Alle 22 Artikel zum Thema Radio auf netzwertig.com:
Verglichen mit anderen Mediengattungen hat sich Radio bisher als relativ immun gegen die Auswirkungen der Digitalisierung gezeigt. Mit dem Einzug des mobilen Internets in das Automobil wird sich dies ändern.
Vernetztes Automobil
Lange war ich der Überzeugung, klassischer Hörfunk sei eine der Mediengattungen, die noch auf lange Sicht relativ erfolgreich in alten Fahrwassern agieren können würde. Doch unter anderem
dieser Beitrag von US-Internetinvestor Fred Wilson sowie ein Gespräch mit einem guten Freund, der gerade eine Diplomarbeit zum Thema “Barrieren und Herausforderungen bei der Entwicklung mobiler Dienste für das Automobil” geschrieben hat, öffneten mir die Augen: Auch das gute alte Radio bleibt von der Digitalisierung nicht verschont. Es erhält lediglich einige Jahre Aufschub.
Es gibt viele Orte, an denen Menschen Radio hören. Einer der gewöhnlichsten ist das Automobil. Und genau dort liefern sich heute selbst hartgesottene Internet- und Technikfreunde noch häufig dem oft einfallslosen Musik- und Sprachprogramm der zahlreichen, mitunter austauschbaren Radiostationen aus, die abgesehen von den öffentlich-rechtlichen Sendern sowie einigen Spartenanbietern die immergleichen Hits der vergangenen Jahrzehnte sowie die neuesten, meist Relevanz vermissenden Chartstürmer herunterleiern.
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Radiosender der SRG SSR idée suisse betreiben ein eigenes Musikportal. Nutzer können eigene Songs hochladen, nachts läuft das Programm im echten Radio. Wir testen MX3.
“Sieg Heil” knallt es mir immer wieder entgegen – so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich meldete mich bei
Mx3.ch an, startete den Player, wählte “Techno” aus und bekam das “
Live Set 06.09” eines
DJ Noize aus der Westschweiz zu hören. Dumpfes Zeug – ”Sieg Heil” inklusive. Der erste Versuch, bei dem Online-Portal der öffentlich-rechtlichen Radiosender der Schweiz interessante Musik zu hören, ging gleich daneben.
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Voll auf die Ohren: Vorschläge für den Einsatz von Audio im Netz. Im ersten Teil: Warum nur Jingles, wieso Interviews, bessere Podcasts und Musik nie ohne Musik.
Neulich habe ich mich hier gefragt
“Radio im Internet – aber warum?”. Anlass war ein kurzer Radiobeitrag auf einer nachrichtlichen Seite, für dessen Inhalt ich mich interessiert habe. Nur das Format hat mich abgeschreckt. Deswegen hier eine erste noch eher subjektive Sammlung, wann Audio im Internet eine gute Idee ist. Später soll daraus einmal eine Liste mit nützlichen Tipps werden – doch bis dahin freue ich mich über Kommentare und Anmerkungen.
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Das Internet ist geduldig, alle möglichen multimedialen Inhalte lassen sich abladen. Warum nicht statt eines drögen Textes auch mal einen Audio-Clip veröffentlichen? Oder warum nicht?
Ein Beispiel von der gerade gestarteten Journalistenschüler-Seite
“Macht-Maschine”: Unter der Überschrift
“Die Macht der Medien” wird ankündigt, dass “Politikredakteure führender Medien” ihre Rolle als vierte Macht im Staat “selbstkritisch beurteilen”. Zwei Probleme habe ich mit dem Beitrag, eins betrifft die Form, das andere den Inhalt:
Angeboten wird ein Podcast, eine Audio-Datei. Welche führenden Journalisten da zu Wort kommen, wird vorher nicht verraten. Dafür dauert die Sendung nur Web-freundliche 3 Minuten, in denen aber gleich vier Journalisten zu Wort kommen. Mit kurzen Statements, sogenannten O-Tönen, mehr ist da nicht drin. Keine Nachfragen, keine Erklärung, was eigentlich die Arbeit der zitierten ausmacht. Das ist nett zusammengeschnitten, zum Schluss gibt es noch ein versöhnliches Fazit – nur was ist damit gewonnen?
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Es zählt das geschriebene Wort: Während sich die Botschaften aus Fernsehen und Radio schnell versenden, archiviert Google das Gedächtnis der Menschheit in Textform.
Ich hatte mit Peter übers Bloggen und übers Internet gesprochen und dabei das abgegrabbelte Web-2.0-As aus dem Ärmel gezogen, wonach die Printmedien informationell deshalb mit dem Internet nicht mehr mithalten könnten, weil sie mit ihren ‘News’ immer 24 Stunden zu spät auf den Markt kämen. “Das war beim Fernsehen und beim Radio doch auch schon so”, sagte daraufhin mein Peter. Einen Moment lang meinte ich, ein leises Zischen zu hören, als mir argumentativ die Luft aus den heißluftgefüllten Reifen entwich.
Peters Argument ist auf den ersten Blick ja auch bestechend: Das Fernsehen mit seinen zahllosen ‘Live-Sendungen’ direkt aus dem Erdbebengebiet, oder auch der Propagandaminister Goebbels im Sportpalast, wie er damals via Volksempfänger schnurstracks in jedes toitsche Wohnzimmer gelangte … die ‘Funkmedien’ erfüllten mit ihren Direktübertragungen tatsächlich genau das schon lange, was jetzt der ‘Mythos Internet’ einer Medienrevolution in der Jetztzeit zuschreibt. Andererseits …
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Was wie ein verspäteter Aprilscherz klingt, ist eingetroffen: Der Rundfunk Berlin-Brandenburg verklagt Roger Schawinski wegen des Namens seines neuesten Senders!
Roger Schawinski ist ein Energiebündel und eckte immer schon an. Er hatte im Schweizer Fernsehen die Konsumentensendung “Kassensturz” (vergleichbar dem ARD Ratgeber) aus der Taufe gehoben und für den Migros-Konzern die Tageszeitung TAT.
Beide Projekte waren den Chefs von Schawinski zu kritisch und er musste gehen. Doch statt mit 33 Jahren brav Arbeitslosengeld zu beziehen, startete er einen “Piratensender” – Radio 24 aus Italien. Einem Schweizer muß man nicht mehr erzählen, der Rest kann die wilde Piratenzeit von Roger nachlesen. 
Später war Roger Schawinski Programmchef von Sat.1. Jetzt macht er wieder Radio. Und wird prompt wieder als Pirat beschimpft, und zwar als die schlimmste Art von allen – als Markenpirat:
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Die Radiosendung «Echo der Zeit» hat eine sehr schöne Geschichte auf den Leserbriefseiten des Schweizer Bauer entdeckt. Es geht vordergründig um Stallfenster, Güllelöcher und Geranien, in Wirklichkeit aber um den Zustand der Schweizer Volkspartei (SVP).
(Für ausländische Leser kurz die Vorstellung der Charaktere: Toni Brunner ist Ostschweizer, Bauer, seit Jahren der Jungstar der SVP und seit einigen Wochen Präsident der Landespartei. Samuel Schmid ist Berner, Mitglied der Landesregierung als Verteidigungsminister, zwar auch SVP-Mitglied, aber schon seit Jahren in Ungnade gefallen, weil er deutlich abseits der Parteilinie steht, dies erst recht, seit er sich im letzten Dezember über die Abwahl seines Parteikollegen Christoph Blocher einigermassen unverhohlen gefreut hat. Vermutlich ist er die zweitmeistgehasste Person der Partei nach Neu-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.)
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Arbeitslosen-Armee und Flakhelfer-Fantasien: Bernadette La Hengst und Rocko Schamoni haben Hörspiele für den WDR gemacht.

