Alle 1477 Artikel zum Thema medienlese.com auf netzwertig.com:
Die Künstler ändern sich, die Medien ändern sich, die Interviews ändern sich. In einem Gespräch zwischen Reporterin Nora Hesse der Schweizer Gratis-Abendzeitung Heute und dem Rapper und Schauspieler Coolio flogen die Fetzen. Coolio verteidigte sich vehement gegen die Unterstellung, seine Kinder würden das von ihm verdiente Geld für Crack-Einkäufe verwenden. Später verstieg er sich zur Aussage, die Schweizer Bundesräte seien die grösste Gang der Schweiz. Alles nachzulesen hier, danke für den Link.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Der Tages-Anzeiger hat diesen Sommer etwas aufgeheizt. Am 17. Juli 2006 erschien auf der Lifestyle-Seite “Bellevue” die erste Folge einer Serie, die sich so ankündigte:
Bellevue macht den Sommer noch etwas heisser: In diesen Wochen beschäftigen wir uns in loser Folge mit den nackten Tatsachen der Pornografie. Wir beglücken Sie mit Filmkritiken, gesellschaftlichen Analysen, Reportagen und mehr.
Damit hat der Tages-Anzeiger ein in Tageszeitungen neues Feld der Kritik eröffnet; eine Herausforderung, weil es anders als gesellschaftlich voll und ganz akzeptierte Formen eine gewisse Distanzierung verlangt. Ist der Ruf eines Bücherwurms für einen Literaturkritiker und der Ruf einer Filmsaaleule für einen Filmkritiker schon fast ein vorauszusetzendes Attribut, möchte sich, so nimmt man an, kaum ein Journalist, kaum eine Journalistin als Experte, als Expertin für Pornofilme zeigen.
Wir haben die bisher erschienen zehn Folgen gelesen und folgende Herangehensweisen in dieser für Tageszeitungen doch sehr neuen Disziplin beobachtet: » weiterlesen
Danke, Reto U. Schneider, für den Text über die Weekly World News im NZZ Folio, dem man nur ankreiden muss, dass der erste Absatz aus dem Heft online (hier) nicht zu lesen ist. Es hat mir die Zeit ausgangs Kindheit zurückgeholt, dann, wenn das Leben am langweiligsten scheint, weil man nichts darf, was die Grossen tun und nichts will, was die Kleinen tun. In der suchte ich ab und an den Zeitschriftenstand auf und blätterte in dieser ganz und gar unglaublichen Zeitung, denn die WWN erschien damals eine Zeit lang in deutscher Version unter dem Namen Neue Spezial. Die gibt es nicht mehr, aber das beste daraus kann man kaufen.
Ich las von unmässig behaarten Menschen, von eingefangenen Monstern, von Frauen, die auf dem Rücken schwanger waren und staunte über die in jeder Ausgabe erneuten Sichtungen von UFOs. Heute ist mir klar, welcher der im Text beschriebenen ganz unterschiedlichen zwei Lesergruppen (verkürzt: die aufgeklärten Städter, die nichts glauben vs. die naiven vom Land, die alles glauben) ich angehöre, doch damals war das nicht so zwingend. Wenn auch fast jede Meldung unwahrscheinlich bis absurd ist, hätte sie doch auch wahr sein können. Und die meisten Meldungen stellt man sich so gerne vor, dass man sich wünscht, sie wären wahr. » weiterlesen
Findet man im Internet einen Text und drüber oder drunter steht “Von Bert Brecht”, dann denkt man, dieser Text habe Bertolt Brecht geschrieben. Dem ist nicht immer so, wie Constantin Seibt im NZZ Folio enthüllt. Er gibt zu, im September 1997 in der gleichen Publikation einen Text als Bert Brecht deklariert, ihn jedoch selbst geschrieben zu haben. Ob dieses Geständnis schon damals oder erst heute öffentlich wird, geht daraus nicht hervor. Gebeichtet oder nicht, im Internet steht ein Text “Von Bert Brecht” und auf den wird man auch aufmerksam.
Dem Geständnis (Folio lügt!) folgend die sich in den letzten Jahren angesammelten, sich auf die Fälschung beziehenden Links zum nachlesen: » weiterlesen
Das am 6.8.2006 in der Welt am Sonntag publizierte Interview mit Iggy Pop wurde in weiten Teilen bereits vor über einem Jahr schon einmal abgedruckt, nämlich in der Weltwoche, am 14.7.2005.
Nichts gegen Zweitverwertungen: ich lese lieber eine mir noch unbekannte gute Kopie aus einer anderen Publikation als ein mittelmässiges Original. Dennoch sollte das für jedes Detail geltende goldene journalistische Gesetz der Quellenangabe gerade für ganze Beiträge gelten. Unzählige gemeinsame Leser haben die Weltwoche und die Welt am Sonntag wohl kaum und nach mehr als einem Jahr ist auch bei den meisten von diesen die Erinnerung verblasst. Doch ist das ein Freibrief, seinen Lesern altes Brot als frisches anzudrehen? » weiterlesen
P.S., die linke Zürcher Zeitung, sucht per 1. September 2005 eine politische Redaktorin mit Biss (bei gleicher Qualifikation kommt allerdings ein Mann in Frage). Arbeitsort ist an der Langstrasse und wer sich bewerben möchte, sollte sich beeilen, denn nach elf Monaten Ausschreibungsdauer könnte die Stelle bald vergeben sein. Wer es schafft, die Zeitung online zu abonnieren, gewinnt einen Wecker.
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Mit dieser Artikelüberschrift erschien am 21. Juli 2006 in den Obersteirischen Nachrichten, einer österreichischen Wochenzeitung, ein Text über einen Überfall auf eine Pensionärin. Das las die Politikwissenschaftsstudentin Petra Wlasak und bat die Zeitung per E-Mail um eine objektive, sachliche und politisch korrekte Berichterstattung, worauf ihre Beschwerde ungefragt abgedruckt und ihr in der Antwort darauf Unwissenheit und fehlende Allgemeinbildung unterstellt wurde. Die ganze Geschichte mit Auszügen aus dem Artikel und der Antwort auf die Beschwerde hat derstandard.at zusammengefasst. Die Obersteirischen Nachrichten sind im Web zu finden, “in Kürze” sicher auch mit Inhalt.
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