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Über eine Breitband-Drosselung mit Ausnahmen möchte die Telekom die Netzneutralität begraben. So skandalös das Verhalten ist: Es wird Zeit, dass der sich lange abzeichnende Konflikt endlich offen ausgetragen wird.
Eigentlich dachte ich, frecher und ignoranter, als die Presseverlage es beim Leistungsschutzrecht getan haben, könnte man gar nicht gegen die Einzigartigkeit des Internets vorgehen. Doch die Deutsche Telekom beweist, dass es doch geht. Der Telekommunikationskonzern tut einfach so, als könnte er ungehindert die Netzneutralität abschaffen, und strengt sich nicht einmal an, dieses Bestreben in irgendeiner Form zu verbergen. Stattdessen gab Deutschlandchef Niek Jan van Damme kürzlich in einem vielzitierten Interview mit der Welt unverblühmt zu verstehen, dass sich Webdienste durch “Kooperationsmodelle” von der geplanten, ab einem bestimmten monatlichen Datenvolumen greifenden Geschwindigkeitsdrosselung freikaufen können. Genau hiermit verstößt die Telekom gegen das Grundprinzip der Netzneutralität, nach dem Daten grundsätzlich gleichberechtigt übertragen werden. » weiterlesen
Ab dem Sommer können Telekom-Kunden ihren Festnetz-Anschluss für andere Kunden öffnen und dann weltweit WLANs der Hotspot-Community Fon nutzen. Ganz uneigennützig sind die Bonner dabei zwar nicht, die Entscheidung ist jedoch vorbildlich.
Bereits im Januar hatte das “Wall Street Journal” über einen Einstieg der Telekom bei dem offenen WLAN-Provider Fon spekuliert. Die Kooperation, die man nun heute auf der CeBIT in Hannover bestätigt hat, ist überraschend simpel: Telekom-Kunden können anderen Nutzern ihren Breitband-Festnetzanschluss über WLAN zur Verfügung stellen. Als Gegenleistung erhalten sie kostenlos Zugang zu anderen Telekom- und Fon-Hotspots im In- und Ausland. Auch bei den eigenen Töchtern in Griechenland, Bulgarien, Rumänien, der Slowakei und Ungarn startet die Kooperation, womit Hotspots für deutsche Kunde auch dort nutzbar werden. » weiterlesen
Verfechter des Leistungsschutzrechts stören sich daran, dass Google und andere mit fremden Produkten viel Geld verdienen. Das gleiche Argument nutzt Telekom-Chef René Obermann für Forderungen der Netzbetreiber. In beiden Fällen fehlt dieser Behauptung die Substanz.
Die Verlage erstellen die Leistungen, mit denen Google dann Kasse macht – so lautet das Primärargument der Verfechter eines Leistungsschutzrechts. Was als Aussage schmissig klingt, vernachlässigt bekanntlich allerlei entscheidende Fakten. Zum Beispiel, dass zwei- bis dreizeilige Snippets aus Lesersicht wohl kaum als Substitut für den gesamten Artikel ausreichen – zumindest nicht, wenn es um den häufig propagierten Qualitätsjournalismus abseits von schlichten, von Presseagenturen übernommenen Nachrichtentexten geht. Oder auch, dass die Verlage mit dem Traffic der Suchmaschinen und Aggregatoren selbst viel Geld verdienen, indem sie ihn durch Werbeanzeigen oder Bezahlschranken monetarisieren. Ebenfalls ignoriert die Behauptung, dass der entscheidende Dorn im Auge der Verlage – Google News – keine Werbung enthält und keine Umsätze generiert.
Kurzum: Blickt man hinter die Plattitüde, erkennt man, dass sie von innen hohl ist. Doch weil genau solche eigentlich hohlen Behauptungen im ersten Moment besonders knackig klingen und bei Politikern auf offene Ohren stoßen, gehören sie zum Standardrepertoire von Unternehmenslenkern mit politischer Agenda. Was Telekom-Chef René Obermann gerade auf dem Mobile Word Congress von sich gab, erinnert stark an die Rhetorik der Presseverlage – mangelnde Substanz inklusive. Obermann, der sich gerne nahbar und bodenständig gibt, warf der Internetbranche eine “Freifahrtmentalität” vor. Sie würde der Devise folgen “Ihr investiert, wir schöpfen die Gewinne ab”, was auf Dauer nicht tragbar sei. » weiterlesen
Die Telekom erwägt einen Einstieg bei der WLAN-Community Fon. Ziel wäre eine Entlastung der eigenen Mobilfunknetze. Die Herausforderung liegt vor allem in der eigenen Produktbürokratie: Bislang haben die Bonner es nicht geschafft, Festnetz und Mobilfunk in einem Tarif zu vereinen.
