Thema: Netzneutralität

 

Alle 42 Artikel zum Thema Netzneutralität auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Netzneutralität:
Die langfristig negativen Effekte von Service-Klassen am Beispiel von US-Airlines

Telekommunikationskonzerne wollen unterschiedliche Service-Klassen für die Übertragung von Daten einführen. Die Wahrscheinlichkeit, dass “Internet-Überholspuren” sich negativ auf die Basisleistung auswirken, ist groß. Das lehrt die Entwicklung, welche die amerikanische Luftfahrtbranche in den letzten zehn Jahren duprrchgemacht hat.

AirlineBefürworter einer Abschaffung der Netzneutralität nutzen gerne die Metapher der “Internet-Überholspur”. Sie beteuern, dass unterschiedliche “Service-Klassen” zu einem Szenario führen, in dem besonders datenintensive Dienste – wie etwa 4k-Videostreaming oder Telemedizin – mit einer garantiert guten Qualität ausgeführt werden könnten, während gleichzeitig der “normale” Webtraffic keine Limitierungen erleben würde.

In der Realität spricht allerdings wenig dafür, dass die von den Netzbetreibern herbeigesehnte Aufteilung der Datenleitungen in Standard-Traffic und Premium-Traffic, für den Onlinedienste zusätzlich zahlen, am Ende ohne Einschränkungen für die Übertragung von “Basis-Daten” über die Bühne geht. Es ist ein ökonmisches Gesetz, dass im Falle begrenzter Kapazitäten die Allokation der Ressourcen dorthin tendiert, wo das meiste Geld verdient werden kann. Gleichzeitg entstehen Anreize für eine Vernachlässigung des Kapazitätsausbaus. Wenn Knappheit ein profitables Geschäftsmodell darstellt, gibt es es für Unternehmen keinen Grund, dieses mit aktiven kostenspieligen Investitionen in einen Ausbau der Datenleitungen und eine damit verbundene Eliminierung des Bedarfs unterschiedlicher Service-Klassen aufs Spiel zu setzen.

Um die Theorie besser verständlich zu machen, möchte ich an dieser Stelle (zum zweiten Mal in der Geschichte von netzwertig.com) die Flugbranche zur Illustration eines innerhalb der Digitalwirtschaft debattierten Dilemmas heranziehen: Wer einmal erleben will, was passiert, wenn dem Prinzip der Differenzierung in unterschiedliche Service-Levels bei insgesamt begrenzter Kapazität freien Lauf gelassen wird, der sollte in den USA ein paar Mal mit einheimischen Fluggesellschaften reisen.  » weiterlesen

Evolution des Internets:
Eine Häufung bedenklicher Entwicklungen

Seit rund 20 Jahren existiert das kommerzielle Internet. Der Alltag der meisten Menschen wurde durch die globale Vernetzung erheblich vereinfacht. Dennoch gibt es im Rahmen der Evolution des Netzes abseits vom großen, übergeordneten Sorgenthema Überwachung verschiedene bedenkliche Entwicklungen.

InternetSeit das Internet Mitte der 90er Jahre seinen kommerziellen Durchbruch erlebte, haben die durch das Netz möglich gewordenen digitalen Innovationen das Leben aller Menschen massiv vereinfacht und bequemer gemacht. Dennoch entwickelten sich nicht alle Rahmenbedingungen nur zum Besseren. Die hohe Bedeutung der Digitalisierung für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft weckt Begehrlichkeiten und verursacht von allen Seiten Druck auf die Infrastruktur und die Funktionsweise des Internets. Noch funktioniert dieses zwar im Prinzip so wie anno 1995 (nur dank Breitband viel schneller und dank mobiler Datenverbindungen von fast jedem Ort aus). Dennoch besteht die begründete Gefahr, dass das nicht immer so bleiben wird. Es folgen sechs Punkte, in denen sich die Dinge eher zum Schlechten verändert haben.  » weiterlesen

Die Telekom und die Spotify-Trafficbefreiung:
Warum einfach, wenn es auch richtig kompliziert geht

Telekom-Nutzer mit einem entsprechenden Tarif glaubten, bei der Nutzung von Spotify ihr Inklusiv-Datenvolumen nicht anzutasten. Sie kannten die verschiedenen Ausnahmen nicht, die es seitens der Telekom gibt. Der Konzern scheint nicht anders zu können, als Produkte unnötig zu verkomplizieren.

