Thema: Leistungsschutzrecht

 

Alle 44 Artikel zum Thema Leistungsschutzrecht auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Offener Brief an Eric Schmidt:
Die Ängste von Springer-Chef Mathias Döpfner

In einem offenen Brief in der FAZ schildert Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner seine Befürchtungen im Bezug auf die Macht und Abhängigkeit von Google. Er spricht einige wichtige Dinge an – und ruft in Erinnerung, warum neben der Sorge über Google auch die über den Verlagslobbyismus angebracht ist.

Mathias Döpfner

Es gibt vieles, was man an Google kritisieren kann. Die (verdiente, aber dennoch problematische) unglaubliche Dominanz in einigen Märkten, die daraus resultierende subtile Meinungsmacht (Stichwort Personalisierung und Filterblase), die äußerst progressive Haltung zum Thema Datenschutz, die fehlende Empathie des Managements, das jedem User aufgezwungene Google+ oder die schleichende Abkehr von offenen Standards wären einige Beispiele. Googles Erfolg ist erstklassigen Produkten und der Befriedigung von Userbedürfnissen geschuldet, wirft aber dennoch die Frage auf, ob dem ungebrochenen Aufstieg des Konzerns überhaupt noch irgendetwas entgegengesetzt werden kann. Und was passiert, wenn die Antwort darauf “nein” lautet. Vor einem Jahr hatte ich das ungewöhnliche Dilemma mit der Aussage zusammengefasst, dass Google zu gut für diese Welt sei. » weiterlesen

Leistungsschutzrecht:
Das peinlichste netzpolitische Unterfangen Deutschlands

Darüber, ob die fortgesetzte, nicht vergütete Präsenz führender Verlage im Google Index eine Niederlage für die Befürworter des Leistungsschutzrechts ist oder zu derem langfristigen Plan gehört, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eindeutig handelt es sich aber um das peinlichste netzpolitische Unterfangen Deutschlands.

LeistungsschutzrechtVor einer Woche trat das Leistungsschutzrecht in Kraft. Kurioserweise, ohne dass diejenigen, die damit etwas erreichen wollten – die Verlage – von denjenigem, der mit dem Gesetz primär gebändigt und zur Kasse gebeten werden sollte – Google – auch nur einen Cent bekommen. Bis auf wenige, unbedeutende Ausnahmen sind sämtliche großen deutschen Verlagsmedien Googles Opt-In-Aufruf gefolgt und haben der kostenfreien Nutzung von Überschriften und Textanrissen durch Google zugestimmt. Niemand möchte riskieren, vom Suchtraffic abgeschnitten zu werden. “Unter Vorbehalt” und “vorläufig”, so die nach Vorwand klingende Einschränkung der Blattmacher.

Damit setzt sich die seit mehr als drei Jahren anhaltende Farce namens Leistungsschutzrecht (LSR) fort. Geschädigt werden, wie vorab von der Vielzahl der Kritiker vermutet, die kleinen Anbieter, die anders als die Übermacht Google nicht die Bedingungen diktieren können. » weiterlesen

Linkwertig:
Rivva, LSR, Prism, VC

Rivva
Rivva lässt wegen dem Leistungsschutzrecht die Snippets verblassen und muss vor allem die Lokalzeitungen und kleineren Publikationen ausmisten.

Circa 650 Lokalzeitungen, Magazine und ihre Blogs werden angesichts der aktuellen Rechtsunsicherheit nicht mehr in der Aggregation auftauchen.

» Rivva und das Leistungsschutzrecht

 

LSR
Der Axel-Springer-Verlag – wohl die treibende Kraft hinter dem Leistungsschutzrecht – andererseits verzichtet bei Google auf die neu erworbenen Rechte.

Wie ein Verlagssprecher am Montag auf Anfrage taz sagte, hat sich der Konzern per „Opt-in“-Verfahren entschieden, mit seinen Inhalten weiterhin in den Angeboten von Google gelistet zu werden

» Mit Google kuscheln, vorläufig

 

» weiterlesen

Nach den jüngsten “Niederlagen”:
Die Netzgemeinde muss sich ihre Konflikte besser aussuchen

Die Stimmung bei Netzaktivisten und Anhängern eines freien Internets in Deutschland ist auf einem Tiefpunkt angekommen. Zu viele kleine und große netzpolitische Konflikte hinterlassen ihre Spuren. Künftig muss besser ausgewählt werden, welche Kämpfe sich lohnen.

