Thema: Internet

 

Alle 98 Artikel zum Thema Internet auf netzwertig.com:

Gegentrend zum On-Demand-Konsum:
Digitale Mediennutzung als Gemeinschaftserlebnis

Eine Reihe von Onlinediensten versucht, in Gemeinschaft erlebte Ereignisse der “realen” Welt ins Digitale zu übertragen. Die dabei übernommenen, für Online-Medienangebote sonst unüblichen Begrenzungen scheinen in diesem Fall niemanden zu stören.

Foto: Flickr/deadserpents, CC-Lizenz
Foto: Flickr/deadserpents, CC-Lizenz
Das Internet hat unseren Medienkonsum in höchstem Maße fragmentiert. Statt sich mit der begrenzten Zahl an Zeitungen, TV-Sendern oder Radio-Stationen zufrieden stellen zu müssen, kann sich jeder Nutzer ein ganz persönliches Medienangebot zusammenstellen und dieses zu einem beliebigen Augenblick losgelöst von Sendezeiten und Auflagen genießen.

Doch trotz oder gerade wegen dieser Entwicklung zu einer immer individuelleren Mediennutzung, bei der eine steigende Zahl von Menschen zum selben Zeitpunkt unterschiedliche Inhalte konsumiert, entsteht derzeit ein entgegengesetzter Trend: Medienkonsum als kollektives, lineares Gemeinschaftserlebnis in Echtzeit.

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Digitales Deutschland:
Das Glas ist halbvoll

Der deutschen Öffentlichkeit mangelt es im Bezug auf das Netz nicht an Konflikten. Doch diese versperren leicht den Blick auf erfreuliche und positive Entwicklungen rund um den digitalen Wandel.

Foto: Flickr/Anusca76, CC-Lizenz
Foto: Flickr/Anusca76, CC-Lizenz
In der deutschen Digitallandschaft findet sich viel Streitpotenzial. Datenschutz, Leistungsschutzrecht, Vorratsdatenspeicherung, Netzneutralität, Klarnamenzwang sind nur einige der Punkte, welche die öffentliche Debatte prägen und heftig polarisieren. Zumal wir Deutschen ohnehin eine Tendenz haben, jede sich ergebende Konfliktgelegenheit dankbar zu nutzen (ich nehme mich da nicht aus).

Ob der vielen, mit einer umfangreichen Medienberichterstattung bedachten “Brandherde” (gemäß dem Motto “Bad news is good news”) entsteht leicht der Eindruck, dass die digitale deutsche Gesellschaft keinerlei positive Meldungen zu verkünden hat. Zu jammern und zu kritisieren gibt es viel, Erfolge hingegen werden kaum zur Kenntnis genommen oder im Extremfall so dargestellt, dass auch sie noch Anlass zur Nörgelei bieten.

In diesem Beitrag möchte ich auf fünf Entwicklungen hinweisen, die unterstreichen, dass sich der digitale Standort Deutschland trotz aller offenen Fragen und Skepsis, trotz allem Populismus, Aktionismus und Schlechtredens in die richtige Richtung bewegt. Gleichzeitig rufe ich euch dazu auf, in den Kommentaren auf weitere Meldungen und Geschehnissen zu verweisen, welche zum Thema passen und ebenfalls in die Kategorie “gute Nachrichten” fallen.

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Digitalisierung:
Die Ära der
nutzergenerierten Überwachung

So sehr der Einzug des Digitalen in das Leben der Menschen zu begrüßen ist: Er besitzt auch seine Schattenseiten. Diese müssen wir aber akzeptieren.

Illustration: stock.xchng
Illustration: stock.xchng
Ich bin davon überzeugt, dass der digitale Wandel in vielerlei Hinsicht für die Menschheit ein Segen ist. Er schafft freien Zugang zu Informationen, unterstützt das Streben nach Demokratie und untergräbt Intransparenz, die oft die Grundlage für den Missbrauch von Macht und Einfluss darstellt.

Und dennoch drängt sich mir manchmal die Frage auf: Was ist, wenn die Entwicklung zu einer vollständig vernetzen, von IT dominierten globalen Gesellschaft für die Menschheit zwar in Teilen zu mehr Gerechtigkeit und einer verbesserten Lebensqualität führt, an anderer Stelle aber bisher selbstverständliche Freiräume und Vorzüge eliminiert?

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Mangelnde Transparenz:
Der Lobbyismus
der Internetgiganten

In der Internet- und IT-Branche werden Milliarden verdient. Die Branchengrößen investieren viel in Lobbyismus, um ihre Einnahmen zu schützen. Problematisch wird es, wenn dies nicht transparent geschieht.

