Thema: Online

 

Alle 190 Artikel zum Thema Online auf netzwertig.com:

Ein Nachschlag zu Schawinski

Leydendecker wusste schon alles, was Roger Schawinski in seinem Buch schreibt. Dieser plant derweil eine neue, eigene TV-Talkshow mit medienkritischen Inhalten. Zwei Pilotsendungen sollen schon im Kasten sein.

Wir haben ja bereits vermutet, dass es zu Roger Schawinskis Sicht der Dinge, die er in seinem Buch ?Die TV-Falle? darlegt, noch andere Perspektiven geben muss. Ein Teaser bei sueddeutsche.de lässt da aufhorchen:

?Wie der frühere Sat 1-Chef Roger Schawinski versucht, sich als Fels in der Brandung des Seichten darzustellen – und doch den üblichen Trash produzieren ließ.?

Das klingt gut. Was der sehr geschätzte Hans Leyendecker dann aber schreibt, bleibt leider auf dem Niveau eines mittelmäßigen Blogeintrags. Leyendecker selbst wusste offenbar bereits alles, was Schawinski in seinem Buch verrät; was schön und vom großen Rechercheur nicht anders zu erwarten ist, aber doch wohl kein Grund sein kann, ein Buch zu schmähen, das sich keineswegs nur an Insider wendet. Als Beleg für den Teaser kommen bloß zwei magere Beispiele, das kann nicht genügen. Und welche tiefere Erkenntnis darin steckt, dass alle drei schweizerischen Journalisten, die ?in den letzten Jahren im deutschen Journalismus eine Führungsposition? innehatten, Roger mit Vornamen heißen, das müsste Hans Leyendecker auch noch mal erläutern. Nicht bei Schawinski fehlen die neuen Inhalte, sondern in diesem Text von Leyendecker.

Vom ehemaligen Sat.1-Geschäftsführer gibt es unterdessen auch Neues. Wie blick.ch meldet, plant Roger Schawinski offenbar eine neuartige Talkshow, die unter anderem auch medienkritische Inhalte haben könnte.

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Widerruf – oder:
Was ergibt 12 plus ein Sohn?

wams

Ja, das geht noch weiter. Herr Piëch hat nicht nur 12 Kinder und einen Sohn (also doch 13?!), er verbittet sich auch, ihm nachzusagen, dass er Sachsen nicht ausstehen könne, weder Nieder- noch Angel-.

Dann ist ja jetzt alles klar.

Welt am Sonntag, 19.08.2007 (Danke an Michael Santen)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Visions trägt Kulturkampf ins Netz

visions_kulturkampf.jpgAuf einer extra eingerichteten Webseite und auf dem Titel der September-Ausgabe ruft die Visions den Kampf der Kulturen aus. Durch “Shuffle Mode”, “Blog”, “Online-Shop” und “Einzelgang” von Musikern ohne Label ist die Musikkultur bedroht. Es geht um Raubkopien, um große wie kleine Labels und um Plattenläden.
Den Überblick über das große Durcheinander der Musikbranche gibt es gedruckt für 4,50? am Kiosk oder umsonst im Internet.

“Album”, “Musik-Mag”, “Plattenladen” und “Label” geht es an den Kragen und die Leser sollen sich entscheiden: Die gute, alte Musikkultur betrauern (“solange Du noch kannst!”) oder sich (wenn sie sich noch trauen) über eine frische, neue Musikkultur freuen. Dazu stehen auf der Kulturkampf-Seite diverse Foren bereit. Die Titelgeschichte gibt es hingegen nur als sperriges PDF.

Warum die Texte nicht gleich fürs Web aufbereiten? Die Antwort liegt in der Titelgeschichte, die nicht nur den Niedergang der Musikindustrie beschreibt, sondern auch Musikmagazinen eine düstere Zukunft zeichnet. Also werden Blogs heruntergeschrieben (“hohe Beliebigkeit”), man versichert sich der Bedeutung von kritischem Musikjournalismus in gedruckter Form (“Scharfsinn”) und klagt über Sabrina Setlur (auf dem Cover des WOM-Magazins) und Modestrecken (in der Spex).

