Alle 6 Artikel zum Thema Klickzahlen auf netzwertig.com:
Sex, Promis, Nazis: Wie kriegt man Online-Leser zum Klicken? In Zeiten, in denen die Zahl der Page Impressions die Werbeeinkünfte bestimmt, überlebensnotwendiges Wissen.
Wir müssen uns klar werden, dass sehr viele Online-Portale längst nicht mehr nach journalistischer Relevanz angeordnet werden, sondern nach tatsächlichen oder vermuteten Klicks. Auch unsere Angebote können sich dem wirtschaftlichen Gebot der Masse der Page Impressions kaum widersetzen. Was “gut geklickt” wird, also “läuft”, wird von vielen Portalen gerne mal anders, also prominenter platziert, schliesslich will es der User ja so.
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Wehe dem, der noch ohne Popup-Blocker durch das Internet surft: Er wird mit Werbung zugeblinkt und vollgemüllt. Wer hingegen ohne Reklame surft, wird trotzdem als “Klick” gezählt. Damit gerät die Währung ins Wanken.
Wie ist das eigentlich? Wie Hunderttausende anderer Internetnutzer auch, verwende ich längst einen
AdBlocker, scharf gemacht dank einer wohlsortierten und stets aktualisierten Liste mit besonders nervtötenden Anbietern, die dann – von mir unbemerkt – beim Laden schon einen Tritt in den Mors erhalten. So kann ich halbwegs sicher sein, bei meinen Ausflügen ins Netz nicht auf das zu stoßen, was mir grundlegend die Laune verdirbt, was immer nur penetrant nach Aufmerksamkeit geiert und zu diesem Zweck dämlich herumblinkt und wie ein Flummiball über den Monitor springt – und mir dabei doch stets nur die freie Aussicht aufs Internet verstellt.
So dysfunktional nämlich ist unverlangte Werbung – und zwar in jeder Form: Sie vergrault diejenigen, die sie vorgibt, ‘gewinnen’ zu wollen. Aus meiner Perspektive habe ich mich mit meinem Adblocker nur aus berechtigtem Eigeninteresse gegen Unmassen von Info-Müll gewehrt.
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Ohne Google geht es nicht: Nachrichtenseiten machen viele Klicks, weil sie bei Suchergebnissen weit oben auftauchen. Maßgeblich dafür ist Googles Pagerank – der gerade wieder neu vergeben wurde.
Immer diese Rankings! Länge, Größe, Links – und jetzt auch noch Pagerank. Ja, denn für Nachrichtenseiten ist dieser Wert von großer Bedeutung. Mit dem Pagerank, einem errechneten Wert zwischen 0 und 10, misst Google die Bedeutung einer Seite. Je mehr Links von relevanten Seiten auf eine Seite verweisen, desto wichtiger ist sie. Andersherum vererbt eine relevante Seite durch das Setzen eines Links ihren Pagerank. Über die tatsächliche Qualität einer Nachrichtenseite lässt damit also nichts aussagen.
Aber der Pagerank spielt unter den rund 200 Kriterien, nach denen Google eine Seite bewertet, eine maßgebliche Rolle bei der Platzierung einer Seite in den Suchergebnissen. Grob gesagt: Je besser der Pagerank, desto weiter oben steht das Ergebnis. Deswegen ist der Pagerank von Bedeutung, denn viele Klicks machen Nachrichtenseiten mit Benutzern, die über eine Suchmaschine auf ihre Seiten kommen. Weswegen einiger Aufwand betrieben wird, damit Suchmaschinen richtig gefüttert werden.
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Viel Arbeit für einen Text – und die Leser klicken lieber auf die Fotostrecke mit hübschen Athleten: Ausgerechnet Nick Denton, Vorreiter des Klick-Journalismus, jammert darüber.
Seine Angestellten bezahlt er nach Klicks – wer reißerische, massenkompatible Texte im Stundentakt rausrockt, verdient ganz ordentlich bei den Online-Magazinen von Nick Dentons Firma Gawker Media. Für seine Blogs, darunter das freche, laute und erfolgreiche Medienblog Gawker, arbeiten junge Berufseinsteiger bis zum umfallen: Immer schneller, mehr Klicks, mehr Skandale. Journalismus im Internetzeitalter sei “solitary, poor, nasty, brutish, and short”, tönt er kraftmeiernd.
Während sich die deutschsprachige Blogosphäre noch versucht, aus der Bedeutungslosigkeit herauszubankhofern, hat Denton tatsächlich Bedeutung. Wer sich als Autor für eines seiner Blogs aufgerieben hat, verlässt Gawker Media nicht selten mit einer Anstellung bei den vielgeschmähten “MSM”, den Mainstream-Medien, einem Buchdeal oder einer Covergeschichte im New York Times Magazin.
Die Bedeutung reicht aber noch viel weiter: Gawker Media zeigt die dunkle, klickfixierte Seite des Online-Journalismus. Die Aufbereitung einer Tabelle zur 170-Klick-Geschichte ist nichts dagegen:
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Am Design hat sich über die Jahre hinweg aber kaum etwas geändert – trotzdem bleibt das Portal des ORF unangefochtener Sieger in der Gunst der Internetuser. Was ist das Erfolgsgeheimnis von orf.at?
Seit zehn Jahren veröffentlicht die österreichische Web-Analyse (ÖWA) die Reichweiten der am besten besuchten Onlinedienste Österreichs. Laut ÖWA surfen 40,1% der 4,57 Mio. Internetuser in Österreich orf.at an. Weit abgeschlagen folgen Krone.at (15,7%) und derstandard.at (14,9%).
Obwohl orf.at so erfolgreich ist, hat sich das Erscheinungsbild des Portals seit Jahren kaum geändert. Eyecatcher auf der Startseite sind immer noch rechteckige Bildchen mit weißen Headlines, die auf die Topstories verlinken. Darunter platziert sind Schlagzeilen aus verschiedenen Ressorts in schlichtem Design: schwarz und fett die Ressorts, weiß und unterstrichen die Headlines.
Was also ist das Erfolgsgeheimnis von orf.at? Sechs Thesen:
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Die Konkurrenz ist weit abgeschlagen: Spiegel Online verzeichnete im November 2007 durchschnittlich 1811 Visits pro Minute, bei der Netzeitung sind es nur 58.
So unsinnig diese Zahlenspielerei auch sein mag: Sie verdeutlicht den enormen Abstand der Online-Angebote. Wie weit abgeschlagen die Konkurrenz ist, lässt sich am besten mit einer Grafik zeigen. Die Daten dazu kommen von der IVW, die nicht nur die Auflage von Printprodukten zählt, sondern auch die Nutzung von Internet-Angeboten misst. Die beiden maßgeblichen Werte sind Visits und Page Impressions. Ein Visit ist ein “zusammenhängender Nutzungsvorgang”, während dem eine oder mehrere Seiten abgerufen werden (das sind die Page Impressions).

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