Thema: Kollaborativer Konsum

 

Alle 14 Artikel zum Thema Kollaborativer Konsum auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Lokale Botenfahrten:
MyLorry will die Transportbranche aufmischen

Das Berliner Startup MyLorry plant, unter Einsatz moderner Webtechnologie und einer schlanken Struktur die lokale Transportbranche aufzumischen.

MyLorryJe mehr Alltagserledigungen und Verkäufe wir online abwickeln, desto häufiger entsteht Bedarf an Transportdienstleistungen. Entsprechend stark ist die Logistikbranche derzeit in Bewegung. Im Fokus vieler Anbieter steht dabei die besonders schnelle Lieferung, auch “Same Day Delivery” genannt. Um diesen bei der Nutzung traditioneller Strukturen kostenintensiven Prozess günstiger durchführen zu können, zeigen sich manche Unternehmen kreativ. So funktioniert der aus Hamburg stammende Taxivermittler myTaxi Taxis in Kurierfahrzeuge um. Die deutsche Post wiederum will mit MyWays Privatpersonen auf ihren täglichen Wegen mit Botengänge betrauen. Das neue Berliner Startup MyLorry versucht nun seinerseits, das Transportgewerbe zu verändern, und konzentriert sich dabei initial auf lokale Transporte zwischen Privatpersonen. » weiterlesen

Digitaler Minimalismus:
“Unglaublich wie das Thema die Leute fasziniert”

Das Interesse am Konzept des digitalen Minimalismus ist riesig, wie die Reaktionen auf einen Beitrag zeigen.

MinimalismusAuch nach Jahren des Publizierens im Netz kommt es immer wieder vor, dass mich die Resonanz auf Artikel überrascht. In negative sowie positive Richtung. Letzteres war der Fall bei meinem Beitrag über den deutschen Gründer und Berater Sebastian Küpers und den von ihm praktizierten Lebensstil des (digitalen) Minimalismus. Mit 570 Likes bei Facebook gehört der Text zu den am meisten im Social Web empfohlenen Beiträgen bei netzwertig.com überhaupt. 7.000 Mal wurde er bei uns aufgerufen. Auch elf Pingbacks von anderen Blogs sind im Jahr 2013 eine Rarität. Eine aus 54 Kommentaren bestehende Debatte mit Lesern signalisiert ebenfalls: Der Gedanke, mit weniger Besitz auszukommen, fasziniert und beschäftigt viele Menschen. Dabei hat das Prinzip nicht nur Anhänger. Mancher Diskussionsbeitrag stellte in Frage, inwieweit das Leben als Minimalist oder digitaler Nomade über eine kleine Zahl von besonders flexiblen jungen Singles hinaus tatsächlich praxistauglich sei. Ein berechtigter Einwand: Spätestens wenn Kinder ins Spiel kommen, wird ein Auskommen mit einem auf ein Mindestmaß reduzierten Besitz ein deutlich schwierigeres Unterfangen. Jedoch nicht unmöglich – siehe unten.

Nicht nur ich war von dem derartig großen Interesse am Minimalismus überrascht. Auch Sebastian Küpers, der in seinem Blog über die Reduzierung seines Eigentums auf 100 Dinge berichtet, hatte nicht mit einer solchen Aufmerksamkeit gerechnet. Durch unseren Artikel seien Zeitungen und Radiosender auf sein Unterfangen aufmerksam geworden. Seitdem erhalte er jede Woche mehrere Interviewanfragen. “Unglaublich wie die Leute darauf anspringen und fasziniert sind von dem Thema”, so Küpers’ Feststellung. Während er seinen Erfahrungsbericht schrieb, sei ihm dies gar nicht so klar gewesen. » weiterlesen

Fairer Online-Marktplatz:
Fairnopoly will besser sein als Amazon und Zalando

Das Berliner Startup Fairnopoly möchte mit einem fairen Online-Marktplatz und einer Genossenschaftsstruktur eine nachhaltige Alternative zu Amazon und Zalando etablieren. Über 200.000 Euro Crowdfunding zeugen von regem Interesse.

