Alle 6 Artikel zum Thema Springer auf netzwertig.com:
Die Axel Springer AG schliesst sich der digitalen Bohème an und verwendet per sofort nur noch Apple-Geräte. Springer wird somit nach eigenen Angaben zum grössten Apple-Firmenkunden in Europa und zum zweitgrössten nach Google weltweit.
Wie der Vorstandsvorsitzende des Springer-Verlags (Bild, Welt), Mathias Döpfner, verkündet, hat die “sehr grundlegende IT-Entscheidung”, alle Desktops, Laptops und mobilen Geräte der Axel Springer AG per sofort auf solche der Firma Apple umzustellen, mit verschiedenen Punkten zu tun. Döpfners Video-Ansprache an alle Mitarbeiter:
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Endlich schreiben für die Springer-Presse: Benjamin von Stuckrad-Barre, Nannen-Preis gekührter Popliterat, wendet sich angeekelt von der taz ab und arbeitet lieber für B.Z. und Welt.
Seit dem Beginn des Jahres leistet sich der Springer-Verlag einen leibhaftigen Großschriftsteller für die wachsenden medialen Hauptstadtansprüche: Den Ahnvater der deutschen Pop-Literatur, Benjamin von Stuckrad-Barre. Die Erwartungen sind beiderseits höchst hochgestimmt:
“DIE WELT freut sich außerordentlich, Benjamin von Stuckrad-Barre als Autor gewonnen zu haben. Er gehört zu einer ganz seltenen, vielleicht auch selten gewordenen Spezies: Er ist ein Flaneur im alten Sinne, doch ohne jede Blasiertheit. Ein Flaneur mit Sinn für die Sensationen des modernen Alltags. Er beobachtet genau, hat einen wunderbaren Sinn für die Aktualität des Entlegenen und die Geschichte hinter der Geschichte”, so Thomas Schmid, Chefredakteur DIE WELT.”
Ein ‘Flaneur im alten Sinne’, dieses Kulturzitat zielt für jeden halbwegs Kundigen natürlich auf Theodor Fontane, auf das Urbild des Flaneurs und Berliner Pflastertreters. So jemanden also hätten jetzt B.Z. und Welt gefunden? – Alle Achtung, bzw. Donnerwetter! Aber trotzdem, “man wandelt nicht ungestraft unter Palmen” (Fontane), unserem Benjamin stieg wohl der würzige Weihrauchduft zu Kopf, was ihm in Cicero zu einigen wüsten Ausfällen gegen ehemalige Arbeitgeber unnötigerweise nötigte:
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Fiese Kommunisten bedrohen unseren Rechtsstaat! Kein Zitat aus der aktuellen Spiegel-Geschichtsstunde, sondern die längst überholte Meinung ewig kalter Krieger.
Einem alten Zirkuspony, heißt es, bringt man keine neuen Tricks mehr bei. So ähnlich ist es auch mit dem ehemaligen Welt-Chef und Springer-Intimus Herbert Kremp, dessen Artikel zum 17. Juni ein schönes Beispiel dafür bildet, wie unangemessen die Weltsicht des Kalten Kriegers in Zeiten der neuen Weltordnung geworden ist.
Herbert Kremp, Jahrgang 1928, kam über die Rheinische Post zu Springer, wo er als Welt-Chef höchste Weihen genoss. Noch immer ist er ein meinungsfreudiger Schreiber, der weiß, wie sich Worte zu Sätzen fügen, der auch zu recht etliche Journalistenpreise erhielt, dessen Argumente aber zunehmend hohl tönen, wie eine Stimme aus einer anderen Welt. So teilt er die politische Landschaft noch immer in böse Sozialisten und gute Demokraten. Das wiederum klingt im Hier und Jetzt, wo wir eher entlang von Djihad, von Klimafolgen oder wahlweise auch Neoliberalismus die Differenzen ziehen, ein wenig nach ‘Historismus‘. Das gilt auch für jenen großen Artikel, den Herbert Kremp in der Berliner Morgenpost aus Anlass des 17. Juni schrieb. Sein Thema: Die Lafontaine’sche Weltverschwörung, die uns am Horizonte mit neu-alter Ungemach sozialistisch dräut:
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Harter Wettbewerb und sinkende Auflagen sind nicht das einzige Problem der Programmzeitschriften: Jugendliche holen sich ihre Infos kostenlos aus dem Internet – und die Sendung gleich mit.
