Alle 9 Artikel zum Thema Kommentare auf netzwertig.com:
Mit seinem neuen identitätsgebundenen Kommentarsystem für Drittanbieter bringt Facebook Anstand und Höflichkeit in die Kommentarspalten von Nachrichtensites und Blogs – und läuft gleichzeitig Gefahr, gute Diskussionen zu verhindern.
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Zu behaupten, dass einige der netzwertig.com-Leser gelegentlich bei TechCrunch vorbeischauen, ist keine gewagte Aussage. Immerhin gilt das kürzlich von AOL übernommene US-Blog noch immer als erste Adresse für Eil- und Exklusivmeldungen aus dem Silicon Valley und anderen Technologie-Hotspots. Und wer TechCrunch kennt, wird auch wissen, wie einzelne Artikel bei der bis zu zwei Millionen Unique Visitors pro Monat zählenden Site (laut Compete) stets viele Dutzend oder gar hundert Kommentare von sehr variierender Qualität anhäuften.
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Wer im professionellen Teil des Internets anonym Kritik äußert, hat ein zunehmendes Glaubwürdigkeitsproblem. Gefragt sind Diskurse auf Augenhöhe.
In der Kommentarspalte
zu meinem Artikel “Verlinken tut weh” vom vergangenen Samstag kam es zu einer längeren Diskussion zwischen mir und einem Leser. Persönlich empfand ich seine Kritik einen Tick zu persönlich, aber darüber würde wohl jeder anders urteilen.
Während kritisierende Lesermeinungen einen als Autor natürlich nicht in Hochstimmung versetzen – immerhin wird man mit eventuell gemachten Fehlern konfrontiert, was für keinen Menschen leicht ist – so sind sie dennoch ein notwendiger Teil des Bloggens sowie jeder journalistischen Arbeit und helfen dabei, eigene Aussagen, Meinungen und Vorgehensweisen zu reflektieren. Genau wie Leser (hoffentlich) Neues erfahren, lernt man als Autor ebenfalls ständig dazu, was mitunter ohnehin das Beste am Bloggen ist.
Doch im Rahmen der erwähnten Kommentardebatte erkannte ich einen mir bisher nicht bewussten neuen Anspruch, den ich an Kritiker stelle, die mit ihrer negativen Meinung über einen Artikel kein Blatt vor den Mund nehmen: Transparenz darüber, wer sie sind.
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Mit einer neuen Funktion des Kommentardienstes BackType kann man sich automatisch alle Kommentare zu selbst kommentierten Artikeln per Mail zuschicken lassen.
Wer regelmäßig in Blogs kommentiert, kennt das Problem: Man will die nachfolgende Kommunikation und etwaige Reaktionen auf den eigenen Kommentar folgen und gegebenenfalls reagieren. Sobald man aber regelmäßig auf mehreren Blogs kommentiert, wird es schnell unübersichtlich, denn man kann nicht immer alle Kommentarstränge als Lesezeichen setzen und manuell aufsuchen oder dergleichen.
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Ein Journalist wird von Fussballfans geschlagen und getreten – und in Kommentaren wird die Gewalt gegen neutrale Beobachter gerechtfertigt. Selber schuld? Falsch!
[Edit: In diesem Posting waren unhaltbare persönliche Anwürfe enthalten, für die wir uns entschuldigen möchten und die gelöscht wurden. Der Artikel und die Debatte geben uns ausserdem Anlass, einmal mehr unser Selbstverständnis als Blog und unseren Stil zu diskutieren. Peter Sennhauser]
Am 22. Februar wurde der (übrigens oft grossartige) Reporter Jean-Martin Büttner vom
Tages-Anzeiger von teilweise vermummten Krawallanten
geschlagen und getreten. Grund dafür, gemäss Büttner: Er erlaubte sich, in einem mit “Fans” des Fussballclubs FC Zürich gefüllten Sonderzug einen Laptop aufzuklappen. Selber schuld? Keinesfalls. Einige Kommentare dazu verurteilen die Gewalt. Doch andere sind der Überzeugung, dass damit zu rechnen war. In den Kommentaren zu der von Büttner selbst erzählten
Story auf tagesanzeiger.ch sind teilweise haarsträubende Meinungen zu lesen:
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Eine Zeitung auf der Höhe der Zeit: Jakob Augstein will aus der kleinen “Ost-West-Wochenzeitung” Freitag “das Meinungsmedium” machen. Am 5. Februar ist es soweit.