Die Idee wird seit einiger Zeit lebhaft diskutiert: Steigende Nutzerzahlen und immer höherer Datentraffic jedes einzelnen überlasten die Mobilfunknetze und erfordern höhere Kapazitäten, als man mittelfristig nachschießen kann. Warum also nicht die Brücke zwischen Festnetz und Mobilfunk schlagen und das oft brach liegende WLAN in die Netzversorgung mit aufnehmen? Damit könnten Mobilfunkkunden unterwegs Daten über die WLANs ihrer Mitmenschen herunterladen, als Ergänzung zum teuren und ausgelasteten Mobilfunknetz. Das plant die Telekom jetzt über einen Einstieg bei der WLAN-Community Fon. Sie könnte damit ein lange aufgeschobenes Problem bearbeiten, was in Deutschland bislang kaum ein Provider zufriedenstellend gelöst hat: Mobilfunk und Festnetz vereinen. » weiterlesen
Die Telekom bietet jetzt auch für Bestandskunden ihrer Mobilfunksparte ein musikalisches Sorglos-Paket an: Die Spotify-Flatrate für unterwegs, ohne Begrenzung des Datenvolumens. Was auf den ersten Blick nur erfreulich scheint, wirft auch kritische Fragen auf.
Welchem Musikfreund gefällt die Vorstellung nicht? Mit dem Smartphone aus dem Haus zu gehen und für 10 Euro im Monat 18 Millionen Songs in der Hosentasche mit dabei zu haben. Keine Downloads, kein Offline-Modus, kein Verbrauch des eigenen, knappen Datenkontingents. Die Telekom macht es möglich: Nachdem im August schon um Neukunden mit dieser Offerte gebuhlt wurde, können nun auch Bestandskunden das Spotify-Sorglos-Angebot zu ihren Verträgen hinzu buchen.
Maximale Freiheit zum Sparpreis – zu Lasten des Wettbewerbs
Der Preis ist heiß: Die 9,99 Euro, die für eine mobile Nutzung des Streaming-Service monatlich zu Buche schlagen, sind in den aktuellen Tarifangeboten des Mobilfunkriesen bereits eingepreist worden. Der Unterschied zum regulären Abonnement: Im Gegensatz zu den Spotify-Bestandskunden, die ihre Verträge direkt über den Musikdienst abgeschlossen haben, ist für Telekomkunden ein unbegrenztes Datenkontingent für den mobilen Musikgenuss speziell und ausschließlich nur für diesen Streaming-Dienst inkludiert worden. Unabhängig vom normalen Datenvolumen, das Kunden des Carriers über deren jeweilige Leistungspakete zur Verfügung steht, wird der Spotify-Traffic getrennt behandelt: Er steht Kunden unlimitiert zur Verfügung. Die Telekom trennt also in diesem Fall den Datenverkehr nach der Nutzungsart. » weiterlesen
Inkubator
Spät aber doch startet auch die Telekom mit dem hub:raum einen Inkubator.
Bei hub:raum finden ambitionierte Gründerteams konkrete Unterstützung durch ein erfahrenes Team und können ihre Geschäftsideen vergleichbar einem Brutkasten weiter entwickeln und mit maximalen Erfolgsaussichten an den Markt bringen.
» hub:raum
Startups
Apropos Startups: auf der Heureka-Konferenz gab Sebastian Siemiatkowski angehenden Startups gute Tipps. Wichtig ist der Arbeitswille und dass man nicht jedem Trend auf TechCrunch folgt. Ein Koch verwendet ja auch nicht in einem Gericht jede mögliche Zutat.
“Würden wir jedem Trend folgen, könnten wir nie etwas von Wert liefern.”
