App Economy:
Die Softwarebranche wird zum “Hit-Driven Business”
Deutlich über 100’000 Apps gibt es für das iPhone, gegen 20’000 für Android, und über die Zahl der kleinen, praktischen Web-Applikationen hat sowieso keiner mehr den Überblick. Die Softwarebranche bewegt sich von einem Industrie- zu einem Medienmodell. Und das hat tiefgreifende Konsequenzen.
Als die Automobilindustrie noch jung war, gab es allein in den USA deutlich über 1000 Autohersteller, in Europa etwa eine ähnliche Zahl. Klingt nach viel, aber gemessen an der Anzahl der Betriebe in anderen Branchen — Restaurants beispielsweise — ist das eine ziemlich kompakte Branche. Und heute sind von all diesen Startups natürlich nur eine Handvoll Riesenkonzerne übrig geblieben.Die Autobranche ist der Inbegriff des industriellen Modells: Für die Herstellung von Automobilen sind viel Kapital, technische Expertise und aufwendige Distributionskanäle nötig. Solche Ressourcen stehen nur wenigen Branchenteilnehmern zur Verfügung, und darum neigen industriell geprägte Branchen zu recht starker Konzentration.
Bis vor einigen Jahren war die Software(produkt-)branche recht ähnlich strukturiert. Ein komplexes Softwareprodukt herzustellen und zu vertreiben war eine ausgesprochen teure Angelegenheit. Viele Softwarefirmen benötigten 30 oder 40 Millionen Dollar an Startkapital, um überhaupt nur im Markt Fuss fassen zu können. Danach war meistens weiteres Kapital aus einem Börsengang nötig. Logischerweise war so ein Aufwand nur für relativ wenige Firmen möglich. Die Softwarebranche folgte also lange einem stark industriell geprägten Modell.
Dann aber kam das Internet und mit ihm der fundamentale Wandel, den wir gerade erleben: Die modere Softwarebranche hat mehr mit der Welt von Medien und Entertainment zu tun als mit der Autoindustrie.









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