Thema: startups

 

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Wandel in der Berliner Startup-Szene:
Neue Branchenlieblinge setzen auf Substanz statt Vorschusslorbeeren

In der Berliner Startup-Szene läuft die Konsolidierung. Gleichzeitig treten bisher wenig beachtete Anbieter in den Vordergrund, die durch Substanz und Problemlösungsqualitäten punkten.

BerlinAnfang Januar beschrieb ich die Zäsur, vor der aufblühende Berliner Startup-Szene im Jahr 2013 stehen würde. Nach Jahren der Euphorie wächst der Druck auf die Protagonisten der Hauptstadtbranche, die in sie gesteckten, aus dem allgemeinen Hype resultierenden hohen Erwartungen hinsichtlich Nutzerwachstum, wirtschaftlicher Erfolge und des ein oder anderen Exists zu erfüllen. Gerade der Fokus vieler Akteure auf kritische Masse benötigender Apps zieht Fragen zur Nachhaltigkeit und Monetarisierung nach sich, die 2013 beantwortet werden müssen.

Rund viereinhalb Monate nach dem Beitrag lässt sich konstatieren, dass der Sektor tatsächlich in Bewegung gekommen ist und sowohl erste Konsolidierungsanzeichen erkennen lässt als auch einige vielversprechende Anbieter ins Rampenlicht befördert hat, die hinsichtlich ihres wirtschaftlichen Potenzials und ihrer Problemlösungsqualitäten neue, für die Hauptstadt sehr wichtige Akzente setzen. » weiterlesen

Überstrapazierter Begriff:
Rettet den “Serial Entrepreneur”

Schon junge, unerfahrene Gründer bezeichnen sich heute als “Serial Entrepreneurs”. Damit verliert der Begriff seinen einstigen Glanz und seine positiven Assoziationen.

Serial EntrepreneurGestern besuchte ich die Seedcamp Week Berlin, eine Veranstaltung des in London ansässigen Startup-Accelerators Seedcamp. 20 junge Technologiefirmen aus einer Vielzahl europäischer Länder präsentierten in jeweils drei Minuten ihre Geschäftsideen. Die Pitches waren dabei zumeist sehr solide und deutlich besser als das, was man auf manchen rein deutschen Events geboten bekommt. Das hatte sicher auch damit zu tun, dass viele der präsenten Gründer nicht ganz unbeschriebene Bücher waren, was Erfahrungen in der Startup-Welt und im Bereich der Unternehmensgründungen angeht. Mindestens einer stellte sich auch gleich als “Serial Entrepreneur” vor. Ich erinnere mich nicht mehr, wer genau, aber das spielt auch keine Rolle. Entscheidend ist, dass ich in diesem Moment stutzig wurde. Denn das Label “Serienunternehmer” ist zumindest in meine Augen im heutigen Websektor isoliert betrachtet nicht mehr länger eine besondere Auszeichnung. Zu inflationär wird es verwendet, zu wenig sagt es über die tatsächliche Erfahrung einer Person und ihre Qualitäten als Gründer aus. » weiterlesen

Startups zum Erfolg führen:
Die idealen Charaktermerkmale von Gründern

Erfolgreiche Gründer lassen sich nicht alle in die selbe Schublade stecken. Doch es gibt einige Charaktereigenschaften, die Startup-Machern besonders gut zu Gesicht stehen.

FounderIch befand mich zwar selbst noch nie hinter dem Steuer eines Startups, habe jedoch seit Jahren mit einer Vielzahl von jungen sowie erfahrenen Entrepreneuren Kontakt. Schriftlich, per Skype/telefonisch oder im Rahmen persönlicher Treffen. Im Laufe der Zeit lernte ich, welche Charaktereigenschaften ich bei Gründern bevorzuge und als Erfolgsfaktoren ansehe, und welche meine Sympathie und meine Einschätzung des Potenzials negativ beeinflussen. Im Folgenden fasse ich die Persönlichkeitsmerkmale meiner persönlichen “Supergründer” zusammen. Für mich ist der perfekte Entrepreneuer… » weiterlesen

Finanzieller Engpass:
cleap-Macherin AppClouds geht einen ungewöhnlichen Weg

Das Startup AppClouds entwickelt mit cleap einen Dienst zum mobilen Bezahlen. Weil der Abschluss einer geplanten Finanzierungsrunde sich verzögert, werben die Münsteraner öffentlich um Business Angels und institutionelle Investoren. Ein ungewöhnlicher Schritt.

Jeden Monat geht bei einer Reihe von Startups das Licht aus. Häufig unkommentiert und unbemerkt, besonders wenn das jeweilige Unternehmen schon länger auf Sparflamme betrieben wurde oder wie ein Zombie vor sich hinvegetierte. Manchmal greift die Presse das Thema noch auf, gerade dann, wenn die entsprechende Firma per Mail-Newsletter oder Meldung auf der Website über das Ende informiert. In der Regel versuchen Startups aber, die Meldung vom Ende nicht zu sehr an die große Glocke zu hängen.