In der Geschichte der Menschheit wird es noch nie einen besseren Zeitpunkt für die Lancierung eines nachhaltigen Online-Marktplatzes gegeben haben als momentan: Zum einen hat es das gemeinsame, bewusste Nutzen von Ressourcen in diesem Jahr sogar zum Leitthema der CeBIT geschafft, zum anderen werden rund um den größten E-Commerce-Anbieter Amazon derzeit zahlreiche fragwürdige Details bekannt. Erstmals sind die durch Schnäppchen und schnelle Lieferzeiten verwöhnten Kunden dazu gezwungen, darüber zu reflektieren, wer den Preis für ihre ungezügelten Shoppingbedürfnisse zahlt.

Das Timing für das Berliner Startup Fairnopoly und dessen “fairen Online-Marktplatz in Hand von Nutzer*innen” könnte somit gar nicht besser sein. Die Hauptstädter streben an, auf all das kritisierte Geschäftsgebaren zu verzichten, was Branchengiganten wie Amazon, aber auch der deutsche Konkurrent Zalando, an den Tag legen, und wollen darüber hinaus mit einer als Genossenschaft strukturierten Organisation neue Akzente setzen. » weiterlesen

“Shareconomy”:
CeBIT-Motto gibt dem kollaborativen Konsum Auftrieb

Die CeBIT steht in diesem Jahr unter dem Motto “Shareconomy”. Die Vielzahl von Startups im jungen Markt des “kollaborativen Konsums” darf sich über das Rampenlicht freuen. Horrende Preise für das Konferenz-WLAN lassen unterdessen daran zweifeln, dass die Messe ihr eigenes Leitthema verinnerlicht hat.

Ich war schon etwas überrascht, als ich die Tage erfuhr, dass die CeBIT – die weltweit größte Computermesse – in diesem Jahr nach “Connected Worlds” (2010), “Cloud Computing” (2011) und “Managing Trust” (2012) das Leitthema “Shareconomy” hat. Zugegeben, mein Interesse für die Veranstaltung hält sich in Grenzen, und hätte ich etwas genauer aufgepasst, dann wäre mir die offizielle Ankündigung des Mottos im Herbst vergangenen Jahres natürlich nicht entgangen.

“Shareconomy” ist ein alternatives, weniger Anwendungsgebiete exkludierendes Kunstwort für den “kollaborativen Konsum“, ein Phänomen, dem sich immer mehr junge Webstartups widmen. Dazu zählen sämtliche Dienste, die Konsumenten zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen animieren wollen, etwa diverse Typen von Carsharing-Plattformen genauso wie Peer-to-Peer-Marktplätze für Wohnungen, Wissen, Lebensmittel, Haushaltsgegenstände, Medien und sämtliche anderen materiellen und immateriellen Güter, die sich gemeinsam kostengünstiger und nachhaltiger verwenden lassen. Selbst Yachten können mittlerweile mit mehreren Menschen und damit zu geringeren Kosten genutzt werden. Dehnt man das CeBIT-Buzzword noch etwas weiter aus, dann fallen im Prinzip alle digitalen Angebote in diese Schublade, solange sie zumindest partiell auf “User Generated Content” basieren, wobei sich “Content” hier nicht auf Texte oder Videos beschränken muss.  » weiterlesen

Foodsharing startet:
Der schwierige Versuch, die Welt mit einer Tauschbörse für Lebensmittel zu bereichern

Einen ehrenwerteren Ansatz kann es eigentlich gar nicht geben: Zwei Filmemacher drehen einen Dokumentarfilm über die Verschwendung von Nahrungsmitteln und beschließen daraufhin, das dargestellte Problem mit einer Tauschbörse für Lebensmittel selbst zu lösen. Foodsharing ging in dieser Woche in die offene Beta-Phase. Das Projekt wird es nicht leicht haben.

Kollaborativer Konsum ist ein Trend, der noch in den Kinderschuhen steckt. Die Gundidee: Jeder kauft nicht alles immer neu, sondern greift auf bereits vorhandene Dinge zurück. Das kann bedeuten, sich eine Säge vom Nachbarn auszuleihen oder sich bei eBay einen gebrauchten Fernseher statt im Fachgeschäft oder im Online-Shop einen neuen zu kaufen. Valentin Thurn, Regisseur des Dokumentarfilms “Taste the Waste” und Sebastian Engbrocks, der die Social-Media-Kampagne des Films verantwortete, haben sich mit Foodsharing dem Thema Ernährung angenommen. Wir haben das Konzept im Oktober vorgestellt; in dieser Woche fiel der Startschuss für die offene Beta-Phase von Foodsharing. » weiterlesen

Local Lounges:
Airbnb transformiert Cafés in “Lobbys” für die Nachbarschaft

Der Unterkunftsvermittler Airbnb erweitert sein Konzept der Vermietung von Wohnungen zwischen Privatpersonen um “Local Lounges” – ausgewählte Cafés, in denen Ortsunkundige sich orientieren und speziellen Airbnb-Service erhalten können. Diese Idee hat viel Potenzial.

