Alle 2 Artikel zum Thema Medienskandal auf netzwertig.com:
Gegen Manipulation und Täuschung hilft nur eine gründliche Recherche. Was aber, wenn jemand gegen jede Vernunft handelt und für eine Täuschung sogar sein Leben gibt?
Der Artikel “Amok” von David Grann im Schweizer Magazin (unser heutiger Lesetipp bei “6 vor 9″) hat es ganz schön in sich: Ein Autor schreibt ein Buch über einen realen Mordfall – mit beeindruckend-bedrückenden Details. Ein Kommissar liest das Buch und ist danach überzeugt: Die Recherche ist zu gut. Er beginnt zu fahnden, findet Indizien – bis es schließlich zum Prozess kommt.
Granns Text, der zuerst Anfang des Jahres im New Yorker erschien, erinnerte mich sofort an einen Film mit einer ganz ähnlichen Dramatik: “The Life of David Gale” mit Kevin Spacey. Darin landet ein angesehener Professor und Gegner der Todesstrafe im Gefängnis, er soll wegen Vergewaltigung und Mord hingerichtet werden. Die Indizien sprechen gegen ihn – als er einer Journalisten (Kate Winslet) eine ebenso plausible Version der Geschichte erzählt, in der er an dem Verbrechen unschuldig ist.
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Eklat in der Sendung “Kerner”, gestern abend im ZDF. Weil Senta Berger die Gesprächsrunde zu verlassen drohte, sah sich der Moderator dazu gezwungen, Eva Herman rausschicken. Dabei war das Thema vergleichsweise harmlos: Familienpolitik.
Es ist schon eine Strafe, sich eine Sendung mit Johannes Baptist Kerner anschauen zu müssen. Die wahre Strafe ist aber, sich diese Sendung in der ZDF-Mediathek anschauen zu müssen, die zwar hochaufgelöst und supercool daherkommt, aber mit hin- und herspulen grösste Mühe hat und mindestens fünf Mal abstürzt. Einmal geht mitten im Film einfach der Browser zu.

Screenshot zdf.de
Die Sendung lief so ab. Zuerst die Begrüssung der Gäste. Dann wurde Eva Herman mit den Zitaten konfrontiert, die ihr den Job beim NDR gekostet haben. Darauf erklärte ein Professor aus dem Publikum, was genau das Frauenbild in der Hitler-Zeit war. Ein gemäss Kerner ausgewiesener und anerkannter Experte für historische Fragen, der ihr eine “Verschwörungs-Pathologie” unterstellt, weil sie sie RTL dafür kritisiert, die Bänder der Pressekonferenz, die ihre Entlassung provoziert haben, nicht herauszugeben.
Es geht hin und her, es wird debattiert, wie genau Frauen und Kinder in der heutigen Zeit glücklich werden. Als das Gespräch auf den Begriff “Gleichschaltung” kommt (der, wie der Historiker erklärt, ein klar nationalsozialistischer ist), sagt Eva Herman, sichtlich genervt, dass sie über die gesamte Sendung über angegriffen wird:
Sie müssen nur Google eingeben und dann können sie jede Zeitung durchgehen. Welche Zeitung diesen Begriff bereits benutzt hat. Natürlich ist er da benutzt worden. Aber es sind auch Autobahnen damals gebaut worden und wir fahren heute drauf.
Der Historiker ruft:
Das Autobahn-Argument!
Margarethe Schreinemakers sagt:
Es kann nicht sein. Das kann nicht sein, was du hier sagst. Tut mir leid. Egal, wer hier auch immer applaudiert, es tut mir leid. Nein. Das kannst du so nicht sagen. Es geht nicht.
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