Schweizer Startups fehlen die Spezialisten. Die restriktive Arbeitsmarktpolitik verschärft dieses Problem unnötig.
Vier Arbeitsplätze weniger in der Schweiz: das ist das Fazit von connex.io angesichts der Kontingente für ausländische Arbeitskräfte. Marcus Kuhn und Ata Hezretkuliyev hätten gerne ihr Startup-Team komplett in Zürich aufgebaut, nachdem sie Anfangs 2010 die Idee zu connex.io hatten. Doch Marcus gelang es nicht, seinen turkmenischen Mitgründer in die Schweiz zu holen. Die nötige Arbeitsbewilligung zu bekommen war nicht realistisch.
Diese Erfährung zeigt, wie motivierten Unternehmern mit der aktuellen Drittstaatenregelung der Start erschwert wird. Diese sorgt laut Marcus dafür, dass es für Startups quasi unmöglich ist, Leute aus nicht-EU-Ländern in die Schweiz zu bringen. So entschlossen er und Ata sich, gleich komplett auf ein virtuelles Team zu setzen. Ata wechselte zuerst nach Dubai, und bald in die Ukraine. In beiden Ländern waren die behördlichen Hürden kleiner als hierzulande. Nun bauen die Gründer ihre Entwicklung im Ausland auf; mit den genannten Folgen für den hiesigen Standort.
Heute öffnet Spotify seine Tore in der Schweiz. Wir haben die Details zur helvetischen Version und konnten sie uns vorab anschauen.
«Endlich!» wird sich heute manch ein Schweizer Musikfan denken, «Spotify ist da. Nicht nur auf meinem Desktop, sondern auch auf meinem Smartphone und Tablet.» Spotify, der bekannte schwedische Onlinemusikanbieter, steigt in den Schweizer Markt ein.
Auch wenn Jonathan Forster, Spotifys General Manager Europe, bei einem Pressebriefing am 10. November in Zürich betonte, es gebe genug Platz für alle in dieser Branche, dürften sich direkte Konkurrenten wie simfy (i.e. Neulinge, die Musik für eine Flatrate à discretion anbieten), aber auch etablierte Player wie iTunes nicht nur freuen.
Eine gute Nachtricht ist dieser Launch natürlich für Musikfans und zwar nicht nur in der Schweiz: Der Eintritt in einen neuen national begrenzten Markt ist ein Silberstreifen am Horizont für all jene, die auch weiterhin auf eine Alternative zu den illegalen Tauschbörsen warten, aber nicht bei Amazon oder iTunes einkaufen wollen. Spotify macht klar, dass die Expansion schnell vorangetrieben werden soll und startet heute zeitgleich auch in Belgien.
Erwartungsgemäss kommunikativ zeigten sich die Spotifyvertreter bei Fragen zum Geschäftsmodell. Wie in den restlichen Märkten werden in der Schweiz drei Varianten angeboten:
Spotify hat sich mit der Schweizer Verwertungsgesellschaft SUISA auf einen Lizenzvertrag geeinigt.
Über keinen nicht für den Großteil der Leserschaft von netzwertig.com verfügbaren Service berichten wir so oft wie über Spotify (sorry dafür). Der elegante On-Demand-Dienst für Musik, der seit neuestem gemeinsame Sache mit Facebook macht, lässt Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit Jahren zappeln, weil er sich bisher mit den nationalen Verwertungsgesellschaften nicht auf Lizenzverträge einigen konnte.
Glücklicherweise müssen wir zukünftig bei Artikeln über das mit reichlich Risikokapital ausgestattete, mittlerweile 400 Mitarbeiter beschäftigende Jungunternehmen aus Schweden nicht mehr ganz so sehr ein schlechtes Gewissen haben: Spotify hat sich mit der schweizerischen Verwertungsgesellschaft SUISA über die zu zahlenden Urheberrechtsabgaben für von Nutzern gestreamte Songs geeinigt (via PCtipp.ch, hier die Pressemeldung).
Groupon verlegt seinen Firmensitz in die Schweiz – der Druck auf die Wettbewerber steigt.
Groupon ist eines dieser Unternehmen, die zwar jung sind und denen noch Startup-Spirit anhängt, die aber grössen- und wertmässig den Gründerzeiten so sehr entwachsen sind dass der Vergleich sich erübrigt. Vor uns haben wir vielmehr einen Milliardenkonzern, was Umsatz und die Erwartung zum bevorstehenden Börsengang angeht.
Der jüngste Indikator dafür ist die Finanzpolitik: Groupon zieht laut einem Bericht der Bilanz in die Schweiz um. Wenn eine Firma aus steuertechnischen Gründen seinen Sitz verlegt, kann man wohl getrost davon ausgehen, dass man es mit einem gestandenen Unternehmen zu tun hat.
