Thema: Netzneutralität

 

Alle 22 Artikel zum Thema Netzneutralität auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Breitband-Drosselung mit Ausnahmen:
Der schwelende Konflikt um die Netzneutralität bricht endlich aus

Über eine Breitband-Drosselung mit Ausnahmen möchte die Telekom die Netzneutralität begraben. So skandalös das Verhalten ist: Es wird Zeit, dass der sich lange abzeichnende Konflikt endlich offen ausgetragen wird.

TelekomEigentlich dachte ich, frecher und ignoranter, als die Presseverlage es beim Leistungsschutzrecht getan haben, könnte man gar nicht gegen die Einzigartigkeit des Internets vorgehen. Doch die Deutsche Telekom beweist, dass es doch geht. Der Telekommunikationskonzern tut einfach so, als könnte er ungehindert die Netzneutralität abschaffen, und strengt sich nicht einmal an, dieses Bestreben in irgendeiner Form zu verbergen. Stattdessen gab Deutschlandchef Niek Jan van Damme kürzlich in einem vielzitierten Interview mit der Welt unverblühmt zu verstehen, dass sich Webdienste durch “Kooperationsmodelle” von der geplanten, ab einem bestimmten monatlichen Datenvolumen greifenden Geschwindigkeitsdrosselung freikaufen können. Genau hiermit verstößt die Telekom gegen das Grundprinzip der Netzneutralität, nach dem Daten grundsätzlich gleichberechtigt übertragen werden. » weiterlesen

“Internetfirmen sollen zahlen”:
Die kollektive Einfallslosigkeit
von Verlagen und Netzbetreibern

Verfechter des Leistungsschutzrechts stören sich daran, dass Google und andere mit fremden Produkten viel Geld verdienen. Das gleiche Argument nutzt Telekom-Chef René Obermann für Forderungen der Netzbetreiber. In beiden Fällen fehlt dieser Behauptung die Substanz.

Die Verlage erstellen die Leistungen, mit denen Google dann Kasse macht – so lautet das Primärargument der Verfechter eines Leistungsschutzrechts. Was als Aussage schmissig klingt, vernachlässigt bekanntlich allerlei entscheidende Fakten. Zum Beispiel, dass zwei- bis dreizeilige Snippets aus Lesersicht wohl kaum als Substitut für den gesamten Artikel ausreichen – zumindest nicht, wenn es um den häufig propagierten Qualitätsjournalismus abseits von schlichten, von Presseagenturen übernommenen Nachrichtentexten geht. Oder auch, dass die Verlage mit dem Traffic der Suchmaschinen und Aggregatoren selbst viel Geld verdienen, indem sie ihn durch Werbeanzeigen oder Bezahlschranken monetarisieren. Ebenfalls ignoriert die Behauptung, dass der entscheidende Dorn im Auge der Verlage – Google News – keine Werbung enthält und keine Umsätze generiert.

Kurzum: Blickt man hinter die Plattitüde, erkennt man, dass sie von innen hohl ist. Doch weil genau solche eigentlich hohlen Behauptungen im ersten Moment besonders knackig klingen und bei Politikern auf offene Ohren stoßen, gehören sie zum Standardrepertoire von Unternehmenslenkern mit politischer Agenda. Was Telekom-Chef René Obermann gerade auf dem Mobile Word Congress von sich gab, erinnert stark an die Rhetorik der Presseverlage – mangelnde Substanz inklusive. Obermann, der sich gerne nahbar und bodenständig gibt, warf der Internetbranche eine “Freifahrtmentalität” vor. Sie würde der Devise folgen “Ihr investiert, wir schöpfen die Gewinne ab”, was auf Dauer nicht tragbar sei. » weiterlesen

Spotify-Flatrate der Telekom:
Die neue Macht der Mobilfunkprovider ist Fluch und Segen zugleich

Die Telekom bietet jetzt auch für Bestandskunden ihrer Mobilfunksparte ein musikalisches Sorglos-Paket an: Die Spotify-Flatrate für unterwegs, ohne Begrenzung des Datenvolumens. Was auf den ersten Blick nur erfreulich scheint, wirft auch kritische Fragen auf.

