Thema: Personalisierung

 

Alle 4 Artikel zum Thema Personalisierung auf netzwertig.com:

Personalisierung über Facebook:
Webangebote verschlafen
ihre Möglichkeiten

Facebooks Plattform ist viel mehr als nur ein Loginsystem. Viele Dienste und Websites könnten damit personalisierte Inhalte anbieten. Doch kaum jemand nutzt diese Möglichkeit.

Warum machen wir uns eigentlich Sorgen, unsere Daten bei Facebook zu hinterlegen? Denn obwohl diese dort für Drittdienste zur Verfügung stehen, will sie niemand nutzen.

So scheint es auf jeden Fall, wenn man vergleicht, welche Möglichkeit die Graph API von Facebook bietet und wie wenig davon in der Praxis genutzt wird. Mit Facebooks Schnittstelle ist viel mehr möglich, als bloße Logins per Facebook und vielleicht noch das automatische Erstellen von Posts in der Timeline. Über die API können nämlich von jedem Nutzer, der sich auf einer Drittseite via Facebook einloggt, die Freundesliste, favorisierte Musik, Filme und Bücher, Event-Zusagen, Likes von Facebook-Seiten und vieles mehr abgefragt werden. Dies bietet ein nahezu endloses Potential von Anwendungsszenarien, um Inhalte gemäß den Vorlieben des Users und auch den Aktivitäten seiner Freunde zu personalisieren. Nur angewendet wird diese Datenmenge kaum irgendwo.

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Debatte zu Facebooks “Frictionless Sharing”:
Differenzen über die
Bedeutung von Daten

Mit Verspätung hat Facebooks vor zwei Monaten vorgestelltes “Frictionless Sharing” in dieser Woche für eine breite Debatte gesorgt. Es geht dabei im Kern darum, welche Daten wem Nutzen stiften.

Anfang Oktober beschrieb ich in diesem Artikel, wieso Facebooks mit den neuen Open Graph Apps eingeführtes “Frictionless Sharing” – zu Deutsch “”reibungsloses Teilen” – nach meinem Empfinden eine schlechte Idee ist. Das grundsätzliche Prinzip: Applikationen, denen Facebook Zugriff auf die neue Schnittstelle gestattet, können (nach einmaliger Einwilligung des Anwenders) automatisiert Nutzeraktivitäten zu dem Social Network schicken, die dort auf verschiedene Weise dargestellt und aggregiert werden.

Mein entscheidender Kritikpunkt an dem System: Nicht jedes konsumierte Musikstück, Onlinevideo oder Contentelement möchten wir automatisch anderen empfehlen, weshalb sich die Nutzung dieser Daten als Qualitätsfilter und Personalisierungsinstrument in Grenzen hält.

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Die Filter-Blase durchbrechen:
Der Newsreader, der
konträre Meinungen serviert

Die Filter-Blase sorgt dafür, dass Nutzer im Netz verstärkt die Inhalte zu Gesicht bekommen, die zu ihren Präferenzen und Ansichten passen. Der US-Investor Albert Wenger wünscht sich deshalb einen Social News Reader, der konträre Meinungen und Standpunkte serviert.

Der Begriff der Filter-Blase dürfte den meisten am digitalen Geschehen Interessierten mittlerweile bekannt sein. Vermutlich werden nicht wenige Leserinnen und Leser von netzwertig.com regelmäßig mit diesem Phänomen konfrontiert: Denn bei jeder Google-Suche und jedem Blick auf den Facebook-Newsfeed werden uns die Inhalte präsentiert, von denen Algorithmen glauben, sie wären für unsere individuellen Ansprüche besonders relevant.

Durch das Abonnieren von Twitter-Nutzern und Blogs via RSS verstärken wir die Filter-Blase mitunter noch eigenständig. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass die Mehrzahl der aktiv gefolgten Quellen und Netzpersonen tendenziell ähnliche Positionen zu gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Themen vertreten wie man selbst. Leicht entsteht so der trügerische Eindruck, in der Bevölkerung herrsche zu einer wichtigen Frage Konsens. Oft ist dies bei netzpolitischen Diskussionen zu beobachten, bei der nicht selten die gesamte Blogosphäre und Twittersphäre einer Meinung zu sein scheint.

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Personalisierung:
Das Streben nach Relevanz

Im Lichte der digitalen Informationsflut suchen Internetnutzer nach Orientierung und Relevanz. Doch das ideale Personalisierungsverfahren existiert bisher nicht. Zumal unklar ist, ob uns dieses glücklicher machen würde.

Foto: stock.xchng
Foto: stock.xchng
Das Internet ist von seinen Ausmaßen her grenzenlos. Wer Inhalte im Netz veröffentlicht oder Produkte anbieten möchte, kann dies tun, ohne den Umfang, die Vielfalt oder die Auswahl vorab beschneiden zu müssen. Die Folge: Wie nie zuvor stehen Menschen vor der Qual der Wahl. Denn während das Angebot ins Unendliche wächst, bleibt ihre für den Konsum materieller und immaterieller Güter zur Verfügung stehende Zeit konstant.

Personalisierung heißt das Instrument, das dabei helfen soll, Menschen im Digitalen möglichst relevante Inhalte und Güter zu servieren. Ohne Personalisierung würden User orientierungslos im Web herumirren und entweder ihre begrenzten Ressourcen (Aufmerksamkeit, Geld) für Dinge aufwenden, die für sie nur eine geringe Relevanz besitzen, oder in einen Zustand der Entscheidungsverweigerung geraten – wie sie auch eintreten kann, wenn man im Supermarkt mit einem zu großen Angebot einer bestimmten Produktkategorie konfrontiert wird.

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