Thema: Medienwandel

 

Alle 28 Artikel zum Thema Medienwandel auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Die entscheidende Ursache für den Medienwandel:
Das Internet ist überlegen

Verfechter der alten Medienwelt suchen gerne Schuldige für die Veränderungen ihrer Branche. Dabei kann man den tatsächlichen Grund kaum übersehen: In den Augen der Nutzer ist das Internet allen anderen Medienträgern ganz einfach überlegen.

Wer am Donnerstagvormitag bei Facebook oder Twitter zugegen war, hatte kaum eine Möglichkeit, Videoclips des Traumtors von Zlatan Ibrahimovic im Länderspiel Schweden-England aus dem Weg zu gehen. Kein Wunder, spricht man doch bereits jetzt von einem der spektakulärsten Tore des Fußballs. Sowohl in meiner Twitter-Timeline als auch in meinem Facebook-Newsfeed gab es kein Entkommen von durch Nutzer primär bei YouTube hochgeladenen Mittschnitten von TV-Aufnahmen, die Ibrahimovis Wunderwerk aus allen nur denkbaren Perspektiven zeigten.

Am gestrigen Abend dann hatte ich im Hintergrund die Nachrichten von BBC World News laufen. Als es zum Sport kam, wurde nochmals das Tor des derzeit bei Paris Saint Germain unter Vertrag stehenden Superstars thematisiert. Doch zu sehen bekamen es die Zuschauer nicht. Stattdessen schloss der Moderator mit dem Vermerk, dass alle, die das Tor noch nicht kennen, es sich unbedingt im Internet anschauen sollten!

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Medienwandel:
ProSiebenSat.1-Tochter entwickelt Hörfunk der Zukunft – in Schweden

Der Medienwandel wird auch den Hörfunk nicht verschonen. Ein zu ProSiebenSat.1 gehörender schwedische Hörfunkanbieter zeigt nun, wie ein etablierter Akteur aus der analogen Welt den digitalen Wandel mitgestalten kann, anstatt ihm hinterherzulaufen.

Regelmäßigen Lesern von netzwertig.com wird auffallen, dass hier vergleichsweise häufig von Internetdiensten aus Schweden zu lesen ist. Sicherlich spielt die Tatsache, dass ich selbst in Stockholm wohne, dabei eine gewisse Rolle. Entscheidender ist jedoch, dass die schwedische Bevölkerung und Wirtschaft seit jeher offener auf den Medienwandel zugeht, als sich dies in Deutschland beobachten lässt. Die Gründe dafür sind vielfältig, anführen möchte ich an dieser Stelle nur zwei: ein deutlich geringeres Kontrollbedürfnis aller gesellschaftlichen Akteure, als es hierzulande vorherrscht, sowie ein kleinerer Markt, der sich in den Augen großer Medienfirmen eher zu Experimenten mit offenem Ausgang und Kannibalisierungseffekten eignet als Europas größte Volkswirtschaft, in der die verbitterte Verteidigung alter Modelle häufig höheren Stellenwert hat als die Entwicklung neuer Ansätze.

So ganz verwundert es daher nicht, wie der schwedische Radiokonzern SBS Radio auf die bevorstehende, durch die Verbreitung von mobilem Internet angetriebene, breitflächige Abwanderung der Radiohörer zu digitalen Alternativen wie Spotify reagiert: Mit einem personalisierten Onlineradioangebot im Stile des populären, aber in Europa nicht zugänglichen Streamingdienstes Pandora sowie dessen hiesigem Pendant Aupeo. Radio Play nennt das Hörfunkunternehmen aus Stockholm seinen neuen, kostenfreien Service, der über eine Website sowie mobile Apps für iOS und Android angeboten wird. » weiterlesen

Das “verlorene” Interview mit Steve Jobs:
So sollte digitale Filmdistribution
nicht aussehen

Ein “vergessenes” Interview mit Steve Jobs aus dem Jahr 1995 steht jetzt bei iTunes zur Verfügung. Allerdings nur in englischsprachigen Ländern und nur als Stream. Wann lernt die Unterhaltungsbranche endlich, wie zeitgemäße Distribution von digitalen Medieninhalten aussehen muss?

Eigentlich wollte ich die Mittagspause damit verbringen, mir das Interview mit dem verstorbenen Apple-CEO Steve Jobs aus dem Jahr 1995 anzuschauen, das nach seiner nur partiellen TV-Ausstrahlung über Jahre in einer Schublade verstaubte und erst kurz nach dem Tod von Jobs wiederentdeckt wurde. Nachdem der rund 75 Minuten lange Film in einigen ausgewählten US-Kinos landete, steht er seit heute im iTunes Store zur Verfügung. Allerdings nur dann, wenn man ein für Käufe aktiviertes iTunes-Konto aus einem englischsprachigen Land besitzt, wie ich gerade feststellen musste. Für Interessenten im deutschsprachigen Raum und den meisten anderen Ländern dieser Erde existiert damit bisher keine legale Möglichkeit, sich das Interview in voller Länge und gegen Entgelt anzuschauen.