Vor einem Jahr erläuterten wir, wie die Grenze zwischen Online und Offline schrittweise verschwimmt. Immer mehr Services, Geräte und Produkte positionieren sich an der Schnittstelle zwischen digital und analog. Die so entstehende Verzahnung der digitalen Welt mit den täglichen Abläufen unseres Lebens gehört zu den großen Trends der nächsten Jahre.

Eine der Webfirmen, welche sich als besondere Triebkraft dieser Entwicklung erweist, ist der kalifornische Privatunterkunftsvermittler Airbnb. Die Plattform nutzt die Möglichkeiten des Digitalen, um Menschen auf Reisen dabei zu helfen, erschwingliche Wohnungen in fremden Städten zu finden – und dabei im besten Fall gleich noch nette Leute kennenzulernen, die ihnen vielleicht sogar die Gegend zeigen und sie in den angesagtesten Club mitnehmen. Klar, die Bettencommunity Couchsurfing ist der eigentliche Pionier in diesem Segment, aber in jüngster Zeit setzt das mit 120 Millionen Dollar Venturecapital ausgestattete Airbnb die entscheidenden Akzente – und bleibt dabei seiner Linie treue, die soziale Komponente in seinem Treiben konsequent weiterzudenken.

In der Nacht gab das Unternehmen, das mit 9flats, Wimdu und Housetrip diverse Nachahmer aus D-A-CH hervorgebracht hat, zwei Neuerungen bekannt. In den meisten Berichten dazu in der englischsprachigen Tech-Presse erhält das “Nachbarschafts”-Feature besonderen Raum. In einer Reihe von internationalen Metropolen können nach einer Unterkunft Suchende nun verschiedene Kriterien rund um die gewünschte Nachbarschaft angeben, um am Ende nicht nur eine sympathische Bleibe zu finden, sondern sich auch in der jeweiligen Gegend wohl zu fühlen (Beispiel Berlin). Das ist nützlich, aber nichts, was das Konzept von Airbnb nennenswert erweitert.

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Foodsharing.de steht vor dem Launch:
Tauschbörse für Lebensmittel

Ein Team um den Regisseur Valentin Thurn entwickelt mit Foodsharing.de eine Community zum Tauschen von nicht benötigten Lebensmitteln. Eine Crowdfunding-Kampagne verlief erfolgreich.

Kollaborativer Konsum bekommt eine neue Facette – zumindest wenn es nach Valentin Thurn und Sebastian Engbrocks geht. Thurn, der Regisseur des Dokumentarfilms «Taste The Waste», und Engbrocks, der die den Film begleitende Social-Media-Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung verantwortet, erkannten während ihrer Zusammenarbeit, dass sie nicht einfach nur auf die Problematik des nachlässigen und verschwenderischen Umgangs mit Lebensmitteln aufmerksam machen sondern eine eigene Lösung entwickeln können, um den Lebensmittelmüll zu reduzieren. Abgesehen von den fragwürdigen moralischen Aspekten, die mit dem Entsorgen von Lebensmitteln einher gehen, sorgen sich Thun und Engbrock vor allem um die Konsequenzen für die Umwelt, wenn stetig mehr Essbares produziert als konsumiert wird. Denn die Produktion von Lebensmitteln verursacht enorme Emissionen. Gelänge es, den Lebensmittelmüll um die Hälfte reduzieren, so hätte dies nach Überzeugung des Duos den gleichen Effekt auf das Weltklima, als wenn jedes zweite Auto stillgelegt würde. Mit Foodsharing.de, einer Internettauschbörse für Lebensmittel, wollen sie diesem Ziel näher kommen.

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WHYown.it:
Dinge von Freunden leihen
statt neu kaufen

Das aus Hamburg stammende Startup WHYown.it hat eine mobile App für das iPhone entwickelt, welche die gemeinsame Nutzung von Gebrauchs- und Alltagsgegenständen in Freundeskreisen erleichtern soll.