Telekom Die Deutsche Telekom macht es Kritikern und Zynikern aber auch zu leicht: ifun und heise Online dokumentierten in den letzten Wochen eine kleine Geschichte aus der Welt der Bonner, die ziemlich gut illustriert, warum einem schwergewichtigen Großkonzern wie dem deutschen Netzbetreiber in Sachen zeitgemäßer Consumer Innovation einfach nicht viel zuzutrauen ist.

Alles begann mt der Schaffung einer speziellen Spotify-Option für T-Mobile-Kunden, bei der sämtlicher über die Musik-App verursachter Datenverkehr inbegriffen sein und nicht auf das monatliche Trafficlimit angerechnet werden sollte. Das verstößt zwar gegen die Prinzipien der Netzneutralität, aber von der ist man bei der Telekom ohnehin kein großer Fan. » weiterlesen

Power-User zahlen bei O2 künftig mehr:
Wer Netzneutralität will, muss zu Opfern bereit sein

O2 führt für Neukunden von DSL-Flatrates eine Geschwindigkeits-Drosselung ein, sollten sie überdurchschnittlich viel Datenverkehr verursachen. Das gewählte Modell macht einen fairen Eindruck. Für die Beibehaltung der Netzneutralität sind solche Vorstöße wichtig.

O2Für Internetnutzer ist es kein schöner Gedanke, aber ich glaube, dass wir alle ein Opfer bringen müssen, um die Netzneutralität zu retten. Wie dieses Opfer aussehen könnte, hatte ich im Mai schon einmal angerissen: User sollten Bereitschaft zeigen, mehr für die überdurchschnittliche Inanspruchnahme unbeschränkter Breitband-Flatrates zu zahlen. Auf diese Weise würden sie Verantwortung dafür übernehmen, dass das von ihnen verursachte Datenvolumen aufgrund der Zunahme von gestreamtem Multimedia Content für die Provider steigende Kosten bedeutet. Kosten, die einige Netzbetreiber durch Weiterleitungsgebühren bei Diensteanbietern wie Netflix, YouTube oder Facebook refinanzieren möchten. Aufgrund von bedenklichen Nebenwirkungen derartiger “Internet-Überholspuren” ist es spätestens mittel- bis langfristig im Interesse aller Digitalbürger, dass Telekommunikationskonzernen die Argumentationsgrundlage für derartige Vorstöße – nämlich dass bei Internetzugängen keine Preissteigerungen durchsetzbar seien – genommen wird. » weiterlesen

T-Mobile USA-Chef John Legere:
“Mobilfunkfirmen schaffen die Illusion von Kapazitätsengpässen”

Manager von Telekomkonzernen warnen regelmäßig vor Kapazitätsengpässen, um damit die Abschaffung der Netzneutralität zu rechtfertigen. John Legere, CEO von T-Mobile USA, hält dies für ein Märchen, mit dem die Preise künstlich hochgehalten werden sollen.

Wenn es darum geht, die Aufhebung der Netzneutralität zu verteidigen, dann verweisen Telekommunikationsfirmen gerne auf die Überlastung der Netze. Die massive Zunahme des Datenverkehrs sorge dafür, dass es trotz des fortschreitenden Ausbaus der Leitungen zu Engpässen komme. Mit Hilfe der ominösen “Internet-Überholspur” solle deshalb sichergestellt werden, dass die Daten, bei denen ein sofortiger und schneller Transport besonders wichtig ist, die notwendigen Kapazitäten erhalten.

