Zwei US-Startups haben sich darauf spezialisiert, Daten automatisiert in verständlichen Text umzuwandeln. Computergenerierter Journalismus wird Wirklichkeit.
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Wenn über die Zukunft des Journalismus im Onlinezeitalter philosophiert wird, stehen zumeist die Kosten von qualitativen Inhalten im Vordergrund. Mit der Entbündelung von Presseprodukten entfallen bisherige Wege der Querfinanzierung von aufwendiger journalistischer Arbeit, wodurch immer weniger Medienhäuser die Ressourcen aufbringen können, die für echte journalistische Meisterstücke und langwierige Rechercheprozesse notwendig sind.
Doch was sich wahrscheinlich bisher nur wenige Journalisten vorstellen können: Auch die eigentliche Schreibarbeit könnte in Zukunft einen Teil ihrer bisherigen Selbstverständlichkeit einbüßen. Bald werden sich Verleger nicht nur die Frage stellen, ob sie sich einen Autor und dessen Story wirklich leisten können, sondern auch, ob sie überhaupt eine Schreibkraft aus Fleisch und Blut benötigen. Mitunter könnte ein Algorithmus den geplanten Text verfassen – ohne dafür irgendeine Entlohnung einzufordern.
Klingt nach Fiktion? Das US-Startup Narrative Science tritt den Gegenbeweis an, wie ein faszinierendes Wired-Portrait des 2010 in Chicago von Stuart Frankel, Kristian Hammond und Larry Birnbaum gegründeten Unternehmens zeigt. Narrative Science hat sich auf die Umwandlung von Daten in eine leicht verständliche Textform spezialisiert. Mittels künstlicher Intelligenz und von erfahrenen Journalisten stetig weiterentwickelter Textbausteine ist die junge Firma in der Lage, verschiedenste Arten von Zahlen und Statistiken in lesefreundliche Artikel zu gießen.
Hysterie
Das Handelsblatt hat (etwas weniger zukunftsorientiert) 100 Vertreter einer sogenannten Kreativitätsgemeinde gefunden, die zum Widerstand gegen eine vermutete Enteignung ihrer Urheberschaft oder so aufrufen.
Encyclopædia Britannica
Nach 244 Jahren stellt die Encyclopædia Britannica die Druckausgabe ein.
1990 war mit mehr als 120 000 verkauften Enzyklopädien das erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Verlags. Das war fünf Jahre bevor das World Wide Web ans Netz ging.
Journalismus
Dazu passend fasst Ulrike Langer die auf der SXSW diskutierten Entwicklungen rund um einen offenen Journalismus zusammen.
Medien sollten nicht versuchen, ihre herkömmlichen Produktionsweisen und Inhalte auf das Internet zu übertragen (“E-Paper”, Texte ohne Links, einmal tägliche aktualisierte Webseiten), sondern sie sollten ein in das Netz hineinverwobener essentieller Teil des Internets werden.
Viele die Technologie- und Internetbranche bewachende Blogger und Journalisten rund um den Globus werden sich dieser Tage die Frage stellen, ob sie sich mit Aktien von Facebook eindecken sollten. Ein Interessenkonflikt ist programmiert.
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Vor einem Jahr beschrieb ich, wie Facebook nach einem damals schon absehbaren Börsengang eine Art neue “Volksaktie” werden könnte. Angesichts der enormen Presseaufmerksamkeit und Verwurzelung des sozialen Netzwerks im Alltag von 850 Millionen Menschen muss man davon ausgehen, dass der ein oder andere (künftige) Kleinanleger mit dem Gedanken spielt, sich mit ein paar Anteilen seines Lieblingsnetzwerks einzudecken. Zumal trotz einiger Zweifel wenigstens die theoretische Möglichkeit existiert, dass wir hier das “nächste Google” vor uns haben – mit entsprechend attraktiver Renditemöglichkeit.
