Thema: Monetarisierung

 

Alle 14 Artikel zum Thema Monetarisierung auf netzwertig.com:

Wertschöpfung bei Medienproduktionen:
Die Spielregeln verändern sich

Die Spielregeln, nach denen Medienproduktionen finanziert und monetarisiert werden, verändern sich rasant. Drei aktuelle Beispiele illustrieren dies.

Im digitalen Zeitalter werden die Spielregeln der Medienwelt neu definiert – sowohl direkt in Form veränderter Wertschöpfungsketten, als auch indirekt in Folge sich wandelnder Wertvorstellungen und bisher nicht existenter Wege der Vernetzung und Partizipation. Neu ist diese Erkenntnis nicht, wird einem aber dieser Tage anhand von drei aktuellen, erfolgreichen Experimenten der Monetarisierung und Finanzierung von Medienprodukten wieder einmal deutlich vor Augen geführt.

Den Anfang machte der US-Standup-Comedian Louis Szekely alias Louis C.K, der seit knapp zwei Wochen in Eigenregie ein kopierschutzfreies Video eines Live-Auftritts für fünf Dollar auf seiner Website zum Kauf (und zusätzlich zweimaligem Streaming) anbietet. Nach zwölf Tagen hat der bekannte Komiker mit der Aktion, die von reichlich medialer Aufmerksamkeit begleitet wurde, eine Million Dollar umgesetzt (nach dem Abzug der PayPal-Gebühren).

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Monetarisierung von Produktempfehlungen:
Loved.by ist Geschichte,
aus LovedBy.Pro wird YieldKit

Das Hamburger Startup Loved.by beendet seinen Affiliate-Dienst für Social-Web-Nutzer und fokussiert sich fortan auf den an Website-Betreiber gerichteten Geschäftsteil. Dieser heißt ab sofort YieldKit.

Im August 2010 trat das Hamburger Startup Loved.by an, um Nutzern im Social Web die Möglichkeit zu geben, mit Produktempfehlungen über Twitter und Facebook Geld zu verdienen. Status Updates und Tweets sollten dazu von Anwendern mittels des Dienstes in Affiliate-Links umgewandelt werden, so generierte Umsätze gingen zu 75 Prozent an die empfehlenden Nutzer, 25 Prozent verblieben bei dem von HackFwd unterstützten Service.

Im März dieses Jahres dann lancierten die Norddeutschen mit LovedBy.Pro einen Ableger, der sich speziell an Betreiber von Blogs und Websites richtete. Das Tool wandelte nach dem Einbau eines JavaScript-Codes in eine Site automatisch statische Shoplinks in Affiliate-Links um und lieferte zudem Echtzeit-Statistiken über so generierte Umsätze.

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Monetarisierung von Produktempfehlungen:
Loved.by startet LovedBy.Pro

Loved.by, der junge Dienst aus Hamburg zur Monetarisierung von Produktempfehlungen, hat mit LovedBy.Pro einen Service speziell für Betreiber von Blogs und anderen Websites gestartet.

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Ende August lancierte Lars Hinrichs Startup-Inkubator HackFwd nach dem intelligenten Task-Manager TheDeadline mit Loved.by die zweite Neugründung. Der Dienst aus Hamburg will es im Social Web aktiven Nutzer ermöglichen, von ihnen publizierte Produktempfehlungen und -kritiken z.B. via Facebook, Twitter oder Blogs zu monetarisieren.

Dazu stellt Loved.by einen Onlineservice bereit, der Links zu Produktseiten von Onlineshops teils automatisiert in Affiliate-Links umwandelt. Für so initiierte Verkäufe erhält Loved.by vom jeweiligen Onlinehändler eine Provision, von der es 75 Prozent an den seine Links mit Hilfe des Dienstes monetarisierenden Nutzer weitergibt.

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Twitter:
Der erste Kanal ist offen

Twitter kommt das Verdienst zu, die Echtzeit-Publikationsmöglichkeiten des Internets aufzuzeigen. Das war nur dank seiner quasi-Monopolstellung möglich.

