Alle 24 Artikel zum Thema Medienwandel auf netzwertig.com:
Tablets und vor allem das iPad verkaufen sich blendend. Notebooks oder stationäre Rechner verdrängen die tragbaren Touch-Computer zwar nicht vollständig, aber in einigen Jahren werden sie in den meisten westlichen Haushalten zu finden sein.
Am Freitagabend traf ich mich mit zwei Freunden, die sich jeweils zeitgleich vor einigen Monaten ihr erstes Tablet zugelegt haben – ein iPad 2. Auf die Frage, wie zufrieden sie denn bisher mit dem Gerät seien, erhielt ich zwei sehr unterschiedliche Antworten: Während der eine bereits vollkommen vom Konzept des Tablet-PCs überzeugt war, gab sich der andere zweifelnd und ließ durchblicken, dass er sogar mit dem Gedanken spiele, sein iPad wieder zu verkaufen. “Mein Smartphone erfüllt für mich alle Einsatzzwecke eines mobilen Touch-Computers”, so sein Fazit.
Diese ganz und gar nicht wissenschaftliche Befragung verdeutlicht, dass etwa anderthalb Jahre nach dem Verkaufsbeginn der ersten iPad-Version – der gleichzeitig den Startschuss für diese neue Produktkategorie markiert – Tablet-Computer noch immer nicht alle Konsumenten von ihrer Existenzberechtigung überzeugt haben. Doch die Tablet-Befürworter waren an dem Abend in der Mehrzahl: Denn ich kann mir ein digitales Leben ohne das iPad (oder ein vergleichbares Android-Gerät) mittlerweile nicht mehr vorstellen.
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Google und die Buchverlage sind schon öfter aneinander geraten. Doch angesichts der zunehmenden Dominanz von Amazon wird sich die Buchbranche bald wünschen, sie hätte sich gegenüber Google kooperativer gezeigt.
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Amazon
steigt in das Verlagsbusiness ein – es ist ein kleiner Schritt für Amazon, aber ein großer für die Buchbranche. Ihr bester Abnehmer mausert sich zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz. Hätte man das voraussehen können? Ja, klar! Wer sich mit dem Internet auskennt, weiß, dass im Digitalen vieles anders läuft als in der alten Welt. Was Amazon mit seiner Marktmacht alles anrichten kann,
hat kürzlich erst Borders spüren müssen – einst die Nummer drei der Buchhändler in den USA, mittlerweile insolvent.
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Auch im Jahr 2011 gehen die Vorstellungen von Nachfragern und Anbietern im E-Book-Segment noch weit auseinander. Dabei könnte eine stärker nutzerorientierte Marktbearbeitung das elektronische Buch zu einem schnellen Erfolg führen.
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Prof. Dr. Jan Krone ist Leiter des Moduls Medien im Department Wirtschaft & Medien an der Fachhochschule St. Pölten GmbH, Österreich. Mehr zu seiner Person am Artikelende.
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Das E-Book taucht innerhalb der letzten Jahre im Rahmen der
Frankfurter Buchmesse regelmäßig als
Branchenschreck und/oder
–erlösung auf – mit für den deutschsprachigen Markt bis heute
marginalen Auswirkungen auf Anbieter und Nachfrager. Bisher erleben wir eine überwiegend
technikzentrierte Debatte mit enormen Marketinganstrengungen der Hardwareindustrie.
Das Buch als massenmediale Gattung war in der Vergangenheit, verglichen mit verwandten Medienangeboten, weitestgehend von den konvergierenden Nutzungsumgebungen im Zuge der Digitalisierung und damit auch hinsichtlich verlegerischer Aktivitäten auf neuen, elektronischen Oberflächen unterrepräsent. Buchmedien gelten im Kerngeschäft als de-kommunikative und unvernetzte Medienangebote im Sinne massenmedialer Kommunikation und sind damit gegenüber digitalen, interpersonalen Kommunikationsmedien in Angebot und Nachfrage weitgehend autark. Andererseits sind Buchverlage und Autoren Content-Spezialisten und gelten als gefragte Größe im Markt digitaler Oberflächen, die es attraktiv zu füllen gilt. » weiterlesen
Das Internet verändert die Medienwelt – und nicht nur die. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe beschreibt in 12 Thesen die aktuellen Vorgänge sowie die Konsequenzen für die Medienpolitik.
Illustration: stock.xchng
Prof. Dr. Gerhard Vowe ist Inhaber des Lehrstuhls I für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. In einer September-Ausgabe des wöchentlich erscheinenden Medienfachdienstes Funkkorrespondenz hat er 12 Thesen zur Medienpolitik in der Online-Welt veröffentlicht, die er hiermit im Netz zur Diskussion stellen möchte.
