Alle 8 Artikel zum Thema Kronen-Zeitung auf netzwertig.com:
Neuer Nationalrat in Österreich gewählt: Die Kronen-Zeitung hat ordentlich Stimmung für ihren Favoriten gemacht – journalistisch sauber war das nicht.
Mit rund 3,8 Millionen Lesern ist die
Kronen-Zeitung Österreichs meistgelesene Tageszeitung. Diesen durchschlagegenen Erfolg hat das Blatt vor allem ihrem Herausgeber zu verdanken, dem 87-jährigen
Hans Dichand. Und von dieser publizistischen Stärke machte der österreichische Medienzar im Wahlkampf auch reichlich Gebrauch, empören sich Kritiker der
Krone. Seine Meinung zur Lage der Nation sei die alles bestimmende Blattlinie, abweichende Ansichten dagegen hätten keinen Platz in seiner Zeitung.
Daher würden sowohl Krone-Journalisten ihre Berichte, als auch viele Politiker ihre Agenda an die Vorstellungen des Herausgebers anpassen. Passiert ist das tatsächlich vor wenigen Wochen. Noch-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ), Werner Faymann, verkündeten in einem Leserbrief an die Krone, einen 180-Grad-Schwenk in ihrer EU-Politik: Künftig solle das Volk über einen EU-Verfassungvertrag abstimmen und nicht das Parlament.
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Alte Zeitschriften zu Euros, Merkwürdige Leserbriefe in der Kronen-Zeitung und Wahlen in Bayern und Österreich – medienlese.com blickt zurück auf die 39. Kalenderwoche.
Wahlsonntag, nicht nur in Bayern: Währen die CSU im Freistaat nach ersten Prognosen
unter 43 Prozent rutscht, rückt Österreich
nach rechts. Rund 10 Prozent der Stimmten entfielen auf Jörg Haiders Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ). Zusammen mit der Freiheitlichen Partei (FPÖ) kommen die Rechten vorerst auf knapp 30 Prozent.
Am Kiosk wurde diese Woche die Park Avenue verkauft, im Paket mit einer Ausgabe von Monopol, für nur 4 Euro. Das hörte sich nach einem guten Angebot an, denn normalerweise kostet die Kunstzeitschrift Monopol ja 7.50 Euro. Also kaufte ich das Ding, wunderte mich dann aber beim Durchblättern, warum jetzt schon von Ausstellungen im März und April die Rede ist. Des Rätsels Lösung? Die Ausgabe war vom März, vom März 2008. Andere erhielten gar Altpapier, das ein volles Jahr alt ist. Natürlich ist das eine gute Lösung, um seine offenbar grossen unverkauften Bestände loszuwerden, aber ist es auch eine nachhaltige?
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Seit über einem Jahr plaudert der österreichische Verkehrsminister und SPÖ-Vorsitzende in einer PR-Serie auch über private Kleinigkeiten – auf Kosten der Steuerzahler, ätzen nun viele Medien.
Kaum zum Parteivorsitzenden der österreichischen Sozialdemokraten gewählt, bläst Verkehrsminister Werner Faymann schon eine kühle Brise von Seiten der Medien entgegen. Dabei segelte er noch kürzlich unter dem günstigen Rückenwind der
Kronen-Zeitung an die Spitze der Partei und löste den regierenden Bundeskanzler als Parteivorsitzenden ab.
Erste Wolken am Horizont zogen auf, als Faymann mit einem Brief an die Krone die neue Parteilinie der SPÖ in der Europapolitik verkündete. Sogar viele Parteimitglieder erfuhren vom 180-Grad-Schwenk der SPÖ, die plötzlich für statt gegen Volksabstimmungen bei EU-Verträgen war, zuerst aus der Krone. Peinliche Anbiederung an den Boulevard warfen entrüstete Parteimitglieder und entsetzte Journalisten der neuen SPÖ-Führung vor. Und plötzlich fällt kritischen Edelfedern der nächste Skandal ein:
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Versteckt in einer Abstellkammer soll der Kriegsverbrecher Karadzic in Österreich gelebt haben, schrieben Boulevardblätter und fanden schnell ein paar Augenzeugen. Oder etwa doch nicht?
Monatelang soll der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic als dubioser Wunderheiler in Wien gelebt haben. Das behauptete zumindest die
Kronen-Zeitung – exklusiv natürlich. Andere Medien schossen sich dankbar auf die Story ein und zerrten entsetzte Augenzeugen hervor. Eine spannende Woche für den Boulevard – mit einem kleinen Problem.
Die ganze Geschichte war eine Ente. Schnell fanden sich dutzende Zeitgenossen, die täglich mit dem sogenannten „Balkan-Schlächter“ zu tun gehabt haben wollen. Komisch sei ihnen der bärtige Mann mit zu einem Knoten gebundenen Haaren schon immer vorgekommen. Dass sich dahinter Karadzic verstecken könnte, hätten sie niemals geahnt. Doch die investigativen Genies der Krone förderten nach penibler Recherchearbeit alle Details über das Leben des „Opa Pera“, wie ihn angeblich alle nannten, zutage: » weiterlesen
Kein Sommerloch in Österreich: Im September finden Neuwahlen statt, die Medien haben etwas zu berichten – und erhaltend dringend benötigte Werbeanzeigen.