Für externe Kommentatoren ist diese Argumentation ein schwerer Brocken. Denn ohne Einblicke in interne Zahlen und Statistiken kann man derartige Behauptungen seitens der Telekom-Manager zwar anzweifeln und sich dabei vorhandener Untersuchungen zur Performance und Geschwindigkeitsentwicklung der Netze bedienen, aber eben auch nicht hundertprozentig darüber urteilen, wie es tatsächlich um die heutige und künftige Leistungsfähigkeit der Leitungen bestellt ist. » weiterlesen

Linkwertig:
Internet, Datenschutz, WM, Netzneutralität

Zusammenarbeit
Der Verfassungsschutz arbeitet immer stärker mit den amerikanischen Geheimdiensten zusammen.

Bei den übermittelten Daten soll es sich unter anderem um Handynummern, Reisebewegungen und Aufenthaltsorte verdächtiger Personen handeln.

» Verfassungsschutz weitet Zusammenarbeit mit US-Geheimdiensten aus

 

Internet
Laut Günter Hack ist nicht das Internet pervers, sondern die Welt.

Ist das Internet aber Schuld daran, dass US-Oligopole den von der neoliberalen Politik gewollten Steuerwettbewerb in der EU zu ihrem maximalen Vorteil ausnutzen, jahrelang?

» Nicht das Internet ist pervers, sondern die Situation, in der es existiert

 

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Netzneutralität:
Was fettiges Essen, Zigaretten und die Internet-Überholspur gemeinsam haben

Heute weiß jeder Mensch, dass Zigaretten und fettiges Essen langfristig unangenehme Folgen haben können. Konsumenten müssen auf ähnliche Weise über die negativen Konsequenzen der von Providern forcierten Aufhebung der Netzneutralität aufgeklärt werden.

Zigaretten

Als ich vor einigen Tagen zwei klitzekleine “Erfolge” für die Netzneutralität kommentierte, überkam mich während das Schreibens ein schlechtes Gewissen: Da saß ich nun und zeigte mich erfreut darüber, dass Nutzer des deutschen Mobilfunkanbieters Base beim nicht gerade bandbreitenschonenden TV-Streaming über Zattoo im Rahmen der angekündigten Kooperation zwischen beiden Diensten kein Traffic-Sonderkontingent eingeräumt bekommen. Für Base-Kunden bedeutet dies, dass sie je nach Tarif nach maximal einigen Stunden des Fernsehschauens über die mobile Datenverbindung ihr monatliches Trafficvolumen verbraucht haben und den Rest des Monats im Schneckentempo durch das Netz kriechen müssen.

Aus Sicht der Kunden des Mobilfunkproviders wäre es selbstredend viel attraktiver, wenn die beim Streaming über Zattoo generierte Datenmenge nicht auf das Datenvolumen angerechnet würde. So verhält es sich beispielsweise im Rahmen der Zusammenarbeit von Spotify mit einigen Netzbetreibern.

Mir wurde während der Anfertigung des besagten Textes deutlich, wieso man sich im Kampf für Netzneutralität in der Vergangenheit nicht auf die tatkräftige Unterstützung durch Otto-Normal-Verbraucher verlassen konnte und weshalb sich dies auch in Zukunft kaum ändern dürfte: Für Kunden bieten von Zugangsanbietern forcierte Brüche mit der Netzneutralität kurzfristig große Verlockungen. » weiterlesen

Kein Verstoß gegen die Netzneutralität:
Wenn man über etwas jubelt, das eigentlich selbstverständlich ist

In Chile dürfen Mobilfunkprovider ihren Kunden nicht mehr kostenfreien Zugang zu spezifischen Apps bieten. Und Zattoos Kooperation mit E-Plus in Deutschland verzichtet auf eine Befreiung vom Datenverkehr. In einer Ära, in der die Netzneutralität stetig unter Druck steht, freut man sich schon über Selbstverständlichkeiten.

