Thema: medienlese.com

 

Alle 1478 Artikel zum Thema medienlese.com auf netzwertig.com:

Long Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

Als ich damit anfing kam vom Verlag die Ansage: Macht mal, ihr seid unser Prestigeprojekt (auch wenn die FAZ dahinter ein Fragezeichen setzt), wir ahnen schon, dass man mit Gadgets, Games und Gedöns mehr Werbung verkaufen kann. Nur regelmäßig sollte gebloggt werden. Eingependelt haben wir uns zwischen zwei und drei Postings pro Tag, stetig, aber nicht atemlos und allumfassend. Rückblickend freue ich mich über viele Geschichten, die wir ohne Aufregung gemacht haben – und vor allem über viele Meldungen und Gerüchte, von denen wir die Finger gelassen haben. Und wir haben uns nicht ausgezogen.

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G wie Google:
“Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele”

Google verändert die Zeitungen mehr, als Redakteure und Verleger wahrhaben wollen. Ein Gespräch mit dem Star-Blogger, Medienprofessor und US-Journalisten Jeff Jarvis.

Von Rainer Stadler (Interview)

Jeff Jarvis (wnyc, cc-Lizenz)
Jeff Jarvis (wnyc, cc-Lizenz)
Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion. » Alle Artikel beim SZ-Magazin
F: Was bedeutet Google für den Journalismus?
A: Nicht nur Google, das ganze Internet verändert den Journalismus. Druckerpressen zu besitzen ist heute ein Nachteil, weil es viel Geld kostet, Zeitungen zu drucken. In der neuen, digitalen Welt lassen sich Nachrichten billiger verbreiten und auch permanent korrigieren und aktualisieren. Sie können auf verschiedene Art präsentiert werden – als Video, Text oder als Audiodatei. Die Zukunft liegt zweifellos jenseits der Druckerpresse.

 

F: Aber in der Gegenwart machen die deutschen Verlage den meisten Umsatz immer noch mit ihren Zeitungen und nicht mit ihren Onlineportalen.
A: Der deutsche Markt ist wohl nicht so einfach mit dem amerikanischen zu vergleichen. Dennoch sollten die Blätter, die in den USA gerade reihenweise sterben, Warnung genug sein für die deutschen Verleger. Ich gehe sogar so weit zu sagen: Jedes Zeitungshaus sollte sich einen Termin setzen, zu dem es seine Druckerpressen abstellt.

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Journalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Dieser Text ist als Kolumne im Schweizer Medienmagazin “Edito” erschienen.

Von allen Seiten hören wir, die Medien steckten in einer Strukturkrise, deren Ausgang nicht absehbar sei. Die Digitalisierung unterspült Plattformen und Kanäle, und in kopfloser Aufregung beladen Verlage und Veranstalter neue Vehikel mit den alten Gefäßen und Inhalten.

Diese Panikaktionen greifen viel zu kurz, weil die Umwälzungen nicht nur die Strukturen des Mediengeschäfts erfasst haben, sondern vor dem Kern nicht halt machen: Dem Journalismus als solchem. Wo Informationen uneingeschränkt fließen, sind “Gatekeeper” überflüssig; die “Produktion” von News tut weniger Not als ihre Einordnung; vor allem aber findet eine Revolution statt, die Stanford-Professor Lawrence Lessig den Übergang von der “Nur-Lesen” zur “Lesen/Schreiben”-Kultur nennt:

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Und noch’n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

Mein Getöse
in der medienlese
fanden einige Käse,
manche gar böse,
doch dieses Gewese
war, sehn se,
nur das ‘Frühchen’
einer medialen Genese.

Verstehn se?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

medienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

“Wer soll das denn lesen?”, fragte mich die ehemalige Blogwerk-Mitarbeiterin Christina Schmid, als ich im August 2006 die ersten Postings bei medienlese.com schrieb. Damals hatte ich keine Antwort, aber seit der angekündigten Einstellung dieses Blogs und der zwischenzeitlichen Rettung der Rubrik “6 vor 9” weiss ich es wenigstens teilweise. Viele Journalisten und Medieninteressierte lesen mit. Alle durften aber nicht: ich hörte von Zeitungsredakteuren, die dazu angehalten wurden, dieses Blog nicht zu lesen – angeblich, um sich davon nicht demoralisieren zu lassen.

Die sogenannt alten Medien berichteten eigentlich nie über uns – aber dann, bei der Einstellungsankündigung, eine Lawine! Michael Hanfeld konzentrierte sich in seinem Nachruf mit dem Titel “Unter Holzfällern” in der Frankfurter Allgemeinen auf die Beschwörung des Tods der Zeitung, den dieses Blog hauptsächlich betrieben haben soll. Für meinen Teil kann ich mich davon nur deutlich distanzieren: “It’s not the form, stupid!”. Ausserdem ist Holzfäller sein keine Schande, ich bin gerne “unter Holzfällern” (youtube.com, Video, 2:11 Minuten).

Was hat sich in den drei Jahren alles getan? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert?

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Gute Seiten:
Blog und Lesezirkel für Magazine

Sie nennen es Holzmedienclub: Auf “Gute Seiten” dreht sich alles um unabhängige Magazine und ihre Macher, ausgesuchte Hefte werden über eine Zinothek verliehen – und es wird gefeiert.

Lesezirkel – bei dem Wort muss ich sofort an abgegriffene Stern-Hefte denken, die in Arztpraxen rumliegen. Alles andere als attraktiv also, wer liest schon freiwillig den Stern und geht gerne zum Arzt? Eben, nur alte Menschen. Nach so einem Texteinstieg bleibt natürlich nur noch eine Möglichkeit: Halt! Es geht auch, große Überraschung, anders!

