Alle 11 Artikel zum Thema NZZ auf netzwertig.com:
NZZ
Dem Schnellstarter NYT folgend hat gestern auch die Neue Zürcher Zeitung eine sehr schicke Timeline auf Facebook veröffentlicht, die den interessierten Leser bis zur ersten Ausgabe am 12. Januar 1780 zurückführt.
» NZZ Neue Zürcher Zeitung ist bei Facebook
Creative Commons
Auch erfreulich: das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt stellt die eigenen Bilder unter eine Creative Commons Lizenz.
Für die Idee, dass öffentlich finanzierte Daten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollten, ist das ein großer Fortschritt.
» Bilder des Raumfahrtzentrums DLR befreit
» Creative Commons: Die Jedermann-Lizenz und die Inhalte des DLR
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Zeitungskrise? Ein Chefredaktor auf einer Veranstaltung in Zürich wollte davon nicht viel wissen: Eigentlich gehe es noch erstaunlich gut. Trotzdem werden in Schweizer Verlagen gerade Stellen abgebaut.
Gestern Abend waren sich die Medienschaffenden auf dem Podium einer Veranstaltung von News Aktuell in Zürich beinahe einig: Inhalte zählen, Qualität setzt sich durch – und so dramatisch sei der der Niedergang der Zeitung dann doch nicht, so zumindest Norbert Neininger, Verleger und Chefredaktor der Schaffhauser Nachrichten. Allerdings: Zur gleichen Zeit wurde offenbar bei der NZZ telefoniert, nicht alle Mitarbeiter können wohl weiter beschäftigt werden.
Also doch eine Zeitungskrise? Am Mittwoch, keine 24 Stunden später, dann weitere “undramatische” Nachrichten: Bei Ringier, der Weltwoche und bei der Gassman AG werden Stellen abgebaut. Bei Ringier fallen 22 Stellen weg, davon 6 durch Frühpensionierungen, berichtet persoenlich.com. Vor allem der Blick sei betroffen, allein hier sollen acht Stellen wegfallen, davon zwei bei Blick Sport.
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Gruner und Jahr, WAZ-Gruppe, NZZ, Burda: Die Branche spart sich krisenfest, auf der Strecke bleiben Mitarbeiter – und schließlich auch die Leser …
Im Jahr 2008 blieben die Anzeigenerlöse bei allen Zeitungen weit hinter den Erwartungen zurück – und das nicht nur wegen der kommenden Rezession, die erst 2009 voll durchschlagen dürfte. Bei Gruner und Jahr gilt längst ein rigoroser Einstellungstopp, demnächst müssen wohl ganze Titel daran glauben: “Es ist daher notwendig, dass wir in den nächsten Wochen in all unseren Ländern unser Portfolio um jene Titel bereinigen, die keine Aussicht haben, die Krise zu überstehen”,
schreibt Verlagschef Bernd Kundrun. Um sprachlich zwischen den getrennten Welten der Ökonomen und der Geistigen übersetzend auszuhelfen – der Reporter, der ‘bereinigt’ dann auf der Straße stehen wird, der nannte Kundruns ‘Portfolio’ bisher schlicht ‘seine Redaktion’.
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Sechs regionale Medienhäuser tun sich zusammen und bieten dem Newsnetz die Stirn: Im Oktober soll das gemeinsame Portal news1.ch starten. Plötzlich steht die NZZ alleine da …
Der Weg zu news1.ch ist kein kurzer. Obwohl die Software zum Nachrichtenportal der “führenden Regionalverleger” schon im November 2007 sozusagen pfannenfertig in der Schublade lag und es im Frühling 2008 hätte gestartet werden sollen, wurde es erst jetzt offiziell angekündigt – für den Oktober.
Mitmachen werden:
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Nur ausgewählte Bilder bekommen Zuschauer von der Euro 2008 zu sehen. Journalisten meiden das Thema, fürchten um ihre VIP-Karten. In Sachen Zensur kritisiert man lieber China.
Das doch eher als provinziell angesehene St. Galler Tagblatt spricht aus, wie viele Journalisten die nicht gezeigten Bildern von der Fussball-EM 2008 wahrnehmen. Das lesenswerte Werk heisst Sport und Medien: Ein Anpfiff:
Eigentlich müsste ein Aufschrei durch die Medienlandschaft gehen, ja, durch ganz Europa. Denn die journalistische Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Doch es sind nur einige wenige Stimmen, die auf Anfrage Stellung nehmen (…). Wieso aber sollte man reagieren? Nun, ersetzen Sie doch mal die Euro durch Olympia und «Uefa» durch «chinesische Regierung»: «Wer die Olympia-Wettkämpfe am Fernsehen verfolgt, sieht nicht alles: Die Bilderauswahl trifft die chinesische Regierung als Veranstalter gleich selber – und achtet darauf, dass keine ihr unliebsamen Szenen in die guten Stuben flimmern.»
