Thema: Internet

 

Alle 104 Artikel zum Thema Internet auf netzwertig.com:

Digitale Revolution:
Erzwungenes Umdenken

Die Welt steht an einem Scheidepunkt. Viele gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme erscheinen unlösbar – auch aufgrund eingerosteter und falsche Anreize gebender Strukturen. Aber die IT und das Netz zwingen die Menschheit zum Umdenken.

Manchmal fühlt sich der Zufall an wie ein eindeutiger Trend oder ein wichtiges Signal. So geschehen am Wochenende, als sich in meiner “Zu-Lesen-Liste” innerhalb einer Stunde drei Artikel ansammelten, die sich alle auf unterschiedliche Weise zum gleichen Themengebiet zuordnen ließen. Eines, das dieser Tage mehr Aktualität zu haben scheint als jemals zuvor: die tiefgreifenden gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen, die uns die Digitalisierung und Automatisierung unweigerlich aufzwingen, und die von uns die Entwicklung neuer Handlungsweisen, Perspektiven und auch Lebensziele erfordern.

Zuerst stieß ich auf eine großartige Skizzierung der Herausforderungen und Chancen, die sich für uns Menschen aus der bevorstehenden Automatisierung ergeben (eben auch schon in Linkwertig erwähnt). CCC-Sprecher Frank Rieger gibt einen kompakten aber gleichzeitig vollständigen und gut untermauerten Überblick über die zunehmende Ablösung menschlicher Arbeit durch Roboter und Algorithmen (passend dazu: Foxconn will eine Million Roboter “anstellen”) und appelliert daran, dass wir als Gesellschaft rechtzeitig die Weichen dafür stellen, um von dieser Entwicklung profitieren zu können. Voraussetzung dafür ist nach Riegers Worten ein grundsätzlich neues Verhältnis zu unseren Maschinen und ihrer Produktivität. Sein Lösungsvorschlag: Ein Pro-Automatisierungskonsens, ein grundlegender Umbau der Sozial- und Steuersysteme und eine indirekte Besteuerung von nichtmenschlicher Arbeit.

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Linkwertig:
Freiheit, Krieg, Apple, Facebook

Freiheitskämpfer
Der Guardian hat die zwanzig wichtigsten Personen für ein freies Internet nominiert.

» The Guardian’s Open 20: fighters for internet freedom

 

Browser Wars
Dazu passend hat Pingdom einen Bericht zum Stand der Dinge in den Browser Wars veröffentlicht. In Europa liegen Chrome, Firefox und der IE mehr oder weniger gleichauf.

» Current status of the Browser Wars

 

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Linkwertig:
IPA, Internet, E-Commerce, Udacity

Twitter
Twitter hat mit dem Innovator’s Patent Agreement eine Art freiwillige Selbstverpflichtung ins Leben gerufen, die die Patente primär im Sinne der Erfinder und als defensive Maßnahme benutzen will.

» Introducing the Innovator’s Patent Agreement
» Twitter’s Revolutionary Agreement Lets Original Inventors Stop Patent Trolls

 

Internet
Oh nein: Europa verliert im Internet den Anschluss.

Das Fatale an der Situation: Amerika ist stark in den wachsenden Branchen vertreten, Europa größte Börsenwerte liegen dagegen in den schrumpfenden Branchen wie der Telekommunikation.

» Internet: Europa verliert den Anschluss

 

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Informationsverbreitung im digitalen Zeitalter:
Der Kony-Effekt

Unglaubliche 90 Millionen Mal wurde die von der Hilfsorganisation Invisible Children verbreitete, heftig kritisierte Video-Dokumentation innerhalb von einer Woche abgerufen. Der Fall zeigt, wie viel Verantwortung mittlerweile auf den Schultern der Anwender liegt – und wie sich diese nicht immer darüber im Klaren sind.

Der Film der US-Non-Profit-Organisation Invisible Children, “Kony 2012″, wird zweifellos in die Geschichtsbücher der digitalen Welt eingehen. Noch nie zuvor gelang es einer Kampagne, in derartig kurzer Zeit eine globale Bekanntheit zu erreichen. Fast 90 Millionen Mal wurde der Clip bei Vimeo und YouTube innerhalb von knapp einer Woche abgerufen. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die mit 30 Minuten auch ungewöhnlich lange Produktion damit das bis dato viralste Onlinevideo jemals.