Zumeist gehen der Pleite gescheiterte Gespräche über Finanzierungsrunden voraus, wovon die Öffentlichkeit jedoch selten etwas erfährt. Das Münsteraner Startup AppClouds wählt nun aber einen ganz anderen Weg und verkündet die aus Sicht des Unternehmens unerfreuliche Nachricht eines finanziellen Engpasses per E-Mail-Newsletter, Blogbeitrag und direkt auf der eigenen Website. AppClouds entwickelt mit cleap einen mobilen Bezahldienst für Smartphones. Im Oktober vergangenen Jahres begann die öffentliche Beta-Phase. Ende Januar entfernten die Westfalen ihre App wieder aus dem AppStore, Google Play Store sowie Windows Marketplace. Ziel war es, auf Basis des gewonnenen Feedbacks im Frühahr 2013 cleap 1.0 offiziell zu lancieren. Doch Verzögerungen bei den Verhandlungen mit einem interessierten Groß-Investor kamen Gründer Torben Simon Meier und seinem Team in die Quere. » weiterlesen

iLiga:
Berliner Fußball-App sorgt für Furore

Vier Jahre lang hat der Gründer des Berliner Startups motain seine überaus erfolgreiche Fußball-App iLiga aus eigenen Mitteln aufgebaut. Mit zehn Millionen Euro Venture Capital soll nun die größte Fußball-Community im digitalen Raum entstehen.

Ich bin kein besonders leidenschaftlicher Fußballfan. Zumindest verspüre ich kein Bedürfnis, mich regelmäßig über die neuesten Ergebnisse und Tabellen zu informieren. Wäre dies anders, hätte es bei netzwertig.com sicher schon früher einen Bericht über iLiga sowie das dahinterstehende Berlliner Startup motain gegeben. Dieses gelang es relativ unbemerkt von allen weniger fußballbegeisterten Beobachtern, einen der größten App-Erfolge der Hauptstadt hinzulegen.

Die von motain entwickelte, im deutschsprachigen Markt iLiga und in anderen Ländern “The Football App” genannte Anwendung bietet kostenlos und in 40 Sprachen Live-Informationen zu über 100 internationalen Fußball-Ligen und Wettbewerben. Dazu gehörigen Liveticker und -ergebnisse, Nachrichten, Videos und allerlei Statistiken. Mehr als zwölf Millionen Mal wurden die für iOS, Android, Windows Phone, Blackberry und Samsung Smartfernseher angebotene Applikation sowie gelegentlich veröffentlichten themenspezifischen Schwester-Apps mittlerweile heruntergeladen. Die Anwendungen der Berliner zählen damit zu den populärsten Fußball-Apps überhaupt. Statistiken von AppAnnie zeigen, dass The Football App beziehungsweise iLiga in den meisten größeren Ländern Europas die Spitzenplätze in der Sport-Sektion von App Store und Play Store belegt. » weiterlesen

Startup-PR:
Warum Interviews meist eine schlechte Idee sind

Manche frisch lancierten Startups präsentieren sich gerne in Interviewform. Doch es gibt gute Gründe dafür, ihnen diesen Wunsch zu verweigern.

interviewGelegentlich kommt es vor, dass vor dem Debüt stehende Startups uns vorschlagen, mit ihren Gründern ein Interview zu führen. Besonders verbreitet ist dies bei Jungfirmen aus den USA, die ihre Internationalisierung vorantreiben und eine Lancierung im deutschsprachigen Markt ins Auge fassen. Nicht selten bietet uns der oder die PR-Verantwortliche eine Interviewmöglichkeit mit den Machern an. Doch meiner Meinung nach gibt es aus Gesichtspunkten der Qualität, des Informationswertes und auch der Leserzufriedenheit nichts Unpassenderes, als die Gründer eines Startups in typischer Interviewform länger als unbedingt notwendig zu Wort kommen zu lassen.

Rund 90 Prozent aller Startups scheitern. In Wahrheit sind es vielleicht 75 Prozent, oder 95 Prozent. Manchmal lässt sich nur schwer erkennen, ob zum Beispiel eine Übernahme als Erfolg oder eher als Misserfolg zu werten ist, etwa bei einer Talentakquisition. Doch in jedem Fall ist das Verhältnis zwischen Tops und Flops eindeutig: Auf einen oder zwei Knaller kommen neun oder acht Unterfangen, die gegen die Wand gefahren werden. Versierte Geldgeber wissen dies und richten ihre Investitionsstrategie daran aus. » weiterlesen

Startups und Early Adopter:
Mailbox ist die Ausnahme von der Regel

Der brillante Launch von Mailbox sowie die schnelle Übernahme durch Dropbox zeigen: In Ausnahmefällen sind Early Adopter für Startups doch Gold wert.

