Alle 32 Artikel zum Thema Social Media auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:
Das Boston-Attentat hat die Diskussion um Qualitätsjournalismus und Social Media neu entflammt. Als Reaktion ist mit Retwact ein Tool entstanden, mit dem man Falschaussagen auf Twitter korrigieren kann. Doch das grundsätzliche Problem lässt sich mit Werkzeugen allein nicht beheben.
Der Tech-Journalist Mat Hohan vom Wired Magazin war einer von vielen Autoren, die ihre übereilten und emotionalen öffentlichen Reaktionen kurz nach dem Boston-Attentat im Nachhinein bereuten: Er hatte einen Tweet von Matthiew Keys verbreitet, in dem ein Student fälschlicherweise als zweiter Attentäter identifiziert wurde. Matthiew Keys war nicht irgendwer, sondern der Deputy Social-Media-Editor der Nachrichten-Agentur Thomson Reuters. Die Betonung liegt auf war, denn Reuters hat Keys am 22. April aufgrund seiner Social-Media-Aktionen gefeuert. Einen Tag später veröffentlichte Honan eine Entschuldigung für seinen übereilten Retweetet auf Wired und mahnte ein neues Feature für Twitter an, mit dem sich Falschaussagen korrigieren lassen.
Twitter ist diesem Wunsch bislang nicht nachgekommen, wohl aber der Software Entwickler Stonly Baptiste, der innerhalb von 48 Stunden das Tool Retwact aufgesetzt hat. Retwact hilft dabei, Twitter-User über eine Korrektur zu benachrichtigen, wenn sie einen falschen Tweet per Retweet verbreitet haben. Dazu findet Retwact von einem Account die letzten fünf Tweets mit Retweets und ermöglicht dem Account-Inhaber, eine Mention mit einem Korrekturhinweis an die letzten 100 Retweeter zu verschicken. Über einen Link in der Mention werden die Empfänger auf eine Landingpage geleitet, auf der der Ursprungs-Tweet mit der Korrektur gegenüberstellt wird. Darüber steht die Bitte, die Korrektur zu verbreiten und so die Desinformation möglichst unschädlich zu machen. Die Idee ist zwar relativ simpel, allerdings wurde der Account zumindest kurzfristig von Twitter suspendiert, da das Versenden von massenhaften gleichlautenden Mentions gegen die Terms of Services von Twitter verstößt. » weiterlesen
Erfolgreiche Menschen sind informierte Menschen, erst recht in der Internetbranche. Doch Nachrichten werden überbewertet.
In den vergangenen anderthalb Wochen befand ich mich auf einem kleinen Roadtrip mit Freunden und versuchte, weitestgehend dem Verhalten zu entsprechen, das man gemeinhin als “Urlaub” bezeichnet: nämlich nicht zu arbeiten. Größtenteils gelang mir dies auch. Die Artikel unter meinem Namen waren vorproduziert, den Blick in das E-Mail-Postfach beschränkte ich auf wenige Minuten täglich und auch dem Konsum meiner RSS-Feeds widmete ich deutlich weniger Zeit als sonst üblich. Ganz wollte ich mich von der Nachrichtenlange innerhalb der Webbranche jedoch nicht abkoppeln. Erstens ist es als Branchenbeobachter meines Erachtens nach essentiell, über die großen und kleinen Ereignisse innerhalb des Sektors informiert zu sein – Wissen, welches man nach der Rückkehr in den Arbeitsalltag für Artikel benötigt – und zweitens macht es auch ganz einfach viel Spaß. Denn wie bei vielen leidenschaftlichen Bloggern, Tech-Journalisten und sonstigen Berichterstattern ist der Blick auf das Netzgeschehen für mich nicht nur Beruf, sondern auch Hobby. Allerdings muss ich gestehen: Lange nicht mehr empfand ich es als so ernüchternd und teilweise langweilig, während meiner kurzen “Auszeit” die Berichte rund um das Treiben innerhalb der Webszene zu lesen. » weiterlesen
Proteststürme in sozialen Netzen sind Alltag geworden, weswegen viele Opfer zunehmend professionell und gelassen darauf reagieren. Es wird Zeit, dass die Kritiker sich dem anschließen.