Welchem Musikfreund gefällt die Vorstellung nicht? Mit dem Smartphone aus dem Haus zu gehen und für 10 Euro im Monat 18 Millionen Songs in der Hosentasche mit dabei zu haben. Keine Downloads, kein Offline-Modus, kein Verbrauch des eigenen, knappen Datenkontingents. Die Telekom macht es möglich: Nachdem im August schon um Neukunden mit dieser Offerte gebuhlt wurde, können nun auch Bestandskunden das Spotify-Sorglos-Angebot zu ihren Verträgen hinzu buchen.

Maximale Freiheit zum Sparpreis – zu Lasten des Wettbewerbs

Der Preis ist heiß: Die 9,99 Euro, die für eine mobile Nutzung des Streaming-Service monatlich zu Buche schlagen, sind in den aktuellen Tarifangeboten des Mobilfunkriesen bereits eingepreist worden. Der Unterschied zum regulären Abonnement: Im Gegensatz zu den Spotify-Bestandskunden, die ihre Verträge direkt über den Musikdienst abgeschlossen haben, ist für Telekomkunden ein unbegrenztes Datenkontingent für den mobilen Musikgenuss speziell und ausschließlich nur für diesen Streaming-Dienst inkludiert worden. Unabhängig vom normalen Datenvolumen, das Kunden des Carriers über deren jeweilige Leistungspakete zur Verfügung steht, wird der Spotify-Traffic getrennt behandelt: Er steht Kunden unlimitiert zur Verfügung. Die Telekom trennt also in diesem Fall den Datenverkehr nach der Nutzungsart. » weiterlesen

Apps sollen Traffic-Kosten der Nutzer übernehmen können:
Der gefährliche Plan von AT&T

Der US-Telekommunikationskonzern AT&T möchte Anbietern von mobilen Onlinediensten die Möglichkeit einräumen, die Kosten für das Datenvolumen der Nutzer zu übernehmen – ein gefährlicher Plan, bei dem es nur Verlierer gibt.

Foto: Flickr/renatomitra, CC BY-SA 2.0

Die Betreiber von Mobilfunknetzen sorgen sich um ihre künftige Profitabilität. Allein zwischen 2011 und 2016 soll sich der mobile Internet-Traffic verzehnfachen. Nur mit einem permanenten Ausbau der Kapazitäten sowie einem zielgerichteten LTE (“4G”)-Vorstoß kann die explosionsartig steigende Nachfrage bedient werden. Gleichzeitig brechen den Netzbetreibern die Einnahmen aus dem herkömmlichen Telefonie- und SMS-Geschäft weg, weil Konsumenten auf datenbasierte VoIP- und Chat-Apps ausweichen.

Der hohe Investitionsbedarf im Kontext der Erweiterung der Netze bei gleichzeitig sinkenden Umsätzen aus dem traditionellen Mobilfunkbusiness fordert die Kreativität der Mobilfunker, neue potenzielle Erlösquellen anzuzapfen. Ein gemeinsam forcierter SMS-Nachfolger steht hierbei genauso auf der Agenda wie das derzeit auf dem Mobile World Congress in Barcelona heiß diskutierte Thema von über die Mobilfunkrechnung abgewickelten Smartphone-Transaktionen.

Doch wenn einst als sicher geltende Gewinne auf dem Spiel stehen, neigen der guten alten Zeit nachtrauernde Firmen leider auch dazu, vollkommen absurde Vorschläge zu machen. Der US-Telekommunikationskonzern AT&T fällt dieser Tage mit einem Vorstoß auf, der zwar in erster Linie den US-amerikanischen Markt beträfe, der aber – sofern in die Tat umgesetzt – ein fatales Zeichen für die Zukunft des mobilen Internets weltweit setzen würde.

