Meldungen zu dem Vorfall. Berichte auf der Startseite erzielen gleichzeitig die meisten neuen Leser, was die «Zensur bei Digg« in kurzer Zeit zu einer der Top-Nachrichten im Internet machte.

Und der Protest der User zeigte Wirkung: Um dem Spuk ein Ende zu bereiten, entschied sich Digg-Gründer Kevin Rose, den umstrittenen Artikel samt des HD-DVD-Keys wieder bei Digg zu verlinken – zumindest für den Augenblick ein Sieg der Nutzer und eine nachvollziehbare Entscheidung von Kevin Rose, um nicht jedes Wohlwollen der Nutzer zu verlieren. Nun wird sich zeigen, ob Digg mit rechtlichen Schritten der hinter HD-DVD stehenden Unternehmen rechnen muss. Im schlimmsten Fall wird der Dienst mit hohen Schadenersatzforderungen konfrontiert und muss aufgeben, auch wenn das ein eher unwahrscheinliches Szenario ist. Sollte es aber dazu kommen, dann wären die Sieger (User) am Ende die Verlierer und die Diktatur der Nutzer hätte ein erstes Opfer gefunden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Videoportale:
Sie sind unter uns!

Videoportale: Sie sind unter uns!

Welche Einstellung man auch immer zu Videoportalen und all den teilweise belanglosen Clips dort hat – die meisten von uns kommen früher oder später mit ihnen in Berührung. Sei es durch eine Kollegenmail, die einen “witzigen Film” empfiehlt, durch ein in einer Website eingebettetes Video oder auch ganz freiwillig, wenn man vom Clip seiner Lieblingsband nicht genug kriegen kann.

Videoseiten sind eine der entscheidenden Erscheinungen im Web 2.0, sowohl gemessen an den Userzahlen als auch, was deren Verbreitung betrifft. Auch wenn häufig YouTube als Synonym für sämtliche Videoportale verwendet wird, so ist die Mutter aller Videopages schon lange nicht mehr allein im Web. Neben ihr haben sich viele Anbieter etabliert, die dem Original oft in ihrer Funktionsweise und im Aufbau ähneln, sich aber doch in entscheidenden Punkten von YouTube zu differenzieren versuchen.

Neben YouTube zählt Google Video sicher zu den bekanntesten Videosites. Dementsprechend umfangreich ist dort auch das angebotene Filmmaterial. Auch wenn Google seit der sensationellen Akquisition von YouTube im vergangenen Jahr über zwei Portale zum Hochladen und Streamen von Clips verfügt, wurde bisher noch nicht viel unternommen, um die Dienste einander anzugleichen.

Im Gegensatz zu YouTube, wo die maximale Cliplänge für Standard-User 10 Minuten beträgt, ist bei Google Video auch das Hochladen ganzer Filme möglich. Wie lange, dass bleibt angesichts des steigenden Drucks der Filmindustrie auf die Portale allerdings fraglich. Ein weiteres Feature von Google Video ist die Möglichkeit, Clips runterzuladen und mit der externen Software Google Video Player anzuschauen. Damit ist ein Aufrufen des Browsers nicht mehr notwendig.

Wie YouTube wurde auch das Videoportal Grouper 2006 aufgekauft. Sony verleibte sich die Plattform im August für 65 Millionen US-Dollar ein. Verglichen mit seinen größeren Vorbildern ist die Content-Vielfalt bei Grouper erheblich geringer. Grund dafür ist auch eine Klage von Universal Music gegen Grouper, die dazu geführt hat, dass verstärkt Filtertechnologien eingesetzt werden, um urheberrechtlich geschütztes Material aufzuspüren und zu entfernen – genau dieses macht bei YouTube und Google Video nach wie vor einen erheblichen Anteil aus.

Um das Urheberrecht scheint man sich bei Veoh aus San Diego (noch) weniger Gedanken zu machen. Die Nutzer können dort Videos mit beliebiger Länge und in bester Qualität hochladen. Diese werden mittels Peer-to-Peer-Technik gestreamt, entweder im Flash Player auf der Seite oder im externen Veoh Player. In Anbetracht der großen Zahl von aktuellen Filmen und Serien, die bei Veoh zu finden sind, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis zusätzliche Einschränkungen für den Upload eingeführt werden. Doch vermutlich ist dies das Kalkül der Betreiber, denn diese wissen: Filme und Serien sind beliebter als jeder 5-Minuten-Clip und damit das beste Mittel, um sich schnellstmöglich und medienwirksam als Konkurrent von YouTube zu etablieren.

Bei GUBA mit Sitz in San Francisco ist man bereits einige Schritte weiter und bietet neben den üblichen Mini-Clips “Premium Videos” zum kostenpflichtigen Streaming oder Download an, hauptsächliche aktuelle DVDs. Die Video-Sharing-Funktion dient hier wohl nur noch zur Userbindung.

Metacafe, welches mit dem Claim “Serving the world’s best videos” eine Vormachtstellung beansprucht, unterscheidet sich nur wenig von der Masse. Werden die “Featured Videos” bei YouTube teilweise mehr als eine Million Mal betrachtet, so sind es bei Metacafe rund 50.000 bis 100.000 Views. Momentan fällt mir auch kein Grund ein, warum sich an diesem Verhältnis etwas ändern müsste. Auch Gofish wirkt lediglich wie eine blasse Kopie von YouTube und fällt am ehesten durch den seltsamen Namen auf.