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Der Aufstieg der Tablet-PCs:
Wenn der Genussmodus aktiviert wird

Tablets und vor allem das iPad verkaufen sich blendend. Notebooks oder stationäre Rechner verdrängen die tragbaren Touch-Computer zwar nicht vollständig, aber in einigen Jahren werden sie in den meisten westlichen Haushalten zu finden sein.

Am Freitagabend traf ich mich mit zwei Freunden, die sich jeweils zeitgleich vor einigen Monaten ihr erstes Tablet zugelegt haben – ein iPad 2. Auf die Frage, wie zufrieden sie denn bisher mit dem Gerät seien, erhielt ich zwei sehr unterschiedliche Antworten: Während der eine bereits vollkommen vom Konzept des Tablet-PCs überzeugt war, gab sich der andere zweifelnd und ließ durchblicken, dass er sogar mit dem Gedanken spiele, sein iPad wieder zu verkaufen. “Mein Smartphone erfüllt für mich alle Einsatzzwecke eines mobilen Touch-Computers”, so sein Fazit.

Diese ganz und gar nicht wissenschaftliche Befragung verdeutlicht, dass etwa anderthalb Jahre nach dem Verkaufsbeginn der ersten iPad-Version – der gleichzeitig den Startschuss für diese neue Produktkategorie markiert – Tablet-Computer noch immer nicht alle Konsumenten von ihrer Existenzberechtigung überzeugt haben. Doch die Tablet-Befürworter waren an dem Abend in der Mehrzahl: Denn ich kann mir ein digitales Leben ohne das iPad (oder ein vergleichbares Android-Gerät) mittlerweile nicht mehr vorstellen.

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Amazon und die Buchverlage:
Bald wünschen sie sich Google Books

Google und die Buchverlage sind schon öfter aneinander geraten. Doch angesichts der zunehmenden Dominanz von Amazon wird sich die Buchbranche bald wünschen, sie hätte sich gegenüber Google kooperativer gezeigt.

Foto: Flickr/trekkyandy, CC-LizenzAmazon steigt in das Verlagsbusiness ein – es ist ein kleiner Schritt für Amazon, aber ein großer für die Buchbranche. Ihr bester Abnehmer mausert sich zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz. Hätte man das voraussehen können? Ja, klar! Wer sich mit dem Internet auskennt, weiß, dass im Digitalen vieles anders läuft als in der alten Welt. Was Amazon mit seiner Marktmacht alles anrichten kann, hat kürzlich erst Borders spüren müssen – einst die Nummer drei der Buchhändler in den USA, mittlerweile insolvent.

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Gesenkter Bedarf an Regulierung:
12 Thesen zur Medienpolitik
in der Online-Welt (Teil 2)

Das Internet verändert die Medienwelt – und nicht nur die. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe beschreibt in 12 Thesen die aktuellen Vorgänge sowie die Konsequenzen für die Medienpolitik.

Illustration: stock.xchngProf. Dr. Gerhard Vowe ist Inhaber des Lehrstuhls I für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. In einer September-Ausgabe des wöchentlich erscheinenden Medienfachdienstes Funkkorrespondenz hat er 12 Thesen zur Medienpolitik in der Online-Welt veröffentlicht, die er hiermit im Netz zur Diskussion stellen möchte.

Dies ist Teil 2 seiner Analyse. Zum ersten Teil mit den Thesen 1 bis 6 geht es hier.

7. Online-Medien verändern die Bildung öffentlicher Meinung, und zwar vor allem durch die Mediatisierung der Gruppenkommunikation.
In der Online-Welt verändert sich die Bildung öffentlicher Meinung, und zwar in all ihren Facetten. Es verändern sich das Was und Warum der öffentlichen Meinung – die Themen und die Positionen und die Begründungen, zum Beispiel die Kriterien, mit denen Politiker bewertet werden: Sie müssen kontinuierlich kommunikativ präsent sein, sie müssen persönlich sichtbar sein, sie müssen ständig auf der Hut sein, da alles, was sie sagen, sofort überprüft werden kann und auf immer dokumentiert ist. Es verändern sich das Wann und Wie der öffentlichen Meinung, die Strukturen und Rhythmen der Meinungsbildungsprozesse. Öffentliche Meinung ist volatiler geworden.

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Unbekanntes Terrain:
12 Thesen zur Medienpolitik
in der Online-Welt (Teil 1)

Das Internet verändert die Medienwelt – und nicht nur die. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe beschreibt in 12 Thesen die aktuellen Vorgänge sowie die Konsequenzen für die Medienpolitik.

Foto: Flickr/simonsterg, CC-LizenzProf. Dr. Gerhard Vowe ist Inhaber des Lehrstuhls I für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. In einer September-Ausgabe des wöchentlich erscheinenden Medienfachdienstes Funkkorrespondenz hat er 12 Thesen zur Medienpolitik in der Online-Welt veröffentlicht, die er hiermit im Netz zur Diskussion stellen möchte.


