Thema: Informationsmanagement

 

Alle 5 Artikel zum Thema Informationsmanagement auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Mensch und Internet:
Das Überleben des Medienkompetenteren

Der Mensch wurde nicht für das digitale Zeitalter geschaffen. Er wird sich anpassen, doch der Weg dahin ist steinig.

MedienkompetenzAls ich gestern mit der U-Bahn fuhr, ließ ich mein Smartphone ausnahmsweise einmal stecken. Stattdessen beobachtete ich die anderen Fahrgäste und womit sie sich während der Fahrt beschäftigten. Manche unterhielten sich, andere starrten aus dem Fenster heraus in die Dunkelheit des Tunnels. Einige plauderten am Handy. Die Mehrzahl der Passagiere jedoch war damit beschäftigt, auf das Display ihres Mobiltelefons zu blicken. Direkt neben mir saß ein Mann, etwa 35 Jahre alt, bei dem ich eine Weile auf das Smartphone schielte. Schritt für Schritt arbeitete er das komplette Social-Media-Programm ab: Erst tauschte er einige WhatsApp-Nachrichten mit seiner Freundin aus – der Kontext verriet ihre Beziehung zueinander. Anschließend ging er zu Facebook über, scrollte durch seinen Newsfeed, hinterließ ein paar Likes, inspizierte einige Fotos und ein paar Profilseiten. Dann war Instagram an der Reihe, womit er jedoch nur relativ wenig Zeit verbrachte, ehe er einen schnellen Blick auf seine Twitter-Timeline warf. Anschließend wechselte er nochmals zu Facebook, allerdings nur für einige Sekunden: Wir waren an seiner Station angelangt, er stieg aus.

Reflexhafte Nutzung sozialer Netzwerke

Mir kam das Nutzungsverhalten des unbekannten U-Bahn-Fahrers nur allzu bekannt vor. Ähnlich verbringe ich kürzere Wartezeiten und Pausen. Fast automatisch betätige ich in derartigen Situationen die Ikonen der einzelnen Apps und tauche in die Streams ein. Oft, ohne mich wirklich unterhalten zu fühlen, oder um zu wissen, wonach ich eigentlich suche. Unterbrochen wird dieser Vorgang nur von E-Mails und Chatnachrichten, welche dazwischenfunken und von mir mal unmittelbar, mal später mit Antworten bedacht werden. » weiterlesen

Hass auf die E-Mail:
Entweder Anwender sind zu wichtig, oder sie machen es falsch

Die E-Mail steht seit langem im Kreuzfeuer. Menschen, denen die Mailberge über den Kopf wachsen, fallen in zwei Gruppen: Entweder sie sind besonders wichtig, oder sie machen es schlicht falsch.

Bestimmte Themen tauchen seit Jahren in der Technologie-Berichterstattung und in sozialen Medien auf. Eines, das mich zunehmend irritiert, ist das permanente Klagen über E-Mail. “Email is broken” – E-Mail sei kaputt, so ein gängiger Ausruf von vielbeschäftigten Webunternehmen und Tech-Bloggern, die vor der “Mail-Flut” kapitulieren. Zig Startups haben sich in den letzten Jahren auf die Fahne geschrieben, die dem Anschein nach allseits gehasste und angeblich die Produktivität einschränkende E-Mail neu zu erfinden oder maßgeblich zu verbessern, von Xobni über Rapportive bis zu Mailbox und Cloze. Jedes Mal, wenn ein neuer Dienst die Revolution von E-Mail ankündigt, jubilieren im Mailsumpf erstickende Geeks, nur um kurz darauf Nachteile der jeweiligen Lösung zu entdecken – wie hier bei Mailbox.

Es ist toll, dass sich Onlinefirmen die Frage stellen, wie sich die Schwächen der aller Hasstiraden zum Trotz nach wie vor von nahezu allen Internetnutzern verwendeten elektronische Post eliminieren lassen. Doch egal welche Konzepte dabei auch herauskommen werden, so glaube ich, dass leidenschaftliche E-Mail-Kritiker von einer falschen Grundannahme ausgehen: Sie sehen die Schuld für ihren Überforderungszustand durch E-Mail bei anderen. Wahlweise bei den Absendern, den fehlenden Funktionen ihres E-Mail-Anbieters oder an der grundsätzlichen Gestaltung der E-Mail-Protokolle. Als jemand, der seit vielen Jahren nahezu täglich – mit Ausnahme von Wochenenden – über 100 E-Mails erhält, auf die auf unterschiedliche Weise reagiert werden muss, bin ich der Ansicht: Wer über die E-Mail-Last klagt, ist dafür selbst verantwortlich. » weiterlesen

Informations- und Kommunikationsmanagement:
Meine persönlichen Richtlinien, um nicht in Arbeit zu versinken

Wer mit Freude die Geschehnisse in der digitalen Welt verfolgt und über diese berichtet, muss sich gewisse Grenzen setzen, um nicht in Arbeit zu ersticken. Hier sind einige meiner persönlichen Richtlinien.