» weiterlesen

Apps sollen Traffic-Kosten der Nutzer übernehmen können:
Der gefährliche Plan von AT&T

Der US-Telekommunikationskonzern AT&T möchte Anbietern von mobilen Onlinediensten die Möglichkeit einräumen, die Kosten für das Datenvolumen der Nutzer zu übernehmen – ein gefährlicher Plan, bei dem es nur Verlierer gibt.

Foto: Flickr/renatomitra, CC BY-SA 2.0

Die Betreiber von Mobilfunknetzen sorgen sich um ihre künftige Profitabilität. Allein zwischen 2011 und 2016 soll sich der mobile Internet-Traffic verzehnfachen. Nur mit einem permanenten Ausbau der Kapazitäten sowie einem zielgerichteten LTE (“4G”)-Vorstoß kann die explosionsartig steigende Nachfrage bedient werden. Gleichzeitig brechen den Netzbetreibern die Einnahmen aus dem herkömmlichen Telefonie- und SMS-Geschäft weg, weil Konsumenten auf datenbasierte VoIP- und Chat-Apps ausweichen.

Der hohe Investitionsbedarf im Kontext der Erweiterung der Netze bei gleichzeitig sinkenden Umsätzen aus dem traditionellen Mobilfunkbusiness fordert die Kreativität der Mobilfunker, neue potenzielle Erlösquellen anzuzapfen. Ein gemeinsam forcierter SMS-Nachfolger steht hierbei genauso auf der Agenda wie das derzeit auf dem Mobile World Congress in Barcelona heiß diskutierte Thema von über die Mobilfunkrechnung abgewickelten Smartphone-Transaktionen.

Doch wenn einst als sicher geltende Gewinne auf dem Spiel stehen, neigen der guten alten Zeit nachtrauernde Firmen leider auch dazu, vollkommen absurde Vorschläge zu machen. Der US-Telekommunikationskonzern AT&T fällt dieser Tage mit einem Vorstoß auf, der zwar in erster Linie den US-amerikanischen Markt beträfe, der aber – sofern in die Tat umgesetzt – ein fatales Zeichen für die Zukunft des mobilen Internets weltweit setzen würde.

» weiterlesen

Linkwertig:
Content Farms, GuttenPlag,
Netzneutralität, Rezepte

Google
Search Engine Land hat Zahlen, wie sich Googles jüngste Anpassungen der Algorithmen auf Content Farms auswirken. Hunderte Domains mussten signifikante Verluste bzgl. der Sichtbarkeit hinnehmen.

» Number Crunchers: Who Lost In Google’s “Farmer” Algorithm Change?

 

GuttenPlag
Das GuttenPlag-Wiki wird sich nach der Dissertation von Karl-Theodor zu Guttenberg nun auch den Doktorarbeiten anderer Politker widmen.

Die Liste ist lang. Mehr als 30 Einträge lang. Und sie enthält bekannte Namen wie Dr. Guido Westerwelle, Gregor Gysi und Angela Merkel.

» Plagiatejäger suchen den nächsten Täter

 

» weiterlesen

Ausblick 2011:
Das Ende des sorgenfreien Surfens

Netzbetreiber und Internetzugangsanbieter sehen ihr wirtschaftliches Wachstumspotenzial in Gefahr. 2011 werden sie an vielen Schrauben drehen, um neue Einnahmequellen zu finden. Die Ära der unbeschränkten Internetnutzung könnte bald vorbei sein.

2010 war das Jahr, in dem das Thema Netzneutralität in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit gelangte. Zwar dürfte auch heute noch die Mehrzahl der Bürger keine Ahnung davon haben, worum es bei dem Begriff geht, aber dennoch ist davon auszugehen, dass die Problematik mittlerweile deutlich mehr Menschen bekannt ist als noch vor zwölf Monaten.

