Alle 98 Artikel zum Thema Internet auf netzwertig.com:
Startups und etablierte Internetfirmen schaffen viele Arbeitsplätze. Fände diese zentrale Botschaft in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stärker Gehör, verliefen das Digitale tangierende Diskussionen zum Urheberrecht und Datenschutz womöglich ganz anders.
Quelle: Flickr/AndrewDicksonWhite, CC BY 2.0
Aus Sicht vieler Blogger und der “Web-Szene” insgesamt schenken Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Deutschland Internetthemen zu wenig Aufmerksamkeit. Oft wird dies in einem (an-)klagenden Ton festgestellt. Ich bin der Überzeugung, dass diejenigen in der Bringschuld sind, die diesen Zustand bedauern und ihn ändern möchte. Sie müssen die Überzeugungsarbeit leisten und können nicht erwarten, dass die Gegenseite sich wie selbstverständlich annähert; vor allem dann nicht, wenn die Entwicklung wie bei der Digitalisierung dazu führt, dass Hierarchien, Machtpositionen und Geschäftsmodelle untergraben werden.
Daher begrüße ich es, dass inzwischen etliche Initiativen wie Digitale Gesellschaft und D64 gestartet werden, um mehr politischen Druck aufzubauen. Ein Kernproblem bei der Überzeugungsarbeit ist aber aus meiner Sicht, dass bei hochkomplexen Netzthemen oft sehr detailorientiert argumentiert wird. Bitte nicht falsch verstehen: Das soll man tun und es ist wichtig. Ich frage mich aber, ob das wirklich der beste Weg ist, um große Gesellschaftsgruppen für sich und seine Positionen zu gewinnen, die mit diesen Themen nicht oder zu wenig vertraut sind. Ich fürchte, viele überfordert das.
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Das zu Ende gehende Internetjahr bot viele Anlässe zu Freude wie Irritation. Folgende Entwicklungen und Aspekte bewegten mich 2011.
Gestern hatte ich bereits
einen generellen Blick auf das Digital-Jahr 2011 geworfen und einige der in meinen Augen entscheidenden Trends und persönlichen Highlights zusammengefasst. Heute möchte ich noch einige etwas persönlichere Kommenare hinzufügen. Denn in den vergangenen elfeinhalb Monaten gab es eine Reihe von Ereignissen und Entwicklungen, die mich erfreut, und einige, die mich genervt oder geärgert haben. Hier sind sie in loser Reihenfolge:
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2011 ist in der digitalen Welt viel passiert, auch wenn die ganz großen Überraschungen ausblieben. Geprägt war das Jahr vor allem vom unaufhaltsamen Aufstieg der digitalen Ökosysteme.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich freue mich ganz offen gestanden auf einige Tage der freiwilligen Informationsdiät. Zuvor bietet es sich aber an, das Internetjahr 2011 Revue passieren zu lassen. Es war ein ereignisreiches und spannendes Jahr, das jedoch wenige echte Überraschungen bot.
Auch wenn mir zum jetzigen Zeitpunkt noch die Distanz zu den Geschehnissen der vergangenen elfeinhalb Monate fehlt, glaube ich, dass in der Rückblende die Ausbreitung von Ökosystemen und Plattformen in die letzten Winkel der digitalen Sphäre die charakteristischste Entwicklung dieses Jahres darstellen wird: 2011 stand maßgeblich im Zeichen von Facebook, Google, Apple und Amazon.
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Immer mehr Services, Geräte und Produkte positionieren sich an der Schnittstelle zwischen online und offline. Die Verzahnung der digitalen Welt mit unseren täglichen Abläufen ist ein großer Trend der nächsten Jahre, so das Echo der Speaker auf der gestrigen GigaOm-Roadmap-Konferenz in San Francisco.
Intelligentes Thermostat "Nest"
“Online gehen, gemeinsam online zusammenkommen, gemeinsam offline zusammenkommen” (“Getting online, Getting together online, Getting together offline”) – mit diesem Dreisatz fasste Brain Chesky, der Gründer des beliebten Unterkunftsvermittlers
Airbnb, gestern auf der
GigaOm-Roadmap-Konfernz in San Francisco die wichtigsten Internettrends der letzten Zeit und kommenden Jahre kompakt zusammen.
