Mehr Style als Life:
Supplements werden zu Frauenzeitschriften
Style und Kochen statt Reportagen und Essays: Haben es sich die als journalistisch hochwertig bekannten Magazin-Supplements im Schoss der Luxusindustrie zu gemütlich gemacht?
Die jeweils gegen Wochenende beiliegenden Magazine der Süddeutschen Zeitung, der Zeit oder des Tages-Anzeigers sind bekannt als Stätten des herausragenden Journalismus. Sie zeichnen sich aus mit Reportagen, die sich über zehn oder zwanzig Seiten erstrecken. Zu Wort kommen Menschen, denen noch nie jemand Gehör schenkte. Erzählt werden Geschichten, die einzigartig sind.
Seit einigen Jahren ist das nur noch teilweise so. Die wöchentlichen Zeitungsbeilagen im deutschsprachigen Raum wandeln sich zu abgehobenen Familien- und Frauenzeitschriften einer irgendwie besseren Klasse: Die Themen drehen sich vorzugsweise um Stil, Mode, Kochen, Frauen, Kinder, Reisen, Trends. Politik? Ja, aber dann nur die menschliche Seite. Gesellschaft? Ja, aber nur, wenn etwas Glamour dran ist. Wissenschaft? Das ist zu trocken, das geht nur aufgepeppt. Investigationen? Einmal alle paar Monate Wallraff reicht.
Wie komme ich auf diese Behauptungen? Nehmen wir doch mal die Ausgaben für das Wochenende des 14./15. März und gucken uns die Themen an.












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