Denn die Magazin-Liebhaber des neuen Blogs “Gute Seiten” schreiben nicht nur über kreative, unabhängige Magazine für nerdige Nischen, sie vermieten sie auch.

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Medienkrise:
Fünf Thesen zum Umbruch

Die angekündigte Schließung von medienlese.com hat eine Vielzahl von Meinungen zur Medienkrise provoziert, die zum Teil weit auseinanderliegen. Der Versuch einer Einordnung.

Sterben die Zeitungen? Sind Journalisten fauler geworden? Kapieren Verleger das Internet nicht? Ist der Qualitätsverlust schuld an der Medienkrise? Ich bin seit 20 Jahren Journalist und habe die Veränderungen in der Schweiz, dem Land mit der einst weltweit höchsten Zeitungsdichte, parallel zum Aufstieg des Internets hautnah erlebt. Hier sind seit den achtziger Jahren kontinuierlich Zeitungen in den Regionen verschwunden; im Gegenzug sind grade mal eine Hand voll kostenloser, flächendeckender Pendlerzeitungen aufgemacht worden.

Vielleicht gibt es keine Medien-, aber sicher eine Zeitungskrise, indem alte Modelle sich als nicht mehr tragfähig erweisen und neue Modelle sich erst herauskristallisieren müssen. Und weil die Faktoren, die den journalistischen Markt beeinflussen, mindestens ein Dreieck der Interessen darstellen (Verlage, Publikum, Werbung), ist nicht absehbar, von welcher Seite sich der stärkste Zug auswirken wird. Über die Auswirkungen streiten wir uns täglich:

» weiterlesen: Fünf Thesen zum Medienwandel

Und aus:
Schade um die netten Leser

Doch mit etwas Aufmerksamkeit wird die Einstellung von medienlese.com bedacht – sogar Zeitungen berichten. Denen wir übrigens nie etwas Böses wollten.

FAS über die lieben Kollegen
FAS über die lieben Kollegen
Dass über die Einstellung unseres kleinen Blogs selbst Neue Zürcher Zeitung, SonntagsZeitung und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichten! So viele, doch meist freundliche Reaktionen von Lesern und Kollegen in den Kommentaren! Und bis auf einen Blogger, der mit einer Mischung aus Halbwissen und Krawallsucht einfach losschreibt, viel Sympathie in der Blogosphäre.

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In eigener Sache:
Wir stellen medienlese.com ein

Dieses Posting in eigener Sache ist leider eines mit schlechten Nachrichten: Wir von Blogwerk haben beschlossen, medienlese.com am 30. April einzustellen. Das tut weh, aber die wirtschaftliche Entwicklung lässt uns kaum eine andere Wahl.


Update: Nachdem sich einige Leser mit einer Spendensammlung für die Rubrik “6 vor 9″ ins Zeug gelegt haben, wird medienlese.com vorerst bis Oktober 2009 weiter bestehen.

medienlese.com ist online seit dem 2. August 2006. Die Rubrik «6 vor 9» ist seit diesem Tag ohne Unterbrechung an jedem Werktag erschienen, insgesamt wurden mehr als 2.150 Artikel hier veröffentlicht, medienlese.com belegt in den aktuellen Blogcharts Rang 20 – aber wir hängen deutlich mehr daran, als es diese Zahlen aussagen können.

Wir haben immer gewusst, dass medienlese.com zu einem guten Teil ein Prestigeobjekt ist, und dass man mit einem Medienblog, das kein Branchendienst sein konnte und wollte, nicht viel Geld verdienen konnte. Wir haben es uns trotzdem gern geleistet. Leider geht das nun nicht mehr. Die wirtschaftliche Lage zwingt uns zu Einschnitten, und statt linear in allen Blogs zu sparen, was alle schwächen würde, haben wir uns nun zu diesem drastischen und schmerzhaften Schritt durchgerungen.

Es tut mir sehr leid für das Team, Ole Reißmann, Ronnie Grob, Klaus Jarchow und Carolin Neumann, denen Blogwerk-Chefredaktor Peter Sennhauser und ich hiermit für ihre grossartige Arbeit über drei Jahre danken möchte (auch wenn nicht alle die ganze Zeit dabei waren).

Ich finde es natürlich besonders unangenehm, dass medienlese.com oft die Entlassungswellen der grossen Verlage kommentiert hat, und wir nun selbst eine solche vornehmen müssen. Ein grosser Teil der Journalismus-Zukunft wird online stattfinden, diese Aussage war und ist sicher richtig. Aber dass die Monetarisierung vor allem kleiner, inhaltlich hochwertiger Angebote noch einige Zeit lang problematisch bleiben wird, wissen wir eben auch.

Wir könnten uns durchaus vorstellen, dass ein Dritter medienlese.com übernimmt und weiterführt. Ich spreche bereits mit einigen Interessenten. Vorerst muss jedoch die Einstellung, voraussichtlich zum 30. April, als wahrscheinlichste Option gelten.

Übermorgen wird die «SonntagsZeitung» einen Artikel veröffentlichen, in dem ich nochmal zur Situation der Blogvermarktung und zu Gründen für diesen Schritt Stellung nehme.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Siebziger Jahre:
So entstand eine Zeitung

Schreibmaschinen, Klebstoff, uralte Telefone: Wie die Redaktion des Daily Titan in den siebziger Jahren gearbeitet hat, zeigt Wayne Overbeck auf seiner Website.

Ohne Computer, ohne Internet: Zeitungmachen in den siebziger Jahren war noch aufwendiges, dreckiges Handwerk. Auf seiner Website zeigt Kommunikations-Professor Wayne Overbeck, wie der Daily Titan, die tägliche von Studenten erstellte Zeitung an der California State University, damals produziert wurde.

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