Thema: Medienwandel

 

Alle 32 Artikel zum Thema Medienwandel auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Das neue digitale Medienökosystem:
Reichweite kann jeder

Überall sprießen Medienangebote aus dem Internetboden, die innerhalb von kürzester Zeit Millionen Menschen erreichen. Dies zu bewerkstelligen, war noch nie einfacher.

SharingBislang war mir die Onlinepublikation Deutsche Wirtschafts Nachrichten (DWN) nur durch gelegentlich auftauchende Verlinkungen beim Aggregator Rivva ein Begriff – und fällt mir dort immer besonders wegen des sperrigen und mit einem Bindestrich geizenden Namens auf. Dass es sich bei dem Angebot um ein mittlerweile 15 feste Mitarbeiter beschäftigendes Medienstartup mit einer monatlichen Reichweite von zwei Millionen Lesern handelt, darüber wurde ich erst durch diese Kurzvorstellung des Elektrischen Reporters aufmerksam. DWN sehe Wirtschaft “als ein buntes Thema” und versuche, “Wirtschaft für jeden verständlich zu machen”, sagt Verlagsleiter Christoph Hermann in dem Porträt. Was er damit meint: Hysterie, Empörung und Pessimismus. So lassen sich die Inhalte der DWN am treffendsten beschreiben. Gute Neuigkeiten oder Optimismus findet man bei dem Portal grundsätzlich nicht. Trotz oder gerade deshalb sind die DWN ein absoluter und den Zahlen nach zu urteilen ernstzunehmender Newcomer. Hermann und seine Kollegen profitieren von den perfekten Voraussetzungen, die das soziale Netz für das schnelle Hochziehen von Klickraketen bietet. » weiterlesen

Kino in den eigenen vier Wänden:
Die Zukunft des Zuschauers

Das Kino erscheint angesichts der Vielfalt an hochwertigen Bewegtbildproduktionen, die in den eigenen vier Wänden konsumiert werden können, zunehmend antiquiert. Die komplexesten Geschichten gibt es längst nicht mehr im Filmhaus zu sehen.

Kino“Ich habe den Verdacht, dass in 50 Jahren alle Filme schrecklich angestaubt sein werden… Ich vermute, dass das Kino um 2020 endgültig verschwunden sein wird… dann wird es nichts anderes als das Fernsehen geben.”

Diese Einschätzung wurde vom französischen Filmemacher Jean-Pierre Melville getroffen; 1971 wohlgemerkt, als von der Digitalisierung, dem Internet und den Streamingdiensten, also kurzum von allem, was das Kino jetzt in Bedrängnis bringt, noch lange keine Rede war. Mehr als 40 Jahre nach dieser Voraussage ist das, was Melville mit “Fernsehen” bezeichnete (nämlich alles, was nicht im Kino sondern daheim statt findet) zudem in eine Vielfalt explodiert, die nicht absehbar war: Neben herkömmlichem Fernsehen gibt es DVDs, BluRays, Video On Demand, Youtube, illegale Streamingdienste, Torrentportale, et cetera. Egal aber auf welchem Wege die Unterhaltung zum Publikum gelangt, immer funktioniert es über einen Bildschirm, möglichst laute Lautsprecher und bevorzugt in den eigenen vier Wänden. » weiterlesen

Mobiler Medienmarkt:
Wachstumspfad und Sackgasse

Die mobile Nutzung des Internets nimmt immer weiter zu. Damit steigen auch die Hoffnungen von Print- & TV-Managern auf neue Erlösquellen. Aber sind diese Hoffnungen berechtigt?

Second Screen

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch “Der digitale Tsunami – Das Innovators Dilemma der traditionellen Medienunternehmen“ von Nicolas Clasen.