Zoll, Gebühren, Währungskrise: Exportorientierte E-Commerce-Startups aus der Schweiz haben es dieser Tage nicht leicht. mySwissChocolate-Gründer Sven Beichler gibt einen Einblick in die Alltagsschwierigkeiten.
Hätten wir bei unseren ersten Ideen zu mySwissChocolate bereits um die Widrigkeiten des Schweizer Exportgeschäfts gewusst, wir hätten die Idee vielleicht gar nicht weiter verfolgt.
Zusammengenommen schaffen Schweizer Exportrestriktionen und die momentanen Währungsturbulenzen keine einfachen Bedingungen für exportorientierte Startups. Bei nahezu 40 Prozent Exportanteil (je nach Saison sogar gegen 50 Prozent) weht uns in dieser Zeit ein kalter Wind entgegen.
Die Schweiz hat bekanntlich das „Privileg“, eine Zollgrenze zum Rest der Welt betreiben zu müssen/dürfen. Damit müssen alle Güter verzollt werden.
Ringier stellt die Gratiszeitung Cash ein – drei Jahre früher als geplant. Die Schweizer Wirtschaftszeitung erscheint künftig nur noch digital. 23 Mitarbeiter müssen gehen.
Es war sowieso vorgesehen: Cash, die tägliche kostenlose Schweizer Wirtschaftszeitung, verzichtet künftig auf Papier und wird zur reinen Online-Marke. Angesichts der Anzeigenkrise beschloss der Ringier-Aufsichtsrat am Dienstag das Aus der Gratiszeitung noch für Ende dieser Woche – drei Jahre früher als geplant. So konsequent der Schritt ins Netz ist, so bitter ist er auch für 23 Mitarbeiter, 16 in der Redaktion und 7 im Verlag: Sie verlieren durch die Umstellung ihren Job. Der Schweizer Journalistenverband impressum protestiert:
Ein Deutscher macht eine satirische Website und lässt damit die politische Schweiz tanzen. Mit dabei sind Tamedias Online-Portale – das Fernsehen kapituliert vor der “Kampfzone Internet”.
Wenn es in der Deutschschweiz online um Boulevard geht, dann hat Tamedia schon längst das Heft in der Hand. Tagesanzeiger.ch und 20min.ch bauschen täglich irgendwelche irrelevanten Storys gross auf – und handeln damit so, wie es kürzlich noch bei Bloggern kritisiert wurde.
Skandal! Sensation! Un-glaub-lich: Es schneit! Nie dagewesenes Wetterphänomen schockiert Schweizer Medien. medienlese.com bibbert und friert im Internet.
Oh Wunder: Es schneit
Es ist kaum zu glauben. Was die Wetterdienste gestern angekündigt haben, nämlich Schneefall in der Schweiz, ist tatsächlich eingetreten. Und das in einem Land, in dem es ungefähr jeden Winter schneit. Natürlich war das vorhersehbare Alltagsereignis darum auch Thema in ALLEN bekannten Online-Portalen. Nicht nur Thema, sondern Aufmacher, also wichtigste Meldung.
Die Enttäuschung ist gross. Oliver Geyer, der doch von Tom Kummer, so lasen wir das, bei Bruce Willis und bei Gwyneth Paltrow eingeführt wurde, war gar nicht in Los Angeles, sondern zuhause.
Es sieht fast so aus, als wäre ich auf was reingefallen. Einer gefälschten Story aufgesessen. Geschrieben habe ich nämlich im Dummy-Test diesen Absatz darüber. Er wird als “anerkennend” ausgelegt:
Ein Schweizer Spieler verletzt sich bei der Euro 2008 am Knie – das Staatsfernsehen mischt Szenen aus dem Spiel mit der darauf folgenden Medienkonferenz zu einem Taumel der Gefühle.
Klaviermusik, Zeitlupe, Schwarzweissbilder … und Action:
Es passierte im Eröffnungsspiel, kurz vor der Halbzeit. Ein Zweikampf im Mittelfeld und der fast einzige Schweizer Spieler mit internationaler Klasse und Siegeswillen, Alex Frei, lag am Boden. Seiner Reaktion an war zu entnehmen, dass etwas unrettbar kaputt war und als er unter Tränen den Platz verliess, war allen klar, dass die Schweizer Fussballer, wenn nicht noch ein Wunder geschieht, ihre eigene Europameisterschaft “aller Voraussicht nach am 15. Juni, nach den drei Vorrundenspielen“, so prophezeite es die nüchterne NZZ, beenden werden. » weiterlesen
Die zwei deutschen Onlinedienste Reposito und garanbo erlauben es Verbrauchern, Kassenzettel und Garantieunterlagen in eingescannter Form online zu verwalten. Jetzt verraten beide Zahlen. » weiterlesen