Thema: Pressefreiheit
Alle 10 Artikel zum Thema Pressefreiheit auf netzwertig.com:
Panorama:
“Blogwart Mehdorn” gegen die Pressefreiheit
Die Aufmerksamkeitsspirale von Blogosphäre und Medien dreht schnell wie nie: Markus Beckedahl hat Interna zur Bahn-Spähaffäre veröffentlicht und dafür eine Abmahnung bekommen.
Handelsblatt, FAZ, taz, Deutschlandradio Kultur: Markus Beckedahl ist dieser Tage ein gefragter Gesprächspartner. Auf seinem Blog netzpolitik.org veröffentlichte der Netz-Aktivist das interne Protokoll einer Unterredung zwischen dem Berliner Datenschutzbeauftragen und Bahn-Mitarbeitern. Es geht um die Ausspähung von Mitarbeitern, Überwachungsmaßnahmen, über die möglicherweise Bahn-Chef Mehdorn stürzen könnte. Wegen der Veröffentlichung des Dokuments bekam Beckedahl eine Abmahnung, die Unterstützung der Blogosphäre und große mediale Aufmerksamkeit.
Russland:
Kritischer Online-Journalist erschossen
Der Besitzer eines kritischen Internet-Portals wurde am Sonntag in der russischen Region Inguschetien von der Polizei verhaftet und dabei erschossen.
Die Behörden sprechen von einem Unfall, der Anwalt des Opfers mag nicht an ein Versehen glauben und Kollegen rufen zu Protesten auf: Der Online-Journalist Magomed Yevloyev wurde am Sonntag in Inguschetien von Polizisten verhaftet und wenig später offenbar erschossen.
Magomed Yevloyev war Besitzer des Online-Portals ingushetiya.ru, das kritisch über die Regierung der russischen Teilrepublik berichtet. Die Nachrichtenagentur Reuters vergleicht den Fall mit dem der Journalistin Anna Politkovskaya im Jahre 2006. Seitdem sei kein derart bekannter und in der Öffentlichkeit stehender Journalist ermordet worden, heißt es.
China:
Britischer Journalist festgenommen
Ein britischer Journalist wurde heute in Peking kurzzeitig verhaftet. Der Guardian sieht das Versprechen auf freie Berichterstattung gebrochen und veröffentlicht Video- und Audioaufzeichnungen.
Der Chinakorrespondent des englischen Fernsehnetworks ITV, John Ray, ist heute Vormittag von chinesischen Polizisten festgenommen worden, als er mit seinem Team eine Demonstation von “Students for a Free Tibet” filmen wollte. Gemäss Augenzeugen, zu denen auch ein Reporter der britischen Tageszeitung Guardian gehörte, sei er von Polizisten brutal zu Boden gerissen und über den Boden bis zu einem Fahrzeug geschleift worden.
» weiterlesen in unserem Olympia-Tagebuch “Medien unter Kontrolle”
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Olympia:
Die politischen Spiele von Beijing
Während der Olympischen Spiele in China sammeln wir Meldungen rund um Einschränkungen der freien Berichterstattung und Maßnahmen gegen freie Meinungsäußerungen.
“Noch immer herrschen Nachrichten- und Internetzensur, rund 80 Journalisten und Internetdissidenten sind hinter Gittern, ausländische Reporter müssen weiterhin mit Einschränkungen rechnen”, erklärte die Organisation Reporter ohne Grenzen zur Eröffnung der Olympischen Spiele. In China werden, entgegen der offiziellen Zusicherung, nach wie vor ausländische Journalisten bei ihrer Arbeit behindert. “Redet nicht mit ausländischen Journalisten”, so werden nach einem Bericht der FAZ Oppositionelle und Kritiker eingeschüchtert – wenn sie nicht gleich verhaftet und verurteilt wurden.
» zu unserer Seite “Beijing 2008: Medien unter Kontrolle”
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Österreichs neuer Presserat:
Vorsicht, bissiger Boulevard!
Neustart in Österreich: Der wiederbelebte Presserat soll ab Herbst den Medien auf die Finger schauen. Ohne effektive Strafen muss er aber gegen die Bedeutungslosigkeit ankämpfen.
Eigentlich gibt es ihn ja schon: Gegründet wurde der Presserat 1961 vom Verband Österreicher Zeitungen und Zeitungsverleger, dem heutigen Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), und der Gewerkschaft Kunst, Medien, freie Berufe. Aufgabe war die Selbstkontrolle der Medien, indem man Beschwerden von Lesern, Zeitungen oder Betroffenen nachging und die kritisierte Berichterstattung auf Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse überprüfte. Doch obwohl in den neunziger Jahren 88 Zeitungen und Magazine bei dieser medialen Selbstkontrolle mitmachten, wehrte sich die auflagen- und leserstärkste Zeitung, die Krone, mit Händen und Füßen gegen die Urteile des Presserates.
