Hat “der Markt” entschieden?
Nach der Schliessung von Facts gibt es in der Schweiz noch nicht einmal mehr ein Produkt mit dem Potential, den Bedarf nach qualitativ hochwertigem Hintergrund-Journalismus zu decken. Vielleicht ist der Markt dafür wirklich zu klein. Dagegen spricht die offensichtliche Lust der Deutschen Verleger, sich den reich garnierten Inseratekuchen einzuverleiben.

Im Augenblick ist der grosse Gewinner in der helvetischen Medienlandschaft der Ex-Tamedia-Journalist Roger Köppel mit der auf strengen Rechtskurs getrimmten “Weltwoche” – und das, nachdem den Facts-Mitarbeitern jahrelang gesagt worden war, dass sich alles ändern werde, wenn nur eines der Wochenblätter den Kampf um die Leser aufgebe – was mit Ringiers Entscheid zur Schliessung von Cash vor rund drei Wochen passiert ist.
Das ist doppelt ironisch, indem ausgerechnet Köppels Blatt, das ständig den freien Markt predigt, von den “wirtschaftlichen Zwängen” Ringiers oder dem “Shareholder-Value” einer Tamedia weitgehend befreit ist – stehen hinter ihm doch Financiers, denen mehr an einem politischen Sprachrohr als an einem blühenden Verlagshaus liegt.










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