Im zweiten Quartal 2007 haben rund 6.000 Leser weniger die Visions gekauft als noch zwei Jahre zuvor. So lässt sich das PDF erklären: Es ist so dermaßen unpraktisch, dass sich der geneigte Leser die vielbeschworene “Haptik” geradezu herbeiwünschen muss und gar nicht anders kann, als gleich zum nächsten Kiosk zu rennen. Die Visions kaufen und ein Stück Musikkultur retten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Netzwerken mit Relevanz

Früher traf man sich in dunklen Tiefgaragen, heute im Internet: Die Medienblogger von Publishing2 schrauben an einem virtuellen Netzwerk für Journalisten.

Im September soll die Betaphase von Publish2, einer Mischung aus Facebook und Digg, starten. Eine ausführliche Ankündigung gibt es auf der Seite, hier die Kurzversion:

Publish2 is a social network and 2.0 platform for journalists (and independent ?news bloggers,? ?citizen? journalists, student journalists, i.e. ALL journalists, BROADLY defined), which aims to put journalists at the center of news on the web by creating a journalist-powered news aggregator.

Irgendwie relevanter und journalistischer soll Publish2 sein, gleichzeitig aber keine geschlossene Gemeinschaft von Journalisten. Wie genau das funktionieren soll, und ob sich dann nicht doch eher die geneigten Laien von Wikinews, Digg und Co einfinden, ist die entscheidende Frage für das Startup aus New York.

In der Ankündigung ist viel von Digg die Rede, und dass dort eine kleine Anzahl männlicher Nerds Nischeninhalte für ein Publikum bereitstellt. Mit Publish2 wollen Scott Karp und Robert Young eine Plattform etablieren, die eben nicht diese Nische bedient, sondern auf der das Filtern von Journalisten übernommen wird. Damit kennen sie sich aus, sie kommen selber aus der Medienbranche. Scott Karp hat extra seinen Job bei Atlantic Media gekündigt.

Das Netzwerk soll zu dem Treffpunkt für Medienschaffende avancieren, dort soll die Szene sich über Themen und Profession austauschen, soziale Bande knüpfen und sich darstellen. Wem Jonet und Xing noch nicht ausreichen, kann sich für die Betaphase registrieren lassen.

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Auch das Wall Street Journal macht sich frei

Gerade erst hat Rupert Murdoch nach mühsamen Verhandlungen den Dow-Jones-Konzern übernommen, da ändert er schon die Onlinestrategie dessen Flaggschiffs.

Das Wall Street Journal nämlich wird in Zukunft kostenlos sein, meldet der Guardian. Murdoch setzt also genauso wie die New York Times auf frei zugängliche Inhalte. Die hatte sich ebenfalls erst dieser Tage entschieden, ihren TimesSelect-Bereich zu öffnen, der bislang nur gegen Bezahlung zu lesen war. Wieder ein Paid-Content-Zaun, der fällt, und das, obwohl gerade das Wall Street Journal immer als das erfolgreiche Beispiel für bezahlte Inhalte im Internet gepriesen wurde.

Ganz überraschend kommt dieser Schritt aber auch nicht: Murdoch, der unvermeidlich als “Medienmogul” attribuiert wird, hatte darüber schon vor der Übernahme in einem Gespräch mit dem Time Magazine spekuliert:

“What if, at the Journal, we spent $100 million a year hiring all the best business journalists in the world? Say 200 of them. And spent some money on establishing the brand but went global ? a great, great newspaper with big, iconic names, outstanding writers, reporters, experts. And then you make it free, online only. No printing plants, no paper, no trucks. How long would it take for the advertising to come? It would be successful, it would work and you’d make … a little bit of money.”

[Korrektur] Die FAZ hat den Guardian-Artikel genauer gelesen als die Süddeutsche Zeitung und ich es getan haben: Definitiv ist noch nichts, sondern Murdoch und seine Manager denken noch nach. Man kann davon ausgehen, dass dem lauten Nachdenken der entsprechende Schritt folgen wird, aber entschieden ist die Sache – anders als oben geschrieben – demnach bislang nicht.

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NYT:
Meinungen bald für alle

Logo TimesselectDie New York Times wird ihr Bezahl-Content-Modell Times Select beenden, hat die New York Post herausgefunden. Ein Modell, das auf den ersten Blick gar nicht so desaströs klingt.

