Thema: Netzneutralität

 

Alle 33 Artikel zum Thema Netzneutralität auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Frontlinie im Kampf um die Netzneutralität:
Niemand braucht die “Spezialdienste” der Netzbetreiber

Der Neid auf die erfolgreichen Internetfirmen bringt die Netzbetreiber dazu, unter dem Vorwand von Innovation “Spezialdienste” als neue Erlösquellen anbieten zu wollen. Doch diese braucht niemand.

internetDas vom EU-Parlament verabschiedete Regulierungspaket für Telekommunikationsanbieter ist, wie kommentiert, ein Grund zur Freude für Anhänger eines freien Internets. Gerade die klare Unterstützung der Durchsetzung von Prinzipien zur Sicherung der Netzneutralität stellt eine gute Nachricht für Bürger sowie die gesamte Internetwirtschaft dar. Allerdings existiert im Verordnungsentwurf in dieser Frage noch eine entscheidende Lücke, wie die Netzaktivisten des Vereins Digitale Gesellschaft monieren: Sie räumt es Zugangsbetreibern ein, sogenannte “Spezialdienste” anzubieten – ohne genau zu definieren, was in diese Kategorie fällt und unter welchen Voraussetzungen diese angeboten werden dürfen. Zwar schließe die Verordnung eine Drosselung oder Blockierung des offenen Internets zugunsten dieser Spezialdienste aus, dennoch bestehe weiterhin die Gefahr eines “Zwei-Klassen-Netzes”, weil einzelne Onlineservices gemäß der aktuellen Regulierung als kostenpflichtige Spezialangebote aus dem offenen Netz ausgegliedert werden könnten.

Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird die Thematik der “Spezialdienste” die Öffentlichkeit und Politik noch einige Zeit beschäftigen. Immerhin verläuft hier nun die Frontlinie zwischen den Vorkämpfern der Netzneutralität und den Providern, die bestrebt sind, abseits der von Verbrauchern gezahlten Gebühren für die Bereitstellung des Internetzugangs neue Erlösquellen zu erschließen. Genau genommen geht es also um die uralte Frage, welche Aufgaben Netzbetreiber übernehmen sollen. Die Vorstellungen hierüber unterscheiden sich markant. » weiterlesen

Netzneutralität ja, Roamingebühren nein:
Europa, das hast du gut gemacht!

Mit dem Beschluss der Durchsetzung von Netzneutralität und Abschaffung von Roamingebühren setzt die europäische Politik ein Zeichen, das symbolische und praktische Bedeutung für ein geeintes Europa besitzt. Anhänger dieser Idee haben endlich wieder einen Grund zur Freude.

Digitales EuropaIch bin ein Anhänger der europäischen Idee und der damit verbundenen Vorzüge wie der Reisefreiheit und Freizügigkeit, der einheitlichen Währung sowie dem einheitlichen Finanz- und Handelsraum. Außerdem bin ich der Überzeugung, dass die verschiedenen Kulturen Europas sich einander sehr viel ähnlicher sind, als dies vielen Menschen bewusst ist. Meist merkt man dies nur erst, wenn man einmal längere Zeit den Kontinent verlassen hat. Leider waren die vergangenen Jahre für Menschen mit meiner Sichtweise von der Sorge geprägt, dass all das durch die Folgen der Finanz- und Schuldenkrise zu Bruch gehen könnte. Nationalismus und Separatismus, die Unterminierung des Schengenabkommens sowie Forderungen nach der Wiedereinführung nationaler Währungen mögen für manche nach einer geeigneten Lösung anmuten, um die Krise zu bewältigen. In meinen Augen jedoch wäre dies als strategische Richtung ein großer Verlust und ein fataler Fehler. » weiterlesen

Linkwertig:
Netzneutralität, Gmail, Neustart, ZunZuneo

Netzneutralität
Das EU-Parlament hat gestern für Netzneutralität gestimmt.

