Alle 6 Artikel zum Thema Tagesschau auf netzwertig.com:
Als die ARD im Dezember eine kostenlose iPhone-App der Tagesschau ankündigte, war die Entrüstung groß. In Schweden hat das öffentliche-rechtliche Fernsehen gestern eine Gratis-Applikation mit einem Großteil seines Programms veröffentlicht. Proteste von Medien und Politik gab es keine.
SVT Play auf dem iPhone
Was war das für eine Aufregung, die zwischen Weihnachten und Neujahr über Medien- und Politikdeutschland hereinbrach: Die ARD kündigte
eine kostenlose iPhone-Applikation der Tagesschau an, und Medienkonzerne wie die Axel Springer AG, Bundestagsabgeordnete, Staatsminister sowie Verlegerverbände
gingen auf die Barrikaden.
Durch kostenlose Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die über den Zweck der Grundversorgung hinaus gingen, würden die Monetarisierungsversuche der privaten Anbieter gefährdet, so der Tenor. Auch Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung und der Bildung eines marktbeherrschenden Kartells waren zu hören.
All das bei einer Applikation, die nichts anderes tut, als die von jedem Computer aus abrufbaren, verschiedenen Sendungen der Tagesschau auf ein Smartphone-freundliches Format zu bringen!
Dass es auch anders geht, zeigt Schweden. Gestern Abend hat Schwedens öffentlich-rechtlicher Fernsehsender SVT die kostenlose iPhone-Anwendung seines Streaming-Angebots SVT Play veröffentlicht. SVT Play ist quasi Schwedens Pendant zur ZDF Mediathek: Ein Großteil der auf den verschiedenen SVT-Kanälen gezeigten Programme steht dort mit unterschiedlicher Halbwertszeit zum Gratis-Streaming bereit. Neben einer mobilen Site für Smartphones gibt es nun also auch eine eigene Anwendung für das iPhone.
» weiterlesen
Die Öffentlich-Rechtlichen sind bei YouTube – aber wie die meisten Sender und Nachrichtensites lassen sie ihre Videos lieber zu Hause, das “Einbetten” ist abgeschaltet.
Jetzt stellt die ARD also auch Videoclips auf YouTube – zum Beispiel einen Ausschnitt aus der aktuellen Folge von “Dittsche”, dem preisgekrönten Wochenrückblick von Olli Dittrich und Co. aus einem Hamburger Imbiss. Ein paar Minuten, die ebenso in der Mediathek des Ersten zu finden sind. So weit, so gut. Nur mitnehmen lässt sich das Video nicht, man kann es nicht auf der eigenen Website “einbetten”, die typische YouTube-Funktion wurde “auf “Anfrage” abgeschaltet.
YouTube-Videos ohne Mitnahme-Funktion – das ist wie Cola ohne Zucker. Wie Zeitungen mit Nachrichten von gestern. Es fehlt etwas. Es ist Web ohne 2.0.
» weiterlesen
Der Medienwissenschaftler und -journalist Robin Meyer-Lucht dokumentiert in einem Video den Weg einer vom Berlin Institute eingelegten Rechtsaufsichtsbeschwerde gegen die Tagesschau der ARD vom 24. April 2007.
Robin Meyer-Lucht ist kein unbekannter Medienkritiker, wie es viele Blogger sind. Nein, er schreibt für Spiegel Online, für den Perlentaucher, für die Frankfurter Rundschau, für Cicero, für brand eins. Und er ist nicht nur Medienjournalist, sondern auch Medienwissenschaftler. Das Forschungs- und Beratungsinstitut Berlin Institute, dem er vorsteht, hat nun eine audiovisuelle Rechtsaufsichtsbeschwerde gegen die Sendung Tagesschau der ARD eingelegt. Hier das Video (12:40 Minuten, auch auf YouTube, Teil 1, Teil 2):
» weiterlesen
Die “Sat.1 Nachrichten” greifen die heilige Fernsehtante “Tagesschau” an. medienlese.com hat sich die Jungfernsendung angeschaut.

Peter Limbourg: Optisch glaubwürdige Schläfen? (Bild Keystone)
20 Uhr, Tagesschau. Eine Institution. Und an dieser will Sat.1 künftig rütteln. Die “Sat.1 Nachrichten” werden von jetzt 18:30 Uhr auf 20 Uhr verschoben. Wie die “Tagesschau” wird die Informationsleistung des Berliner Privatsenders 15 Minuten in Anspruch nehmen.
Sat.1 nennt zwei Gründe für die News-Offensive: Laut Geschäftsführer Torsten Rossmann sind die Nachrichten um 18:30 Uhr und das folgende Boulevard-Magazin hinderlich für die Quote. Die bis 18 Uhr 30 aufgebauten Marktanteile beim werberelevanten Publikum (9,2 Prozent im Februar) sinken um bis zu zwei Prozent, sobald die Information kommt.
» weiterlesen
Über die Tagesschau-Kritik von Walter van Rossum berichtet heute die Frankfurter Rundschau (Hans-Hermann Kotte: “Diese Suppe soll die Welt sein?”):
“Tagesshow” lautet der Titel des neuen Buches, das auf einem Hörfunk-Feature des Deutschlandfunks beruht und das ähnlich lustig ist wie die “Christiansen”- Schelte.
Und obwohl Chefredakteur Uwe Vorkötter unlängst ankündigte, die Frankfurter Rundschau werde “auch im Netz in eine andere Dimension wachsen”, fehlt leider der Hinweis auf die Internet-Seite des Deutschlandfunks. Im Info-Kasten wird einzig das Buch erwähnt, leider nicht die Radiosendung. Beim Deutschlandfunk gibt es das Hörfunk-Feature als MP3 (41 Minuten) und als Manuskript. Denn was Hans-Hermann Kotte schreibt, klingt interessant:
Und so poltert van Rossum los, kritisiert die “Simulation demokratischer Öffentlichkeit” und “irre Sprachregelungen” im “Premiumbereich der Affirmation”.
Im Tagesschau-Blog poltert Kai Gniffke zurück. “Sollte ich jetzt noch was Inhaltliches zu dem Feature schreiben? Ach was – lesen Sie selbst. Es tut richtig weh.” Dem können wir uns nur anschließen. Van Rossums Polemik hilft, eine Haltung zur “Tagesschau” und ihrer Rolle anzunehmen. Ob man dabei der Kritik ganz oder auch nur in Teilen folgt, ist dabei erstmal egal.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Die Schweizer Gratis-Abendzeitung «heute» hat gestern ein echtes Schätzchen als TV-Tipp ausgegraben: Die Nachrichtensendung «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.

Auch die Begründung kann sich stilistisch sehen lassen:
Ich empfehle allen, die den Überblick bei dieser Informationsflut von heutzutage behalten wollen, die «Tagesschau» anzusehen. Erstens wird über das wichtigste des Tages kompetent, verständlich und vielseitig berichtet und zweitens ist sie attraktiv gestaltet. Ein Fernsehtipp für alle Tage! Heute wird die «Tagesschau» von Béatrice Müller moderiert.
SF, 19.30
Eine wirklich gute Anregung. Leider habe ich das «heute» von gestern erst heute beim Mittagessen gelesen, daher habe ich die Ausgabe gestern Abend verpasst. Weiss jemand, ob sie irgendwann wiederholt wird?
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.