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Das Internet verändert die Medienwelt – und nicht nur die. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe beschreibt in 12 Thesen die aktuellen Vorgänge sowie die Konsequenzen für die Medienpolitik.
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Prof. Dr. Gerhard Vowe ist Inhaber des Lehrstuhls I für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. In einer September-Ausgabe des wöchentlich erscheinenden Medienfachdienstes Funkkorrespondenz hat er 12 Thesen zur Medienpolitik in der Online-Welt veröffentlicht, die er hiermit im Netz zur Diskussion stellen möchte.
Dies ist Teil 2 seiner Analyse. Zum ersten Teil mit den Thesen 1 bis 6 geht es hier.
7. Online-Medien verändern die Bildung öffentlicher Meinung, und zwar vor allem durch die Mediatisierung der Gruppenkommunikation.
In der Online-Welt verändert sich die Bildung öffentlicher Meinung, und zwar in all ihren Facetten. Es verändern sich das Was und Warum der öffentlichen Meinung – die Themen und die Positionen und die Begründungen, zum Beispiel die Kriterien, mit denen Politiker bewertet werden: Sie müssen kontinuierlich kommunikativ präsent sein, sie müssen persönlich sichtbar sein, sie müssen ständig auf der Hut sein, da alles, was sie sagen, sofort überprüft werden kann und auf immer dokumentiert ist. Es verändern sich das Wann und Wie der öffentlichen Meinung, die Strukturen und Rhythmen der Meinungsbildungsprozesse. Öffentliche Meinung ist volatiler geworden.
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Das Internet verändert die Medienwelt – und nicht nur die. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe beschreibt in 12 Thesen die aktuellen Vorgänge sowie die Konsequenzen für die Medienpolitik.
Foto: Flickr/simonsterg, CC-Lizenz
Prof. Dr. Gerhard Vowe ist Inhaber des Lehrstuhls I für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. In einer September-Ausgabe des wöchentlich erscheinenden Medienfachdienstes Funkkorrespondenz hat er 12 Thesen zur Medienpolitik in der Online-Welt veröffentlicht, die er hiermit im Netz zur Diskussion stellen möchte.
1. Wir befinden uns im Übergang hin zu einer von Online-Medien dominierten Medienwelt.
Unsere Vorstellungen von Medien und Politik sind geprägt von der analogen Welt der elektronischen Massenkommunikation. Ausdruck dieser Vorstellungen sind die immer und immer wieder erzählten Geschichten über starke Wirkungen des Rundfunks – von „War of the Worlds“ bis „Wetten, dass ..?“. Eine der Folgen dieser Vorstellungen ist ein engmaschiges Netz der Regulierung.
Seit einigen Jahren jedoch müssen wir umdenken. Unsere kognitiven Muster verlieren ihre Orientierungsfunktion; mit unseren Unterscheidungen und Heuristiken können wir nicht mehr angemessen erfassen, wie sich die Medienwelt verändert. Denn wir erleben einen rasanten Übergang in eine digitale Welt, in einen von Online-Medien dominierten Kommunikationsraum.
Indikatoren sind die Veränderungen bei den Nutzungszeiten und Reichweiten, die Strategien von Medienanbietern, die Erwartungen, die sich im Marktwert von Unternehmen ausdrücken, und nicht zuletzt die allenthalben spürbare Verunsicherung über das Profil zukünftiger Medienpolitik.
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Das Verbraucherschutzministerium prüft laut Spiegel Online, inwieweit Werbekunden von Websites, die gegen deutsche Datenschutzgesetze verstoßen, zur Rechenschaft gezogen werden können. Ohne Kollateralschaden ließe sich dies nicht umsetzen.
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Nach Verpixelung, digitalem Radiergummi sowie der EU-Cookie-Richtlinie könnte man meinen, noch destruktivere und bürokratischere Eingriffe zur scheinbaren Wahrung eines veralteten und populistischen Datenschutzverständnisses in der digitalen Welt könnten der Politik kaum einfallen. So kann man sich irren!
Nach einem Bericht von Spiegel Online prüft das Verbraucherschutzministerium die Möglichkeit, deutsche Anzeigenkunden für Datenschutzverstöße von ausländischen Internetdiensten (wie z.B. Facebook oder Google) zur Rechenschaft zu ziehen.
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Das Internet ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Nach Jahren der Schockstarre sammeln diejenigen, die sich von dieser Entwicklung bedroht fühlen, ihre Kräfte, um das Netz nach ihren Vorstellungen zu formen.

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Im Jahr 2011 nutzen zwei Milliarden Menschen das Internet. Etwa anderthalb Dekaden, nachdem das World Wide Web in die ersten Haushalte fand, ist es in der Mitte der meisten Gesellschaften angekommen und wirbelt unsere Welt gründlich durcheinander.
Es gibt kaum jemanden, der nicht von den tiefgreifenden Veränderungen der Digitalisierung und globalen Vernetzung betroffen ist. Ganze Branchen werden durch den technischen Fortschritt in Frage gestellt, neue Industriezweige entwickeln sich und steigen zu Milliardenmärkten auf. In vielen Sektoren werden Mittler überflüssig, stattdessen geschehen Transaktionen und Wertschöpfung webbasiert direkt zwischen Hersteller/Anbieter und Nachfrager.
Die alten Gatekeeper verlieren an Macht, neue entstehen. Jeder kann als Sender und Publizist von Informationen auftreten, lediglich ein Smartphone und eine Internetverbindung sind notwendig. Im arabischen Raum und jetzt gerade in Spanien organisieren sich auf diese Weise Massenproteste mit teils revolutionärem Charakter. Die Herrschenden und Einlussreichen des 20. Jahrhunderts bekommen in immer kürzeren Abständen vorgeführt, wie ihnen langsam die sicher geglaubte Kontrolle verloren geht. » weiterlesen