Thema: Spiegel Online

 

Alle 17 Artikel zum Thema Spiegel Online auf netzwertig.com:

Amoklauf in Winnenden:
Medien im Twitter-Rausch

Ole Reißmann, 12. März 2009 um 0.42 Uhr , 13 Kommentare Kommentare

Kein exklusives Material, dafür groteske Erwartungen: Die Medien stürzen sich angesichts des tragischen Amoklaufs in Baden-Württemberg auf den Mikroblogging-Service Twitter.

Amoklauf in Winnenden – und sofort absurde, hohe Erwartungen an den Mikroblogging-Service Twitter. “Hat der Dienst auch diesmal etwas beizutragen?”, fragt sich zum Beispiel Matthias Urbach auf taz.de. Aber im Gegensatz zum Flugzeugabsturz auf dem Hudson, bei dem eines der ersten Bilder über Twitpic um die Welt ging, ist über Twitter dieses Mal nicht viel zu holen. Anscheinend haben die Jugendlichen anderes im Kopf, als mobil ins Internet zu gehen und das Grauen in die Welt zu tragen. Zum Glück haben die medienkompetenten Jugendlichen anderes im Kopf.

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Twitter:
Oscar-Nacht mit virtueller Begleitung

Ole Reißmann, 23. Februar 2009 um 3.18 Uhr , 7 Kommentare Kommentare

Die lange Nacht der kurzen Sätze: Jens Schröder, Daniel Haas und etliche andere twittern sich live durch die Oscar-Nacht. Das ist allemal interessanter als ein bloßer Liveticker.

Auf Twitter, diesem unglaublich heißem Internet-Dingens, begleiten unter anderem Daniel Haas für Spiegel Online und der Popkulturjunkie Jens Schröder die Oscar-Nacht. Sie kommentieren und vermelden, was man auf ProSieben auch genau so gut live sehen kann – was eben gerade passiert. An sich könnte das schnell langweilig werden. Aber weil sie eben nicht bloß auf ihrer eigenen Website vor sich hinschreiben, sondern Twitter nutzen, wird es gleich viel interessanter: Denn so lassen sich die Kommentare parallel lesen, lassen sich verschiedene Oscar-Blogger bequem gleichzeitig lesen. Das liest sich dann zum Beispiel so, zur Eröffnung der Zeremonie, im Abstand von einer Minute:

popkulturjunkie Jackman ist groß! Und die Idee mit der Sparkurs-Rezessions-Eröffnungsnummer ist auch super. SPIEGEL_live Hugh Jackmans Eröffnungsnummer: niedliches, selbstironisches Medley über die nominierten Filme im klassischen Musical-Stil.

Warum das jetzt soviel interessanter ist als der Liveticker auf Welt Online?

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Ägypten:
Proteste gegen Blogger-Festnahme

Ole Reißmann, 11. Februar 2009 um 2.52 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Der deutsch-ägyptische Student Philip Rizk ist nach einer Solidaritätsaktion für die Palästinenser in Gaza verhaftet worden. Über das Internet organisiert sich nun weltweiter Protest.

Protestaktion am Samstag in Kairo (Per Bjorklund, cc-Lizenz)
Protestaktion am Samstag in Kairo (Per Bjorklund, cc-Lizenz)

“Wo ist Philip?” steht auf ihren Schildern geschrieben. Philip Rizk ist in der Nacht von Freitag auf Samstag in Kairo festgenommen worden. Der deutsch-ägyptische Student ist ein bekannter Blogger, engagiert sich für die Palästinenser im Gaza-Streifen. Jetzt sammelt sich der Protest – nicht nur, wie bereits am Samstag, in Kairo, sondern auch im Internet. Eine eigene Facebook-Gruppe hat bereits über 5000 Mitglieder, hier informieren die Schwester und Freunde des Verhafteten über aktuelle Ereignisse, organisieren Unterstützer weltweiten Protest.

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Neuer Journalismus:
Offenheit macht verletzlich

Klaus Jarchow, 9. Dezember 2008 um 13.37 Uhr , 22 Kommentare Kommentare

Rau, aber herzlich: Die Leser, einst unbekannte Wesen, kommentieren, mailen, bloggen zurück. Von Journalisten erwarten sie nichts weniger als Antworten.

Als Thomas Knüwer und der Handelsblatt-Kollege Iwersen sich auf Indiskretion Ehrensache in die Wolle kriegten, da “freute” sich keinesfalls die gesamte Blogosphäre, wie es die Süddeutsche mit etwas Häme vermeldete. Bei diesem verbalen Schlagabtausch zweier Journalisten machten die anwesenden Vertreter der Presse, die dort in den Kommentarspalten scharfen Senf fingerdick auf die Wurst schmierten, erstmals konkrete Erfahrungen mit der geheimnisvollen und sagenumwitterten Dialogstruktur des Netzes. Erfahrungen, die allen ihren Kollegen demnächst bevorstehen – zumindest dann, wenn sie auch nach der Printkrise noch im Geschäft sein wollen. Denn wer ins Netz gehen will, der muss auch Netzkultur lernen: When in Rome, do as the Romans do … » weiterlesen

Präsident Obama:
Entscheidende Nacht

Ole Reißmann, 5. November 2008 um 12.05 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

“Obama” – so einfach macht gerade die Website der New York Times auf. Auch auf der druckfrischen Print-Ausgabe, die einem CNN-Reporter in die Livesendung gereicht wird, prangt nur dieser eine Name. Unmittelbar vor 5 Uhr heute Morgen verkündete CNN, dass Barack Obama der 44. Präsident der Vereinigten Staaten wird. Und noch ein anderer Gewinner steht fest: Das Medienportal Meedia kürt das Online-Portal mit der besten Berichterstattung in der Wahlnacht.

