Alle 190 Artikel zum Thema Online auf netzwertig.com:
Nicht alles, was gratis ist, ist auch umsonst: Mit vermeintlich kostenlosen Pressefotos kann man sich als Online-Journalist oder Blogger schnell teure Abmahnungen einfangen: Aufgrund begrenzter Nutzungsdauer der Lizenz.
Pressebilder bzw. deren Fotografen – etwa von Fotokameras und anderen neuen Geräten – sind üblicherweise vom Hersteller bezahlt und für den Berichterstatter kostenfrei. Bei Personenaufnahmen ist dies dagegen nicht immer der Fall.
Für gedruckte Zeitschriften ist dies auch kein Problem: Ist die Zeitschrift innerhalb der genehmigten zwei Jahre seit der Zurverfügungstellung des Fotos gedruckt, erschienen und verkauft worden, so ist dieser Regel Genüge getan. Restbestände dürfen dann auch noch nach drei Jahren verkauft werden, solange nichts nachgedruckt wird.
Völlig anders wird dies dagegen zur Zeit bei Aufnahmen für den online-Gebrauch gesehen:
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Chefredakteure und Herausgeber waren einst die Wächter über die Qualität des Printprodukts. Online übernehmen diesen Job aber die Leser – wozu also brauchts den “Editor” noch?
Wenn Jeff Jarvis mit dem Finger schnickt, dann sind die Medienseiten der Zeitungen meist voll mit dem angetippten Thema. Diesmal, bei der Frage, weshalb es zukünftig noch Herausgeber bzw. Chefredakteure für eine Zeitung geben müsse, blieb es merkwürdig ruhig im deutschen Blätterwald. Das muss dann wohl an den Herausgebern liegen …
Der Tenor von Jeff Jarvis’ Artikel lag auf der folgender Linie: Der Chefredakteur oder ‘Editor’ sorge üblicherweise dafür, dass der Themenmix stimme, dass keine lästigen Klagen zu erwarten seien, dass die vorgegebene redaktionelle Linie eingehalten würde, dass keine stilistischen Böcke geschossen werden – und er kontrolliere zudem, ob eine Geschichte auch ‘ausrecherchiert’ sei.
Die meisten dieser Funktionen – so Jarvis – würden aber online inzwischen die Mitglieder der Community erledigen, durch die dialogische Struktur der neuen Medien forme sich jeder seiner Artikel wie von selber ‘rund’, wenn man den Thread hinzurechne: “Die Berichterstattung wandelt sich vom Produkt zum Prozess”. Also könne man – angesichts der redaktionellen Sparzwänge – doch als erstes die Position des Herausgebers oder Chefredakteurs abschaffen – und seine Funktion durch einen ‘Community organizer’ ersetzen.
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Die Bildagentur Getty Images und die Fotosammelseite Flickr arbeiten künftig zusammen. Gemeinsam wolle man eine Sammlung von lizenzfreien und lizenzpflichtigen Bilder aufbauen, schreibt das offizielle Flickr-Blog. Bildredakteure von Gerry Images suchen demnach bereits auf Flickr nach geeigneten Motiven und wollen die Fotografen direkt kontaktieren. Die Plattform soll noch in diesem Jahr starten.
Mehr dazu auf unserem Schwesterblog fokussiert.com …
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Das Newsnetz, die gemeinsame Nachrichtenredaktion von Tamedia, Espace Media und Basler Zeitung startet erst in acht Tagen – einen ersten Einblick soll es schon heute geben.
Von Ronnie Grob und Ole Reißmann
Das lang erwartete Newsnetz steht vor dem Start. Während sich auf tagesanzeiger.ch eine Vorankündigung und auf baz.ch ein Blogeintrag findet, ist auf dem Onlineportal der ebenfalls beteiligten Berner Zeitung vom anstehenden Relaunch allerdings noch nichts zu lesen.
Dafür will der Tages-Anzeiger heute seine neue Seite testen. Der für 12 bis 13 Uhr angekündigte Probebetrieb begann zunächst holprig: Von der neuen Seite war bis 12.20 noch nichts zu sehen, dafür funktionieren die Links auf die einzelnen Artikel nicht mehr.
[12.28 Uhr] Espace.ch (das Online-Portal der Berner Zeitung) ist plötzlich down: “An error occurred on the server when processing the URL. Please contact the system administrator.”
[12:30 Uhr] Langsam geht es doch los, doch Links auf Artikel landen (bzw. verschwinden) auf tagesanzeiger.newsnetz.ch:
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Hilfe, die User kommen: Kommentare auf Nachrichtenseiten sind mitunter ein heikles Thema, sueddeutsche.de und Facts 2.0 gute Beispiele. Hier sind zehn Wege, wie es besser geht.
Derek Powazek hat 10 Punkte aufgestellt, wie Kommentare auf Nachrichtenseiten gut funktionieren können: “10 Ways Newspapers Can Improve Comments”. Für einen kurzen Überblick hier die zehn Punkte in deutscher Übersetzung und ohne die ausführliche englische Erklärung:
- Registrierung voraussetzen
- Regeln aufstellen und durchsetzen
- Einen “Community Manager” beschäftigen
- Kommentare in eine Form bringen (eine bestimmte Länge nicht über- oder unterschreiten, nicht ALLES IN GROSSBUCHSTABEN zulassen …)
- Der Community Einflußmöglichkeiten geben (zum Beispiel über einen Button, mit dem anstößige Inhalte gemeldet werden können)
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Zusammen sind sie stark: Wie alte Medien und Blogs miteinander auskommen können und eine neue Arbeitsteilung die Feindseligkeit zwischen Bloggern und Journalisten ersetzen kann.
