Thema: Politik

 

Alle 21 Artikel zum Thema Politik auf netzwertig.com:

Das Bundespresseamt und der @RegSprecher:
Ein fast schon historisches Ereignis

Seit etwa einem Monat ist Regierungssprecher Steffen Seibert bei Twitter aktiv und macht das von Tag zu Tag besser. Betrachtet man die üblichen Ressentiments gegenüber neuen digitalen Kommunikationslösungen, kommt dies einem historischen Ereignis gleich.

Seit August vergangenen Jahres ist Steffen Seibert der Chef des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung und Regierungssprecher. Seit wenigen Wochen kommuniziert der ehemalige ZDF-Moderator in seiner neuen Rolle auch über Twitter. Einige alteingesessene Korrespondenten und ehemalige Kollegen haben damit jedoch ein Problem, wie sie am vergangenen Freitag auf einer Bundespressekonferenz deutlich machten.

Zuerst kursierte nur das Protokoll der “Fragestunde” im Netz. Mittlerweile gibt es den traurigen und gleichzeitig sehr unterhaltsame Schlagabtausch zwischen dem stellvertretenden Regierungssprecher Christoph Steegmans und einigen gereizten Journalisten auch als 20-minütiges Video zu begutachten.

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Linkwertig:
Web, Öffentlichkeit, Yahoo, Onlineshops

Grabrede
Wired erklärt das Web für tot. Die Logik des Kapitalismus hat im Internet lukrativere und kontrollierbarere Modelle entdeckt, die die Nachfolge antreten werden.

» The Web Is Dead. Long Live the Internet

 

Öffentlichkeit
Nicht zuletzt die Debatte rund um Googles Street View macht deutlich spürbar, wie das Web die Sphären Privates und Öffentliches dekonstruiert. Mspro überdenkt die übliche Grundannahme, dass das Private das gegenüber dem Öffentlichen zu verteidigende Gut ist, und fordert einen neuen Begriff von Öffentlichkeit.

» Von der Notwendigkeit eines neuen Begriffs von Öffentlichkeit

 

Yahoo
Yahoo nennt die Dienste, die dem Such-Deal mit Microsoft zum Opfer fallen werden. SearchMonkey wird erwartbarerweise eingestellt. Die Zukunft von MyBlogLog bleibt ungewiss, die API wird aber nur noch bis Ende des Jahres unterstützt.

» Important API Updates and Changes

 

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Debatte um Google Street View:
Herr Westerwelle, Sie sind
ein schlechtes Vorbild

Die Haltung einer Gesellschaft wird stark durch Äußerungen und Handlungen von Politikern geprägt. Die Street-View-Debatte zeigt, dass Deutschlands Politiker-Elite gute Vorbilder fehlen.

Die Diskussion rund um die Lancierung von Google Street View in Deutschland hält an. Kaum jemand hätte sich wohl vor einer Woche vorstellen können, zu welcher Hysterie und Panikmache die Pläne von Google führen würden, den Dienst noch in diesem Jahr in 20 deutschen Städten zu starten.

Aus Blogger-Sicht war es eine anstrengende Woche. Es sorgt nicht gerade für gute Laune, jeden Morgen aufs Neue vom peinlichen Street-View-Aktionismus der hiesigen Politiker lesen zu müssen. Statt die Aufmerksamkeit auf Themen richten zu können, die Menschen, Wirtschaft und Gesellschaft voranbringen, sind Hunderttausende damit beschäftigt, sich an einer populistischen, unsachlichen und rückwärtsgewandten Diskussion zu beteiligen, die niemandem nützt.

Anfänglich suchte ich die Schuld für die vergiftete Street-View-Debatte bei den Bürgern selbst, von denen ein signifikanter Teil in Deutschland seit jeher äußerst zurückhaltend agiert, was das Ausprobieren neuer Web-Technologien und -Dienste betrifft. Doch spätestens nachdem ich diesen Blogbeitrag von Alvar Freude gelesen hatte, wurde mir klar, dass die meisten Menschen gar nichts für ihre ablehnende Grundhaltung können. » weiterlesen

Verlust von Privilegien:
Bremst Klassendenken
die Digitalisierung?

Durch das Web verlieren nicht nur Politiker alte, liebgewonnene Privilegien. Bremst ausgeprägtes Klassendenken die Digitaliserung?

Das Netz sorgt nicht nur für Begeisterung, sondern in Teilen der Gesellschaft auch für Besorgnis. Das kennen wir schon. Über meine Shared Items des Google Reader (wie sonst) bin ich auf diesen Blogbeitrag gestoßen, der einige Zitate des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff aus einem Porträt des Deutschlandradio wiedergibt. Wulffs (einige Tage alte) Äußerungen fassen auf sehr schöne Weise zusammen, was ihn an der digitalen Revolution beunruhigt:

“Früher war es so, da erfuhren sie nachmittags, dass morgen irgendwas in der Zeitung steht. Da konnten Sie schon richtig stellen, da konnten Sie schon gegenarbeiten. Heute erfahren Sie, dass etwas im Internet steht und Millionen anderer haben gleichen Zugriff auf die gleiche Information. Man hat damit keinen Vorlauf mehr, um Dinge richtigzustellen.”

Und weiter:

“Da dann gelassen zu bleiben, das fällt gelegentlich dann auch mal mir schwer.”

Er bedauert also, dass er aufgrund des Internets nun keinen Wissensvorsprung mehr vor dem Rest der Welt hat, wie es Philip Banse in einem Tweet auf den Punkt bringt.

Ich finde diese Aussagen hochinteressant, beschreiben sie doch mit wenigen Worten, warum es momentan in vielen Ländern zu gesellschaftlichen Konflikten rund um die Digitalisierung kommt.

