Alle 7 Artikel zum Thema Redaktion auf netzwertig.com:
Das geht doch gar nicht – vor allem nicht gut: Die Lokalteile von Westfalenpost und Westfälischen Rundschau für die Region Hagen sollen zusammengelegt werden.
Jedem Menschen gestehen wir einen Set an politischen und sozialen Grundüberzeugungen zu – natürlich auch Journalisten. Diese Überzeugungen wiederum formen das, was wir Persönlichkeit oder Charakter nennen.
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Schon wieder ein anonymer Brief – aber diesmal schreibt ein Festangestellter. Sein Alltag in der Redaktion: Kaffee schlürfen, beschäftigt tun, Raucherpausen und aufs Gehalt warten.

Powernapping im Büro (cc-Lizenz, slworking)
Wie sieht es eigentlich in einer Zeitungsredaktion in Deutschland aus? Alle unmotiviert und arrogant? Gar drogenabhängig? Sicher nicht. Aber einige Redaktionsmitglieder gibt es schon, die schon seit Jahren, seit Jahrzehnten in den Redaktionen rumfläzen oder rumlungern und im besten Fall die Kollegen nicht von der Arbeit abhalten. Sie sind da, weil sie von Rechts wegen nicht so leicht gekündigt werden können. Man kriegt sie nicht weg, weil es ein Unternehmen viel Geld kostet, sich von einem Journalisten, der 15 oder 20 Jahre im Unternehmen verbracht hat, zu trennen.
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Die Freiberuflichkeit hat viele Vorteile – findet Don Dahlmann und hat gute Argumente gegen eine Festanstellung. Außerdem gibt’s fünf Tipps für angehende freie Journalisten.
Ich bin seit vielen Jahren freier Journalist und lebe ohne Festanstellung. Angefangen habe ich in den neunziger Jahren, wie so viele neben dem Studium. Dann folgten ein paar Jahre in verschiedenen Firmen, aber auch immer wieder unterbrochen von Phasen, in denen ich wieder solo unterwegs war. Meine letzte Festanstellung habe ich 2001 gekündigt. Freiwillig. Ich kann
die Klagen des Kollegen an dieser Stelle nachvollziehen.
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Warum können eigentlich Journalisten nicht so reden, dass ihr Publikum sie auch versteht? Mühsam bimsen sie sich in den Redaktionen eine diplomatisch verklausulierte Fremdsprache bei, die der arglose Bürger am Frühstückstisch erst mühsam rückinterpretieren muss. Dabei könnte alles ganz einfach sein, wie es diese kleine Übersetzungshilfe beweist:
Journalistisch: ‘[XYZ] hat [irgendetwas] scharf kritisiert’.
Alltagssprachlich: ‘[XYZ] maulte noch ein wenig herum.’
Journalistisch: ‘[Irgendetwas] sei keine leichte Entscheidung gewesen‘
Alltagssprachlich: ‘Nächtelang hätten sie sich vorher die Kante gegeben’.
Journalistisch: ‘[XYZ] werde das Thema … zum Gegenstand … machen’.
Alltagsprachlich: ‘[XYZ] will sich mit dem Thema jetzt selbst profilieren’.
Journalistisch: ‘[XYZ] strukturiert sein Geschäft um‘.
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Den Autor eines Artikels erkennt man am Namen darunter, richtig? Dem so identifizierten Autor kann man dann in Leserbriefen und Online-Foren schön die Meinung sagen …
Ganz so einfach ist es nicht. Doch der Reihe nach: Ich bin in den Journalismus eher ungeplant geraten – eigentlich wollte ich Elektronik-Hardwareentwickler werden. Dort irritierte mich jedoch das “im Kämmerchen weggesperrt sein” und das mangelhafte Anerkennen der geleisteten Arbeit – wenn etwas gut lief, heimste der Chef das Lob ein, nur wenn es nicht funktionierte, bekam der Entwickler eins auf den Deckel. 
Ich glaubte, dies sei im Journalismus anders. Eine unbürokratische Branche ohne Zugangsbeschränkungen, wo der eigene Name direkt unter dem eigenen Werk steht. Vollkommen transparent, weil jeder schwarz auf weiß lesen kann, was man zu leisten imstande ist. Eine Fehleinschätzung: Schließlich versah doch schon in der Schülerzeitung der Chefredakteur regelmäßig meine Artikel mit technisch unsinnigen Ergänzungen oder dummen Kommentaren – oder ließ sie bei Nichtgefallen einfach spurlos verschwinden.
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Anerkennung für die eigenständige Online-Redaktion oder Schmutz-Schutz für die Printausgabe: Viele Nachrichtenportale haben einen eigenen Markennamen. Warum eigentlich?
Auch bei der Zeit ist es nun vorbei mit der “medienübergreifende Markenführung” (schreibt zum Beispiel das Design Tagebuch), seit einiger Zeit firmiert das Online-Angebot nicht länger unter dem Namen der Zeitung. Stattdessen heißt es nun: Zeit Online. Über Sinn und Zweck dieser Teilung kann man verschiedene Ansichten haben: Einerseits wird die Arbeit einer eigenständigen Redaktion honoriert. Aus der Perspektive der Journalisten lobenswert. Ebenso nachvollziehbar für die Verlagsseite – sind doch die Internetredaktionen ein weiteres Profit-Center mit eigener Kostenstelle.
Aber was ist mit den Nutzern? Unterscheiden auch sie penibel zwischen Print und Online? Oder nehmen sie den Stern als eine Marke wahr, im Internet wie am Kiosk? Stattdessen Verwirrung. Eine kleine Übersicht:
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Voller narzisstischer Kränkungen ist das journalistische Leben, nur der Anlass wechselt: Früher schrieb man mit Herzblut die tollsten Leitartikel – tags darauf war alles Schnee von gestern: Vergessen, vergangen, vorüber, so sah es aus im Leben eines Reporters. Seine grandiosen Texte waren Blätter im Wind.
Dieser trostlose Zustand hat sich noch verschlechtert: Gehörte dem Journalisten früher die Aktualität immerhin für 24 Stunden, so ist inzwischen nichts so alt wie die Zeitung von heute: “If you don’t read a newspaper, you’re never a day behind.”
Quasi zur Kompensation der Kränkung durch diesen unaufhörlichen Sturz alles Schaffens in den Orkus gab und gibt es das Ritual der allmorgendlichen Redaktionskonferenz, wo die Schreiber, einer Ministerrunde gleich, mit bedeutungsvollem Gesicht über dem Seitenplan des kommenden Tages brüten. Als müssten sie, Karl Kraus zum Trotz, die Welt durch schwarze Magie erretten. Meist setzt am Kabinettstisch ‘die Politik’ sich für die Titelzeile durch, nur zur Buchmesse oder aus Anlass einer WM dürfen auch ‘die Kultur’ oder ‘der Sport’ mal einen Hit in den Charts platzieren.
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