Dies ist Teil 2 seiner Analyse. Zum ersten Teil mit den Thesen 1 bis 6 geht es hier.
7. Online-Medien verändern die Bildung öffentlicher Meinung, und zwar vor allem durch die Mediatisierung der Gruppenkommunikation.
In der Online-Welt verändert sich die Bildung öffentlicher Meinung, und zwar in all ihren Facetten. Es verändern sich das Was und Warum der öffentlichen Meinung – die Themen und die Positionen und die Begründungen, zum Beispiel die Kriterien, mit denen Politiker bewertet werden: Sie müssen kontinuierlich kommunikativ präsent sein, sie müssen persönlich sichtbar sein, sie müssen ständig auf der Hut sein, da alles, was sie sagen, sofort überprüft werden kann und auf immer dokumentiert ist. Es verändern sich das Wann und Wie der öffentlichen Meinung, die Strukturen und Rhythmen der Meinungsbildungsprozesse. Öffentliche Meinung ist volatiler geworden.
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Das Internet verändert die Medienwelt – und nicht nur die. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe beschreibt in 12 Thesen die aktuellen Vorgänge sowie die Konsequenzen für die Medienpolitik.
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Prof. Dr. Gerhard Vowe ist Inhaber des Lehrstuhls I für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. In einer September-Ausgabe des wöchentlich erscheinenden Medienfachdienstes Funkkorrespondenz hat er 12 Thesen zur Medienpolitik in der Online-Welt veröffentlicht, die er hiermit im Netz zur Diskussion stellen möchte.
1. Wir befinden uns im Übergang hin zu einer von Online-Medien dominierten Medienwelt.
Unsere Vorstellungen von Medien und Politik sind geprägt von der analogen Welt der elektronischen Massenkommunikation. Ausdruck dieser Vorstellungen sind die immer und immer wieder erzählten Geschichten über starke Wirkungen des Rundfunks – von „War of the Worlds“ bis „Wetten, dass ..?“. Eine der Folgen dieser Vorstellungen ist ein engmaschiges Netz der Regulierung.
Seit einigen Jahren jedoch müssen wir umdenken. Unsere kognitiven Muster verlieren ihre Orientierungsfunktion; mit unseren Unterscheidungen und Heuristiken können wir nicht mehr angemessen erfassen, wie sich die Medienwelt verändert. Denn wir erleben einen rasanten Übergang in eine digitale Welt, in einen von Online-Medien dominierten Kommunikationsraum.
Indikatoren sind die Veränderungen bei den Nutzungszeiten und Reichweiten, die Strategien von Medienanbietern, die Erwartungen, die sich im Marktwert von Unternehmen ausdrücken, und nicht zuletzt die allenthalben spürbare Verunsicherung über das Profil zukünftiger Medienpolitik.
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Der Konflikt zwischen Medienkonzernen und der ARD um die mobile Tagesschau-App ist ein guter Anlass, um über die zukünftige Ausgestaltung des digitalen öffentlich-rechtlichen Rundfunks nachzudenken. Dieser sollte seine Inhalte in Zukunft frei über eine offene API anbieten – auch den Verlagen.
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Am Dienstag wurde bekannt, dass acht deutsche Medienkonzerne Klage gegen ARD und NDR eingereicht haben. Die Unternehmen stören sich an der “textdominanten Berichterstattung ohne jeglichen Sendungsbezug” in den mobilen Apps der Tagesschau. Ich hatte bereits erläutert,
warum ich diesen Schritt für nicht nachvollziehbar halte.
Betrachtet man nun nicht nur dieses spezifische Ereignis sondern das Gesamtbild, wird deutlich, dass die Debatte eigentlich nicht um die mobile Applikation der ARD-Nachrichtensendung kreist, sondern um die Ausgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im digitalen Zeitalter und darum, welche Inhalte vom Gebührenzahler finanziert und auf welchen Wegen diese verbreitetet werden sollen.
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Das Internet wird als Demokratisierung der Information gefeiert, als Befreiung von den journalistischen Gatekeepern. Dabei machen sich längst wesentlich heiklere, weil unsichtbare Maschinen-Gatekeeper breit.

Die Filter-Blase
Ihr denkt also, dass ihr besser informiert seid, weil ihr vernetzt seid, weil die News jetzt zu euch kommen, weil in eurem sozialen Netz alles irgendwann an die Oberfläche gespült wird, was euch interessiert?