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Online-Journalismus:
Voller Überraschungen

Ole Reißmann, 28. Oktober 2008 um 21.44 Uhr , 4 Kommentare Kommentare

Zufälliger Internet-Fund ohne jede Aussagekraft: Manchmal gleicht sich nicht nur die Themenauswahl der großen Nachrichten-Seiten …

Dienstagabend auf sueddeutsche.de und Spiegel Online
Dienstagabend auf sueddeutsche.de und Spiegel Online

… sondern auch das Foto zum Aufmacher. Notorische Pessimisten werfen die Hände über dem Kopf zusammen und klagen über ewig gleichen Agentur-Brei auf allen Kanälen. Stimmt natürlich nicht. Beispiel gefällig? Das Besser-Wisser-Portal news.de schreibt über ein Konzert des unheimlich populären singenden Handyverkäufers Paul Potts in Hamburg:

Während er O Sole Mio und später Caruso vortrug, hatte er die Halle komplett im Griff. Wenn Potts sang, schienen die Menschen den Atem anzuhalten.

… während man auf Spiegel Online zum gleichen Anlass liest:

Keine große Oper für den kleinen Mann. Nur ein paar mittelmäßige Gesangseinlagen, die in der riesigen Halle verpuffen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Foto aus Südossetien:
Bildinterpretation auf gut Glück (Update)

Ronnie Grob, 9. August 2008 um 15.16 Uhr , 8 Kommentare Kommentare

Stern.de und Spiegel Online beschreiben einen Screenshot, den die Agentur AFP verbreitet. Einmal soll es sich um einen Angriff, einmal um eine Rettungsaktion handeln.

Update (siehe Kommentare): Die Bildunterschrift von Stern.de ist allem Anschein nach falsch, die von Spiegel Online richtig! Am Sonntagnachmittag hat Stern.de reagiert und das Bild aus der Galerie entfernt.

Kriegsausbruch in Südossetien, viele neue Bilder kommen über die Agenturen – und die werden von den Online-Portalen abgefüllt in endlose Bildergalerien. Doch bei der Interpretation hapert es manchmal. Angriff oder Hilfeleistung?

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Vermutung:
Daily Maily gibt es gar nicht

Ronnie Grob, 7. Juli 2008 um 11.38 Uhr , 8 Kommentare Kommentare

Jim Morrison, legendärer Sänger der Doors, geistert derzeit durch die Online-Portale. Eine Agenturmeldung behauptet, Bandmitglied Ray Manzarek habe behauptet …

Doors-Sänger Jim Morrison: Vermutlich lebt er auf den Seychellen (Bild Keystone)Kennen Sie die britische Zeitung Daily Maily? Sollten sie aber, denn diese Zeitung ist die Quelle von Spiegel Online und RP Online, die heute darüber berichten, dass Ray Manzarek, Orgelspieler der Doors, gesagt haben soll, Jim Morrison sei gar nicht tot, sondern lebe auf den Seychellen. Suche ich nach der “Daily Maily“, finde ich keine solche Zeitung. Gemeint sein könnte aber die Daily Mail, in deren Sonntagsausgabe ein Artikel von Veronica Blake zu finden ist: Riding through the storm: Doors’ keyboard player Ray Manzarek muses on life after Jim Morrison.

Ist das vielleicht die “Daily Maily”? Zu den Seychellen ist dieser Abschnitt zu lesen:

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Wir haben uns vertan

Ole Reißmann, 25. März 2008 um 10.18 Uhr , 8 Kommentare Kommentare

Wired hat sich grundlegend geirrt – und gibt die falsche Einschätzung heute, mehr als zehn Jahre später, unumwunden zu: “We Were Wrong”. Leider ist so eine transparente und ehrliche Berichterstattung noch die Ausnahme.

Wired was wrong (Screenshot wired.com)
Wired was wrong (Screenshot)

Es war 1997, die Computerfirma Apple stand am Abgrund – da gab Wired, das nerdige amerikanische Technologieheft, der maroden Firma ein paar Tipps mit auf den Weg. Schließlich wussten die Redakteure ganz genau, was eine erfolgreiche Firma im Silicon Valley ausmacht. Gönnerhaft schrieben sie auf, wie Apple in Zukunft Geschäfte machen sollte.

Der zwischenzeitlich geschasste Apple-Gründer Steve Jobs war gerade zurück auf dem Chefsessel. Er tat das genaue Gegenteil von dem, was Wired ihm geraten hatte. Äußerst erfolgreich. Wired lag vollkommen daneben – und kann das Jahre später, anlässlich einer großen Geschichte über den Erfolg von Apple, auch augenzwinkernd zugeben:
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Die Kampagneros vom Spiegel

Klaus Jarchow, 13. März 2008 um 8.34 Uhr , 18 Kommentare Kommentare

Für die Medienmoguln bei Spiegel Online soll der Beck jetzt endlich den Schröder machen. Also schreiben sie sich den ersehnten Abflug herbei. Wie so etwas geht?

Zunächst ist man sich für keine hanebüchene Headline zu schade:

‘SPD stürzt ab – nur noch 20 Prozent’

Kein Mensch weiß zunächst, woher sie solche Zahlen für diese Headline überhaupt bezogen haben. Denn die Fakten lauten selbst beim eingangs erwähnten Zeugen Forsa etwas anders. Was man auch gleich darunter ins Lead schreibt, woraus wir wiederum messerscharf schließen, für wie schlau man bei Spiegel Online die Leser hält:

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