Doch es geht kaum ein Aufschrei durch die Medienlandschaft. Und Marlis Prinzing, Verfasserin des Anpfiffs, weiss auch wieso:
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NZZ-Redaktor Rainer Stadler gewinnt für seine Berichterstattung über Medien den Zürcher Journalistenpreis. Vergeben wird der Preis in vier Kategorien – wir haben Links zu allen vier Gewinnern.
Schon seit 27 Jahren kürt der Zürcher Presseverein herausragende journalistische Arbeiten. Aus mehr als 150 Einsendungen hat die fünfköpfige Jury der Stiftung Zürcher Journalistenpreis vier Gewinner ausgewählt – wie vermeldet wird (persoenlich.com, NZZ, Klein-Report). Nur die Links wurden wieder mal weggelassen. Sie können alles – außer online. Deshalb hier die Gewinner inklusive Links auf ihre Werke:
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Zwei Medienkampagnen, das Ende des Interviews, ein Spielverderber, neue Pop-Recherche und der entfesselte Internet-Mob.
Vor dem Ende des Interviews warnt Adrian Schimpf, Ex-Chefjustiziar der Financial Times Deutschland und Manager bei Gruner und Jahr, auf Spiegel Online. Anlass ist ein Urteil der Zivilkammer 24 des Hamburger Landgerichts, nachdem Medien für die Wahrheit von Interviewäußerungen Dritter haften. (Wir hatten dazu zwei Tage vorher auf eine Meldung von newsroom.de verlinkt.)
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Es hat funktioniert. Im letzten November hatten wir beschlossen, ein «Blogwerk Jahrbuch 2007» mit den besten Blogwerk-Beiträgen des vergangenen Jahres herauszugeben. Auf Papier, denn unsere Überlegung war: So besteht eine grössere Chance, dass auch Journalisten und Werber es lesen.
Vor Weihnachten haben wir es versandt; auf den Verteiler habe ich unbekannterweise auch Stefan Betschon, Ressortleiter «Medien und Informatik» bei der NZZ genommen. Und tatsächlich, schon nach drei Monaten hat er es gelesen und publiziert in der Ausgabe von gestern die Replik. (Das ist wohl der übliche Vorlauf bei der NZZ für alles, was nicht tagesaktuell ist; der Blogger-Artikel von Matthias Daum, für den ich Mitte Januar interviewt wurde und Anfang Februar die Zitate autorisiert habe, ist auch noch nicht erschienen. Ist allerdings nicht für das Medien-Ressort.)
Betschon nennt seine Betrachtungen originellerweise Web 2.0. Vom Leistungsdruck, dass diese Überschrift einen weiten Fokus verspricht, befreit sich der Autor sogleich mit etwas Ironiegeschwurbel, bei dem man nicht genau versteht, worauf er hinaus will, sowie etwas am unpassenden Ort angebrachtem Typografie-Detailwissen. Vielleicht kommt das ja in der gedruckten Zeitung gut. In der wird man im übrigen auch nicht abgelenkt dadurch, dass der Text durchbrochen ist von einem grossen, quadratischen Banner, das wechselweise für eine Fluglinie oder «Schnäppchen bei Neckermann» wirbt. (Ja, Blogwerk hat auch Banner, aber nicht in der Mitte des Lauftexts.)
Nach dem Geblinke geht’s aber endlich los mit dem Inhalt.
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Ausser den Gratiszeitungen verlieren fast alle Printprodukte an Lesern, das zeigen die aktuellen Zahlen der Schweizer Presse. Besonders im Hintertreffen: Die Traditionsverlage Ringier und NZZ.

Screenshot 20min.ch
Kommen wir doch zuerst zu den Gewinnern, den Gratiszeitungen: Der Branchenleader 20 Minuten steigerte seine Leserzahlen um 2.3% und titelte heute auf seinem Onlineangebot: “20 Minuten: Doppelt so viele Leser wie Blick“. Das ist beinahe wahr, denn während 20 Minuten 1.244.000 Leser ausweisen konnte, schaffte es der ehemalige König des Boulevards, der Blick, nur noch auf 672.000 Leser. Doch es geht noch schlimmer:
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Wir haben schon lange nichts mehr gelesen in den Zeitungen über die effektiv verschwindend kleinen Zugriffszahlen auf Blogs, die sie zu komplett irrelevanten und daher unzubeachtenden Medien macht. Heute ist es mal wieder so weit, ausgerechnet in der renommierten Neuen Zürcher Zeitung.
Dr. Sabine Pamperrien, selbst Bloggerin bei einem Blog, der mir bisher vor allem darum aufgefallen ist, weil ich mal während fünf Minuten herauszufinden versuchte, wie man dort einen Kommentar abgibt (ich bin gescheitert), schreibt heute in der NZZ unter dem Titel “Blogs als Seismografen“:
Wenn vor zwei Jahren im deutschen Wahlkampf die Rede davon war, dass die Blogosphäre sich im Entwicklungszustand des Kleinkinds beim Zahnwechsel befinde, so hat sich daran bis heute nicht viel geändert. Selbst das deutsche Top-Blog schlechthin, Bildblog.de, verzeichnet gerade einmal etwa 20 000 Zugriffe im Monat.

Bild: Screenshot google.de
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