» Arbeit, Arbeit, Arbeit
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Google One Pass
Während Apple das Verhältnis zu seinem Ökosystem verkompliziert startet Google mit One Pass ein alternatives und für Anbieter finanziell deutlich attraktiveres Zahlsystem für digitale Inhalte. Und plötzlich ist Google auch wieder der beste Freund:
Wir wünschen uns, dass sich One Pass baldmöglichst als einheitliche Plattform für ein einfaches Payment sowohl im Web- als auch im mobilen und App-Bereich etablieren kann, um zu einer vollwertigen Alternative zu bestehenden Systemen zu werden”, sagte Springer-Vorstandsmitglied Andreas Wiele.
» Google startet One Pass, ein Zahlsystem für Medieninhalte
Web-Riesen
Der Spiegel hat sich die Effizienz und Effektivität der Geschäftsmodelle von acht “Web-Riesen” angeschaut.
Irgendetwas macht Google da im Moment besser als Facebook: Google nahm 2010 je Nutzer etwa sechsmal so viel ein wie das Soziale Netzwerk.
» So verdienen die Web-Riesen im Netz
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Die Telekom will an digitalen Inhalten verdienen, nicht nur die Leitungen bereitstellen: Auf Videoload gibt’s jetzt auch kostenlose, werbefinanzierte Videos – aber nur für Windows-Nutzer.

BBC-Serie von der Telekom: Gratisecke im Netz (Screenshot)
Filme kommen künftig
nicht mehr auf silbrigen Scheiben – sondern über das Internet:
“Multimedia flutet Telekomnetze”, schreibt die
Financial Times Deutschland dazu und ein anonymer Insider warnt, das Festnetz laufe schon an seiner Lastgrenze. Mehrere Milliarden müsste die Telekom langfristig in die Infrastruktur investieren, um Haushalte mit hochauflösendem Digital-TV zu versorgen. Längst will die Telekom nicht nur Leitungen bereitstellen, sondern auch an den digitalen Inhalten mitverdienen, schnürt Pakete aus Telefon-, Internet- und digitalem Fernsehprogramm. Neueste Idee: Eine Gratisecke beim Video-on-demand-Dienst Videoload.
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“Extra3″ schon wieder mit dem passenden Kommentar zur Telekom-Affäre und schon wieder eine langweilige Google-Nachricht vorne auf unserer Lieblingsseite Rivva.
Erneut ist ein Video im Netz, mit dem die NDR-Satiresendung “Extra3″ die Telekom-Spitzelaffäre kommentiert. Letzte Woche war es noch ein kleiner Werbespot (“Zwei sind am sprechen und wir schreiben mit”), diesmal ist es gleich ein ganzes Lied: “In Bonn, da steht ein Irrenhaus, da gehen die Spitzel ein und aus … Skandal bei der Telekom”. Video nach dem Klick:
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Bei den Spionage-Vorwürfen, die derzeit durch die Presse geistern, versackt mir bei dem folgenden Clip von “Extra 3″ das Lachen zwischen Brust und Mund:
Das Video gibt es auch auf der NDR-Seite.
… großartiger Kommentar. Denn wenn sich nur die Hälfte der Vorwürfe bewahrheiten sollten, die gegen die Deutsche Telekom im Raum stehen, müssten erst noch neue Superlative geschaffen werden, um den Vorgang auf herkömmliche Art und Weise zu kommentieren. Diese Skrupellosigkeit im Umgang mit Managern und Pressevertretern, diese Verachtung des Post- und Fernmeldegesetzes, diesen ungeheuerlichen Vertrauensbruch. (Noch dazu kommt es bei großen Skandalen mit der Zeit, fortschreitenden Ermittlungen und ängstlichen oder mutigen Mitarbeiten mit einem gesteigerten Mitteilungsbedürfnis oft noch schlimmer.)
Hans Leyendecker kommentiert trocken in der Süddeutschen Zeitung:
Den Akteuren ist das Gefühl für Größenordnungen, für die Unterscheidung von Recht und Unrecht abhanden gekommen.
Anders kann man es derzeit kaum machen: Entweder kreischende Satire oder größtmögliche Zurückhaltung in der Wortwahl.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.