Alle 6 Artikel zum Thema Sportjournalismus auf netzwertig.com:
Eine ARD-Dokumentation will sich mit dem Weltfussballverband FIFA beschäftigen. Da sich aber alle Beteiligten in Schweigen hüllen, steht der Präsident im Zentrum, Sepp Blatter. Neues bietet die Recherche kaum.
Fünf Jahre wurde recherchiert für “Das Schweigen der Quandts“, zwei Jahre für “Die FIFA – Macht und Machenschaften im Weltfußball“. Wir schauten zu und bloggten mit.
22:50: Die Sendung sollte beginnen, doch es laufen die Tagesthemen. Nicht mal die festen Sendeplätze sind feste Sendeplätze.
23:00: Das Wetter. Hochnebel.
23:04: Die Sendung beginnt mit Bildern der Weltmeisterschaft und Sepp Blatter, der meint, dass der Fussball eine bessere Welt schaffen sollte.
23:06: Gemäss Aussage eines Funktionärs hat Sepp Blatter die Weltmeisterschaften erfunden hat. War er denn 1930 schon auf der Welt? (Nein.)
23:07: Ein Gegensatz: Die FIFA wird als prunkvoller Verein präsentiert, Blatter aber präsentiere sich als der “Anwalt der Unterprivilegierten”.
23:08: Jedes Land, egal wie klein, erhält jährlich 250.000 Dollar von der Fifa. Ganz schön viel.
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Erich Vogel, 68, ist neuer Präsident des Schweizer Fussballclubs GC Zürich. Er ist seit 45 Jahren im Fussballgeschäft und hat unter anderem von Sepp Blatter gelernt, wie man mit den Medien umgeht. In einem Interview (Text / Video) mit Roger Schawinski erzählt er davon.
Über Erich Vogel haben wir schon einmal geschrieben hier bei medienlese.com. Und zwar am 18.04.2007, als der Blogger der Weltwoche, Walter de Gregorio, drei Gerüchte in die Welt setzte, die bis zu ihrer offiziellen Bestätigung von den hiesigen Medien ignoriert wurden.
Was man daraus lernen kann? Dass es sich lohnen kann, Weblogs zu lesen. Denn alle drei Gerüchte haben sich mehr oder weniger bewahrheitet. Murat Yakin wurde zwar nicht Trainer, aber immerhin Trainerassistent mit Aussicht auf Erbe (weil die zum Trainer nötigen Diplome noch fehlen). Krassimir Balakow wurde entlassen und Erich Vogel wurde Sportchef (und Vizepräsident), wie angesagt.

(Bild: Screenshot weltwoche.ch)
Mit wem der Weltwoche-Journalist die drei Mojitos und vier Bier getrunken hat, ist noch immer unklar. Dafür konnte Erich Vogel im Interview die nicht immer über alle Zweifel erhabene Nähe zwischen Sportjournalisten und Sportlern beleuchten. So erzählt er von Spielern, die auch nach schlechten Spielen von Journalisten gute Noten erhalten:
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Die ARD merkt, dass die Tour de France auch nach ihrer medienwirksamen moralischen Handlung weitergeht. Die zukünftige Haltung der Öffentlich-Rechtlichen wird zu reden geben.
“In Wahrheit gibt es nur Verlierer” und “die vermasselte Tour”. So wurde die Realität gestern Abend in den Tagesthemen, der Abendinformationssendung der ARD (Video, 29:16 Minuten), beschrieben. Man beklagte sich auch, dass andere deutsche Medien, private, nicht die eigenen Moralvorstellungen teilen. Der Sprecher sagte:
Die Tour, sie geht weiter, auch nach dem Ausstieg von ARD und ZDF. Dass die Bekämpfung von Doping ein mühsames Geschäft ist, wurde heute nur allzu deutlich. Nicht einmal die Medien ziehen an einem Strang.
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Mitten in der Tour de France stoppen ARD und ZDF ihre Berichterstattung. Auf den Kanälen, die man zwangsläufig bezahlt, ist per sofort nichts mehr über das wichtigste Radrennen der Welt zu erfahren. Wer noch nicht schon längst auf Eurosport umgeschaltet hat, wird es jetzt tun. Und vermutlich nie mehr zurückkehren.
Dafür also zahlt man Gebühren: Für die moralische Hoheit der öffentlich-rechtlichen Sender. Mir nichts dir nichts steigen sie wegen einem Fahrer mit erhöhtem Testosterongehalt mitten in einer Etappe aus. Im Live-Ticker der ARD konnte man das so nachlesen:
13:58 Die Verfolgergruppe rückt Burghardt (TMO) auf den Pelz, beide trennen noch 50 Sekunden.
14:03 Liebe Radsportfreunde!
Aus gegebenem Anlass (Fall Patrik Sinkewitz) wird die Berichterstattung von der Tour de France 2007 zunächst ausgesetzt, bis die Vorwürfe gegen Sinkewitz geklärt sind.
Wir danken für Ihr Interesse!
A bientôt, ihr tour.ARD.de-Team
Meine Damen und Herren, es ist Ihnen wahrscheinlich egal, aber: Ich bin verärgert. Verärgert über die Arroganz, die mir, der ich mich als Fan der Tour de France bezeichne, entgegengebracht wird. Ich interessiere mich für die Radsport-Berichterstattung und nicht für die Doping-Berichterstattung.
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Seit einigen Jahren quälen mich die Medien, in dem sie das Thema Doping exzessiv thematisieren. Dabei geht mir irgendwann der Spass am Sport verloren.
Ich kann es nicht mehr hören und lesen. Die von mir seit je her geliebte Tour de France ist auch dieses Jahr ein Schatten ihrer selbst. Jede wie auch immer geartete sportliche Leistung wird von den Medien distanziert betrachtet und medizinisch eingestuft.
Nök Angehrn, stellvertretender Redaktionsleiter der Sendung «Sport live» des Schweizer Fernsehens, erklärt in einem Artikel von Rolf App im St. Galler Tagblatt:
Unsere Kommentatoren sind sensibilisiert und thematisieren Doping mit dem richtigen Mass. Zudem versuchen wir die Euphorie etwas zu zügeln.
Die Medien denken, dass sie besonders kritsch sind, wenn sie täglich über Doping berichten. Mich persönlich langweilt das Thema nur noch. Ich will die sportliche Seite der Tour de France sehen. Und nicht die medizinische oder moralische.
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Der ehemalige Radrennprofi Beat Breu will es noch mal wissen und plant mit bald 50 ein Comeback. Tele Züri bietet ihm und seinem Sponsor H2O3 eine unkritische Plattform.
Dienstag abend um 19:30 Uhr auf dem Zürcher Privat-TV-Sender Tele Züri: Moderator Hugo Bigi empfängt die Schweizer Radlegende Beat Breu (Tour-de-France-Etappensieger auf der Alpe d’Huez sowie zweifacher Sieger der Tour de Suisse – hier das Video des Gesprächs, Dialekt, ca. 25 Minuten).
Beat Breu trägt ein hellblaues Hemd mit einem grossen Logo seines Sponsors H2Ohoch3. Nach der Vorstellung, der Begrüssung und einigen gesundheitlichen Erörterungen kommt das Gespräch auf den Radsport und auf Doping. Beat Breu sagt, ihn ärgere, dass nur immer der Radsport im Dopingverdacht sei. Das läge vor allem daran, dass der Radsport einen schwachen Weltverband habe – die anderen Sportarten würden ihre Dopingsünden besser vertuschen.
Letztes Update am 07.07.2007, 10:15 Uhr
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