Foto: stock.xchng
Foto: stock.xchng
Gestern erreichte mich ein Anruf eines Mitarbeiters von Burson-Marsteller Deutschland. Die PR-Agentur mit Sitz in New York erlangte jüngst eine gewisse Bekanntheit durch ihr im Nachhinein heftiges kritisiertes Facebook-Mandat, Google in der Presse zu diskreditieren, sowie durch ihre Tätigkeit für die von Microsoft und anderen Internetfirmen finanzierte Lobby-Organisation ICOMP.

Da ich den Anrufer nicht darüber informierte, das Gespräch als Anlass zu einem Artikel zu nehmen (wozu ich mich erst im Anschluss entschloss), werde ich ihn an dieser Stelle nicht namentlich nennen. Sein Anlegen war ohnehin recht harmlos: Er bezog sich auf unseren gestrigen Kommentar zum jüngsten, von ICOMP verfassten Anti-Google-Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau und wollte primär darauf hinweisen, dass zwischen dem peinlichen Vorfall in den USA und der hiesigen Arbeit von ICOMP bzw. Burson-Marsteller kein direkter Zusammenhang besteht. Sprich, die Lobby-Initiative würde sich in Deutschland nicht zu einer derartig schmutzigen Herangehensweise hinreißen lassen, wie man sie in den USA am Beispiel Facebook begutachten konnte.

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Sifonr:
Deutsches Gründerduo ermöglicht
P2P-Videochats im Browser

Sifonr, ein Startup aus der Nähe von Ulm, ermöglicht kostenlose P2P-Videochats für unbegrenzt viele Teilnehmer direkt im Browser. Das Gründerduo hat nichts Geringeres vor, als den Kommunikationsmarkt im Internet zu revolutionieren.

Die Implementierung von Videochats in Webdienste ist spätestens seit dem jüngsten Launch einer entsprechenden Funktion bei Facebook sowie der Integration von Videokonversationen für bis zu zehn Personen gleichzeitig in Google+ einer der Trends des Jahres – auch wenn es bisher keine verlässlichen Indikatoren dazu gibt, inwieweit derartige Features in den Augen von Usern für den Zweck der Kommunikation mit Freunden und Bekannten mehr als eine kurzweilige Spielerei darstellen.

Etwas anders sieht es im geschäftlichen Kontext aus: Videokonferenzen mit an verschiedenen Orten befindlichen Kollegen und Kunden gehören für zahlreiche Unternehmen zum Alltag. Entsprechend vielfältig ist das Angebot an zumeist kostenpflichtigen Diensten. Selbst bei Skype muss zumindest ein Gesprächsteilnehmer einen Premium-Zugang besitzen, sobald sich mehr als zwei Personen in ein Videotelefonat einklinken wollen.

Die in der Nähe von Ulm beheimateten Brüder Florian Wild und Sebastian Wild haben sich dazu entschlossen, den Markt für Videochats mit einem alternativen Ansatz aufzumischen: Ihr Dienst Sifonr ermöglicht kostenfreie browserbasierte Video-Gruppenchats auf Peer-to-Peer-Basis ohne Anmeldung für unbegrenzt viele Teilnehmer.

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Personalisierung:
Das Streben nach Relevanz

Im Lichte der digitalen Informationsflut suchen Internetnutzer nach Orientierung und Relevanz. Doch das ideale Personalisierungsverfahren existiert bisher nicht. Zumal unklar ist, ob uns dieses glücklicher machen würde.

Foto: stock.xchng
Foto: stock.xchng
Das Internet ist von seinen Ausmaßen her grenzenlos. Wer Inhalte im Netz veröffentlicht oder Produkte anbieten möchte, kann dies tun, ohne den Umfang, die Vielfalt oder die Auswahl vorab beschneiden zu müssen. Die Folge: Wie nie zuvor stehen Menschen vor der Qual der Wahl. Denn während das Angebot ins Unendliche wächst, bleibt ihre für den Konsum materieller und immaterieller Güter zur Verfügung stehende Zeit konstant.

Personalisierung heißt das Instrument, das dabei helfen soll, Menschen im Digitalen möglichst relevante Inhalte und Güter zu servieren. Ohne Personalisierung würden User orientierungslos im Web herumirren und entweder ihre begrenzten Ressourcen (Aufmerksamkeit, Geld) für Dinge aufwenden, die für sie nur eine geringe Relevanz besitzen, oder in einen Zustand der Entscheidungsverweigerung geraten – wie sie auch eintreten kann, wenn man im Supermarkt mit einem zu großen Angebot einer bestimmten Produktkategorie konfrontiert wird.