Das mag sein. Das Problem ist, dass eine informierte Gesellschaft nicht ausschliesslich auf dem aufbauen kann, was interessiert. Denn Interesse ist eine recht hedonistische menschliche Regung, die nur unter Anstrengung vom Individuum gelöst und auf kollektive Ziele geleitet werden kann. Das beweist wohl der Umstand, dass in Demokratien die Stimmbeteiligung in der Regel reziprok zum durchschnittlichen Wohlstand sinkt.
Aber während wir früher zumindest aktiv ignorant geblieben sind und uns bewusst entschieden haben, die relevanten Nachrichten in der Zeitung nicht zu lesen und zu den Sportresultaten umzublättern, werden uns heute möglicherweise relevante Informationen vorenthalten, ohne dass wir es überhaupt merken (und ohne dass dahinter irgendeine böse Weltsverschwörungsmacht steht).
Eli Pariser hat zu dieser These, die mich persönlich seit einiger Zeit umtreibt, ein Buch geschrieben (das ich noch nicht gelesen habe) und einen TED-Talk gehalten (siehe unten). Pariser nennt das Problem die “Filter-Blase” (Affiliate-Link). Ich habe es bisher als Quoten-Syndrom bezeichnet:
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Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erläutert im Interview mit DRadio Wissen ihre Idealvorstellung eines Leistungsschutzrechtes für Presseerzeugnisse – und offenbart die weltfremde Sichtweise seiner Befürworter auf das digitale Ökosystem.
Schon seit Längerem fordern Medienmanager und Politiker ein
Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Auf diesem Weg möchten sie sicherstellen, dass jede Art von gewerblicher Nutzung journalistischer Inhalte mit einer Vergütung verbunden ist – auch und speziell dann, wenn kommerzielle Angebote lediglich einzelne Textzitate übernehmen.
Betroffen wären somit neben allen gewerblichen Nachrichtenangeboten und Blogs auch automatisierte Aggregatoren wie Google News, Nachrichten.de, Newshype oder Virato.de. Gerade die Aggregatoren sind manchen Verlagen ein Dorn im Auge, weil sie aus fremder Leistung Nutzen schlagen würden (Verlagsdenkweise). » weiterlesen
In der Frage der Anwendung des Urheberrechts im Digitalen treffen Innovations-Euphoriker und Gemeinfrei-Enthusiasten auf Dogma-Institutionen und Recht-und-Ordnung-Schutzhelme. Ein Blick auf die aktuell “herrschende Meinung”.
Prof. Dr. Jan Krone ist Leiter des Moduls Medien im Department Wirtschaft & Medien an der Fachhochschule St. Pölten GmbH, Österreich. Mehr zu seiner Person am Artikelende.
Die Anwendung des Urheberrechts auf online verfügbare Inhalte nimmt seit geraumer Zeit einen fast schon liebgewonnen Platz der politischen Auseinandersetzung ein. Es treffen dort Innovations-Euphoriker und Gemeinfrei-Enthusiasten auf Dogma-Institutionen und Recht-und-Ordnung-Schutzhelme. Das alles ist bis heute hundertfach
journalistisch begleitet und mehrtausendfach kommentiert.
Das Fremdeln mit oder Missverstehen von Netzwerktechnologien im Medienwandel ist jedoch kein neues Phänomen, sondern vielmehr strategisches wie auch emphatisches Annähern an veränderte Gesetzmäßigkeiten der sogenannten Internetökonmie.
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Die Meldung vom Tod Osama Bin Ladens ist das Zusammentreffen der alten und neuen Medienwelt. Nicht mehr länger müssen wir uns allein auf die Worte der Gatekeeper verlassen.
Osama bin Laden ist in der pakistanischen Stadt Abbottabad während eines Schusswechsels mit US-Soldaten
ums Leben gekommen. Und wie so oft in diesen ereignisreichen Monaten muss man nicht lange suchen, um die aus Sicht des digitalen Wandels relevante Komponente an den Geschehnissen zu identifizieren.
Damit meine ich übrigens nicht die Tatsache, dass wieder einmal Twitter schneller war als die etablierten Medien – das sollte im Jahr 2011 niemand mehr verwundern.
Viel bedeutungsvoller ist die Erkenntnis, dass auch in Gegenden ohne ausgewiesene Durchdringung von schnellen Internetanschlüssen und Social-Web-Diensten nichts mehr passiert, ohne dass die Aufmerksamkeit von vernetzten, mit Werkzeugen zur Echtzeit-Publikation ausgerüsteten Augen- bzw. “Ohrenzeugen” geweckt wird.
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