Alle 2 Artikel zum Thema Schwarmintelligenz auf netzwertig.com:
Große Hoffnungen stecken in Aggregatoren, die Nachrichten auf Basis der Nutzerreaktionen im Social Web zusammenstellen. Doch nicht immer ist der “digitale Schwarm” ein verlässlicher Qualitätsindikator für Onlineinhalte.
Twitter sieht sich mittlerweile selbst als Nachrichtenmedium. Facebook bezeichnet sich zwar als Social Network, aber angesichts von über 500 Millionen Nutzern werden auch dort fleißig Links zu aktuellen Artikeln verbreitet – der Dienst zählt mittlerweile zu den wichtigsten Trafficlieferanten für viele etablierte Nachrichtensites.
Angesichts dieser Entwicklung wird allgemein davon ausgegangen, dass die Nachrichten- und Inhaltedistribution in Zukunft deutlich stärker von den Anwendern selbst betrieben wird, die sich gegenseitig über Twitter, Facebook und andere Social-Web-Kanäle lesenswerte Texte empfehlen. Je größer die Zahl von Anwendern ist, die sich tatsächlich in die Rolle der Mittler begeben, desto attraktiver und nützlicher erscheinen Lösungen, die aus den unzähligen Tweets und Status Updates die populärsten, wichtigsten und relevantesten Inhalte filtern und auf durchdachte Art und Weise aggregieren.
Die Hoffnungen, die auf Social-News-Diensten ruhen, sind groß. Erst gestern wurde bekannt, dass drei US-Zeitungen zwölf Millionen Dollar in einen neuen Nachrichtenaggregator mit Namen Ongo investieren wollen, der mit Google News konkurrieren und einen Schwerpunkt auf über Twitter und Facebook verbreitete Links haben soll. Auch Flipboard, die vor zwei Monaten gelaunchte iPad-Applikation, die aus Social-Web-Streams ein interaktives Magazin macht, steht für den neuen Hype der nutzergenerierten Nachrichtendistribution. » weiterlesen
Das Wall Street Journal veröffentlichte heute früh einen recht gehaltlosen Artikel rund um die angebliche Weitergabe von Nutzerdaten sozialer Netzwerke an Werbekunden. Das hinderte die Story nicht daran, ein viraler Hit bei Twitter zu werden.
Schwarmintelligenz hat nicht nur seine Vorteile. Zu dieser Erkenntnis kam ich heute Morgen, als in meinem Twitter-Stream immer und immer wieder der gleiche Link auftauchte:
Die “Enthüllungsstory” des Wall Street Journal darüber, wie MySpace, Facebook, Twitter und andere Social Networks angeblich Benutzerinformationen an Werbepartner übermittelt haben.
Das Problem mit dem Artikel: Er war in höchstem Maße unkonkret, warf verschiedene Netzwerkdienste und Praktiken in einen Topf, und bestand zu gefühlten 95 Prozent aus Informationen, die jedem, der sich nur gelegentlich mit dem Thema beschäftigt, vollkommen bekannt sein müssten. Twitter hat darüber hinaus überhaupt keine Werbung auf seiner Site.
Die einzig echte Neuigkeit – sofern sie denn stimmt – war, dass es Werbepartnern im Falle von Facebook mitunter möglich war, User namentlich zu identifizieren, die auf Anzeigen innerhalb des sozialen Netzwerks geklickt haben. Angesichts von umstrittenen Facebook-Features wie Instant Personalization und der allgemeinen Konvention, bei dem Dienst unter dem richtigen Namen aufzutreten, kommt aber auch das nicht wirklich überraschend.
Kurzum: Die Story des Wall Street Journal war fast komplett wertlos, oder im besten Fall eine Erinnerung an das, was seit langem bekannt ist.
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