Der Medienhype hat Twitter gross gemacht – und dabei war nie genau klar, was eigentlich der Zweck des Systems ist, und noch weniger, wie man damit Geld verdienen soll (ach ja, mit Werbung…). Diese beiden Umstände erweisen sich jetzt als Glücksfall, denn das scheinbar zweckfreie, aber von Sexappeal der Selbstdarstellung genährte Phänomen Twitter erhielt dadurch die Zeit zu etwas zu wachsen, was in der umkämpften Ideenplattform Internet immer seltener wird: Ein Standard.

Aber ein sehr offener Standard, der keinerlei Vorgaben über die Art der Nutzung macht, wie mir drei aktuelle Stories vergangene Woche verdeutlicht haben:

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Untersuchung zu Web-Geschäftsmodellen:
Werbefinanziert auf Platz 1,
Freemium auf 2

Chris Anderson, Autor von The Long Tail und dem kommenden Buch Free, verweist auf seinem Blog auf eine Untersuchung der eingesetzten Geschäftsmodelle der Webware 100 Top Web Apps von 2008.

Wenig überraschend landet “Werbefinanziert” ungeschlagen auf Platz eins mit 34 Prozent der Startups, die auf Werbung setzen. Auf Platz zwei mit 12 Prozent folgt das Freemium-Modell, welches auf eine Kombination von kostenlosen Basis-Accounts und kostenpflichtigen Premium-Accounts mit mehr Funktionalität setzt. Als weitere Ansätze folgen etwas der Verkauf von virtuellen Gütern auf z.B. Facebook (acht Prozent) oder der typische E-Commerce mit dem Online-Verkauf von physischen Gütern (fünf Prozent).

Die Legende zu dieser Darstellung findet man hier.

Zum Thema passend noch ein Linktipp: der Blogger Rob Diana hat eine gute Übersicht über Ausprägungen von Geschäftsmodellen für das Monetarisieren von Webapplikationen zusammengestellt.

Radikaler Schritt:
Aus kostenlos wird kostenpflichtig

Während viele Internetanbieter verstärkt auf Freemium-Geschäftsmodelle setzen, macht der webbasierte Flash-Editor Sprout einen radikalen Schnitt: Sein kostenloser Service wird ab Februar komplett kostenpflichtig, Gratiszugänge verschwinden. Ein Beispiel, das Schule machen könnte?

Die globale Wirtschaft stottert und Unternehmen kürzen ihre Werbebudgets: eine Herausforderung für viele Gratis-Webservices, deren Geschäftsmodell hauptsächlich auf der Refinanzierung durch Onlinewerbung basiert. Die deshalb derzeit bei Internetunternehmern beliebteste Variante kostenloser Angebote ist das Freemium-Modell.

Dabei bietet ein Dienst kostenlose Basiskonten sowie kostenpflichtige Premiumaccounts an. Die kleine Menge der zahlenden “Poweruser” finanziert dabei auch die große Zahl der Gratis-Zugänge.

Der Vorteil dieses Konzeptes: Auf der einen Seite machen sich Startups unabhängiger vom Werbemarkt und schaffen sich eine (kleine) regelmäßige und vorhersehbare Einnahmequelle. Andererseits profitieren sie trotzdem von Netzwerkeffekten und halten die Barrieren, um Besucher der Site zu registrierten Nutzern zu machen, niedrig – unerlässlich, um diese später eventuell zu Bezahlkunden zu konvertieren.

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Werbung:
Das Komplexitätsproblem von
Social-Media-Marketing

Werbung auf Social Networks will weiterhin nicht so recht abheben. Sind daran die ignoranten Werbeauftraggeber schuld? Die phantasielosen Website-Betreiber? Oder liegt der Grund vielleicht doch ganz woanders? Ist Social Media vielleicht viel komplexer und neuartiger, als wir alle denken?

Kein Zweifel: Social Media ist das Medienphänomen unserer Dekade. Viele Millionen von Internetusern verbringen erstaunliche Mengen von Zeit auf Facebook, Youtube, unzähligen Blogs und Diskussionsforen.

