Alle 55 Artikel zum Thema Musik auf netzwertig.com:
Wer sich einmal mit Streamingdiensten für Musik angefreundet hat, wird ihren größten Vorteil nie mehr missen möchten: orts-, zeit- und geräteunabhängige Verfügbarkeit. Ähnlich wie bei elektrischem Strom.
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Am Samstag befand ich mich innerhalb von kürzester Zeit in Situationen, in denen ich von drei unterschiedlichen Geräten Musik abspielen wollte: Zuerst vom iPad im Bett, daraufhin mobil bei einem Spaziergang und anschließend über meinen Fernseher, während ich mich auf dem Sofa entspannte. Dabei wollte ich jeweils eine nahezu unbegrenzte Musikauswahl haben und einzelne Titel oder Alben auf einem anderen Gerät problemlos weiterhören können.
In meinem Fall erfüllte mir Spotify diesen Wunsch (auf dem iPad verwende ich Spotifys iPhone-App) – da ich in Schweden wohne und daher Zugriff auf den noch nicht offiziell im deutschen Sprachraum verfügbaren Dienst habe. In Deutschland, Österreich oder der Schweiz hätte ich hingegen simfy oder Napster verwenden können. Und würde ich in den USA wohnen, stünden mir für das beschriebene Anwendungsszenario zum Beispiel MOG, Rdio oder Rhapsody zur Verfügung (Spotify plant gerade seinen US-Launch).
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Songs in Form mobiler Applikationen sind für Musiker ein gutes Mittel, um Fans an sich zu binden. Der deutsche Dienst Songpier will Künstlern das kostenlose, browserbasierte Erstellen derartiger Apps auf Basis von HTML5 ermöglichen.
Noch nie waren die Möglichkeiten für Musiker größer als heute, mit Hilfe digitaler Technologien befindliche und potenzielle Fans an sich zu binden. Speziell weil sich die Monetarisierung der künstlerischen Arbeit in Folge des Medienwandels und aufgrund der spezifischen Charaktereigenschaften digitaler Musik (unbegrenzte Kopierbarkeit, nahezu unbegrenztes Angebot) verstärkt auf dem Vertrieb von Musik nachgelagerte Stufen konzentriert (z.B. Konzerte, Merchandising, Licensing), empfiehlt sich für ambitionierte Interpreten eine starke Präsenz und Vernetzung im Web. Durch den so geschaffenen Kommunikations- und Interaktionskanal lässt sich die Anhängerschaft deutlich einfacher mobilisieren und an der künstlerischen Arbeit teilhaben.
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Aufmerksamkeit ist für Musiker wichtiger denn je. SoundCloud hilft mit dem “Social-Download”, diese zu erlangen.
Aufstrebende Musiker und Bands wissen, dass sie mit dem Verkauf ihrer Produktionen wahrscheinlich nicht reich werden. Der Zugang zu kostenloser digitaler Musik ist derartig groß, dass dadurch beim Durchschnittskonsumenten die Zahlungsbereitschaft stark gesunken ist.
Aufmerksamkeit ist bekanntlich eine neue Währung für Musiker. Monetarisiert wird nicht mehr primär direkt über Songverkäufe, sondern indirekt, indem Interpreten im ersten Schritt die Aufmerksamkeit der potenziellen Fans gewinnen, um ihre Loyalität im zweiten Schritt zu Geld zu machen – durch Konzert- und Clubgigs, Merchandising oder den i.d.R. erst bei treuen Anhängern möglichen Verkauf von Premium-Varianten der Tonträger oder anderer Extras.
Aber wenn Künstler sich nun zu Anfang allein mit der Aufmerksamkeit begnügen und froh sein müssen, dass Hörer ihre Titel und nicht die einer anderen Band gewählt haben, müsste es doch möglich sein, Verbraucher in die Generierung von weiterer Aufmerksamkeit einzubinden, oder? Das zumindest glaubt SoundCloud, das hippe Berliner Musik-Startup, das sich zunehmend als DIE internationale Plattform für unabhängige sowie bei Labels unter Vertrag stehende Musiker etabliert.
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Entertainment For The Braindead ist ein weiteres Beispiel, wie Musik künftig online Verbreitung erfahren kann und die Künstler mit wenigen Mitteln eine Fanbasis aufbauen können.
Wir haben bereits einige Male über neue Möglichkeiten für Musiker geschrieben, wie sie online Geld verdienen können und was sich nun durch das Internet (nicht nur für Musiker) verändert. Obwohl es einige Beispiele gibt, die das Gegenteil beweisen, wird immer wieder behauptet, dass etwa mit dem kostenlosen Weggeben von Musik und dem konsequenten Setzen auf das Web nur bereits erfolgreiche Musiker weiteren Erfolg haben können.
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Geht es um die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Medienwelt, werden Musik- und Filmwirtschaft oft ähnliche Schicksale nachgesagt. Dabei kann die Filmindustrie eigentlich deutlich zuversichtlicher in die Zukunft blicken.
Die Musikindustrie war der erste Arm der Medienbranche, welcher von der Digitalisierung gründlich auf den Kopf gestellt wurde. Spätestens mit dem Aufkommen von Napster um die Jahrtausendwende herum entwickelte sich das illegale Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Songs und Alben zu einem Massenphänomen.