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Facebook-Managerin Joanna Shields auf dem DLDwomen:
Die Kinder des Jahres 2012

In München findet derzeit der DLDwomen statt. Zwei Tage geht’s hier um die Zukunft, und zwar die der Frauen. Facebook-Managerin Joanna Shields denkt aber vor allem an die Kinder.

Katja Schönherr lebt als freie Journalistin in Zürich und ist gerade auf dem DLDwomen in München.

Womenomics, Frauenquoten, gemischte Teams – am ersten Vormittag des DLDWomen fallen diese Schlagworte unablässig. Saftige Frauenthemen dominieren also den Beginn der vom Burda-Verlag initiierten Konferenz im Bayerischen Nationalmuseum in München.

Als Facebook-Managerin Joanna Shields (Gesamttitel: Vice President and Managing Director of Facebook Europe, Middle East and Africa) an die Reihe kommt, meint man zunächst, man bewege sich nun weg von weiblichen Themen. Denn Wörter wie „women“ und „female“ fehlen in ihrem Vortrag völlig. Doch ganz unweiblich ist auch ihr Thema nicht; sie stellt nämlich Kinder in den Mittelpunkt. Ein Aspekt, der in Männerreden ja eher selten vorkommt und wenn, dann vorwiegend in Form einer witzigen Anekdote vom Sohnemann als auflockernder Vortragseinstieg.

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Werbekunden sollen zur Rechenschaft gezogen werden:
Datenschutz mit Kollateralschaden

Das Verbraucherschutzministerium prüft laut Spiegel Online, inwieweit Werbekunden von Websites, die gegen deutsche Datenschutzgesetze verstoßen, zur Rechenschaft gezogen werden können. Ohne Kollateralschaden ließe sich dies nicht umsetzen.

Jetzt Gratis-Ticket ausdrucken! — Am 21. Juni wird im Zürcher Plaza wieder gepokeRT! pokeRT ist Zürich's Social-Media-Party, die jedes Mal gegen 500 Leute ins Plaza lockt. Apéro, Networking, Talk, Musik und ganz viel Social Media! — Textanzeige

Nach Verpixelung, digitalem Radiergummi sowie der EU-Cookie-Richtlinie könnte man meinen, noch destruktivere und bürokratischere Eingriffe zur scheinbaren Wahrung eines veralteten und populistischen Datenschutzverständnisses in der digitalen Welt könnten der Politik kaum einfallen. So kann man sich irren!

Nach einem Bericht von Spiegel Online prüft das Verbraucherschutzministerium die Möglichkeit, deutsche Anzeigenkunden für Datenschutzverstöße von ausländischen Internetdiensten (wie z.B. Facebook oder Google) zur Rechenschaft zu ziehen.

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Internetfirmen streben an die Börse:
Ein Happy End
ist unwahrscheinlich

In den kommenden Monaten werden eine Reihe bekannter Internetfirmen an die Börse gehen, darunter auch Groupon. Eine Spekulationsblase ist nahezu unvermeidlich.

Flickr/zoonabar, CC-Lizenz
Flickr/zoonabar, CC-Lizenz

Als ich Entrepreneur und Business Angel Christoph Janz im Interview fragte, wo er auf einer Skala von -10 (Stimmung im Keller) über 0 (neutral und stabil) bis zu 10 (größtmöglicher Hype) zum aktuellen Stand die Internetbranche sieht, antwortete er mit einem Wert zwischen 2 und 3. Ungefähr dies wäre auch meine Einschätzung gewesen. Allerdings befürchte ich, dass es nicht dabei bleiben wird. Denn jetzt kommen die Börsengänge.

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Internetunternehmer Christoph Janz:
“Es fühlt sich wieder an wie 1999″

Der Business Angel Christoph Janz hat als Startup-Gründer die verrückte Zeit der New Economy miterlebt. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Branche heute entwickelt, erinnert ihn stark an den Boom anno 1999.

Christoph Janz hat als Startup-Gründer den New-Economy-Hype miterlebt und rechtzeitig vor dem Platzen der Blase einen attraktiven Exit hingelegt. Einige Jahre später gründete er die personalisierbare Startseite Pageflakes (für mich damals der Einstieg in die Welt der RSS-Reader). Seit einiger Zeit betätigt sich Janz als Business Angel. An etwa 15 Internetstartups aus aller Welt ist er beteiligt.

Gestern wurde ich auf diesen Tweet von Janz aufmerksam: “Es fühlt sich so sehr an wie 1999. Kaum ist man eine Stunde offline und kommt zurück, hat irgendjemand eine 20-Millionen-Dollar-Finanzierung bekannt gegeben.” (meine Übersetzung). Seine Gedanken zu dieser Beobachtung interessierten mich sehr, weshalb ich ihn zu einem Skype-Interview einlud, zu dem er einwilligte.

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