Doch trotz riesigem Erfolg an der Nutzerfront können die Umsätze dieser Web-2.0-Sites bisher gar nicht überzeugen. Gerade wurden die Umsatzerwartungen für Social-Network-Werbung drastisch nach unten korrigiert, von einem eh schon nicht beeindruckenden Niveau. YouTube ist weit von der Profitabilität entfernt. Und grosse Werbekunden wie Procter & Gamble sagen inzwischen ganz offen, dass sie mit den Resultaten ihrer Social-Media-Kampagnen sehr unglücklich sind. Viele Firmen basteln irgendwas mit Social-Media-Marketing herum, aber richtige Erfolgsrezepte gibt es noch keine.

Was läuft da falsch? Sind die angebotenen Werbeformen zu wenig einfallsreich? Oder sind die Werbekunden einfach zu konservativ und merken nicht, was ihnen da entgeht?

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Facebook führt Pro-Accounts ein
– Für Entwickler

Facebook führt mit dem Application Verfication Program eine kostenpflichtige Möglichkeit für Entwickler ein, ihren Applikationen einen besseren Zugang zu den Facebook-Nutzern zu gewähren. Außerdem wird Facebooks Plattform für die Nutzer ein Stück weit transparenter.

Facebook führt das auf der diesjährigen F8-Konferenz vorgestellte Application Verification Program ein. Applikationen auf Facebook werden künftig in drei Gruppen eingeteilt: “Great Apps”, “Verified Apps” und.. der Rest. Interessierte Entwickler können sich hier anmelden. Aktuell kann man sich nur anmelden. Die weiteren Schritte des Programms werden erst in den nächsten Wochen anlaufen.

Facebook erwartet, dass 10% der 48.000 aktuell verfügbaren Applikationen “Verified Apps” werden. Wie man diese künftig erkennen kann, sieht man auf dem Screenshot links.

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Debatte um Kostenloskultur im Web:
Ein alter Hut,
aber wieder aktuell

Pünktlich zur Wirtschaftsflaute ist sie wieder da, die Kritik an der Gratiskultur im Web. Doch tatsächlich haben viele Webanbieter schon längst erkannt, dass das ausschließlich kostenlose Anbieten von Leistungen ein risikoreiches Unterfangen ist, und entsprechende Konsequenzen gezogen.

Kostenloskultur im Web
Kostenloskultur im Web
Nachdem sich um die Jahrtausendwende für junge Web- und Tech-Startups der Traum vom schnellen Geld und Erfolg im Internet schlagartig in Luft auflöste und viele junge Unternehmen ganz auf der Strecke blieben, war für die Überlebenden klar: Leistungen komplett gratis bereitzustellen und allein durch Werbung refinanzieren zu wollen, funktioniert nicht.

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Linkwertig:
Sollte Facebook User mit mehr als 200 Freunden abkassieren?

Nein, meint Mike Masnick von Techdirt. Farhad Manjoo von Slate hat genau das Facebook vorgeschlagen: 5$/Monat von jedem Wal (Branchenjargon für User mit vielen Kontakten).

Masnick hat recht, wenn er ausführt, dass man nicht für Angebote Geld verlangen kann, von denen jeder erwartet, dass sie kostenlos sind. Statt zu versuchen, künstliche Knappheit zu erzeugen, muss man als Startup die echten knappen Güter/Angebote/Funktionen identifizieren und für den Zugang zu diesen dann Geld verlangen. Andernfalls rennen die User einem weg oder man verschließt sich zumindest weiterem Wachstum.

Tatsächlich glaube ich auch, dass das deutsche Business-Netzwerk Xing mit seiner aktuellen Funktionsaufteilung bei seinen Basis- und Premiumaccounts genau diesen Fehler macht. Fünf erfolgreiche Jahre hin oder her, unerschlossene Märkte mit praktisch nutzlosen Basisaccounts zu erobern, wird in einem Umfeld in dem kostenlose Social Networks wie Sand am Meer existieren, praktisch unmöglich. Deshalb dürfte die Expansion etwa nach Spanien und der Türkei auch mittels Übernahmen stattgefunden haben. Auf organisches Wachstum kann Xing unter solchen Bedingungen nicht setzen.

» Techdirt: Charging Is Good… But Only If You Charge For The Right Thing

Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein ausgewählter Link zu einem gelungenen Text. Viel Spaß bei der Lektüre!