Thema: Qualitätsjournalismus

 

Alle 5 Artikel zum Thema Qualitätsjournalismus auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Journalismus im Netz:
Was Qualität wirklich bedeutet

Immer wieder führen Presseverlage die Rettung des Qualitätsjournalismus an, wenn sie rückwärtsgewandte Forderungen wie das Leistungsschutzrecht stellen. Doch was ist Qualität im digitalen Zeitalter eigentlich?

Kein Zweifel, die wilde, emotional geführte Debatte über die Zukunft des Journalismus im digitalen Zeitalter wird noch eine ganze Weile die Gemüter erhitzen. Aus Sicht der Verlage wahrscheinlich so lange, bis wieder jeder Leser für Inhalte Bares auf den Tisch legt. Doch da extrem unwahrscheinlich ist, dass dieser Tag jemals kommen wird, sind Medienmogule und Anhänger des bisher so schön praktizierten gebündelten Verkaufs von gedruckten Nachrichten, Analysen und Werbefläche schlicht zum Umdenken gezwungen. Mein Vorschlag: Sie sollten dabei ihren geliebten Qualitätsbegriff einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Immerhin ist es ja der die angeblich die Demokratie stützende Qualitätsjournalismus, der auf der Kippe stehe und nun unter anderem durch das überflüssige Leistungsschutzrecht gerettet werden soll (was völliger Quatsch ist).

Ich schlage den altehrwürdigen Verlagen, aber auch allen mit dem Internet entstandenen journalistisch arbeitenden Onlinemedien mit Paywall-Ambitionen ein Gedankenspiel vor: Was, wenn das Problem ganz einfach darin liegt, dass die Qualität der Inhalte schlicht nicht als hoch genug wahrgenommen wird, um Nutzer zum Bezahlen zu bewegen? Was, wenn 95 Prozent des produzierten Journalismus noch nie den hohen Ansprüchen genügte, die Verlage gerne vorgeben, an sich zu stellen, und die Leser erfüllt sehen müssen, um in der heutigen Ära massiver Ablenkung trotzdem die Brieftasche zu zücken? Was, wenn die einzig effektive Maßnahme zur Rettung des Qualitätsjournalismus darin liegt, Journalismus besser zu machen?

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Medienkrise:
Fünf Thesen zum Umbruch

Die angekündigte Schließung von medienlese.com hat eine Vielzahl von Meinungen zur Medienkrise provoziert, die zum Teil weit auseinanderliegen. Der Versuch einer Einordnung.

Sterben die Zeitungen? Sind Journalisten fauler geworden? Kapieren Verleger das Internet nicht? Ist der Qualitätsverlust schuld an der Medienkrise? Ich bin seit 20 Jahren Journalist und habe die Veränderungen in der Schweiz, dem Land mit der einst weltweit höchsten Zeitungsdichte, parallel zum Aufstieg des Internets hautnah erlebt. Hier sind seit den achtziger Jahren kontinuierlich Zeitungen in den Regionen verschwunden; im Gegenzug sind grade mal eine Hand voll kostenloser, flächendeckender Pendlerzeitungen aufgemacht worden.

Vielleicht gibt es keine Medien-, aber sicher eine Zeitungskrise, indem alte Modelle sich als nicht mehr tragfähig erweisen und neue Modelle sich erst herauskristallisieren müssen. Und weil die Faktoren, die den journalistischen Markt beeinflussen, mindestens ein Dreieck der Interessen darstellen (Verlage, Publikum, Werbung), ist nicht absehbar, von welcher Seite sich der stärkste Zug auswirken wird. Über die Auswirkungen streiten wir uns täglich:

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Medien unter Druck:
Das Gespenst Staatsfinanzierung

Soll der Staat den Medien helfen? Eine Stiftung für unabhängigen Journalismus gründen, die aufwendige und kostenintensive Arbeit der dpa unterstützen?

Ein Marktversagen auf dem Zeitungsmarkt könne sich keine Demokratie leisten, schrieb Jürgen Habermas anlässlich des Verkaufs der Süddeutschen Zeitung. Das war vor zwei Jahren, man fürchtete den Einstieg Rendite-hungriger Investoren, der seriöse Journalismus stand auf dem Spiel – und damit die Grundfesten der Demokratie. Dass der Staat die Qualitätspresse schützen und stützen müsse, diese Arena der Öffentlichkeit, das Leitmedium der politischen Kommunikation, stand außer Frage. Übrig blieb für Habermas allein die pragmatische Frage, wie das denn am besten erreicht werden könne.

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Auf ins neue Jahr:
Abschied vom Selbstgewissen

Wir schreiben nicht den Untergang von Holzhausen herbei, wir begleiten den medialen Wandel – und fragen uns, wovon Journalisten in Zukunft leben sollen.

Das Wasser bis zum Hals (Keystone)

Das Wasser bis zum Hals (Keystone)

Hier wäre eine “fast sehnsüchtige Litanei nach dem Untergang von Holzhausen erklungen“, beklagt sich unser Leser David. Eine Äußerung, die eine Entgegnung verdient. Ganz ohne jede Polemik, und zum Jahresausklang auch um Versöhnung und Konsens bemüht, aber auch um Deutlichkeit bei der Situationsbeschreibung. Denn die Aussage ist in dieser Form falsch: Niemand würde die Existenz eines starken, robusten Printjournalismus mehr begrüßen als wir. Nur ist die historische Situation leider eine andere.

Als die Graff, die Jörges usw. zu Beginn des Jahres von irgendwelchen “Sielen” über dem höllischen Untergrund einer Blogosphäre daherschwätzten, die man “dichthalten” müsse, um den Tempel des Qualitätsjournalismus vor all dem wimmelnden Unrat und Gewürm zu retten, da zog doch zunächst nur eine Holzhausener Elite über das kleine Digitalien her.

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Neue Abos für den Spiegel:
Ist der Inhalt ein Argument?

Die heutigen Glasperlen und Glitzersteine sind die Digicams und Uhren, die es zu einem Aboabschluss dazu gibt. Hat es Qualitätsjournalismus wirklich nötig, seine Leser mit Tand zu ködern?

Spiegel-Umfrage

Spiegel-Umfrage

Erst kürzlich hab ich mir mal wieder den Spiegel gekauft. Und aus Neugierde einen beiliegenden Briefumschlag geöffnet, in dem sich ein Brief von Michael Plasse (Leiter Leser-Befragung Spiegel-Verlag), ein mit “Das ist ihr großes Dankeschön-Paket” angeschriebener Fragebogen und ein Rückantwortcouvert (“Das Porto zahlen wir für Sie!”) befand.

Herr Plasse schrieb:

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