Vergleichsweise geringe Dateigrößen sowie ein Qualitätsunterschied zwischen CD und MP3, der nur von relativ wenigen, audiophilen Musikliebhabern wahrgenommen und geschätzt wurde, sorgten für einen dramatischen Strukturwandel, auf den die Plattenfirmen in keiner Weise vorbereitet waren.
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Amanda Palmer und die Mitglieder der Band Georgia Wonder über die Möglichkeiten von Musikern, online mit Fans in Kontakt zu treten.
Die Musikerin
Amanda Palmer hat auf dem
all2gethernow Einblicke in ihre Nutzung und ihr Verständnis von Onlinetools als Werkzeuge für Musiker gegeben. Palmer
blogt seit geraumer Zeit und ist auch
auf Twitter äußerst aktiv.
Neben dem Offensichtlichen – dem musikalischen Talent – ist es für Musiker laut Palmer wichtig, eine Beziehung zu den eigenen Fans aufzubauen. Viele Musiker, so Palmer, machten das auch bereits vor dem Web; schlicht weil sie es wollten.
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Vor einigen Tagen fand als Ersatz für die Popkomm die alternative Musikkonferenz all2gethernow statt. Ein Einblick in den Diskurs einer Branche im Wandel.
Die ‘Unkomm’
Vor einigen Monaten hat die Musikindustrie die jährliche Popkomm für dieses Jahr abgesagt. Entgangene Einnahmen durch illegale Downloads zwinge sie dazu, hatte Dieter Gorny, der Vorsitzende des Bundesvorstandes der deutschen Musikindustrie, nachgeschoben. So fand zum Termin der Popkomm letzte Woche die alternative Musikkonferenz all2gethernow statt. Zwei Tage lang wurde eine Art Barcamp (sprich Unkonferenz) veranstaltet. Auf diese folgte die eintägige, abschließende Konferenz.
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Die Kulturflatrate, eine zentral eingesammelte und an Rechteinhaber ausgeschüttete Pauschalabgabe auf online verteilte Kulturgüter, wird zunehmend auch von Parteien und Vertretern der Contentindustrie diskutiert und immer öfter befürwortet. Wir führen Argumente für und gegen das Flatrate-Prinzip an.
Vor einigen Tagen war ich auf ego.fm zu einer Sendung zum Thema Kulturflatrate zu hören. Die gesamte Sendung kann man hier anhören. Das Interview mit mir kann man auch hier bei uns herunterladen. Ich hatte vor der Podiumsdiskussion auf der re:publica 09 zum Thema einige Argumente vorbereitet, die leider durch das Abbügeln jeder Diskussion vom Moderator nie angesprochen werden konnten. Im Folgenden werde ich die Argumente für und gegen die Kulturflatrate ausführen.
Ein Hinweis: Der folgende Text ist recht lang. Wer keine Zeit oder Lust hat, ihn komplett zu lesen, kann auch für die wesentlichen Punkte lediglich das Fazit am Ende lesen.
Auffällig ist in letzter Zeit, dass die Debatte rund um die Kulturflatrate an Fahrt aufgenommen hat. So steht neben den Grünen auch die SPD einer Kulturflatrate zumindest nicht ablehnend gegenüber:
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Der bekannte Musiker Brian Eno hat die Einkommensmöglichkeiten für Musiker im Internet-Zeitalter erkannt: Liveauftritte, aufwendig gestaltete, limitierte Versionen ihrer LPs und grundsätzlich alles, was schwer oder gar nicht kopierbar ist.
Brian Eno, bekannt als Solomusiker und aus seiner Zeit bei der legendären Band Roxy Music, beschreibt in einem Artikel im britischen Prospect-Magazine die wirtschaftliche Lage der Musikindustrie. Musikaufnahmen sind heute verfügbar wie Wasser, so Eno, und nicht sehr viel aufregender als dieses.
Das ist aber nur schlecht für die, deren Geschäftsmodell allein auf dem Verkauf von Musikaufnahmen basiert. Die Livemusik-Szene explodiert. Festivals wachsen von Jahr zu Jahr und es gibt mehr Festivals denn jemals zuvor.
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Nerdcore hat mich an einen Absatz in diesem vielleicht lesenswertesten Artikel zum Thema Kinderpornographie-Sperren in der c’t erinnert, auf den ich auch noch einmal eingehen wollte:
Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: „Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums.“ Das ist die mühsam verklausulierte Forderung, unliebsame P2P-Linkseiten auf die Sperrliste zu hieven.
Wir sehen hier den Vertreter einer Industrie, die sich weigert, ihre Geschäftsmodelle an die Veränderungen in ihrem Markt anzupassen und stattdessen fordert, dass diese Veränderungen wieder verschwinden. Das Problem ist hier natürlich, dass eine Industrie mehr Rechte für sich in Anspruch nehmen will, als ihr zustehen. Der Musikindustrie steht nicht zu, mit zu entscheiden, was im Internet gefiltert wird und was nicht. Genau das ist aber die (implizit angekündigte) Forderung. Ganz abgesehen von der grundlegenden Problematik mit Internet-Filtern.
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