Meine Tätigkeit als Redakteur für netzwertig.com bietet mir unheimliche Freiräume. Der größte ist die Tatsache, dass ich nicht an einen festen Standort gebunden bin, sondern mein Notebook an jedem beliebigen Ort der Welt aufklappen kann – solange Strom und Internet vorhanden ist und ich mich per Skype zu unserer wöchentlichen Blogwerk-Sitzung einklinke.

Doch um derartige Annehmlichkeiten auch tatsächlich nutzen zu können, ist ein disziplinierte und zielgerichtete Arbeitsweise erforderlich. Denn jeden Tag Informationen aus 275 RSS-Feeds, von rund 800 bei Twitter gefolgten Personen, aus Mails sowie aus diversen anderen Social-Web-Streams im Blick zu behalten – und das mit der Ambition, einen möglichst gr0ßen Teil der potenziell wichtigen Geschichte und Nachrichten nicht zu verpassen – kann einiges an Zeit und Energie und im schlimmsten Fall die gesamte Freizeit kosten.

» weiterlesen

Joinbox:
Einheitliche Inbox für modernen Informationskonsum

Als “persönlichen Briefkasten des digitalen Zeitalters” bezeichnen die Macher des Schweizer Startups Joinbox ihren gestern lancierten Dienst. Über eine kompakte, schnell reagierende Browseroberfläche können Nutzer ihre Social-Streams, E-Mails und RSS-Feeds abrufen.

Moderne Informationskonsumenten sind Anhänger von Streams, bei denen sie sich je nach Bedarf, Zeit und Lust ein- und ausklinken, statt den Anspruch zu erheben, jeden Tweet, jedes Status Update und jeden Artikel eines RSS-Feeds unbedingt gelesen haben zu müssen. So lautet die allgemeine Empfehlung, um den so genannten “Information Overload” zu vermeiden. Dieses neue Verhaltensmuster, das durch den Aufstieg sozialer Netzwerke und die Omnipräsenz von Newsfeeds auch von Durchschnittsnutzern sukzessive angenommen wird, erfordert veränderte Benutzeroberflächen und Dienste, die das Eintauchen in den Stream so einfach und unterhaltsam wie möglich machen.

Joinbox heißt ein gestern in geschlossener Beta-Phase gestartetes Startup aus Bern in der Schweiz, das eine derartige Lösung bereitstellen möchte. Als “persönlichen Briefkasten des digitalen Zeitalters” bezeichnen die Gründer Konrad Mazanowski, Felix Steiner, Fabian Jordi, Michael van der Weg und Tobias Kneubühler ihre Entwicklung, die es Anwendern erlaubt, die Streams aus verschiedenen Onlinequellen über ein zentrales Interface abzurufen und zu verwalten.

» weiterlesen

Sorge um die Zukunft des Google Reader:
Twitter als Alternative zu RSS-Readern

Offene Formate zur Bereitstellung und Organisation von Nachrichten gehen in sozialen Netzwerken auf oder werden nicht weiterentwickelt. Wie werden Vielleser zukünftig innerhalb von Netzwerkstrukturen ihren Informationsbedarf ökonomisch gestalten können? Twitterlisten sind eine Lösung!

Twitterliste in TweetdeckGoogles Ankündigung, seinen RSS-Reader aufzuräumen und dabei näher an Google+ zu binden, hat bei „News Junkies“ Unmut hervorgerufen (nachzulesen beispielsweise hier, hier, hier oder hier - mittlerweile gibt es auch eine Petition). Twitter bietet Nutzern mit seiner Listenfunktion jedoch eine oftmals unterschätzte und vielfach ungenutzte Möglichkeit, sich ihren Informationsfluss vergleichbar effizient organisieren zu können.

» weiterlesen