NetzgemeindeEs ist an der Zeit, dass wir uns unsere Konflikte besser aussuchen. Mit “wir” meine ich die Netzgemeinde, ein schwammiger Begriff, der als Konstrukt aber dennoch ganz gut alle diejenigen Menschen umfasst, die dem Internet grundsätzlich positiv gegenüber stehen und mehr darin sehen als ein bloßes Konsum- und Kommunikationsmedium – so unterschiedlich ihre Partikularinteressen und Motive sein mögen.

Mit dem endgültigen grünen Licht für das Leistungsschutzrecht sowie der fragwürdigen Neuregelung der Bestandsdatenauskunft erlitt eben diese Netzgemeinde in der vergangenen Woche gleich zwei gefühlte Niederlagen. Hinzukommen allerlei “kleinere” aktuelle Ärgernisse und Peinlichkeiten, welche wenig Grund zur Hoffnung auf eine rosige Zukunft des Digitaltechnologiestandorts Deutschland lassen. Dass sich unter hiesigen Bloggern, Netzaktivisten und engagierten Freunden eines freien Internets derzeit eine deprimierte Stimmung breit macht, verwundert nicht (siehe auch Linkwertig). » weiterlesen

In eigener Sache zum Leistungsschutzrecht:
Zitate und Snippets – bei uns gerne

Keine Panik: Publikationen von Blogwerk dürfen auch weiterhin zitiert werden.

Deutschland hat sich eine Lex Google geben; der deutsche Bundestag hat dieser Tage den Regierungsentwurf für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger verabschiedet.

Die Publikationen von Blogwerk sind davon im Grunde nicht betroffen – wir sind ein Schweizer Verlag und unterstehen Schweizer Gesetz. Nichtsdestotrotz: Unsere Leserschaft kommt aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und wir wollen verhindern, dass Missverständnisse aufkommen. Deshalb hier laut und deutlich:

Das Zitieren der Inhalte und das Übernehmen kurzer Textabschnitte / Snippets unserer Publikationen netzwertig.comneuerdings.comimgriff.comfokussiert.com, startwerk.ch und auch blogwerk.com ist anderen Publishern, Aggregatoren oder Bloggern weiterhin erlaubt und bleibt kostenlos.

Wie Rechtsanwalt Martin Steiger erläutert, sieht das Schweizer Urheberrecht Zitate ausdrücklich vor:

Urheberrechtlich geschützte Inhalte beziehungsweise Werke dürfen in der Schweiz grundsätzlich frei zitiert werden, um eigene Aussagen zu erläutern, zu veranschaulichen oder mit Hinweisen zu versehen.

Natürlich bedeutet «Zitieren» nicht einfach die kommentarlose Übernahme unserer Inhalte – es gelten eben die Bestimmungen des Urheberrechts. Martin Steiger erläutert in seinem Blogpost die Voraussetzungen für rechtskonformes Zitieren.

Auch in der Schweiz gibt es seitens der Verlegerschaft Bemühungen und Vorstösse, ein ähnliches Leistungsschutzrecht einzuführen. Weshalb es das nicht braucht, haben wir im Dezember dargelegt. Wir halten das einfache Teilen von Inhalten für eine der wichtigsten Aufgaben des Webs und werden dafür weiter einstehen.

Leistungsschutzrecht:
Onlinedienste und Startups reagieren auf “irrsinniges Gesetz”

Das Leistungsschutzrecht stellt viele Akteure der digitalen Welt vor Probleme. Besonders betroffen sind Onlinedienste und Startups – auch solche, die sich nicht mit der Aggregation von Verlagsinhalten befassen. Zahlreiche Services sehen sich zur Limitierung ihres Angebots gezwungen.

Der Bundestag hat sich am Freitag trotz aller Bedenken und der vernichtenden Kritik aus verschiedensten Lagern für ein Leistungsschutzrecht (LSR) für Presseverlage ausgesprochen. Zwar besteht noch die Hoffnung auf Widerstand im Bundesrat, aber dass das Gesetz doch noch komplett verhindert wird, darauf sollte man lieber nicht spekulieren. Selbst wenn die jetzt durchgewunkene Version eine abgemilderte Fassung des ursprünglichen Gesetzesvorschlags darstellt und einzelne Wörter sowie “kleinste Textausschnitte” von einer Lizenzpflicht ausklammert, schafft sie dennoch eine immense Unsicherheit bei einer Vielzahl von Teilnehmern am Webgeschehen. Jetzt eventuell sogar noch stärker, da im Gesetzestext nicht definiert wird, wo ein “kleinster Textausschnitt” aufhört und ein lizensierungspflichtiges “Snippet” beginnt. Der Bun­des­ver­ban­d deut­scher Zei­tungs­ver­le­ger (BDZV) interpretiert die schwammige Formulierung wenig verwunderlich zugunsten seiner Interessen und hält Googles Darstellung von Textanrissen künftig für genehmigungspflichtig. Die Bändigung von Google war freilich von Beginn der LSR-Debatte an das Ziel der Verlage, doch nach der überraschenden Änderung des Gesetzestextes wenige Tage vor der Abstimmung im Bundestag waren Stimmen zu vernehmen, welche damit die Gefahr für Google gebannt sahen.