1. Wir befinden uns im Übergang hin zu einer von Online-Medien dominierten Medienwelt.

Unsere Vorstellungen von Medien und Politik sind geprägt von der analogen Welt der elektronischen Massenkommunikation. Ausdruck dieser Vorstellungen sind die immer und immer wieder erzählten Geschichten über starke Wirkungen des Rundfunks – von „War of the Worlds“ bis „Wetten, dass ..?“. Eine der Folgen dieser Vorstellungen ist ein engmaschiges Netz der Regulierung.

Seit einigen Jahren jedoch müssen wir umdenken. Unsere kognitiven Muster verlieren ihre Orientierungsfunktion; mit unseren Unterscheidungen und Heuristiken können wir nicht mehr angemessen erfassen, wie sich die Medienwelt verändert. Denn wir erleben einen rasanten Übergang in eine digitale Welt, in einen von Online-Medien dominierten Kommunikationsraum.

Indikatoren sind die Veränderungen bei den Nutzungszeiten und Reichweiten, die Strategien von Medienanbietern, die Erwartungen, die sich im Marktwert von Unternehmen ausdrücken, und nicht zuletzt die allenthalben spürbare Verunsicherung über das Profil zukünftiger Medienpolitik.

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Medienwandel:
Appell für eine
öffentlich-rechtliche API

Der Konflikt zwischen Medienkonzernen und der ARD um die mobile Tagesschau-App ist ein guter Anlass, um über die zukünftige Ausgestaltung des digitalen öffentlich-rechtlichen Rundfunks nachzudenken. Dieser sollte seine Inhalte in Zukunft frei über eine offene API anbieten – auch den Verlagen.

Am Dienstag wurde bekannt, dass acht deutsche Medienkonzerne Klage gegen ARD und NDR eingereicht haben. Die Unternehmen stören sich an der “textdominanten Berichterstattung ohne jeglichen Sendungsbezug” in den mobilen Apps der Tagesschau. Ich hatte bereits erläutert, warum ich diesen Schritt für nicht nachvollziehbar halte.

Betrachtet man nun nicht nur dieses spezifische Ereignis sondern das Gesamtbild, wird deutlich, dass die Debatte eigentlich nicht um die mobile Applikation der ARD-Nachrichtensendung kreist, sondern um die Ausgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im digitalen Zeitalter und darum, welche Inhalte vom Gebührenzahler finanziert und auf welchen Wegen diese verbreitetet werden sollen.

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Eli Parisers “Filter-Blase”:
Die neue Gefahr
der Tarnkappen-Gatekeeper

Das Internet wird als Demokratisierung der Information gefeiert, als Befreiung von den journalistischen Gatekeepern. Dabei machen sich längst wesentlich heiklere, weil unsichtbare Maschinen-Gatekeeper breit.

Die Filter-Blase

Ihr denkt also, dass ihr besser informiert seid, weil ihr vernetzt seid, weil die News jetzt zu euch kommen, weil in eurem sozialen Netz alles irgendwann an die Oberfläche gespült wird, was euch interessiert?

Das mag sein. Das Problem ist, dass eine informierte Gesellschaft nicht ausschliesslich auf dem aufbauen kann, was interessiert. Denn Interesse ist eine recht hedonistische menschliche Regung, die nur unter Anstrengung vom Individuum gelöst und auf kollektive Ziele geleitet werden kann. Das beweist wohl der Umstand, dass in Demokratien die Stimmbeteiligung in der Regel reziprok zum durchschnittlichen Wohlstand sinkt.

Aber während wir früher zumindest aktiv ignorant geblieben sind und uns bewusst entschieden haben, die relevanten Nachrichten in der Zeitung nicht zu lesen und zu den Sportresultaten umzublättern, werden uns heute möglicherweise relevante Informationen vorenthalten, ohne dass wir es überhaupt merken (und ohne dass dahinter irgendeine böse Weltsverschwörungsmacht steht).

Eli Pariser hat zu dieser These, die mich persönlich seit einiger Zeit umtreibt, ein Buch geschrieben (das ich noch nicht gelesen habe) und einen TED-Talk gehalten (siehe unten). Pariser nennt das Problem die “Filter-Blase” (Affiliate-Link). Ich habe es bisher als Quoten-Syndrom bezeichnet:

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Leistungsschutzrecht:
Destruktiver Eingriff in
das digitale Ökosystem

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erläutert im Interview mit DRadio Wissen ihre Idealvorstellung eines Leistungsschutzrechtes für Presseerzeugnisse – und offenbart die weltfremde Sichtweise seiner Befürworter auf das digitale Ökosystem.

Schon seit Längerem fordern Medienmanager und Politiker ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Auf diesem Weg möchten sie sicherstellen, dass jede Art von gewerblicher Nutzung journalistischer Inhalte mit einer Vergütung verbunden ist – auch und speziell dann, wenn kommerzielle Angebote lediglich einzelne Textzitate übernehmen.

Betroffen wären somit neben allen gewerblichen Nachrichtenangeboten und Blogs auch automatisierte Aggregatoren wie Google News, Nachrichten.de, Newshype oder Virato.de. Gerade die Aggregatoren sind manchen Verlagen ein Dorn im Auge, weil sie aus fremder Leistung Nutzen schlagen würden (Verlagsdenkweise). » weiterlesen