Dieser Artikel der Schweizer Boulevardzeitung Blick.ch (“Kann ich auch Facebook-Aktionär werden?”) wird garantiert nicht der letzte sein, der die Facebook-Aktie als interessantes Anlageobjekt für den Durchschnittsbürger ins Spiel bringt.
Dies wiederum führt zu der Frage, wie viele Journalisten und Profi- sowie Hobby-Blogger derzeit damit liebäugeln, einige Aktien des sozialen Netzwerks in ihr Portfolio aufzunehmen – oder dafür überhaupt erst ein Depot zu eröffnen. Speziell wer über Technologiethemen schreibt und grundsätzlich positiv auf das Entwicklungspotenzial des Unternehmens blickt, wird in den nächsten Wochen und Monaten eine stetige Versuchung verspüren.
Zahlreiche Startups sind in den letzten Monaten auf den Trend des Kuratierens von digitalen Inhalten aufgesprungen. Storify aus San Francisco gelang es, sich von der Konkurrenz abzuheben und zum Liebling der Medien zu avancieren.
“Curation is King” – mit dieser Abwandlung des bisherigen Mantras “Content is King” beschrieb der Startup-Gründer Steve Rosenbaum im Sommer 2010 bei Business Insider einen sich schon damals immer stärker abzeichnenden Trend: Nicht mehr länger geht es allein um die Inhalte – denn diese existieren online in schier unbegrenzter Menge und in variierender Qualität – sondern viel mehr darum, diese zu sortieren, zu filtern und in einen stimmigen Kontext zu bringen. Curation oder Kuratieren heißt seitdem das Zauberwort.
Während der Curation-Trend einige Zeit benötigte, um in das Bewusstsein der Nutzer vorzustoßen, entstanden unzählige neue Webdienste, die sich das Thema auf die Fahnen schrieben und Anwendern die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung stellen, um Inhalte aus verschiedenen Onlinequellen zu bündeln und in neuer, gesammelter und intelligenter Form zu präsentieren.
Nur einen Monat hielt sich Commentarist, ein Aggregator für Meinungsjournalismus aus Hamburg, Anfang 2011 im Netz. Dann zwangen ihn Abmahnungen zweier Verlage zu einer unfreiwilligen Pause. Heute öffnet der Dienst erneut seine Pforten.
Mut zu Experimenten im digitalen Bereich gehört nicht unbedingt zu den typischen Charaktereigenschaften der meisten deutschen Presseverlage. Während dies bei der Mehrzahl der Zeitungshäuser aber eher auf mangelnde Initiative sowie das Fehlen von Visionären zurückzuführen ist, kämpft ein kleiner aber einflussreicher Teil der hiesigen Medienanbieter aktiv gegen alle Ansätze, die das klassische (Online-) Zeitungsgeschäft um neue Dimensionen zu bereichern versuchen.
Am eigenen Leib spüren mussten dies Eric Hauch und Mircea Preotu, die Anfang des Jahres Commentarist starteten (wir hatten damals als erstes Onlinemedium Zugänge zur geschlossenen Beta-Phase), einen Aggregator für Meinungsjournalismus. Der Dienst aus Hamburg indexierte Beiträge von 16 führenden deutschen Nachrichtenwebsites, die Meinungen von mehr als 1000 Journalisten enthielten.
Wenn Blogger und Journalisten, die über Technologie-Themen berichten, in Unternehmen aus genau diesem Sektor investieren, ist ein Interessenkonflikt unvermeidlich. Wir sollten uns daran gewöhnen, dass dieser zum Dauerzustand wird.
TechCrunch ist das wahrscheinlich bedeutendste Nachrichtenmedium der internationalen Startup- und Internetwirtschaft. Gründer Michael Arrington hat aus dem 2005 gestarteten Blog eine in höchstem Maße einflussreiche Plattform geschaffen, die im Idealfall mit einem einzigen Artikel aus einem unbekannten Webunternehmen einen global beachteten Shootingstar machen kann.