Genau die Unsicherheit, die sich nun über das digitale Deutschland ausbreitet, gehört zu den entscheidenden Kritikpunkten am Leistungsschutzrecht. Eine Gruppe, die ganz besonders unter der neuen Rechtslage leiden wird, sind junge Internetdienste, die sich direkt oder indirekt mit der automatisierten Aufbereitung von Onlineinhalten befassen und dabei zumindest gelegentlich auch Verlagscontent berücksichtigen. Die ersten Reaktionen diverser Startups und Webdienste illustrieren die Probleme, die nun auf die hiesige Onlinebranche zukommen. » weiterlesen

Leistungsschutzrecht:
Die Chance für Abgeordnete der Koalition, einen Skandal zu verhindern

Heute stimmt der Bundestag über das Leistungsschutzrecht ab. Es ist die Chance für Abgeordnete der Koalition, ein skandalöses Gesetz zu verhindern.

Update 11:00: Das Leistungsschutzrecht wurde im Bundestag durchgewunken. Die Abgeordneten von CDU/CSU und FDP haben ihre Chance nicht genutzt und damit ein für alle Mal ihre Inkompetenz in Netzfragen belegt.  Die SPD hat angekündigt, das LSR im Bundesrat stoppen zu wollen. Noch gibt es also Hoffnung. [Update Ende]

Heute Vormittag soll trotz immer heftigerer Kritik im Bundestag über das Leistungsschutzrecht (LSR) abgestimmt werden. Wenn kein Wunder geschieht, wird eine der absurdesten und netzfeindlichsten Initiativen in der noch kurzen Geschichte des “deutschen” Internets nach dreijähriger Auseinandersetzung mit Hilfe der LSR-Befürworter CDU/CSU und FDP in Gesetzform gegossen – wohlgemerkt in einer in letzter Sekunde abgeänderten Fassung, welche die Rechtsunsicherheit nochmals erhöht.

Wieso das alles ein Skandal ist? Deshalb: » weiterlesen

Leistungsschutzrecht:
Der Wind dreht sich

Seit einigen Tagen hagelt es auch aus unerwarteter Ecke Kritik am Leistungsschutzrecht. Eine Einigung zwischen Verlagen und Google wirkt immer wahrscheinlicher. Doch in jedem Fall gibt es am Ende nur Verlierer.

Vor wenigen Wochen erschien es noch recht unwahrscheinlich. Doch seit einigen Tagen sieht es so aus, als könnte das in Kreisen von Netzwirtschaft und Onlineaktivisten unpopuläre Leistungsschutzrecht (LSR) auf der Zielgeraden beerdigt werden. Der Wind hat sich in letzter Zeit merklich gedreht: Einseitige, als objektive Berichterstattung getarnte Forderungen der LSR-Lobby in Deutschlands führenden Leitmedien sind kaum noch zu vernehmen, stattdessen besinnen sich einzelne Redaktionen ihrer journalistischen Mission und berichten ausgeglichener über das Gesetzesvorhaben. Parallel dazu zeigte die Einigung französischer Verleger mit Google hiesigen Politikern, dass es auch ohne ein im Netz unnötige Hürden errichtendes juristisches Korsett zu einer Lösung kommen kann.