Ursache dafür sind nicht nur die immer häufiger zu hörenden Aussagen von Netzbetreibern und Telekommunikationsmanagern, mehr Flexibilität bei der Gestaltung von Internetzugängen anzustreben, sondern auch einzelne Vorfälle, die mal mehr, mal weniger mit der Netzneutralität zu tun hatten und bei interessierten Beobachtern zu einer Sensibilisierung für die Gesamtthematik rund um Eingriffe und Benachteiligungen im festen und mobilen Breitbandinternet sorgten.

» weiterlesen

Wikileaks:
Gefahr für die Netzneutralität

Wikileaks ist keine Revolution, sondern eines ihrer Symptome. Aber möglicherweise das mit den bisher schwerwiegendsten Konsequenzen: Es dürfte zu einer breiten Allianz gegen die Netzneutralität führen.

Der neudeutsche “Shitstorm”, den dieser Tage Unternehmen wie die Schweizer Postbank Postfinance über sich ergehen lassen müssen, weil sie der Organisation Wikileaks die Zusammenarbeit entzogen hat, wird seine Spuren hinterlassen. Und auch wenn wir sie dannzumal nicht mehr als solche erkennen werden, werden wir wahrscheinlich darunter zu leiden haben.

Die Skriptkiddies und Cyber-Anarchos, die in heller Empörung Paypal, Mastercard und eben Postfinance mit DDoS-Angriffen überziehen und deren Facebook-Seiten mit Beschimpfungen zumüllen, leisten ihrer eigentlichen Absicht den gleichen Bärendienst, für den ich auch zunehmend das Vorgehen von Wikileaks halte.

» weiterlesen

Linkwertig:
Big Brother Awards, Netzneutralität,
Open Data, Journalismus

Big Brother Awards
Am Montag wurden in Wien die 12. Österreichischen Big Brother Awards verliehen. Vizekanzler Pröll, die Staatsanwaltschaft, EU-Kommissarin Malmström, ITworks und T-Mobile wurden für ihr Engagement im Feld der Überwachung, Kontrolle und Bevormundung ausgezeichnet.

» Österreichische Big Brother Awards vergeben

-

Netzneutralität
mrtopf möchte in einer Serie eine verständliche Einführung in die Themen rund um Netzneutralität geben und erklärt im ersten Teil die benötigten technischen Grundbegriffe.

In diesem Blogpost geht es zunächst um Peering, Transit, Bandbreite und der Struktur des Netzes generell, mit der ich auch beginnen will.

» Netzneutralität: Wie funktioniert das Internet? Teil 1: Die Struktur

» weiterlesen

Netzneutralität:
Was die Diskriminierung von Daten
in der Praxis bedeutet

Aus Verbrauchersicht ist das Thema Netzneutralität nur schwer zu greifen. Kunden des US-Kabelbetreibers Cablevision durften am Wochenende jedoch spüren, was es in der Praxis bedeutet.

Die Debatte um die Neutralität der Netze war bisher aus Konsumentensicht primär eine theoretische, die sich vor allem aus den möglichen Folgen und Implikationen der Aussagen von Telekommunikationsanbietern und Branchenvertretern nährte. Selbst wenn Eingriffe von Providern in den über das Internet gesendeten Datenverkehr sowie eine Blockade der Übermittlung bestimmter Datenarten (z.B. VoIP, P2P) seit langem üblich sind, bleiben ein Großteil der Verbraucher bisher von derartigen Maßnahmen zumindest im stationären Breitbandweb verschont.

Womöglich ist es genau dieser theoretische Einschlag der Diskussion, der das Thema in seinem aktuellen Stadium für Endanwender, Medien und selbst Politik wenig greifbar macht und somit auch kaum relevant erscheinen lässt. Es ist davon auszugehen, dass weit mehr Menschen einen bewussten Wunsch nach Netzneutralität entwickeln, sobald sie konkret und am eigenen Leib spüren, was es heißt, wenn der heimische Breitbandanschluss bestimmte Arten von Daten diskriminiert, während andere problemlos durch die Leitung flutschen.

» weiterlesen