Alle 5 Artikel zum Thema Montgomery auf netzwertig.com:
Soll der Staat den Medien helfen? Eine Stiftung für unabhängigen Journalismus gründen, die aufwendige und kostenintensive Arbeit der dpa unterstützen?
Ein Marktversagen auf dem Zeitungsmarkt könne sich keine Demokratie leisten, schrieb Jürgen Habermas anlässlich des Verkaufs der Süddeutschen Zeitung. Das war vor zwei Jahren, man fürchtete den Einstieg Rendite-hungriger Investoren, der seriöse Journalismus stand auf dem Spiel – und damit die Grundfesten der Demokratie. Dass der Staat die Qualitätspresse schützen und stützen müsse, diese Arena der Öffentlichkeit, das Leitmedium der politischen Kommunikation, stand außer Frage. Übrig blieb für Habermas allein die pragmatische Frage, wie das denn am besten erreicht werden könne.
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Der Berliner Verlag steht offenbar zum Verkauf, Interessenten gibt es auch schon – und was wird aus der Netzeitung? Drei mögliche Szenarien.
Montgomery (M, Keystone)
Geldsorgen bei David Montgomerys Mecom-Gruppe: Um finanzielle Engpässe zu überstehen, soll offenbar der Berliner Verlag verkauft werden. Zwei Interessenten haben sich nach einem Bericht des Branchendienstes
Kress auch schon gefunden. Doch bei den Spekulationen rund um
Berliner Zeitung,
Kurier und
Morgenpost sowie Josef Depenbrock kommt eine Marke bisher entschieden zu kurz: Die von Einsparungen stark angeschlagene
Netzeitung. Deshalb denken wir ein wenig in die Zukunft und präsentieren drei – rein hypothetische – Szenarien:
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Liebe Kollegen eingespart: Die von uns geschätzte Medienkolumne der Netzeitung wird eingestellt. Schuld am Ende des “Altpapiers” trägt natürlich das Internet.
Dreimal werden wir noch wach … Die von uns allseits geschätzte Medienkolumne “Altpapier” der
Netzeitung fällt einem Sparkurs zum Opfer. Freie Redakteure der
Netzeitung müssen gehen, angestellte Mitarbeiter übernehmen stattdessen wohl künftig vor allem das Befüllen der Seite mit Agenturmaterial – und haben entsprechend weniger Zeit für eigene Artikel. Eigene Texte wiederum könnten aus der ebenfalls wund gesparten
Berliner Zeitung kommen, aber das wird man abwarten müssen.
Auf der Strecke bleibt die seit dem Jahr 2000 erscheinende Medienkolumne, die sich hinreißend um die Nachrichten von gestern, um das “Altpapier” gekümmert hat. Acht Jahre später scheint das bei all dem Gezwitscher im Internet, den Newslettern und Blogs, fast schon etwas altbacken. Fast.
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Bei der Netzeitung wird offenbar massiv gekürzt: Nach einem Medienbericht plant die Zeitungsholding von David Montgomery, mindestens die Hälfte der Mitarbeiter zu entlassen.
“Wendig, unabhängig, flexibel, kreativ – so ist die Netzeitung“, schreibt die Netzeitung in einem Artikel in eigener Sache. Begeisterte Redakteure loben euphorisch das eigene Medium. Tenor: Wenn es die Netzeitung nicht gebe, man müsste sie schleunigst erfinden. Auch Leser kommen zu Wort – und werden aufgefordert, Mails und Kommentare zu hinterlassen.
Es liest sich, als hätte die Redaktion in trauriger Gewissheit ihren eigenen Nachruf geschrieben und das virtuelle Kondolenzbuch aufgeschlagen.
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Den eigenen Geschäftsführer und Chefredakteur haben sie schon verklagt: Die Redaktion der Berliner Zeitung sucht heute in der taz nach einem “seriösen Verleger”.
Die Medienseite der taz erscheint heute, ganz “online first”, im Internet. Denn stattdessen prangt über dem Fernsehprogramm eine große Anzeige. Die Redaktion der Berliner Zeitung sucht einen Verleger, der “erst eine Zeitung macht und dann damit Geld verdienen will”. Statt Sparkurs und Renditedruck von Mecom-Chef Montgomery und seinem Berlin-Statthalter, Chefredakteur und Geschäftsführer Josef Depenbrock, wünscht sich die Redaktion “einen seriösen Verleger” und einen “kompetenten, unabhängige Chefredakteur”. Die Bitte an die finanzstarken taz-Konsumenten: “Kaufen Sie uns!”
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