Die mobile Nutzung des Internets nimmt stark zu und setzt die etablierten Medienunternehmen unter Druck. Doch um diese Entwicklung zu verstehen, ist es zunächst wichtig, die mobile Nutzung des Internet nach verschiedenen Endgeräten zu unterscheiden: Während Tablets vorwiegend zu Hause genutzt werden, sind Smartphones unterwegs im Einsatz. Die Nutzung von Smartphones zeichnet sich durch einen besonders hohen Engagement-Faktor und eine deutliche Lean-Forward-Nutzung aus. » weiterlesen

Positionierung und Preispolitik:
Was Medienschaffende von Waschmitteln lernen können

Da heute jeder mit wenig Aufwand Inhalte produzieren und verbreiten kann, übertrifft das Angebot die kommerzielle Nachfrage um ein Vielfaches. Medienschaffende, die schlechte Honorare beklagen oder gar um Gratisarbeit gebeten werden, sollten über ihre Positionierung nachdenken.

Ein Meinungsbeitrag des Autors Tim Kreider in der New York Times erfreut sich seit Sonntag großer Popularität in Medienkreisen der Social-Web-Sphäre. Über 7500 Mal wurde der Artikel bei Twitter geteilt, über 650 Leserkommentare haben sich darunter bisher angesammelt. Kreider rechnet in dem Stück mit denjenigen ab, die ihn jüngst darum baten, Texte ohne Bezahlung zu schreiben. Sein Appell an die Kollegen der schreibenden Zunft, ihre Inhalte und Zeit nicht gratis anzubieten, passt zur gerade hierzulande am Rande des Starts der deutschsprachigen Huffington Post geführten Debatte über deren aktive Suche nach Autoren, die keine Vergütung erwarten.

Der 46-jährige Kreider beschreibt sein Unverständnis für die Mentalität, die Fremde dazu bewegt, ihn ohne Bezahlung um das Anfertigen von 1000-Wort-Werken zu bitten. Ein durchaus nachvollziehbarer Punkt. Doch seine Kolumne offenbart gleichzeitig einen Fehler in der Denkhaltung, der auch häufig bei Musikern und anderen Kreativen zu beobachten ist, die plötzlich mit dem Verkauf ihrer Werke nicht mehr die gewohnten Umsätze erwirtschaften: die Annahme, für jedes mit viel Aufwand erstellte Kreativprodukt gäbe es eine mit finanzieller Kompensation verbundene Nachfrage.  » weiterlesen

Die entscheidende Ursache für den Medienwandel:
Das Internet ist überlegen

Verfechter der alten Medienwelt suchen gerne Schuldige für die Veränderungen ihrer Branche. Dabei kann man den tatsächlichen Grund kaum übersehen: In den Augen der Nutzer ist das Internet allen anderen Medienträgern ganz einfach überlegen.

Wer am Donnerstagvormitag bei Facebook oder Twitter zugegen war, hatte kaum eine Möglichkeit, Videoclips des Traumtors von Zlatan Ibrahimovic im Länderspiel Schweden-England aus dem Weg zu gehen. Kein Wunder, spricht man doch bereits jetzt von einem der spektakulärsten Tore des Fußballs. Sowohl in meiner Twitter-Timeline als auch in meinem Facebook-Newsfeed gab es kein Entkommen von durch Nutzer primär bei YouTube hochgeladenen Mittschnitten von TV-Aufnahmen, die Ibrahimovis Wunderwerk aus allen nur denkbaren Perspektiven zeigten.

Am gestrigen Abend dann hatte ich im Hintergrund die Nachrichten von BBC World News laufen. Als es zum Sport kam, wurde nochmals das Tor des derzeit bei Paris Saint Germain unter Vertrag stehenden Superstars thematisiert. Doch zu sehen bekamen es die Zuschauer nicht. Stattdessen schloss der Moderator mit dem Vermerk, dass alle, die das Tor noch nicht kennen, es sich unbedingt im Internet anschauen sollten!