Das war nur die erste Lesung, wenn auch eine vielleicht entscheidende Schlacht. Im weiteren Verlauf haben wir schlechtere Karten gegenüber den Lobbys der Telekom-Industrie, weil jetzt die Regierungen im EU-Rat mitreden werden.

» EU-Parlament stimmt für Netzneutralität

 

Gmail
Gmail – das vielleicht nützlichste ältere Produkt von Google, das das neuere Google noch nicht völlig verschlimmbessert hat – wurde stolze 10 Jahre alt.

» Happy Birthday, Gmail

 

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Linkwertig:
Yahoo, Netzneutralität, SM, Cloudera

Rasperry PI
Das BäckBlog zeigt in einem kleinen Experiment, wie schon ein Rasperry PI für 29 Euro 44x performanter ist, als die Webseite des österreichischen Parlaments.

Die Homepage des Parlaments hat übrigens 2 Mio Euro gekostet und einmal abgesehen von einer UI, die dem Look and Feel einer Behörde zu 100% gerecht wird, stellt sich hier die Frage, warum davon kein einziger Euro für automatische Skalierung ausgegeben wurde.

» Dieser 29 Euro Mini Rechner ist 44x schneller als die 2 Millionen teure Parlamentshomepage

 

YouhooTube
Yahoo nimmt wieder einmal Anlauf auf das Thema Video, diesmal soll mitunter die Abwerbung von YouTubern die Massen begeistern.

Yahoo weiß, dass Youtube-Anbieter seit Jahren damit unzufrieden sind, dass Google 45 Prozent der Anzeigenannahmen für sich behält.

» Yahoo möchte einen Youtube-Konkurrenten schaffen

 

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Netzneutralität und Massenüberwachung:
Die Freiheit verschwindet schleichend

Die Beschneidung des Internets geschieht nicht von heute auf morgen, sondern schleichend. Effektiv gegensteuern kann man aber nur, solange die Bedrohungsszenarien noch abstrakt und theoretisch sind. Danach wird es sehr schwer.

Big BrotherWenn Netzaktivisten und Anhänger eines freien Internets im Bekanntenkreis oder in der Öffentlichkeit ihre Standpunkte vertreten, erleben sie oft Reaktionen, die so gar nicht zu der von ihnen skizzierten Gefahrenlage passen. Relativierungen, Gleichgültigkeit oder gar eine Belächelung der Aussagen sind die Regel, nicht die Ausnahme.

Der Grund dafür könnte natürlich sein, dass die Risikobeschreibungen weit ab von jeglicher Realität liegen und dem Hirn eines offenbar paranoiden Verschwörungstheoretikers entstammen. Häufig ist die uninteressierte oder gar ablehnende Haltung der Zuhörer allerdings auf das mangelnde Bewusstsein darüber zurückzuführen, dass gegen drohende Einschränkungen der Netzfreiheit nur so lange effektiv und in legitimen Bahnen etwas unternommen werden kann, wie die Bedrohungsszenarien abstrakter und theoretischer Natur sind. Sobald sie in voller Blüte von jedem im eigenen Alltag erlebt werden können, ist es in der Regel zu spät; ein Zurück gibt es dann nicht mehr. » weiterlesen

Sinnvolle Innovation statt üblicher Protektionismus:
T-Mobile USA steigt ins Bankengeschäft ein

Telekomfirmen können auch innovativ: T-Mobile USA bietet jetzt mobile Bankdienstleistungen an. Die Geschäftsaktivitäten sinnvoll zu erweitern, ist ein deutlich smarterer Weg, als an der Netzneutralität zu sägen, um mehr Geld aus dem bestehenden Angebot zu quetschen.

Mobile MoneyIn der Regel haben Telekommunikationsunternehmen dieser Tage alle Hände voll damit zu tun, die Netzneutralität zu attackieren und aufzuweichen, weshalb für echte Innovationen und die Erschließung anderer alternativer Erlösquellen wenig Raum bleibt. Doch T-Mobile USA, die amerikanische Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, zeigt, dass es auch anders geht: Der Netzbetreiber steigt in das Bankgeschäft ein. » weiterlesen

Netzneutralität:
Die Telekom kooperiert mit Twitter – und ich werde sofort misstrauisch

Die Deutsche Telekom und Twitter haben eine strategische Partnerschaft bekannt gegeben. Angesichts der erklärten Abneigung des Telekommunikationskonzerns gegen die Netzneutralität sind solche Vorstöße Grund zur Sorge.