Wie alte Medien bei der Themenfindung und Recherche von Blogs profitieren können, haben wir am Fall Bankhofer bereits gezeigt. Aber wie genau kann eine neue Arbeitsteilung in Zukunft funktionieren?
Vor allem altmediale Redaktionen bräuchten eine Zusatzfunktion, die sich als Watchblog in Gegenrichtung bezeichnen ließe. Sie würden nicht den Altmedien die eigenen Fehler aufs Brot schmieren, sondern in den Schwarm hinein beobachten – also vice versa zu dem, was üblicherweise als Watchblog bezeichnet wird. Als Beispiel hier einige derzeit unterbelichtete Themen, die in den Blogs zwar abgehandelt werden, die aber auf dem Redaktionsmarkt noch gar nicht recht vorhanden sind. Hier könnte jede Zeitung via Watchblog passende Anregungen aufgreifen – ob Frauenzeitschrift oder Politmagazin, ob Wirtschaftsdienst oder Tageszeitung – und sich mit Hilfe dieser Vorarbeit aus der Blogosphäre konturierter ‘profilieren’:
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98 Jahre ist er alt und kann sich nicht erinnern, dass seine Frau schon gestorben ist: In einem berührenden Foto-Essay erzählt Phillip Toledano vom Alltag seines dementen Vaters.

“Days with My Father” heißt ein Foto-Essay des New Yorker Fotografen Phillip Toledano. Er zeigt liebevolle Bilder aus dem Alltag seines Vaters, der sich den Tod seiner verstorbenen Frau nicht merken kann. Manche der intimen Aufnahmen sind mit kleinen Texten versehen – kleine Anekdoten oder wie sich Sohn und Vater verstehen. Dabei ist das Essay nicht grundweg traurig, sondern zeigt auch Momente voller Humor im Leben des alten Mannes. Den hat er, im Gegensatz zum Kurzzeitgedächtnis, nicht verloren.
Mehr über neue Erzählformen im Internet:
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Und sie bewegen sich doch aufeinander zu: Was uns der Fall Bankhofer über das Verhältnis zwischen Bloggern und Journalisten zeigt. Entsteht eine neue Arbeitsteilung?
Eindeutig waren es zunächst einige Blogger, die – angelockt von der Bankhofer?schen Königs-Artischocke – einem strengen Melissenduft nachgingen und die konkreten Auswirkungen von Beraterverträgen mit Wort, Bild und YouTube illustrierten. Zu nennen sind hier vor allem drei Blogs – die Gesundheitsblogger der Stationären Aufnahme, Lanus Heul nicht – sag was! und das Gemeinschaftsblog für exitorientierte Unternehmensmeldungen namens BooCompany. Zu diesen Blogs, die untereinander zum Teil auch personell verflochten sind, kamen etliche andere Blogs hinzu, die wertvolle Kärrnerarbeit leisteten – ich nenne hier stellvertretend nur das Blog Plazeboalarm auf ScienceBlogs, wo man die Idee hatte, einfach mal in Apotheken zu gehen, um zu gucken, was man denn bekommt, wenn man nach der wirkungsmächtigen Klostermelisse des Herrn Bankhofer fragt.
So muss man sich die ‘Schwarmintelligenz’ der Blogosphäre in der Realität vorstellen:
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Keine Zukunft für Ivy: Heft und Internetseite von Burdas Medienmarke für ökologisch korrekten Lifestyle haben laut Verlag “keine ausreichende Perspektive”.
3,67 Millionen Lohas – auf Nachhaltigkeit, gesunden Lebensstil und Verantwortung ausgerichtete Konsumenten – soll es in Deutschland geben, hatte man bei Burda errechnet und mit Ivy gleich die passende Medienmarke dazu kreiert. In den USA funktioniert es doch auch, dort ist das Internetportal TreeHugger erfolgreich und es gibt mit Good das Magazin fürs korrekt-grüne Leben. Der Ökotrend wurde in Deutschland spätestens offensichtlich, als auch Discounter mehr oder weniger ökologisch korrekte Waren in die Regale räumten. Auftritt Ivy: Mit Internet-Community und einem Magazin stürzte sich Burda im Herbst vergangenen Jahres auf die Lohas. Erst kam eine Ausgabe an den Kiosk, dann noch eine – richtig überzeugt schien der Verlag dabei nicht.
Jetzt steht die Zukunft des “Testprojekts Ivy” fest:
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Viel Arbeit für einen Text – und die Leser klicken lieber auf die Fotostrecke mit hübschen Athleten: Ausgerechnet Nick Denton, Vorreiter des Klick-Journalismus, jammert darüber.
Seine Angestellten bezahlt er nach Klicks – wer reißerische, massenkompatible Texte im Stundentakt rausrockt, verdient ganz ordentlich bei den Online-Magazinen von Nick Dentons Firma Gawker Media. Für seine Blogs, darunter das freche, laute und erfolgreiche Medienblog Gawker, arbeiten junge Berufseinsteiger bis zum umfallen: Immer schneller, mehr Klicks, mehr Skandale. Journalismus im Internetzeitalter sei “solitary, poor, nasty, brutish, and short”, tönt er kraftmeiernd.
Während sich die deutschsprachige Blogosphäre noch versucht, aus der Bedeutungslosigkeit herauszubankhofern, hat Denton tatsächlich Bedeutung. Wer sich als Autor für eines seiner Blogs aufgerieben hat, verlässt Gawker Media nicht selten mit einer Anstellung bei den vielgeschmähten “MSM”, den Mainstream-Medien, einem Buchdeal oder einer Covergeschichte im New York Times Magazin.
Die Bedeutung reicht aber noch viel weiter: Gawker Media zeigt die dunkle, klickfixierte Seite des Online-Journalismus. Die Aufbereitung einer Tabelle zur 170-Klick-Geschichte ist nichts dagegen:
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