» weiterlesen

Medienwandel:
ProSiebenSat.1-Tochter entwickelt Hörfunk der Zukunft – in Schweden

Der Medienwandel wird auch den Hörfunk nicht verschonen. Ein zu ProSiebenSat.1 gehörender schwedische Hörfunkanbieter zeigt nun, wie ein etablierter Akteur aus der analogen Welt den digitalen Wandel mitgestalten kann, anstatt ihm hinterherzulaufen.

Regelmäßigen Lesern von netzwertig.com wird auffallen, dass hier vergleichsweise häufig von Internetdiensten aus Schweden zu lesen ist. Sicherlich spielt die Tatsache, dass ich selbst in Stockholm wohne, dabei eine gewisse Rolle. Entscheidender ist jedoch, dass die schwedische Bevölkerung und Wirtschaft seit jeher offener auf den Medienwandel zugeht, als sich dies in Deutschland beobachten lässt. Die Gründe dafür sind vielfältig, anführen möchte ich an dieser Stelle nur zwei: ein deutlich geringeres Kontrollbedürfnis aller gesellschaftlichen Akteure, als es hierzulande vorherrscht, sowie ein kleinerer Markt, der sich in den Augen großer Medienfirmen eher zu Experimenten mit offenem Ausgang und Kannibalisierungseffekten eignet als Europas größte Volkswirtschaft, in der die verbitterte Verteidigung alter Modelle häufig höheren Stellenwert hat als die Entwicklung neuer Ansätze.

So ganz verwundert es daher nicht, wie der schwedische Radiokonzern SBS Radio auf die bevorstehende, durch die Verbreitung von mobilem Internet angetriebene, breitflächige Abwanderung der Radiohörer zu digitalen Alternativen wie Spotify reagiert: Mit einem personalisierten Onlineradioangebot im Stile des populären, aber in Europa nicht zugänglichen Streamingdienstes Pandora sowie dessen hiesigem Pendant Aupeo. Radio Play nennt das Hörfunkunternehmen aus Stockholm seinen neuen, kostenfreien Service, der über eine Website sowie mobile Apps für iOS und Android angeboten wird. » weiterlesen

Das “verlorene” Interview mit Steve Jobs:
So sollte digitale Filmdistribution
nicht aussehen

Ein “vergessenes” Interview mit Steve Jobs aus dem Jahr 1995 steht jetzt bei iTunes zur Verfügung. Allerdings nur in englischsprachigen Ländern und nur als Stream. Wann lernt die Unterhaltungsbranche endlich, wie zeitgemäße Distribution von digitalen Medieninhalten aussehen muss?

Eigentlich wollte ich die Mittagspause damit verbringen, mir das Interview mit dem verstorbenen Apple-CEO Steve Jobs aus dem Jahr 1995 anzuschauen, das nach seiner nur partiellen TV-Ausstrahlung über Jahre in einer Schublade verstaubte und erst kurz nach dem Tod von Jobs wiederentdeckt wurde. Nachdem der rund 75 Minuten lange Film in einigen ausgewählten US-Kinos landete, steht er seit heute im iTunes Store zur Verfügung. Allerdings nur dann, wenn man ein für Käufe aktiviertes iTunes-Konto aus einem englischsprachigen Land besitzt, wie ich gerade feststellen musste. Für Interessenten im deutschsprachigen Raum und den meisten anderen Ländern dieser Erde existiert damit bisher keine legale Möglichkeit, sich das Interview in voller Länge und gegen Entgelt anzuschauen.

» weiterlesen

Der Aufstieg der Tablet-PCs:
Wenn der Genussmodus aktiviert wird

Tablets und vor allem das iPad verkaufen sich blendend. Notebooks oder stationäre Rechner verdrängen die tragbaren Touch-Computer zwar nicht vollständig, aber in einigen Jahren werden sie in den meisten westlichen Haushalten zu finden sein.