2002 zogen sich schließlich die Zeitungen aus dem Presserat zurück. Mit einer laschen Begründung: Die Kontrolle der Medien müsse von diesen selbst ausgeübt werden, die Gewerkschaft würde nur stören. Formal gibt es den Presserat zwar noch, de facto hat er aber keine Bedeutung mehr. Das soll sich mit einem Neustart des Presserats im Herbst ändern, getragen von Zeitungsverlegern, Gewerkschaft, Zeitschriftenverband, Presseclub Concordia, Verband der Regionalmedien und dem Verein der Chefredakteure.
Ecuador:
Comedy statt Nachrichten
Gebäude besetzt, Nachrichten zensiert: Zwei private TV-Sender in Ecuador wurden wegen Millionenschulden der Besitzer unter staatliche Verwaltung gestellt.
In Ecuador haben Polizisten am Morgen zwei private Fernsehstationen besetzt und zur Sicherung von Bankeinlagen vorläufig unter staatliche Kontrolle gestellt, berichten BBC News und der Standard. Die Sender TC Televisión und Gamavisión gehören zur Familienholding Isaias, zwei Mitglieder der Familie werde in Ecuador wegen unsauberer Geschäfte während der Bankenkrise gesucht und halten sich in den USA auf. Ecuador fordert ihre Auslieferung, um an über 400 Millionen Euro zurückzugelangen. Der Schlag galt insgesamt 195 Unternehmen der Familienholding, darunter die beiden kritischen TV-Sender. Die Besitzer der Sender bestreiten eine Verbindung zu den beiden Gesuchten und werfen der Regierung einen Angriff auf die Pressefreiheit vor. Als eine Nachrichtensprecherin über die Beschlagnahmung berichtete, wurde die Sendung unterbrochen und durch eine Comedy-Konserve ausgetauscht.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
medienlese – der Wochenrückblick
Radio Multikulti und “Polylux” gestrichen, Mitarbeiter und Journalisten ausgeforscht, Verweigerer unerwünscht und Fußball-Quoten nur stabil.
Der RBB streicht “Polylux”, Moderatorin Tita von Hardenberg gibt Durchhalte-Parolen im Internet: “Von Polylux bleibt Polylog. Nach dem Fernsehen kommt das Netz.” Für das ebenso eingesparte Radio Multikulti machen sich unterdessen Unterstützer stark. Unser Kommentar: “Sparen am falschen Ende.”
Konzernsicherheit – ein Wort macht Karriere. Es hat etwas vom Sound aus alten Wallraff-Tagen, als deutsche Unternehmen bewaffnete Einheiten aufstellten. Diesmal wird nicht gleich geschossen, sondern elektronisch überwacht. Nach Lidl gibt es nun auch schwere Vorwürfe gegen Burger King. Mitarbeiter sollen intern bespitzelt worden sein, berichtet die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten. An Meldungen dieser Art hat man sich beinahe gewöhnt – wo eine Kamera, da auch Überwachung.
Interview:
Die Feinde der Pressefreiheit
“Reporter ohne Grenzen” warnt vor den größten Feinden der Pressefreiheit. Wirtschaftliche Interessen und neue Sicherheitsgesetze gefährden freie Berichterstattung auch in Europa.
Zum internationalen Tag der Pressefreiheit protestierte “Reporter ohne Grenzen” in Berlin. Im Interview mit medienlese.com spricht Dr. Michael Rediske, Vorstandssprecher der deutschen “Reporter ohne Grenzen”-Sektion, über die größten Feinde der freien Berichterstattung, die bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking und die wahren Probleme der Pressefreiheit in Deutschland. Video nach dem Klick:
Welttag der Pressefreiheit:
Kein Grund zum Feiern
Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit warnt die Organisation Reporter ohne Grenzen vor den 39 schlimmsten Feinden der freien Berichterstattung.
Journalisten mögen Zahlen. Sie sind präzise, direkt nachprüfbar. Sie lügen nicht. Die Zahlen für 2008 sind jetzt schon verheerend. 63 Online-Dissidenten, sieben Medienassistenten und 160 Journalisten wurden weltweit inhaftiert. Neun Journalisten wurden getötet.
Der älteste Inhaftierte ist der 78-jährige Journalist und Aktivist Win Tin. Er ist seit 18 Jahren in Birma hinter Gittern, unter anderem wegen “kommunistischer Überzeugungen”. Weltweit am längsten inhaftiert ist der Libyer Abdullah Ali Al-Sanussi Al-Darrat – er wurde bereits 1973 eingesperrt. Auf die regelmäßigen Anfragen von ROG zu seinem Schicksal hat die libysche Regierung bisher nicht reagiert.










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