Immerhin haben zuletzt knapp 220.000 Abonnenten monatlich 7,95 $ (oder jährlich 49,95 $) bezahlt, um die Artikel (vor allem Kolumnen und Kommentare, aber auch das Archiv zurück bis ins Jahr 1851) bei Times Select lesen zu können. Aber offenbar wiegen die Argumente der größeren Leserschaft, der Erreichbarkeit für Suchmaschinen und der größeren Zahl möglicher Werbeeinblendungen mittlerweile schwerer.

Kein Wunder, meint Scott Karp von Publishing2.com in einer sehr plausiblen Analyse: Im Internet seien so viele kostenlose Inhalte verfügbar, dass “Paid Content” in der Regel nicht mehr attraktiv sei. Und zwar nicht unbedingt erstklassige, professionelle Inhalte, sondern “lediglich” solche, die gut genug sind, um das Informations- oder Unterhaltungsbedürfnis der Nutzer zu befriedigen. Und das dürfte der Knackpunkt sein. Natürlich ist die Vielzahl der Blogs, Podcasts etcetera im Zweifelsfall nicht so “gut” wie der Output einer Vollredaktion, das wird in den nicht tot zu kriegenden Blogs-versus-Journalismus-Diskussionen oft genug betont. Aber das “Gut genug” genügt eben in sehr vielen Fällen. Möglicherweise ist also genau das noch fataler für die eingezäunten Mediengärten, denn die Konkurrenz ist dadurch übermächtig und das Qualitätsbewusstsein im Sinken.

Möglicherweise. Die Gegenthese ist, dass durch das große Angebot an “Gut-genug-Content” das Bedürfnis nach erstklassigem Inhalt steigt; die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Die Zeit steigern ihre Auflagen, vielleicht ein Beleg. Dass sich mit zuletzt kress.de, jetzt der New York Times und demnächst auch Spiegel Online aber viele gegen die Barrieren entscheiden, spricht die andere Sprache.

» Zur Analyse von Publishing2.com

[via hackr.de]

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Symbolbild Erzfeind

Gibt es einen Grund, dass das Online-Portal der Neuen Zürcher Zeitung zur Veranschaulichung einer Champions-League-Auslosung des Zürcher Fussballclubs FC Zürich einen jubelnden Spieler im Trikot des Erzfeindes FC Basel zeigt?

NZZ Basel Zürich

Ja, den gibt es:

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Blick Online und die Erotik

Blick.ch macht täglich ein Foto aus seinem als redaktionellen Inhalt getarnten, aber von einem Fremdanbieter erstellten Erotikportal und pappt es auf die Hauptseite.

Wir schrieben bereits im Januar über die Online-Girls von blick.ch. Geändert hat sich seitdem nicht viel – die auf der Seitenleiste rechts täglich wechselnden Bilder von Frauen sind ästhetisch, naja, diskussionswürdig.

Um einen Eindruck davon zu kriegen, haben wir von einigen der Bilder in den letzten zwei Monaten Screenshots gemacht. Die Auswahl ist zufällig:

11.06.2007 Online Girl 2007 06 11

12.06.2007 Online Girl 2007 06 12

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20 Minuten erfindet neue Orte

Maisfeld bei Neuenfeld? Neuenfelder Mord? Tötungsdelikt am Libanesen in Neuenfeld? Die Fantasie des Online-Portals der Gratiszeitung 20 Minuten blüht.

Neuenfeld Neuenhof Verbrecher der Schweiz

Es gibt verschiedene Arten, wie man zu Bildstrecken, in denen “Switzerland’s Most Wanted” präsentiert werden (und immer mal wieder von einer Werbung für Mobiltelefonabos unterbrochen werden), stehen kann.

Aber es gibt im Kanton Aargau, der heute Gastkanton ist hier in Berlin, nur ein Neuenhof. Und kein Neuenfeld. Ein Neuenfeld gibt es in der ganzen Schweiz keines. Dennoch kann man auf 20min.ch in den Bildstrecken-Unterzeilen mehrmals von diesem ominösen Ort lesen:

Neuenfeld 1

Neuenfeld 2

Neuenfeld 4

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Fröhliches Töten

Manchmal geht 20minuten.ch etwas sehr sportlich mit News um. So sah der Aufmacher heute Morgen aus:

20 Minuten töten

Nach einer Weile hat dann jemand gemerkt, dass Geiselnahmen und die Tour de France nicht zwingend gleich behandelt werden können. Der Aufmacher sah dann so aus:

20 Minuten töten 4

(Bilder: Screenshots 20min.ch)

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