Am Freitagabend traf ich mich mit zwei Freunden, die sich jeweils zeitgleich vor einigen Monaten ihr erstes Tablet zugelegt haben – ein iPad 2. Auf die Frage, wie zufrieden sie denn bisher mit dem Gerät seien, erhielt ich zwei sehr unterschiedliche Antworten: Während der eine bereits vollkommen vom Konzept des Tablet-PCs überzeugt war, gab sich der andere zweifelnd und ließ durchblicken, dass er sogar mit dem Gedanken spiele, sein iPad wieder zu verkaufen. “Mein Smartphone erfüllt für mich alle Einsatzzwecke eines mobilen Touch-Computers”, so sein Fazit.

Diese ganz und gar nicht wissenschaftliche Befragung verdeutlicht, dass etwa anderthalb Jahre nach dem Verkaufsbeginn der ersten iPad-Version – der gleichzeitig den Startschuss für diese neue Produktkategorie markiert – Tablet-Computer noch immer nicht alle Konsumenten von ihrer Existenzberechtigung überzeugt haben. Doch die Tablet-Befürworter waren an dem Abend in der Mehrzahl: Denn ich kann mir ein digitales Leben ohne das iPad (oder ein vergleichbares Android-Gerät) mittlerweile nicht mehr vorstellen.

» weiterlesen

Amazon und die Buchverlage:
Bald wünschen sie sich Google Books

Google und die Buchverlage sind schon öfter aneinander geraten. Doch angesichts der zunehmenden Dominanz von Amazon wird sich die Buchbranche bald wünschen, sie hätte sich gegenüber Google kooperativer gezeigt.

Foto: Flickr/trekkyandy, CC-LizenzAmazon steigt in das Verlagsbusiness ein – es ist ein kleiner Schritt für Amazon, aber ein großer für die Buchbranche. Ihr bester Abnehmer mausert sich zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz. Hätte man das voraussehen können? Ja, klar! Wer sich mit dem Internet auskennt, weiß, dass im Digitalen vieles anders läuft als in der alten Welt. Was Amazon mit seiner Marktmacht alles anrichten kann, hat kürzlich erst Borders spüren müssen – einst die Nummer drei der Buchhändler in den USA, mittlerweile insolvent.

» weiterlesen

Gesenkter Bedarf an Regulierung:
12 Thesen zur Medienpolitik
in der Online-Welt (Teil 2)

Das Internet verändert die Medienwelt – und nicht nur die. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe beschreibt in 12 Thesen die aktuellen Vorgänge sowie die Konsequenzen für die Medienpolitik.

Illustration: stock.xchngProf. Dr. Gerhard Vowe ist Inhaber des Lehrstuhls I für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. In einer September-Ausgabe des wöchentlich erscheinenden Medienfachdienstes Funkkorrespondenz hat er 12 Thesen zur Medienpolitik in der Online-Welt veröffentlicht, die er hiermit im Netz zur Diskussion stellen möchte.

Dies ist Teil 2 seiner Analyse. Zum ersten Teil mit den Thesen 1 bis 6 geht es hier.

7. Online-Medien verändern die Bildung öffentlicher Meinung, und zwar vor allem durch die Mediatisierung der Gruppenkommunikation.
In der Online-Welt verändert sich die Bildung öffentlicher Meinung, und zwar in all ihren Facetten. Es verändern sich das Was und Warum der öffentlichen Meinung – die Themen und die Positionen und die Begründungen, zum Beispiel die Kriterien, mit denen Politiker bewertet werden: Sie müssen kontinuierlich kommunikativ präsent sein, sie müssen persönlich sichtbar sein, sie müssen ständig auf der Hut sein, da alles, was sie sagen, sofort überprüft werden kann und auf immer dokumentiert ist. Es verändern sich das Wann und Wie der öffentlichen Meinung, die Strukturen und Rhythmen der Meinungsbildungsprozesse. Öffentliche Meinung ist volatiler geworden.

» weiterlesen