Es steht an der Tagesordnung, dass Unternehmen, die etwas Umstrittenes tun, in sozialen Netzwerken in die Schusslinie geraten. Sie reagierten darauf bereits mit einer Joboffensive für Social Media Manager; ein Großteil wird deswegen mittlerweile von Netzprofis vor dem Schlimmsten bewahrt. Auch Personen des öffentlichen Lebens trifft es immer wieder, in jüngster Zeit etwa die Politikerin Claudia Roth und die Fußballer Rafael van der Vaart und Nils Petersen. Politiker und Profisportler sind Medienprofis und reagieren wie immer mehr Normalsterbliche zunehmend gelassen und zuvorkommend auf Kritik. Warum können sich dann nicht auch die Kritiker etwas zurücknehmen?
Fußball-Kommentator Bela Rethy wurde jüngst nach Kommentaren bei einem Fußballspiel von einigen unbedachten Twitterern Alkoholismus vorgeworfen. Van der Vaart erhielt auf seiner Facebook-Seite persönliche Beschimpfungen, als bekannt wurde, dass er nach der Trennung von seiner Frau ein Verhältnis mit deren bester Freundin eingegangen war. Die teils sehr persönlichen Kommentare reichten von “Geschmackloser, as… Holländer!” bis “Schämen solltest du dich, du bist so dermaßen krank”. Es gibt aber auch erste Anzeichen, dass viele Kritiken an Schärfe nachgelassen haben, wie das Beispiel des Fußballers Nils Petersen zeigt.
» weiterlesen
In Onlineredaktionen aller Größen sind die Ressourcen oft knapp, was Prioritätensetzungen erforderlich macht. Wie bei der Frage, wie viel Zeit in die Interaktion in sozialen Medien investiert werden soll.
Die perfekte Redaktion eines Onlineverlags sieht in etwa so aus: Unzählige hochmotivierte Autoren, Multimedia-Experten, Designer und auch journalistisch beschlagene Programmierer arbeiten ohne überdurchschnittlichen Quotendruck Seite an Seite mit einem personell gut ausgestattete Community-Management- und Social-Media-Team. Letzteres widmet sich der Moderation von Kommentardiskussionen, bespielt Twitter, Facebook, Google+, YouTube, Instagram und andere Kanäle mit Content rund um die produzierten Inhalte, interagiert mit Lesern und sorgt dafür, dass ihre Vorschläge, Hinweise und Kritikpunkte in effizienter Form die Verantwortlichen innerhalb der Redaktion erreichen.
Doch traditionell begrenzte Ressourcen haben zur Folge, dass in den meisten Ländern nur eine Handvoll Redaktionen überhaupt in die Nähe eines solchen Traumzustands kommt. Für die Mehrzahl – von Fachblogs über spezialisierte Nachrichtenportale bis hin zu inhaltlich breiter aufgestellten Verlagen – gilt es deshalb, bei der Aufgabenverteilung Prioritäten zu setzen. Mittlerweile vertrete ich diesbezüglich mehr denn je den Standpunkt: Sind die Mittel knapp, ziehe ich sowohl als Redakteur als auch Konsument grundsätzlich das Produzieren von qualitativem journalistischen Content dem fleißigen Community Management vor. » weiterlesen
Social Media
GobalWebIndex hat die eigenen Daten zur Benutzung sozialer Plattformen aktualisiert, bestehende Trends – immer mehr Menschen benutzen immer weniger Plattformen, Verluste bei lokalen Platzhirschen, … – setzten sich fort. Google+ erreicht mittlerweile 25% aller User und dürfte damit zumindest die erfolgreichste Geisterstadt sein.
» Decline of Local Social Media Platforms
Papst
Apropos Social Media: Auch der Vatikan erkennt den Wert sozialer Netzwerke für die eigene Kommunikation.
» Social Networks: new spaces for evangelisation
» weiterlesen
Xing
Xing erwirbt die Wiener Arbeitgeberbewertungsplattform kununu.
» Xing übernimmt kununu
-
Internet of Drones
Nach dem Internet der Dinge ist nun das Internet der Drone das nächste große Ding.
» The next BIG thing » weiterlesen
Mehrfach gerieten in diesem Jahr bekannte Köpfe aus der Internet- und Technologiewelt mit dem Gesetz in Konflikt. Twitter und Blogs erlauben ihnen einen direkten Dialog mit der Öffentlichkeit.