Doch TechCrunch, das im September 2010 für eine Summe im unteren zweistelligen Millionenbereich von AOL gekauft wurde, ist nicht nur ein wichtiger Beobachter der Geschehnisse und Internet-Durchstarter im Silicon Valley und darüber hinaus, sondern auch ein Weg für Michael Arrington, sein Netzwerk auszubauen und vorteilhafte Startup-Investments zu tätigen.
Five twenty ist ein neuer Nachrichtenaggregator aus Konstanz, der die wichtigsten Meldungen von einer Reihe führender Nachrichtenportale in Form eines personalisierbaren, zweimal täglich erscheinenden Onlinemagazins zusammenstellt. Nutzer brauchen keine Angst mehr haben, etwas zu verpassen.
Mit dem Internet hat sich die Dynamik der Nachrichtenwelt verändert und radikal beschleunigt. Jedes Ereignis findet als Information quasi in Echtzeit seinen Weg ins Social Web und wird zumeist wenige Minuten später von den ersten Publikumsmedien aufgegriffen. Die Zeiten, in denen Blattmacher viele Stunden lang über die Position und Relevanz von Meldungen sinnieren konnten, sind vorbei.
Für am Welt- und Tagesgeschehen interessierte Menschen führt dies zu der Herausforderung, sich nicht von dem stetigen Nachrichtenstrom ablenken zu lassen, gleichzeitig aber das wirklich Wichtige nicht zu verpassen. Der Konstanzer Kevin Heusinger will mit seinem gerade in geschlossener Alpha-Phase gestarteten Dienst Five twenty eine Lösung für dieses Problem anbieten.
In der Internet- und IT-Branche werden Milliarden verdient. Die Branchengrößen investieren viel in Lobbyismus, um ihre Einnahmen zu schützen. Problematisch wird es, wenn dies nicht transparent geschieht.
Foto: stock.xchng
Gestern erreichte mich ein Anruf eines Mitarbeiters von Burson-Marsteller Deutschland. Die PR-Agentur mit Sitz in New York erlangte jüngst eine gewisse Bekanntheit durch ihr im Nachhinein heftiges kritisiertes Facebook-Mandat, Google in der Presse zu diskreditieren, sowie durch ihre Tätigkeit für die von Microsoft und anderen Internetfirmen finanzierte Lobby-Organisation ICOMP.
Da ich den Anrufer nicht darüber informierte, das Gespräch als Anlass zu einem Artikel zu nehmen (wozu ich mich erst im Anschluss entschloss), werde ich ihn an dieser Stelle nicht namentlich nennen. Sein Anlegen war ohnehin recht harmlos: Er bezog sich auf unseren gestrigen Kommentar zum jüngsten, von ICOMP verfassten Anti-Google-Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau und wollte primär darauf hinweisen, dass zwischen dem peinlichen Vorfall in den USA und der hiesigen Arbeit von ICOMP bzw. Burson-Marsteller kein direkter Zusammenhang besteht. Sprich, die Lobby-Initiative würde sich in Deutschland nicht zu einer derartig schmutzigen Herangehensweise hinreißen lassen, wie man sie in den USA am Beispiel Facebook begutachten konnte.
Institut für Internet und Gesellschaft
Das von Google mit 4,5 Millionen Euro geförderte Institut für Internet und Gesellschaft wird im Oktober starten.
Das neue Institut werde vor allem “die vom Internet ausgelösten und verstärkten Veränderungen der Gesellschaft besser verstehen” und “allen Gruppen die Mitgestaltung der digitalen vernetzten Zukunft” ermöglichen.
Diverse Webdienste preisen Videochats mit mehreren Teilnehmern an. Glaubt man den Machern des US-Angebots OoVoo, entwickeln speziell junge Menschen völlig neue Nutzungsmuster rund um Gruppenvideogespräche. » weiterlesen