Während in der vergangenen Dekade der Zugang zum Internet sukzessive omnipräsent wurde und Social Networks die Online-Vernetzung beförderten, markiert der Übergang von diesen Onlinediensten zurück ins tägliche Leben den beherrschende Trend der nächsten Jahre. Das Faszinierende an der Entwicklung ist, dass sie im Gegensatz zum Übergang von physikalischen zu digitalen Mediengütern den Markt nicht schrumpfen sondern wachsen lässt.
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Die Samwer-Brüder gelten als Deutschlands erfolgreichste Internetunternehmer – und tragen gleichzeitig einen großen Teil der Verantwortung für den schlechten internationalen Ruf der deutschen Webwirtschaft. Sie selbst stört dies wenig.
Samwer. Kein Name polarisiert die deutsche Internetbranche mehr als dieser. Die Brüder Alexander, Marc und Oliver haben in mehr als zehn Jahren die perfekte Masche entwickelt, um Startups innerhalb kürzester Zeit zu einem beachtlichen Wachstum zu verhelfen und dann zu verkaufen.
Sie gelten als die erfolgreichsten Internetunternehmer Deutschlands – und tragen aufgrund ihres Faibles für das Nachbauen von bereits erfolgreichen US-Geschäftsmodellen gleichzeitig die Verantwortung für den langjährigen Ruf der hiesigen Gründerlandschaft, primär Copycats und wenig eigene Innovation hervorzubringen (was glücklicherweise im Jahr 2011 keine Gültigkeit mehr hat).
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Das Internet verändert die Medienwelt – und nicht nur die. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe beschreibt in 12 Thesen die aktuellen Vorgänge sowie die Konsequenzen für die Medienpolitik.
Illustration: stock.xchng
Prof. Dr. Gerhard Vowe ist Inhaber des Lehrstuhls I für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. In einer September-Ausgabe des wöchentlich erscheinenden Medienfachdienstes Funkkorrespondenz hat er 12 Thesen zur Medienpolitik in der Online-Welt veröffentlicht, die er hiermit im Netz zur Diskussion stellen möchte.
Dies ist Teil 2 seiner Analyse. Zum ersten Teil mit den Thesen 1 bis 6 geht es hier.
7. Online-Medien verändern die Bildung öffentlicher Meinung, und zwar vor allem durch die Mediatisierung der Gruppenkommunikation.
In der Online-Welt verändert sich die Bildung öffentlicher Meinung, und zwar in all ihren Facetten. Es verändern sich das Was und Warum der öffentlichen Meinung – die Themen und die Positionen und die Begründungen, zum Beispiel die Kriterien, mit denen Politiker bewertet werden: Sie müssen kontinuierlich kommunikativ präsent sein, sie müssen persönlich sichtbar sein, sie müssen ständig auf der Hut sein, da alles, was sie sagen, sofort überprüft werden kann und auf immer dokumentiert ist. Es verändern sich das Wann und Wie der öffentlichen Meinung, die Strukturen und Rhythmen der Meinungsbildungsprozesse. Öffentliche Meinung ist volatiler geworden.
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Das Internet verändert die Medienwelt – und nicht nur die. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe beschreibt in 12 Thesen die aktuellen Vorgänge sowie die Konsequenzen für die Medienpolitik.
Foto: Flickr/simonsterg, CC-Lizenz
Prof. Dr. Gerhard Vowe ist Inhaber des Lehrstuhls I für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. In einer September-Ausgabe des wöchentlich erscheinenden Medienfachdienstes Funkkorrespondenz hat er 12 Thesen zur Medienpolitik in der Online-Welt veröffentlicht, die er hiermit im Netz zur Diskussion stellen möchte.
1. Wir befinden uns im Übergang hin zu einer von Online-Medien dominierten Medienwelt.
Unsere Vorstellungen von Medien und Politik sind geprägt von der analogen Welt der elektronischen Massenkommunikation. Ausdruck dieser Vorstellungen sind die immer und immer wieder erzählten Geschichten über starke Wirkungen des Rundfunks – von „War of the Worlds“ bis „Wetten, dass ..?“. Eine der Folgen dieser Vorstellungen ist ein engmaschiges Netz der Regulierung.