Bis zu 50 Millionen Euro haben die österreichischen Nationalratswahlen im Jahr 2006
gekostet. So viel haben die Parteien laut Schätzung für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben. Und mindestens Hälfte davon haben die Medien
bekommen (rund 24 Mio.). Fast drei Viertel vom Werbekuchen, nämlich 14,7 Mio., haben sich dabei die Printmedien abgeschnitten. Knapp acht Mio. investierten die Parteien in Plakate. Radio, TV und Kino spielten mit einem Gesamtanteil von 1,4 Mio. dagegen nur eine geringe Rolle.
Das liegt vor allem daran, dass der ORF in seinen Radio- und Fernsehprogrammen keine Parteiwerbung schalten darf. Allein auf den Internetportalen des öffentlich-rechtlichen Senders und im Teletext sind Einschaltungen erlaubt. Neuwahlen sind daher vor allem ein lukratives Geschäft für Österreichs Zeitungen und Zeitschriften.
Die Printmedien haben diese finanziellen Zuschüsse und das höhere Interesse vor Wahlen auch dringend notwendig:
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Das neue Führungsduo der Regierungspartei SPÖ erklärt eine 180-Grad-Drehung ihrer EU-Politik – ausgerechnet exklusiv vorab in der Kronen-Zeitung, die genau das seit Monaten fordert.
Beim Blick in die gestrige Kronen-Zeitung blieb wohl nicht nur einigen Journalisten und Bloggern das Frühstückskipferl im Hals stecken. Praktisch ganz Österreich ist vom abrupten Positionswechsel der stimmenstärksten österreichischen Regierungspartei überrascht. Entsetzt waren viele darüber, wie diese plötzliche Meinungsänderung an die Öffentlichkeit getragen wurde: nämlich in einem Brief an Hans Dichand, den Herausgeber der reichweitenstärksten Tageszeitung Österreichs, der Krone:
Auf der Basis einer kontinuierlichen Information und einer offenen Diskussion sind wir der Meinung, dass zukünftige Vertragsänderungen, die die österreichischen Interessen berühren, durch eine Volksabstimmung in Österreich entschieden werden sollen.
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Krude Zeitung mit klarem Ziel: Bei dem österreichischen Boulevardblatt Kronenzeitung wird Meinung gemacht, erst dann kommt die Rendite.
Gibt es auf dem Boulevard überhaupt Unterschiede? Oder ist es überall der gleiche Zucker, der dem großen Affen ‘Publikum’ zu schmecken hat? Ich denke, diese Unterschiede gibt es – ein Gedanke, der mir vor allem immer dann kommt, wenn ich – allerdings nur sporadisch mal – Dichands Kronenzeitung neben die Bild-Zeitung halte.
Die Bild ist ein typisches ‘Push-Medium’, um es marketingtechnisch auszudrücken: Die hochweise Redaktion beschließt, was der mindere Pöbel morgen denken soll, und dann wird mit allen Tricks der Rhetorik, der Headline-Gestaltung und der Propaganda die ideologische Leimrute mit der patentierten Mixtur aus dem entsprechenden Honigtopf bestrichen. Ein Verfahren, das sich seinen Markt erst schaffen will, das regelmäßig auch mal schief geht, siehe zuletzt die Bundestags- oder Hessenwahlen, das aber unverdrossen als der Weisheit letzter Schluss den Mantraschrein der Redaktion schmücken darf. Dort halten sich alle unverdrossen für große ‘Meinungsmacher’, egal, was die depperten Gehirnforscher ihnen zum Thema der Unvorhersagbarkeit jeder Manipulation erzählen.
Dichand verfährt anders – seine Kronenzeitung ist ein typisches Pull-Medium:
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Österreichs Zeitungen und Zeitschriften haben im Jahr 2007 viele Leser verloren. Einige Medien mussten deutliche Verluste einstecken. Vor allem junge Österreicher holen sich ihre Informationen lieber im Internet. Und das tun sie so intensiv wie nie zuvor.
Wenn die Leserzahlen für die österreichischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht werden, findet jedes Medium eine Kategorie, in der es besser als alle anderen war oder zumindest gut abgeschnitten hat. Diesmal allerdings wird es wohl für alle schwer, sich als Gewinner darzustellen: Sieger gab es 2006 so gut wie gar nicht. Verlierer dagegen zuhauf. Das zeigen die Daten der Media-Analyse für das Vorjahr. In rund 15.000 persönlichen Interviews ermitteln Meinungsforschungsinstitute jährlich, wie viele Österreicher ein Blatt tatsächlich lesen.
Viele Zeitungen mussten signifikante Verluste einstecken. Die am meisten gelesene Zeitung Österreichs, die Kronen-Zeitung, führt mit fast 3 Millionen Lesern noch immer weit vor der Kleinen Zeitung, die über 800.000 Leser hat. Die Krone hat 85.000 Leser verloren, die Leserzahlen der Kleinen blieben stabil. Besonders schmerzhaft ist der Leserschwund für den Kurier und die Presse. Der Kurier verliert 44.000 Leser, die Presse 33.000. Damit liegt der Kurier bei knapp über 620.000 Lesern, die Presse hat nur mehr 267.000 Leser.
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