Auch wenn unaufhörlicher Konsum die Grundlage unseres heutigen Wirtschaftssystems bildet – effizient ist er nicht. Beispielsweise befindet sich in mehr als 80 Prozent der deutschen Haushalte eine Bohrmaschine (via Statista). Das erweist sich als praktisch, wenn spontanes Heimwerken angesagt ist. Bedenkt man aber, in welch seltenen Abständen eine Bohrmaschine tatsächlich zum Einsatz kommt, so liegen Millionen Geräte unbenutzt und über lange Zeiträume in deutschen Schränken, Hobbyräumen und Garagen. Es erscheint nicht gerade logisch, dass trotzdem vier von fünf Haushalten eine Bohrmaschine ihr Eigen nennen – zumal vielen Heimwerkerprojekten eine gewisse Planungszeit vorausgeht, was das Ausleihen derartiger Arbeitsgeräte von Freunden zu einer praktikablen Alternative zum Besitz macht. Und das gilt natürlich nicht nur für Bohrmaschinen, sondern auch für Bücher, Filme, Kleidungsstücke und andere Alltags- sowie Gelegenheitsgüter.

Das von Avocado-Store-Gründer Philipp Gloecker und Nils Hausig lancierte Startup WHYown.it hat eine mobile Applikation für das iPhone entwickelt, die zum regelmäßigen Leihen und Verleihen von Gegenständen an Freunde und Bekannte animieren soll. Der Name des Dienstes ist also Programm: Warum Dinge teuer kaufen, die nur selten zum Einsatz kommen und die stattdessen ohne Kosten zeitlich begrenzt von den eigenen Kontakten geliehen werden können?!

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Vermittlung von temporären Privatunterkünften:
9flats expandiert mit Übernahme von iStopOver nach Nordamerika

9flats, der aus Hamburg stammende Vermittler von temporären Privatunterkünften, übernimmt den kanadischen Wettbewerber iStopOver und eröffnet damit ein erstes Büro in Nordamerika.

Man hätte vermuten können, die Konkurrenten von AirBnb, dem Pionier der privaten Wohnungsvermittlungsportalen, würden sich sukzessive nach neuen Nischen umsehen. Immerhin ist das Startup aus San Francisco, das mittlerweile mit einer Milliarde Dollar bewertet wird, für viele zum Synonym geworden, wenn es darum geht, in den Metropolen dieser Welt Alternativen zu langweiligen Hotelzimmern zu finden.

Doch 9flats, der aus Hamburg stammende Kontrahent, scheint sich stattdessen zu einer ganz anderen Strategie entschlossen zu haben: nämlich dem Angriff des Marktführers in dessen Heimatmarkt. So muss man die soeben verkündete Übernahme des kanadischen Privatunterkunftvermittlers iStopOver durch 9flats deuten.

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Gerichtsurteil im Streit zwischen tamyca und Sixt:
P2P-Carsharing und Autovermietung unterscheiden sich

Das Landgericht München hat im Fall “tamyca gegen Sixt” entschieden: Das Angebot von Carsharingdiensten, bei denen Privatpersonen ihre Fahrzeuge vermieten, ist nicht mit den Leistungen von professionellen Mietwagenfirmen vergleichbar.

Junges Carsharing-Startup gegen etablierten Mietwagenkonzern – so stellte sich die Situation dar, als das Aachener Unternehmen tamyca im April auf eine Abmahnung durch die Sixt AG aufmerksam machte. Die Ende 2010 gegründete Firma, auf deren Plattform Privatpersonen ihre Autos zur Miete anbieten können, hatte ihre Dienstleistung auf der Website mit dem Angebot des Autovermieters aus Pullach bei München verglichen und am Beispiel ausgewählter Fahrzeuge den deutlich günstigeren Preis einer tamya-Miete hervorgehoben. Zu Anfang zeigte sich das tamyca-Team um Gründer Michael Minis noch kampfeslustig und wollte an den prominent positionierten Preisvergleichen festhalten. Doch auf die Abmahnung folgte eine von Sixt erwirkte einstweilige Verfügung, woraufhin sich die Rheinländer vorerst geschlagen geben und den Vergleich entfernen mussten.

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