Besonders in der vergangenen Woche hagelte es Kritik am LSR – auch von unerwarteter Seite. Ein neues Rechtsgutachten im Auftrag des Verbands der deutschen Internetwirtschaft e.V. (eco) und Google reihte sich in die lange Liste der das Gesetzesvorhaben deutlich in Frage stellenden Organisationen und Untersuchungen ein, der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages, Siegfried Kauder (CDU), bezeichnete das LSR als “rechtspolitischen Eiertanz” und sieht verfassungsrechtliche, europarechtliche und technische Bedenken, und selbst LSR-Befürworter Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) – der derzeit auf Schmusekurs mit der Startup-Wirtschaft ist – zweifelt an einer Mehrheitsfähigkeit des LSR im Parlament. “Auch unter FDP-Abgeordneten gebe es Bedenken, sagte Rösler gemäß taz. Unterdessen wurde eine für den 28. Februar geplante zweite und dritte Lesung zum LSR im Bundestag von der Tagesordnung genommen. Laut netzpolitik.org wäre der nächste mögliche Termin dafür nun erst der 14. März. » weiterlesen

Berichterstattung zum Leistungsschutzrecht:
Ein Lob für sueddeutsche.de

Lange Zeit hinderte der Interessenkonflikt ihrer Verlage hiesige Leitmedien daran, ausgewogen über das Leistungsschutzrecht zu berichten. sueddeutsche.de zeigt nun jedoch den Willen, beschädigtes Vertrauen bei den Lesern wiederherzustellen.

Einer der unangenehmsten Nebeneffekte des vor der Umsetzung stehenden Leistungsschutzrechts (LSR) ist, dass die ein solches Gesetz fordernden Presseverlage ihre Nachrichtenangebote in lobbyistische Sprachrohre verwandelten. Statt einer objektiven Auseinandersetzung mit der umstrittenen Verordnung gab es zahlreiche einseitige Berichte mit klarer Botschaft: Das LSR sei notwendig. Von der “kritischen und ausgewogen Debatte”, wie sie Hubert Burda erfand, war wenig zu sehen.

Doch noch ist es für eine objektive Berichterstattung nicht zu spät. Das zumindest scheint man sich in der Redaktion von sueddeutsche.de gedacht zu haben. In den letzten zwei Wochen wurden dort mehrere Artikel rund um das Thema veröffentlicht, die tatsächlich einen kritischen Blick auf das Gesetzesvorhaben werfen und nicht allein aus den Plattitüden der Verlagsmanager bestehen. Und das, obwohl der Süddeutsche Verlag selbst das LSR befürwortet. » weiterlesen

Leistungsschutzrecht:
Ein Kampf ohne Gegner

In der Debatte um das Leistungsschutzrecht schlagen beide Seiten über die Stränge. Sie zeigt aber: Die meisten Verleger verharren in einer Konfrontation mit einem Gegner, den es gar nicht gibt.

Lukas Stuber ist Geschäftsführer der Zürcher Agentur Yourposition und seit dem Jahr 2000 als Suchmaschinenmarketer tätig. Er ist als Dozent an verschiedenen Fachhochschulen der Schweiz engagiert und einer der gefragtesten Referenten im Bereich Suchmaschinenmarketing.

Die unternehmerische Aufgabe eines Verlags besteht darin, einem unabhängigen Journalismus die wirtschaftlichen Grundlagen zu sichern. Gelingt das, wird der Demokratie eine kritische Instanz bewahrt, ohne die sie nicht überleben kann.

Weil sich der Medienkonsum aber immer mehr ins Internet verschiebt, stehen die Verlage mehreren Problemen gegenüber: Inhalte lassen sich online schwer verkaufen, Online-Werbung ist weit günstiger als Print-Werbung, und während die Verlage seit zwei Jahrzehnten nahezu unveränderte Online-Werbemöglichkeiten anbieten, die auf ihre eigenen Plattformen beschränkt sind, wandern die Budgets zu Anbietern effizienterer Modelle hinüber, die das Internet als Ganzes erschliessen helfen. Die bewährten Geschäftsmodelle der Verlage verlieren damit zusehends ihre Tragfähigkeit.

Die Verleger behaupten, daran sei insbesondere Google schuld. Urs F. Meyer, Geschäftsführer des Verbands Schweizer Medien, publizierte kürzlich in der NZZ einen Gastbeitrag, der die bisher bekannten Verlegerargumente vollständig auflistet. Auch sein Text macht klar: Dass ihnen Google gratis einen Grossteil ihrer Online-Leser zuführt, betrachten die Verleger als Resultat eines Diebstahls. Im Internet ernten sie damit mehrheitlich Spott: Man weist hämisch auf die Lücken und Fehler in der Argumentation hin und behauptet, die Verlage hätten das Internet verschlafen.
Beide Seiten sind, wie Rainer Stadler von der NZZ wohl korrekt feststellte, “am Hyperventilieren“. Damit machen sie es sich zu einfach. » weiterlesen