Neues Konzept, neue Leser?
Es war einmal eine Zeit, da waren fast alle Wochenzeitungen ‘linksliberal’. Sofern sie nicht gerade
Welt am Sonntag hießen. Lang. lang ist’s her: Übrig geblieben ist eine einzige von ihnen – und zwar ausgerechnet jene, die es damals noch gar nicht gab. Die Rede ist vom
Freitag, jener publizistischen Ost-West-Geburt des Jahres 1990, die seit Juni 2008 schon
Jakob Augstein gehört, dem Sohn des
Spiegel-Gründers.
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Mit Hilfe der Blogsuchmaschine Twingly zeigt das Handelsblatt an, welche Blogs auf Artikel verlinken. Einzige Voraussetzung: Blogger müssen mit der Blogsuche Twingly kooperieren.
Logo der Blogsuchmaschine Twingly
Das
Handelsblatt linkt zurück: Ab sofort wird auf der Nachrichtenseite angezeigt, welche Blog-Einträge auf Artikel verlinken. Dabei nutzt das
Handelsblatt die Dienste der schwedischen Blogsuchmaschine Twingly.
“Blogstream” heißt der Service des
Technorati-Konkurrenten Twingly. Ein kleines Script greift beim Abruf eines Artikels auf Twingly zu und sucht die passenden Blogeinträge heraus – und hält den Spam draußen. So muss sich das
Handelsblatt nicht selber mit SEO-Blödsinn, Fake-Blogs und Linkfarmen herumschlagen.
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Kommunikation auf Augenhöhe oder geschlossene Anstalt? Die SonntagsZeitung über den “anonymen Mob”, über Kommentare auf Nachrichtenseiten.
Bin da, wer noch? (iStockphoto)
Nichts als Ärger, nichts als Kosten – von außen betrachtet scheint Tamedia seine Leser mehr zu fürchten, als den in den letzten drei Monaten über
55 Prozent eingebrochenen Aktienkurs:
“Der anonyme Mob” heisst darum der Artikel von David Bauer, der sich
erneut sorgt um Menschen, die Publikationsmöglichkeiten im Internet nutzen. Bitterlich beklagen sich Peter Wälty, Chefredakteur des hinter mehreren Tamedia-Titeln stehenden Newsnetz (“Anonymität verleitet oft zu einem inakzeptablen, gehässigen Ton”) und David Bauer selbst:
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Rau, aber herzlich: Die Leser, einst unbekannte Wesen, kommentieren, mailen, bloggen zurück. Von Journalisten erwarten sie nichts weniger als Antworten.
Als Thomas Knüwer und der
Handelsblatt-Kollege Iwersen sich
auf Indiskretion Ehrensache in die Wolle kriegten, da “freute” sich keinesfalls
die gesamte Blogosphäre, wie es die
Süddeutsche mit etwas Häme vermeldete. Bei diesem verbalen Schlagabtausch zweier Journalisten machten die anwesenden Vertreter der Presse, die dort in den Kommentarspalten scharfen Senf fingerdick auf die Wurst schmierten, erstmals konkrete Erfahrungen mit der geheimnisvollen und sagenumwitterten Dialogstruktur des Netzes. Erfahrungen,
die allen ihren Kollegen demnächst bevorstehen – zumindest dann, wenn sie auch nach der Printkrise noch im Geschäft sein wollen. Denn wer ins Netz gehen will, der muss auch Netzkultur lernen: When in Rome, do as the Romans do …
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Hilfe, die User kommen: Kommentare auf Nachrichtenseiten sind mitunter ein heikles Thema, sueddeutsche.de und Facts 2.0 gute Beispiele. Hier sind zehn Wege, wie es besser geht.
Derek Powazek hat 10 Punkte aufgestellt, wie Kommentare auf Nachrichtenseiten gut funktionieren können: “10 Ways Newspapers Can Improve Comments”. Für einen kurzen Überblick hier die zehn Punkte in deutscher Übersetzung und ohne die ausführliche englische Erklärung:
- Registrierung voraussetzen
- Regeln aufstellen und durchsetzen
- Einen “Community Manager” beschäftigen
- Kommentare in eine Form bringen (eine bestimmte Länge nicht über- oder unterschreiten, nicht ALLES IN GROSSBUCHSTABEN zulassen …)
- Der Community Einflußmöglichkeiten geben (zum Beispiel über einen Button, mit dem anstößige Inhalte gemeldet werden können)
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