Early AdopterEarly Adopter haben für den dauerhaften Erfolg von Onlinediensten keine große Bedeutung. So lautet eine Weisheit der Internetbranche, die sich in den Folgejahren des Web-2.0-Booms herausgebildet hat. Als zu klein und illoyal gilt diese Gruppe von besonders neugierigen und experimentierfreudigen Nutzern. Sie mögen zwar in den Anfangstagen sofort einen neuen Service erkunden und sich in jede verfügbare Warteliste für Beta-Einladungen eintragen, ziehen aber genauso schnell weiter. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Die jüngste: die von Dropbox übernommene E-Mail-Anwendung für das iPhone, Mailbox. » weiterlesen

Ein-Personen-Startups:
Vorbild für die Verlage

Reeder, Newsblur, Instapaper und Pinboard sind erfolgreiche Ein-Personen-Startups für den modernen, strukturierten Informationskonsum. Verlage sollten genau hinschauen.

Der traditionelle Qualitätsjournalismus hat im digitalen Zeitalter ein Refinanzierungsproblem. Diese Erkenntnis ist schon viele Jahre alt, wirklich gelöst wurde das sich daraus ergebende Dilemma aber nach wie vor nicht. Womöglich gibt es gar keine nachhaltige Lösung, die sich auf dem Fundament bisher existierender Pressestrukturen aufbauen lässt.

Ein Aspekt, der bei der Debatte gerne unter den Tisch fällt, sind die sinkenden Vertriebs- und Verwaltungskosten journalistischer Produkte. Das digitale Pendant zur Zeitung beansprucht letztlich extrem geringe Ressourcen, um zu den Lesern zu gelangen. Der gesamte Overhead, der nicht direkt an der Erstellung der Inhalte beteiligt ist, war für die Produktion von Zeitungen unersetzlich, ist aber für die schlanken Medienplayer der Zukunft nicht mehr in dieser Form notwendig.

Dieser Gedanke mag unbehaglich klingen, erscheint aber unumgänglich, wirft man einen Blick auf vier ganz besondere Startups, die maßgeblich den Medienkonsum von systematisch Informationen beziehenden Netzbürgern gestalten. Vier Startups, die sich dadurch auszeichnen, jeweils von einer einzigen Person betrieben zu werden. Sie heißen Reeder, Newsblur, Instapaper und Pinboard. Einmal von der Produktion der eigentlichen Inhalte abgesehen decken sie nicht alle, aber einen Großteil der Bedürfnisse ab, die der moderne Leser heute hat. Vier Personen. Mehr sind dafür nicht notwendig. » weiterlesen

Galileo berichtet über deutsche Startups:
Die Kraft des Fernsehens

Im ProSieben-Wissensmagazin Galileo wurden die deutschen Startups WorkHub und Nachbarschaftsauto vorgestellt. Die Auswirkungen des plötzlichen Nutzerinteresses waren selbst bei uns massiv zu spüren.

WorkhubEinmal täglich werfe ich einen Blick auf die aktuellen Besucherzahlen. Ausgehend von Shares, Kommentaren und andere Netzreaktionen zu publizierten Artikeln weiß ich meist schon in etwa, welche Dimensionen die Seitenaufrufe haben werden. Doch als ich die Statistik vom gestrigen Montag einsah, war ich erstaunt: Rund 7.000 Unique Visitors mehr als erwartet steuerten gestern netzwertig.com an. Der überraschende Trafficmagnet: Dieser mehr als ein Jahr alte Artikel über das Berliner Startup Workhub. Dank einer Spitzenpositionierung des Textes bei Google kamen gestern Tausende Leser zu uns. Kurze Zeit später wusste ich, wieso: Dem Startup aus der Hauptstadt war es geglückt, im ProSieben-Wissensmagazin Galileo vorgestellt zu werden. » weiterlesen

Scheitern:
Ein wichtiger Beitrag für alle Gründer

Nach fast drei Jahren und diversen Transformationen streicht das österreichische Startup Wappwolf die Segel. In einem ausführlichen Blogbeitrag blickt Gründer Michael Eisler auf die ereignisreiche, von einigen Höhen und vielen Tiefen geprägte Zeit zurück. Alle Web-Entrepreneure sollten ihn gelesen haben.

WappwolfWenn Gründer den Stecker ihrer Startups ziehen, geschieht dies mal mit längeren Abschiedsworten, mal mit einigen spärlichen Sätzen und mal kommentarlos. Einige wenige Entrepreneure mit Projekten, die nicht die erforderlichen Ziele erreichten, schildern mitunter ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in Beiträgen bei einschlägigen Techblogs. Das aber ist eine Seltenheit. Was wirklich ungewöhnlich ist: Unternehmer, die im eigenen Blog ausführlich Stellung zur Schließung ihres “Babys” nehmen und Erfolge, Fehler sowie die einzelnen Entwicklungsstadien ausführlich Revue passieren lassen. In Erinnerung ist einigen vielleicht noch der gelungene Text von 6Wunderkinder-Macher Christian Reber zum vorzeitigen Ende von Wunderkit. Michael Eisler, Gründer des österreichischen Startups Wappwolf, setzt nun mit einem äußerst umfangreichen Beitrag noch einen drauf. Ihm gelang es, mich beim Lesen 15 Minuten lang regelrecht zu fesseln. » weiterlesen