WhatsAppAnhänger der Netzneutralität haben im Jahr 2014 nicht viel zu lachen, selbst wenn sich die Politik zumindest in Europa in die richtige Richtung bewegt. Doch letztlich gibt es wenig zu gewinnen aber viel zu verlieren. Denn in den vergangenen 20 Jahren des kommerziellen Internets war die Gleichbehandlung von Daten allgemeiner Konsens. Etwas, das nach den Wünschen der Netzbetreiber nicht mehr gelten soll. Und im wichtigen und oft eine Vorbildrolle einnehmenden Internetmarkt USA zeichnet sich in jedem Fall eine Abschwächung des Netzneutralitäts-Prinzips ab. Umso stärker freut man sich über kleine, die Diskriminierung von Daten in Frage stellende “Siege”. » weiterlesen

Netzneutralität und die Gatekeeper-Ambitionen der Telekomfirmen:
Das Gerede vom teuren Netzausbau ist vorgeschoben

Telekommunikationskonzerne begründen die Infragestellung der Netzneutralität gerne mit den zu refinanzierenden Ausgaben für den Ausbau ihrer Leitungen. Doch das Instrument zur Kostendeckung existiert bereits: Preis- und Produktdifferenzierung bei Internetzugängen – fairer und cleverer, als die Telekom es plante.

WifiSofern man nicht aus dem engeren Umfeld der Telekommunikationskonzerne stammt oder mit ihnen überlappende wirtschaftliche Interessen hat, ist es nicht sonderlich schwer, Position für die Netzneutraltät zu beziehen. Denn die Argumente ihrer Gegner sind in der Regel schwach und durchschaubar. Seit Jahren anhaltendes Klagen über bevorstehende Netzüberlastungen bei gleichzeitig guten Gewinnen sowie die Behauptung, “Internet-Überholspuren” und “Spezialdienste” würden Innovation fördern, wenn jedes Kind versteht, was es für finanzschwache Anbieter und Startups bedeutet, wenn sich Gigangen mit Geld eine bevorzugte Behandlung erkaufen können, offenbaren das mangelhafte Fundament der Provider-Forderungen. » weiterlesen

Frontlinie im Kampf um die Netzneutralität:
Niemand braucht die “Spezialdienste” der Netzbetreiber

Der Neid auf die erfolgreichen Internetfirmen bringt die Netzbetreiber dazu, unter dem Vorwand von Innovation “Spezialdienste” als neue Erlösquellen anbieten zu wollen. Doch diese braucht niemand.

internetDas vom EU-Parlament verabschiedete Regulierungspaket für Telekommunikationsanbieter ist, wie kommentiert, ein Grund zur Freude für Anhänger eines freien Internets. Gerade die klare Unterstützung der Durchsetzung von Prinzipien zur Sicherung der Netzneutralität stellt eine gute Nachricht für Bürger sowie die gesamte Internetwirtschaft dar. Allerdings existiert im Verordnungsentwurf in dieser Frage noch eine entscheidende Lücke, wie die Netzaktivisten des Vereins Digitale Gesellschaft monieren: Sie räumt es Zugangsbetreibern ein, sogenannte “Spezialdienste” anzubieten – ohne genau zu definieren, was in diese Kategorie fällt und unter welchen Voraussetzungen diese angeboten werden dürfen. Zwar schließe die Verordnung eine Drosselung oder Blockierung des offenen Internets zugunsten dieser Spezialdienste aus, dennoch bestehe weiterhin die Gefahr eines “Zwei-Klassen-Netzes”, weil einzelne Onlineservices gemäß der aktuellen Regulierung als kostenpflichtige Spezialangebote aus dem offenen Netz ausgegliedert werden könnten.

Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird die Thematik der “Spezialdienste” die Öffentlichkeit und Politik noch einige Zeit beschäftigen. Immerhin verläuft hier nun die Frontlinie zwischen den Vorkämpfern der Netzneutralität und den Providern, die bestrebt sind, abseits der von Verbrauchern gezahlten Gebühren für die Bereitstellung des Internetzugangs neue Erlösquellen zu erschließen. Genau genommen geht es also um die uralte Frage, welche Aufgaben Netzbetreiber übernehmen sollen. Die Vorstellungen hierüber unterscheiden sich markant. » weiterlesen