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Wikipedia und WikiLeaks:
Auch Nonprofit braucht Geld

Die Nonprofit-Projekte Wikipedia und WikiLeaks erfüllen eine immens wichtige Funktion im Netz: Sie hauchen der Vision einer gerechteren und demokratischeren Welt im Web Leben ein. Gleichzeitig stehen sie vor einem immanenten Finanzierungsproblem.

Nonprofit-Projekte wie Wikipedia und WikiLeaks bieten Millionen von Menschen ungehinderten Zugang zu Informationen und stellen mitunter Herrschaftswissen in Frage, wie gerade das Beispiel des veröffentlichten Irak-Videos zeigt. Doch für den Betrieb derartiger Plattformen braucht es mehr als Peanuts.

Erstens stellen sie Content bereit und leiden somit unter dem allgemeinen Finanzierungsproblem für Inhalte im Netz. Zweitens haben sie einen anti-kommerziellen, humanistischen Anspruch, so dass Erlösformen wie Werbung und Bezahlschranken von vorn herein ausscheiden. Drittens stehen beide vor dem Dilemma öffentlicher Güter. » weiterlesen

Wikileaks:
Die Medien haben versagt

Die Veröffentlichung des Videos aus einem der beiden Apache-Kampfhelikopter, die 2007 eine Gruppe Zivilisten im Irak niedermähten, ist nicht nur eine beispiellose Blamage fürs Pentagon – sondern auch und vor allem für die US-Mainstreammedien.

Es gibt einen Grund dafür, warum Verleger, aber auch Journalisten die neue Konkurrenz der Blogger und anderer selbstautorisierter Publizisten im Internet nicht mögen: Sie erlauben sich Dinge, die in der Medienwelt aus politischen und kommerziellen Gründen tabu sind.

Für manche dieser Tabus gibt es gute oder wenigstens juristische Gründe. Andere beruhen ganz einfach auf Bequemlichkeit, Kommerzdenken und der Verflechtung zwischen der «Vierten» mit der realen Staatsgewalt.

Und während das Publikum den mangelnden Biss der Mainstream-Medien bis vor einigen Jahren lediglich erahnte, kriegt es jetzt immer häufiger Beweise dafür, dass Zeitungen, TV- und Radiosender bisweilen die Wahrheit nicht an den Tag bringen wollen oder sie gar fälschen.

Ein ausserordentlich gutes Beispiel dafür ist das jetzt von Wikileaks veröffentlichte Video aus einem der beiden Kampfhelikopter der Amerikaner, welche 2007 in New Bagdad eine Gruppe von 12 Zivilisten niedermähten.

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Steinmeier fordert Leistungsschutzrecht für Verlage

Der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier fordert neben Breitbandzugang für ländliche Gegenden unter anderem ein Leistungsschutzrecht für Verlage im Internet.

Carta hat einen Text des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier veröffentlicht, welcher in dem Band “Media-Governance und Medienregulierung” erscheinen wird.

Darin fordert Steinmeier unter anderem Breitband für ländliche Gegenden und damit “gleiches Netz für alle”. Außerdem scheint er in letzter Zeit Hubert Burda aufmerksam gelauscht zu haben. Denn so fordert Steinmeier weiter:

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Bundestag beschließt Internetsperren:
Der Anfang vom Ende

Der deutsche Bundestag hat das umstrittene Internetsperrengesetz heute verabschiedet. 389 Abgeordnete haben mit Ja, 128 mit Nein gestimmt, 18 haben sich enthalten.

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CDU an Filter-Kritiker:
Euch sind geschäftliche Interessen wichtiger als Menschenwürde

Die CDU reagiert auf der Pinnwand ihres studiVZ-Profil auf Kritik an den Internet-Filtern und wirft den Kritikern vor, ihnen seien “offensichtlich geschäftliche Interessen wichtiger als die Menschenwürde”.

Mit Social Media ist das so eine Sache. Irgendwie muss man da als Partei heutzutage dabei sein. Aber im Medienmix der Wahlkampagne dürften studiVZ und co. nicht weit oben stehen.

Die CDU, die duch Ursula von der Leyens Kinderpornographie-Filter im Netz aktuell keinen guten Stand hat, hat ein studiVZ-Profil. Auf dessen Pinnwand, die sicher noch vor dem Sommer komplett abgeschaltet wird, hagelt es ununterbrochen Kritik.

Im Großen und Ganzen verhallt diese Kritik ohne eine Reaktion seitens des studiVZ-Teams der CDU-Bundesgeschäftsstelle. Nicht sehr Social Media, aber immer noch besser, als wenn tatsächlich reagiert wird. So konnte man auf der Pinnwand von der CDU zur stattfindenden Diskussion folgendes lesen:

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Politischer Aktionismus:
JU NRW fordert Registrierung für YouTube-Nutzung

Die nordrhein-westfälische Junge Union fordert ein stärkeres Regulieren von ‘Jugend-Foren’ und von populären Videosites, um Jugendgewalt einzudämmen. Der Bundestagswahlkampf hat begonnen.

Der kommende Bundestagswahlkampf wird interessant. Eine ganze Generation, die einen Großteil ihres Lebens und ihrer Kommunikation mittlerweile über das Internet regelt, wird brutal vor Augen geführt bekommen, wie wenig sie von den zur Wahl stehenden Politikern vertreten wird. In den letzten vier Jahren hat sich bei denen, die im Herbst zum ersten Mal wählen dürfen, viel verändert, was das Leben mit dem Internet angeht.

Bei den deutschen Politikern scheint von alldem nichts angekommen. Schaut man auf die konservative Seite des Politikspektrums sind sogar die Nachwuchs-Politiker eifrig dabei, sich in diesem Feld mit unsinnigen Aktionismus selbst zu diskreditieren.

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