Eine Reihe von in den letzten Tagen veröffentlichten Artikeln werfen ein kritisches Licht auf die Kampagne von Invisible Children – einer Organisation, die zwar seit 2005 eine Sichtbarkeit im Netz aufweist, die aber den meisten in den letzten Tagen mit ihr in Kontakt gekommenen Menschen bisher kein Begriff gewesen sein dürfte. Moniert wird unter anderem der prozentual geringe Anteil der Spendengelder, der in die eigentliche Hilfsarbeit fließt, sowie die Tatsache, dass der Film Sachverhalte falsch darstellt und durch Manipulation und das Betätigen der Tränendrüse versucht, Betrachter zu einer monatlichen Spende zu bewegen.

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Gaucks Aussage zum Internet:
Unglücklich aber kein Drama

Der designierte Bundespräsident Joachim Gauck sorgt mit einer umstrittenen Aussage zur angeblichen Aushölung der Grundrechte durch das Internet für Aufsehen. Sein Zitat ist im Kern nicht einmal falsch, aber unvollständig und unreflektiert.

Deutschlands designierter Bundespräsident Joachim Gauck hat das Vorwort zu einer aktuellen Studie des “Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVISI)” verfasst, dessen Schirmherr er bisher war. Während die Studie (PDF) schon durch ihren lobbyistischen Hintergrund Angriffsfläche bietet, tritt Gauck in seiner Darlegung noch vor dem offiziell Amtsbeginn in ein Fettnäpfchen, das ihn bei Anhängern eines demokratischen und freien Internets wenig Sympathien einbringen wird. Im vorletzten Absatz heißt es:

“Das weltweite Internet bietet alle Voraussetzungen, um die in den ersten zehn Artikeln unserer Verfassung verankerten Grundrechte aller Bürger in diesem Land auszuhöhlen. Dies gilt insbesondere für das Recht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit in Artikel Fünf – eine wesentliche Grundlage unserer funktionierenden Demokratie – und es gilt letztlich auch für den Kernsatz unserer Verfassung, den Artikel Eins des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar

Um solche Gefahren für unser aller Freiheit künftig richtig einschätzen und Vertrauen in das Medium fördern zu können, müssen wir dem Internet und seinen Nutzern mehr Sensibilität, mehr Aufmerksamkeit und Forschung widmen.”

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Internetstandort Berlin:
Bürgermeister Klaus Wowereit will nicht mit Startups sprechen

Berlins Internetbranche boomt. Grund genug, um mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit über das künftige Potenzial dieses Wirtschaftszweigs zu sprechen, fand 6Wunderkinder-CEO Christian Reber und bat um einen Termin. Doch aus dem Roten Rathaus kam eine Absage.

Foto: klauswowereit.de
Foto: klauswowereit.de
Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg trat schon bei Internet-Branchenevents wie TechCrunch Disrupt auf, erklärte den 16. April 2011 zum “foursquare Day” und hat sich für 2012 zumindest aus Spaß das Ziel gesetzt, programmieren zu lernen. Alles mit dem Bewusstsein, durch symbolische und moralische Unterstützung der lokalen Startup-Szene einen der wichtigsten Wirtschaftszweige der Zukunft zu fördern. Auch Londons Bürgermeisters Boris Johnson ist sich dessen Wertes bewusst und setzt sich dafür ein, die britischen Hauptstadt in einen Leuchtturm der digitalen Wirtschaft zu verwandeln.

Und was macht Klaus Wowereit, Berlins Regierender Bürgermeister? Obwohl die hauptstädtische Gründer- und Internetszene floriert wie nie zuvor und verstärkt ausländische Entrepreneure und Investoren anzieht, ist der Sozialdemokrat bisher nicht mit nachhaltig motivierenden Auftritten oder pressewirksamen Engagements zur Förderung des digitalen Sektors Berlins in Erscheinung getreten.

Christian Reber, Gründer und CEO des Berliner Startups 6Wunderkinder, wollte dies ändern und hat in einer E-Mail an Klaus Wowereits persönlichen Referenten Falk Branzke sowie an den Chef der Berliner Senatskanzlei Björn Böhning um einen Termin mit dem Bürgermeister gebeten, um ihm Einblick in die Webbranche der Stadt zu geben. Hier die E-Mail, die Reber per Twitter öffentlich gemacht hat:

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“Startups schaffen Arbeitsplätze”:
Wie sich die Internetdebatte
konstruktiv beeinflussen lässt

Startups und etablierte Internetfirmen schaffen viele Arbeitsplätze. Fände diese zentrale Botschaft in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stärker Gehör, verliefen das Digitale tangierende Diskussionen zum Urheberrecht und Datenschutz womöglich ganz anders.