Die zwei US-Dienste Revver und Vimeo gehen dagegen eigene Wege. Revver richtet sich besonders an Nachwuchs- oder Hobby-Filmer, die sich mit Ihren Werken etwas dazuverdienen möchten. Die Clips werden von Revver mit Werbespots versehen. Die Erlöse teilen sich Revver und der Uploader. Bei Vimeo setzt man auf die Vorteiler einer lebendigen Community und weniger auf den Gelegenheitsnutzer, der sich in der Mittagspause ein bisschen berieseln lassen möchte. Anders als bei allen anderen Diensten bietet Vimeo auf der Hauptseite keine Möglichkeit, nach Videos zu suchen, sondern nur versteckt auf den Unterseiten. Besucher sollen sich möglichst direkt registrieren und beteiligen. Jeder User darf 250 MB Filmmaterial pro Woche hochladen.

Videoportale müssen allerdings nicht zwangsweise aus den USA kommen. Mit Dailymotion hat sich eine europäische Alternative etabliert. Das in Frankreich gegründete Unternehmen mit Sitz in Paris expandiert zurzeit in verschiedene Länder und hat lokale Sites unter anderem in Deutschland, Italien, Portugal, Schweden und Rumänien gelauncht. In Anbetracht der zumeist altbekannten Funktionen und Usability ist das Differenzierungsmerkmal von Dailymotion zu YouTube & Co damit hauptsächlich die europäische Herkunft.

Das gilt natürlich auch für die drei bedeutenden Videoportale in Deutschland: MyVideo, Clipfish (was hat nur der Fisch mit den Videos zu tun?) und Sevenload. Siehe dazu mein Beitrag Videoportale weiterhin beliebt bei Investoren weiter unten. Spannend wird es, zu sehen, inwieweit die drei deutschen Anbieter auch in anderen Ländern Erfolge erzielen können. Leicht wird das nicht, betrachtet man die große Zahl an sich teilweise sehr ähnlichen, internationalen Video-Communities. Und natürlich haben viele Länder der Welt eigene, nationale Videoportale, die vielleicht auch eines Tages aus den eigenen Grenzen ausbrechen wollen. Allein in Schweden gibt es mit Bubblare, Fejm TV, Video-Klipp und Miloop mindestens vier Videoportale.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Web 2.0 hält Einzug im Gesundheitssektor

Das Schlagwort Web 2.0 hält langsam Einzug in Bereiche, die bisher eher von konservativen und weniger innovativen Onlinestrategien geprägt waren. Darauf macht das schwedische Magazin Internetworld in seiner aktuellen Ausgabe aufmerksam und nennt als Beispiel das Gesundheitswesen, das insbesondere in den USA verstärkt die Vorzüge sozialer Netzwerke und von Nutzern generierter Inhalte erkennt.

Speerspitze dieser Entwicklung ist die Plattform Revolution Health, ein Mammutprojekt des AOL-Gründers Steve Case, welches den Nutzern umfangreiche Informationen über das gesamte Spektrum an Gesundheits- und Krankheitsthemen bieten soll. Neben Ärzten und andere Medizin-Experten sind es vor allem die User selbst, die die Inhalte für die Seite liefern. Die Patienten haben die Möglichkeit, Ärzte in bester eBay-Manier zu bewerten, in Blogs über ihre Erfahrungen mit bestimmten Krankheiten zu schreiben, Profilseiten anzulegen und sich in Foren gegenseitig Ratschläge zu geben.

Revolution Health ist seit Ende Januar im Netz und hat über 300 (!) Angestellte. Die Marschroute ist damit klar: Mit Social Networking, User Generated Content und rund 500 Millionen Dollar aus Steve Cases Privatvermögen im Rücken (!!) will die Site ihrem Namen alle Ehre machen und das US-amerikanische Gesundheitswesen revolutionieren.

In Deutschland stecken ähnliche Angebote noch in den Kinderschuhen oder beschränken sich bisweilen auf eine sehr klassische Form der Userbeteiligung, nämlich das gute alte Forum. Allein bei zwei der größten deutschen Portale zum Austausch über medizinische Themen, med1.de und netdoktor.de, schreiben täglich tausende User in unzähligen Foren über ihre Probleme oder stellen Fragen.

Das Potential für erweiterte Services rund um Nutzerbeteilung ist damit definitiv vorhanden und wird sicherlich in absehbarer Zeit auch genutzt werden. Sinn macht es! Mit dem Öffnen anderer Seitenbereiche für die User abseits der Foren erhält deren Content mehr Relevanz und scheinbare Wichtigkeit und kann außerdem besser in die bestehende Struktur und Rubrizierung eines Webangebotes eingefügt werden. Ob dies aus ärztlicher/medizinischer Sicht erstrebenswert ist, steht auf einem anderen Blatt, aber aufhalten können die Damen und Herren in Weiß diese Entwicklung nicht.

Gute Aussichten also für ein Videoportal zur Dokumentation von körperlichen Beschwerden. Wie da wohl die Tag Cloud aussehen würde?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.