La Hengst und Schamoni (Bilder: Christiane Stephan, Dorle Bahlburg)
Mit den Öffentlich-rechtlichen ist es so eine Sache. Einerseits hat die preisgekrönten Comedy-Serie “Dittsche” gerade ihren angestammten Sendeplatz am Sonntagabend verloren. Andererseits liefen im gebührenfinanzierten Programm jüngst Hörspiele von Bernadette La Hengst und Rocko Schamoni – und die gibt es sogar zum Download. Bevor es Montag also mit dem üblichen Ernst weiter geht, empfehlen wir zur sonntäglichen Entspannung:
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Man kann sich nun am Kiosk die erste Ausgabe des Hörmagazins Besprochen kaufen. Es besteht aus einer mit Karton und Plastik umwickelten Compact Disc.

Musikblog in CD-Form: Das Hörmagazin
Besprochen
Gestern am Kiosk war ich einigermassen überrascht. Die dem Papier beliegenden und in den letzten Jahren sich inflationär verbreitenden Gadgets kann man nun auch ohne Papier kaufen, für nur 4.50 Euro (Österreich: 5.20 Euro, Schweiz: 8.90 Franken). Wer das jetzt etwas doof findet, am Kiosk eine CD zu kaufen, die man dann zuhause wieder in den Musikspieler seines Rechners einliest (ich hoffe mal, das geht überhaupt), dem sei gesagt, dass es auch noch Menschen mit Stereoanlagen gibt. Und CD-Playern. Die sich die CD im Arbeitsweg-Stau im Auto anhören möchten. Es gibt sogar Leute, die CDs noch richtig gut finden und nicht zu einem lästigen Produkt verkommen, das viel zu oft noch unausgepackt in den Mülleimer wandert.
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Es gibt verschiedene Methoden, seine Träume und Gedanken wiederzugeben. Der eine malt, der andere schreibt ein Blog. Wieder andere machen Musik – oder legen Musik auf. Rob Leighton war einer von ihnen, ein Radio-DJ.

Rob Leighton im Studio des Radioschiffs Ross Revenge (Bild: Radio Caroline)
Man kennt heute eigentlich nur noch die dauerschwätzenden Dudelfunk-Moderatoren, die zwischen Verkehrsfunk, Wetter und Werbung fürchterlich “wichtige” Gewinnspiele und Umfragen veranstalten (“Das Benzin wird teurer, das Wetter schlechter und in der Kantine gibt es heute nur Fisch, wie finden Sie das?”). Die DJs, die sich ganze Abende den Hörern und der Musik widmen, mit ihrer Zusammenstellung Geschichten erzählen und einem alte und neue Musik nahebringen, die sind selten geworden, die kennt man nur noch aus Spielfilmen. 
In England gibt es sie aber noch. Sie begannen ihre Laufbahn meist auf Piratensendern auf Schiffen, John Peels “Perfumed Garden” war eine berühmte Sendung und begründete seine jahrelange Karriere als Entdecker unbekannter Musik.
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