Seit einigen Jahren jedoch müssen wir umdenken. Unsere kognitiven Muster verlieren ihre Orientierungsfunktion; mit unseren Unterscheidungen und Heuristiken können wir nicht mehr angemessen erfassen, wie sich die Medienwelt verändert. Denn wir erleben einen rasanten Übergang in eine digitale Welt, in einen von Online-Medien dominierten Kommunikationsraum.
Indikatoren sind die Veränderungen bei den Nutzungszeiten und Reichweiten, die Strategien von Medienanbietern, die Erwartungen, die sich im Marktwert von Unternehmen ausdrücken, und nicht zuletzt die allenthalben spürbare Verunsicherung über das Profil zukünftiger Medienpolitik.
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Jede Woche berichten wir über neue Startups und Onlinedienste. Heute stellen wir 40 davon zum Ausprobieren an verregneten Herbsttagen in einer kompakten Liste zusammen.
Illustration: stock.xchng
Jede Woche stellen wir euch eine Reihe neuer Webdienste und Startups vor – vorrangig aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch aus den europäischen Nachbarländern sowie der USA. Nun haben viele von euch nicht stetig Zeit dafür, neue Services auszuprobieren. Schnell kann da ein potenziell interessantes Angebot wieder in Vergessenheit geraten.
Mit diesem Beitrag erinnern wir euch an 40 ausgewählte junge Onlineservices, die wir in den letzten Monaten bei netzwertig.com in einzelnen Artikeln vorgestellt haben. Die Auflistung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge, jedes Angebot wird mit maximal einem Satz erklärt. Einige von uns vorgestellte Angebote mit sehr speziellem Schwerpunkt, ausgeprägtem B2B-Fokus, Dienste, die nur mit einer Einladung verfügbar sind oder grundsätzlich Geld kosten, wurden nicht berücksichtigt. » weiterlesen
Deutschlands Datenschützer forcieren ihre kompromisslose Bürokratisierung des Datenverkehrs zwischen der EU und den USA. Verhältnismäßigkeit und ein Verständnis für den digitalen Alltag der Menschen sucht man dabei vergebens.
Foto: stock.xchng
Der Name “World Wide Web” sagt es schon: Das Internet ist global und kennt keine Ländergrenzen. Herkunft und das Ziel der durch die Leitungen gepumpten Daten spielen keine Rolle. Sie werden gleich behandelt, egal ob sie von Berlin nach München, von Zürich nach New York oder von Ulaanbaatar nach Kapstadt unterwegs sind.
Doch es gibt Strömungen, die diese Freiheit begrenzen wollen und eine Balkanisierung des Internets forcieren. Während Länder wie China oder Iran sich aus ideologischen bzw. religiösen Gründen ihre eigenen gefilterten, nationalen Netze aufbauen, zeichnet sich innerhalb der EU eine durch die unbewegliche Festklammerung am Datenschutz-Thema ausgelöste Balkanisierung des Webs ab. Am Wochenende gab es hierfür gleich zwei exemplarische Meldungen:
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Google, Apple, Facebook und Amazon schaffen digitale Ökosysteme und ziehen Konsumenten und Lieferanten magisch an. Deutsche Medienanbieter verlieren angesichts dieser Entwicklung Einfluss und Bedeutung.
Die nächsten Jahren werden hart. Nicht für Konsumenten und nicht für zukunftsorientierte Unternehmen, aber für alle diejenigen im deutschsprachigen Raum, die sich eine Welt ohne eine gewisse Kontrolle über die Medienwertschöpfungskette und ohne dominierende nationale Anbieter in strategisch wichtigen Bereichen nicht vorstellen können.
Wieder einmal klar wurde mir das am Mittwoch im Angesicht von Amazons vorgestellten Produktneuheiten: einem 199-Dollar-Tablet sowie zwei neuen E-Readern zum Niedrigstpreis, von denen zumindest einer für gerade einmal 99 Euro auch in Deutschland auf den Markt kommen soll.
Amazons Vorstoß ist in zweierlei Hinsicht bedeutsam: Zum einen führt das zum Internet-Mischkonzern mutierende Unternehmen aus Seattle die losen Enden im Vertrieb seiner digitalen Waren zusammen, zum anderen Unterstreicht es seinen Anspruch, im Wettrennen der Netzgiganten um die Aufmerksamkeit und Loyalität der Konsumenten mitzumischen. » weiterlesen