Telekom Aktualisiert

Mit den Plänen einer Breitbanddrosselung mit Ausnahmen für “Kooperationspartner” hat die Deutsche Telekom ihre Intention offengelegt, sich vom Prinzip der Netzneutralität zu verabschieden und Internetdienste, die mit den Bonnern zusammenarbeiten, im Bezug auf die Datenübermittlung an die Kunden auf unterschiedliche Weise zu bevorzugen. Dass die Führungsriege der Telekom mit entsprechenden Szenarien liebäugelt, war zwar schon vorher bekannt. Der “Drosselkom”-Vorstoß verdeutlicht jedoch die Bestrebungen des Unternehmens, aus der Theorie Praxis zu machen.

Da das langfristige strategische Ziel der Telekom nun allgemein bekannt ist, muss sich das Unternehmen damit abfinden, dass Produktinitiativen – und speziell Kooperationen mit Onlineservices – automatisch Misstrauen wecken. Bei der heute verkündeten Kooperation von Telekom und Twitter klingelten bei mir sofort die Alarmglocken. » weiterlesen

Doppelmoral im Journalismus:
Warum wir den Kampf für die Netzneutralität längst verloren haben

Das Thema Netzneutralität interessiert schlicht niemanden. Die vage Hoffnung bleibt, dass ihr unausweichliches Ende für Endkunden finanziell spürbar wird – und dann doch noch Protest aufbrandet.

Net_Neutrality_Flickr In der vergangenen Woche startete eine Kooperation des Mobilfunkanbieters Vodafone mit dem Streaming-Anbieter Ampya. Wer Vodafone-Kunde ist, kann sich den Musikdienst dazu buchen und erhält 500 MB Freivolumen extra, das er unterwegs für den Dienst verwenden kann. Im Prinzip ist schon das ein Verstoß gegen die Netzneutralität: Andere Dienste erhalten dieses Privileg nicht. Das macht die Kooperation deswegen nicht besser als das gemeinsame Angebot der Telekom mit Spotify: Bucht man ein entsprechendes Paket, kann man Spotify unterwegs im Telekom-Netz streamen, wie man mag. Die Daten werden nicht auf das monatliche Datenvolumen angerechnet. Ein klarer Verstoß gegen die Netzneutralität, da anderen Diensten das gleiche Recht nicht gewährt wird.

Aber ein großartiges Angebot für die Kunden, so las ich es auf einigen deutschen Online-Magazinen, die die Nachricht bloß durchwinkten und mit der Telekom-Offerte verglichen. Das Wort “Netzneutralität” nahm dabei niemand in den Mund. Eher wurde Vodafone noch gescholten, da man nach der Telekom, O2 und E-Plus erst als letzter der vier großen Mobilfunker ein solches Angebot lancierte. Als ich dann aber den Artikel eines Kollegen las, der sich in der Vergangenheit immer wieder für die Netzneutralität stark gemacht hatte, verlor ich für einen Moment die Fassung. » weiterlesen

Netzneutralität:
Startup-Verband ist dafür, BITKOM ist dagegen

Für viele Internetunternehmen ist mit der Netzneutralität sogar eine Existenzfrage verbunden. Während der Bundesverband Deutsche Startups entsprechend Stellung bezieht, schlägt sich der BITKOM auf die Seite der Telekommunikationsfirmen.