Quelle: Flickr/AndrewDicksonWhite, CC BY 2.0
Quelle: Flickr/AndrewDicksonWhite, CC BY 2.0
Aus Sicht vieler Blogger und der “Web-Szene” insgesamt schenken Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Deutschland Internetthemen zu wenig Aufmerksamkeit. Oft wird dies in einem (an-)klagenden Ton festgestellt. Ich bin der Überzeugung, dass diejenigen in der Bringschuld sind, die diesen Zustand bedauern und ihn ändern möchte. Sie müssen die Überzeugungsarbeit leisten und können nicht erwarten, dass die Gegenseite sich wie selbstverständlich annähert; vor allem dann nicht, wenn die Entwicklung wie bei der Digitalisierung dazu führt, dass Hierarchien, Machtpositionen und Geschäftsmodelle untergraben werden.

Daher begrüße ich es, dass inzwischen etliche Initiativen wie Digitale Gesellschaft und D64 gestartet werden, um mehr politischen Druck aufzubauen. Ein Kernproblem bei der Überzeugungsarbeit ist aber aus meiner Sicht, dass bei hochkomplexen Netzthemen oft sehr detailorientiert argumentiert wird. Bitte nicht falsch verstehen: Das soll man tun und es ist wichtig. Ich frage mich aber, ob das wirklich der beste Weg ist, um große Gesellschaftsgruppen für sich und seine Positionen zu gewinnen, die mit diesen Themen nicht oder zu wenig vertraut sind. Ich fürchte, viele überfordert das.

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Das Digital-Jahr 2011:
Was mich erfreut und genervt hat

Das zu Ende gehende Internetjahr bot viele Anlässe zu Freude wie Irritation. Folgende Entwicklungen und Aspekte bewegten mich 2011.

Gestern hatte ich bereits einen generellen Blick auf das Digital-Jahr 2011 geworfen und einige der in meinen Augen entscheidenden Trends und persönlichen Highlights zusammengefasst. Heute möchte ich noch einige etwas persönlichere Kommenare hinzufügen. Denn in den vergangenen elfeinhalb Monaten gab es eine Reihe von Ereignissen und Entwicklungen, die mich erfreut, und einige, die mich genervt oder geärgert haben. Hier sind sie in loser Reihenfolge:

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Das Digital-Jahr 2011:
Ökosysteme, Startup-Boom
und Kim Schmitz

2011 ist in der digitalen Welt viel passiert, auch wenn die ganz großen Überraschungen ausblieben. Geprägt war das Jahr vor allem vom unaufhaltsamen Aufstieg der digitalen Ökosysteme.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich freue mich ganz offen gestanden auf einige Tage der freiwilligen Informationsdiät. Zuvor bietet es sich aber an, das Internetjahr 2011 Revue passieren zu lassen. Es war ein ereignisreiches und spannendes Jahr, das jedoch wenige echte Überraschungen bot.

Auch wenn mir zum jetzigen Zeitpunkt noch die Distanz zu den Geschehnissen der vergangenen elfeinhalb Monate fehlt, glaube ich, dass in der Rückblende die Ausbreitung von Ökosystemen und Plattformen in die letzten Winkel der digitalen Sphäre die charakteristischste Entwicklung dieses Jahres darstellen wird: 2011 stand maßgeblich im Zeichen von Facebook, Google, Apple und Amazon.

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Nächster großer Trend:
Die Grenze zwischen online
und offline verschwindet

Immer mehr Services, Geräte und Produkte positionieren sich an der Schnittstelle zwischen online und offline. Die Verzahnung der digitalen Welt mit unseren täglichen Abläufen ist ein großer Trend der nächsten Jahre, so das Echo der Speaker auf der gestrigen GigaOm-Roadmap-Konferenz in San Francisco.

Intelligentes Thermostat "Nest"
Intelligentes Thermostat "Nest"
“Online gehen, gemeinsam online zusammenkommen, gemeinsam offline zusammenkommen” (“Getting online, Getting together online, Getting together offline”) – mit diesem Dreisatz fasste Brain Chesky, der Gründer des beliebten Unterkunftsvermittlers Airbnb, gestern auf der GigaOm-Roadmap-Konfernz in San Francisco die wichtigsten Internettrends der letzten Zeit und kommenden Jahre kompakt zusammen.

Während in der vergangenen Dekade der Zugang zum Internet sukzessive omnipräsent wurde und Social Networks die Online-Vernetzung beförderten, markiert der Übergang von diesen Onlinediensten zurück ins tägliche Leben den beherrschende Trend der nächsten Jahre. Das Faszinierende an der Entwicklung ist, dass sie im Gegensatz zum Übergang von physikalischen zu digitalen Mediengütern den Markt nicht schrumpfen sondern wachsen lässt.

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