Über 30 Programmzeitschrift liegen in Deutschland am Kiosk – soviel wie in keinem anderen europäischen Land. Jeder Zweite wird von einer Fernsehzeitschrift erreicht, 41,23 Millionen Menschen. Kein anderes Zeitschriftensegment kommt auch nur in die Nähe dieser Reichweite. Kein Wunder, sieht doch jeder rein rechnerisch 211 Minuten Fernsehen am Tag. Die Auswahl ist groß: Über Antenne können durchschnittlich 27 Sender empfangen werden, über Kabel 51 und über Satellit 86. Macht 2064 Stunden Programm an einem Tag. Da braucht es Orientierung. Dankbar greifen die Zuschauer zur unverzichbaren Programmzeitschrift. Wer mit einer Werbekampagne möglichst schnell möglichst viele Deutsche erreichen will, inseriert automatisch in Fernsehzeitschriften. Es könnte alles so schön sein.
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Jetzt auch in der Schweiz: Freie Journalisten sollen dem Axel Springer Verlag schriftlich weitgehende Nutzungsrechte ihrer Werke einräumen – Berufsverbände protestieren.
Für den Axel Springer Verlag in der Schweiz tätige freie Journalisten (Handelszeitung, Bilanz, Beobachter) erhalten dieser Tage die Aufforderung, eine neue Regelung für die weitere Zusammenarbeit zu unterschreiben. Damit sollen die Freien viele ihrer bisherigen Rechte abtreten. So soll der Verlag nach den neuen Regelungen Texte und Fotos beliebig oft verwenden und an beliebige Publikationen weiterverkaufen können.
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Im Springer-Verlag waren sie noch vor kurzem Chefredakteure der Welt und von Bild, Roger Köppel und Kai Diekmann. Während Köppel die Weltwoche gekauft hat, ist Diekmann noch immer Herr über die Inhalte der grössten Boulevardzeitung Deutschlands. Sein Buch “Der grosse Selbstbetrug” war Anlass für ein Gespräch der beiden an der Frankfurter Buchmesse.
Was man der Weltwoche anrechnen muss, ist, dass heute auf Seite 14 im eigenen Blatt dieser Lead steht:
Die Weltwoche ist eine konsequente Blocher-Plattform. Weil bei der Konkurrenz niemand aus dem Mittelmass herausragt, kann Roger Köppel die Themen setzen.
Geschrieben hat den Text mit dem Titel “Monotonie des Chorgesangs” Ex-Sat.1-Boss Roger Schawinski. Er meint auch, auf das Erfolgsrezept dieses Blatts gekommen zu sein:
(…) findet sich in der Weltwoche für jede Mainstream-These eine Gegenthese, die von einem irgendwo aufgestöberten Wissenschaftler vorgetragen wird.
In der Kritik eingebaut ist aber gleichzeitig auch das Lob für Besitzer und Chefredaktor Roger Köppel, den er den “leidenschaftlichsten, unerschrockensten, fleissigsten Journalisten des Landes” nennt, “mit einer fulminanten Schreibe” und einem “beachtlichen, breitgefächerten thematischen Background”. So liest sich der Text des sporadischen Weltwoche-Mitarbeiters schon etwas anders.
Dieser Köppel also redet mit Diekmann. Entstanden ist ein frisches Gespräch («Linke Verständnisfolklore»), dem man sofort abnimmt, dass es genauso geführt wurde.
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