NetzneutralitätDie Marktteilnehmer am Internetgeschehen, die am stärksten unter einer Aushölung der Netzneutralität leiden würden, sind Startups und kleinere Webunternehmen. Nach den Vorstellungen der Telekommunikationskonzerne ist es nämlich in Ordnung, wenn Diensteanbieter durch eine Gebührenzahlung an die Provider sicherstellen, dass ihre Daten bevorzugt an die Endnutzer übermittelt werden. Die Telekom will das gerne so umsetzen, und anderswo fließt bereits still und heimlich Geld: Google, Microsoft und Facebook sollen US-Netzbetreiber für eine bevorzugte Datendurchleitung vergüten. Auch der französische Telekomkonzern Orange lässt sich von Google bezahlen.

Chronisch klamme, aufstrebende Firmen haben jedoch in der Regel nicht die Mittel, die großen Zugangsprovider extra zu entlohnen. Damit erleiden sie vom Beginn an einen deutlichen Wettbewerbsnachteil. Während sich die Big Player durch “Partnerschaften” eine Garantie für die bevorzugte Datenübermittlung erkaufen, müssen weniger liquide Marktneulinge akzeptieren, dass ihre Daten in Engpasssituationen langsamer übertragen werden. Das Resultat: Selbst clevere, konzeptionell innovative Lösungen werden von den Konsumenten nicht angenommen. Wer wäre schon bereit, anstelle von YouTube ein anderes Videoportal zu verwenden, sofern dessen Clips ruckeln und pausenlos nachladen müssen, während sich YouTube-Videos perfekt streamen lassen. Die Großen werden also noch Größer.  » weiterlesen

Drosselung:
Das unbeholfen wirkende Vorgehen der Telekom wirft Fragen auf

Die Deutsche Telekom präsentiert sich bei der Durchsetzung der massive Proteste auslösenden Pläne zur Drosselung der Breitbandanschlüsse und Abschaffung der Netzneutralität nicht wie ein großer Taktiker. Es könnte Absicht sein.

TelekomMan kann es gar nicht oft genug wiederholen, welchen Bärendienst sich die Deutsche Telekom mit ihrer geplanten Drosselung der Surfgeschwindigkeit bei Breitbandanschlüssen beim Überschreiten eines bestimmten monatlichen Datenverbrauchs erwiesen hat. Zumindest wenn es tatsächlich ihr Ziel ist, diese Maßnahme in der Praxis zu realisieren und parallel die Netzneutralität abzuschaffen. Das eigene Unterhaltungsangebot Entertain soll von der Geschwindigkeitsbegrenzung ausgenommen und nach den Vorstellungen des Telekommunikationskonzerns um digitale Dienste von zahlenden Kooperationspartnern aus dem Web erweitert werden. Wer weiterhin eine unbegrenzte Flatrate nutzen möchte, wird nach der Drosselung zusätzliches Highspeed-Volumen hinzubuchen oder eine “echte” Flatrate zu einem deutlich höheren Preis als heute buchen können, so der Plan.

Anfang Mai, als das Vorhaben der Telekom bekannt wurde, versuchte ich der Entwicklung etwas Positives abzugewinnen und beschrieb meine Hoffnung, dass die seit Jahren vor sich hinköchelnde Frage der Netzneutralität nun dank des Telekom-Vorstoßes endlich ganz oben auf der politischen Agenda landen würde. Genau dieser Fall ist eingetreten. Anders als beim Leistungsschutzrecht äußerten sich Politiker aller Parteien ohne Zögern durchweg kritisch zu den Drosselplänen der Telekom. Verstärkt sind Rufe nach einer gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität zu vernehmen, wie aktuell von den Verbraucherschutzministern aller Bundesländer. Andere offizielle Institutionen zweifeln ebenfalls am Vorhaben des Bonner Netzbetreibers. So untersuchen sowohl das Bundeskartellamt als auch die Bundesnetzagentur die Vertragsänderungen. Auch ein schon im März von ARD und ZDF publiziertes Positionspapier zur Sicherung der Netzneutralität erhält angesichts der jetzt ausgebrochenen Debatte unerwartete Reichweite. In Anbetracht dieses massiven Echos war es für eine offzielle Petition zur Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität ein Leichtes, innerhalb weniger Tage die erforderlichen 50.000 Stimmen einzutreiben. » weiterlesen