Auch Menschen, die im öffentlichen Rampenlicht stehen, leisten sich mitunter irgendwann im Leben einen kleinen oder großen Fehltritt und kommen mit dem Gesetz in Konflikt. Uns tangiert das in der Regel wenig – es sei denn, es handelt sich um einen bekannteren Akteur aus der Internet- und Technologiewirtschaft. In den letzten Monaten gab es einige derartige Fälle. Das Besondere daran: Dank sozialer Medien besitzen die Beschuldigten eigene, direkte Kommunikationskanäle, um zu Sachverhalten Stellung zu nehmen. Ein Blick auf die Twitter-Konten oder Blogs der jeweiligen Person hat immer etwas Surreales, fast schon Mystisches. Und er liefert teilweise ganz andere Perspektiven, als sie in den Medien zu vernehmen sind.
» weiterlesen
Facebook
Facebook hat in einigen Märkten eine Version des Messengers lanciert, die ohne Facebook-Account benutzt werden kann.
» Facebook opens up Messenger app to non-Facebook users
Social Media
Nielsen hat einen – durchaus hübschen – Social Media Report für 2012 veröffentlicht.
» Social Media Report 2012
» weiterlesen
Das Berliner Startup tazaldoo hat mit Tame ein Analyse- und Recherche-Werkzeug für Twitter entwickelt, das Journalisten, Social Media Managern und Nachrichteninteressierten dabei helfen soll, Tweets und ihre Bedeutung besser und schneller einordnen zu können.
Twitter ist trotz aller Kritik der unangefochtene Champion im Social Web, was die Verbreitung von Nachrichten, Eilmeldungen und Augenzeugenberichten angeht. Für Journalisten, Blogger, PR-Profis, Marketingleute, Social Media Manager und alle anderen am Nachrichtengeschehen interessierten Personen heißt dies, dass sie bei einem regelmäßigen Blick auf ihre Zeitleiste frühzeitig über Neuigkeiten aus der Welt sowie ihren besonderen Interessensgebieten erfahren, und dass sie mittels der Twitter-Suche und ihres Netzwerks nach zusätzlichen Informationen zu aktuellen Geschehnissen recherchieren können. Das junge Berliner Startup tazaldoo hat sich auf die Fahne geschrieben, Werkzeuge zu entwickeln, die sämtlichen “Informationworkern” dabei helfen sollen, effizient und effektiv die Flut an Tweets auf wichtige Meldungen und sie verbreitende Anwender zu durchforsten.
Der erste Dienst der Hauptstädter heißt Tame und wurde in diesen Tagen in der offenen Beta-Phase lanciert. Die drei tazaldoo-Gründer Arno Dirlam, Frederik Fischer und Torsten Müller bezeichnen das Tool als “Kontext-Suchmaschine für Twitter”. Der Service soll alle dejenigen ansprechen, denen eine Recherche nach bestimmten Schlüsselwörtern bei search.twitter.com zu allgemein und wenig zielführend erscheint, und die sich eine Einordnung und Relevanzbewertung der gefundenen Inhalte wünschen.
» weiterlesen
Globale Konsumgüterhersteller zeigen sich experimentierfreudig, was die Zielgruppenansprache im digitalen Zeitalter angeht – und schlüpfen dabei in die Rolle von Medien. Die Vorstellung, ein Markenartikler könnte ein journalistisch arbeitendes Onlineangebot betreiben, ist dabei nicht abwegig.
Stellen wir uns vor, ein politisches, gesellschaftliches oder anderweitig nachrichtenrelevantes Ereignis von globaler Bedeutung sorgt für Rekordzugriffe auf führende Nachrichtensites und für bisher nie dagewesene Mengen an Retweets und Empfehlungen bei Facebook. Reporter in Newsrooms rund um den Globus machen Überstunden, um den Informationsbedarf der Menschen zu befriedigen. Ein solcher Newsroom, in dem besonders viele Redakteure an Artikeln zum Thema feilen, Interviews führen und Social-Media-Inhalte rund um das Ereignis kuratieren, fällt in einem entscheidenden Punkt aus der Reihe: Er und seine in ihm tätigen Journalisten gehören nicht zu einem klassischen Verlag, sondern zu einem Konsumgüterhersteller wie Coca Cola, Pepsi, Unilever oder Procter & Gamble. Was unvorstellbar klingen mag, könnte schon bald Realität werden. » weiterlesen